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Dax: Es tut sich Ungewöhnliches!

Ein Kennzeichen der Rally an den Aktienmärkten seit Ende Dezember war, dass Gewinne vor allem vorbörslich verbucht wurden, dann aber in der eigentlichen Handelszeit der Indizes eigentlich gar nicht mehr so viel passierte. Eines der „normalen“ Muster war dann ein Aufwärts-Gap gleich am Montag, nachdem die 3847.Meldung über die diesmal ganz sicher direkt bevorstehenden Deal zwischen den USA und China die Kurse im asiatischen Handels zulegen ließ. Auch an diesem Wochenende gab es wieder Berichte über die vermeintlichen Fortschritte in den Verhandlungen (aus staatlichen chinesischen Medien) – aber die Rakete will scheinbar nicht mehr zünden.

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Vielleicht setzt sich irgendwann die Erkenntnis durch, dass ein zu erwartender Plastik-Deal zwischen den beiden Großmächten die derzeitige Grundproblematik ja nicht wundersamerweise ändern kann: nämlich die immer stärker abschwingende globale Konjunktur. Für diesen Abschwung gibt es heute einmal mehr mit den Zahlen zu den deutschen Exporten und Importen einen handfesten Beleg: Deutschlands Exprte sanken um -1,3% (Prognose war -0,3%) und damit so stark wie seit einem Jahr nicht mehr; noch schwächer gar die Importe mit -1,6%.

Und: wenn der Deal zwischen den USA und China „eingetütet“ wäre, dann kommt als nächstes eben Europa an die Reihe, so viel scheint klar. Überhaupt ist das Thema US-Zölle auf Autos aus der EU derzeit scheinbar wieder in Vergessenheit geraten, aber das wird sehr wahrscheinlich bald ganz oben auf der Themenliste stehen, weil die Positionen unvereinbar sind: Frankreich will auf gar keinen Fall über Landwirtschaft sprechen, die Amerikaner sagen, ohne einen Deal auch im Bereich Landwirtschaft werden die Zölle auf EU-Autos kommen.

Was passiert in dieser Woche beim Dax, nachdem der Index sein Rally-Ziele im Bereich der 12.000er-Marke erreicht hat? Sollte der deutsche Leitindex in diesem Bereich nachhaltig wieder nach unten abprallen, würde sich die große Schulter-Kopf-Schulter-Formation bestätigen:

In dieser Woche ansonsten wenig Daten über die Konjunktur, lediglich die EZB am Mittwoch dürfte Bewegung in die Sache bringen.

Jedenfalls ist die Tatsache, dass die US-Futures zu Wochenbeginn seit gefühlt langer Zeit nicht positiv, sondern (leicht) rot sind, sehr ungewöhnlich!

An der Wall Street lautet die entscheidende Frage, ob die nun immer stärker versiegenden Aktienrückkäufe der US-Unternehmen (Ende der Woche werden ca. 70% in der blackout period sein) kompensiert werden können – oder eben nicht..

 

Foto: Deutsche Börse AG



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