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Dax: Euphoire abgebaut, die Rally kommt ins Stocken

Immer wieder startet der DAX im Minus, rauscht noch ein wenig tiefer, um sich dann im Tagesverlauf wieder zu erholen. Die Euphorie läßt nach

Wir befinden uns weiterhin in der Verarbeitung der Kursgewinne der vergangenen Wochen: Wie angekündigt pendelt der DAX kräftig hin und her, wenngleich diese Bewegung im Wochenvergleich mit +0,8% kaum zu sehen ist.

Immer wieder startet der DAX im Minus, rauscht noch ein wenig tiefer, um sich dann im Tagesverlauf wieder zu erholen. Ich vermute, dass Gewinnmitnahmen zum Börsenstart zunächst für Verunsicherung sorgen, so dass sich ein Abwärtstrend verstärkt, bis dann langfristig optimistisch gestimmte Anleger Aktien einsammeln, denen sie eine rosige Zukunft ausmalen.

So ist das Anlegersentiment diese Woche leicht gegenüber der Vorwoche angestiegen (+0,8 auf 2,0). Auch die Selbstzufriedenheit konnte leicht auf 2,5 zulegen.

Den größten Sprung gab es bei der Zukunftserwartung, die um 1,9 auf 2,8 angesprungen ist. Die Bullen haben also wieder klar die Oberhand. Und besser noch, sie wollen ihre optimistische Überzeugung auch durch Käufe zum Ausdruck bringen: Die Investitionsbereitschaft ist auf 1,4 gestiegen.

Damit hat die Seitwärtsbewegung im DAX der vergangenen zwei Wochen die Partylaune, den Überschwang beseitigt. Eine positive Grundstimmung bleibt. Für die Zukunft sehen Anleger nach diesen zwei Wochen der Bereinigung wieder positiver. Damit haben wir eine konstruktive Entwicklung im Anlegersentiment. Die Euphorie ist abgebaut, es besteht jedoch auf der anderen Seite noch kein Druck für bald steigende Kurse. Die Situation ist derzeit als neutral zu bezeichnen.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger stieg erstmals seit September über Null an: Erstmals spekulieren wieder mehr Anleger auf steigende Kurse, als dass man sich gegen Kursverluste absichert.

Profis, die sich über die Eurex absichern, haben ihre Put-Positionen hingegen hochgefahren: Das Put/Call-Verhältnis zeigt eine gestiegene Absicherungstätigkeit der Profis an.

Dies steht im Widerspruch zu den US-Anlegern, deren Put/Call-Verhältnis weiterhin extrem niedrig ist: In den USA spekuliert man offensichtlich auf eine Fortsetzung der Rallye.

US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote sogar auf das höchste Niveau der vergangenen zwei Jahre gehievt: Über Hebelprodukte ist die Investitionsquote auf 113% des verwalteten Kapitals gestiegen.

Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger steht bei 8% und zeigt einen nur noch leichten Bullenüberhang auf. Seit November ist der Bullenüberhang somit von 28% kontinuierlich zurückgegangen. Ein ähnliches Bild gibt auch die AAII-Umfrage unter Privatanlegern der USA wider. Das Bärenlager erhält Zulauf, wenngleich auf niedrigem Niveau.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit 67% eine neutrale Marktverfassung an.

Dax: Interpretation des Sentiments

Sowohl in Deutschland als auch in den USA haben wir eine deutliche Stimmungsabkühlung gesehen, während gleichzeitig der Zukunftsoptimismus angestiegen ist. Eigentlich eine gute Voraussetzung für den nächsten Kursanstieg. Es ist in meinen Augen daher nur die Frage, wann die Rallye beim Dax wieder aufgenommen wird, nicht ob.

Doch das „wann“ lässt sich schwer beantworten. Die USA haben die Amtsübergabe ihres Präsidenten erfolgreich hinter sich gebracht. Nun könnte man meinen, die Aktienmärkte sprengen die Ketten, in die sie zuvor gelegt worden waren.

Doch es wäre nicht das erste Mal, dass mit „sell the news“ Anleger zunächst Kasse machen, bevor die Rallye wieder aufgenommen werden kann. Und nach den exorbitanten Kursgewinnen der vergangenen Wochen und Monate kann dieser Prozess der Gewinnmitnahmen noch ein wenig länger dauern.

Somit bleibt die Grundaussage der vergangenen Wochen weiter bestehen: Stop Loss Marken sollten beachtet werden. An schwachen Tagen können Sie ihre Lieblinge einsammeln. Doch es gibt noch keinen Grund zur Eile.

Die Euphorie im Dax ist abgebaut



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3 Kommentare

  1. Der Trend geht zu End

    Die Frage ist nur ,wann die Rally wieder aufgenommen wird, nicht ob ! Die Pandemie und der unbekannte Ausgang und deren Folgen spielt anscheinend keine Rolle.Herr Heibel wo leben sie? Sind sie schon mit Herr Musk unterwegs zum Mars?
    Die nur auf Charttechnik schauenden Analysten könnten doch auch die Pandemie charttechnisch erfassen.
    Vielleicht wäre auch da nach kurzem Rücksetzern ein Ausbruch bis zur 200% Linie möglich?
    Die Einwegbörsianer hatten die letzten 10Jahre ein leichtes Leben, alle lagen richtig. Eine Weiterbilding auf Quer- und Abwärtstrends könnte in Zukunft nicht schaden.

  2. Herr Heibel hat völlig recht, die Frage nach der weitergeführten Rally verbietet sich sogar dank der Notenbankhilfen. Die Pandemie ist wirtschaftlich längst abgehakt, wie die sehr guten Unternehmensberichte zeigen. Zinsen gibt es auch keine mehr, deshalb spielen pandemiebedingte Folgen an der Börse keine Rolle mehr. Charttechnisch ist außerdem alles im Lot. 16000 im DAX ist auch nur eine Frage des wann, nicht des ob. Lernt doch bitte alle mal die neue Börsenkultur besser kennen.

  3. Wenn man die Entwicklung der Ami- Aktien seit Okt.- Nov. anschaut dann war die Kette nach oben doch eher locker angelegt, während das Sicherheitsnetz nach unten zweimal kräftig strapaziert wurde.
    Wenn ein Beitrag sogar von @ Roland gutgeheissen wird, zeugt es schon von einer gewissen Qualität?
    Dass die grossen Kursmacher das Kartenhaus während der Amtsübergabe nicht fallen lassen ( Biden Rally)
    war zu erwarten, diese Freude wollte man dem Ex-Twitterer nicht machen.Irgendwann sollten den Träümen auch wieder Taten folgen und die Aufgabe von Biden ist noch schwerer als die des neuen Schalke Trainers.

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