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Läuft derzeit „Flucht aus Europa“ wegen Krieg? Blick auf Dax und Euro

Symbol-Chart mit fallendem Kurs

„Der Euro fällt (gegen den US-Dollar) zum ersten Mal seit 2020 auf das Kursniveau von unter 1,10, da globale Investoren aus Europa fliehen“ – so kurz und knapp formuliert es der WELT-Journalist Holger Zschaepitz aktuell. Heute Nacht machte EURUSD einen abrupten Abrutscher von 1,1066 – um bis jetzt bei 1,0967 zu landen.

Atomkraftwerk-Angriff – bloß raus aus Euro und Dax?

Der heute Nacht vermeldete Angriff auf das größte europäische Atomkraftwerk in der Ukraine war ein kleiner Schock für die Märkte. Der Absacker im Euro war zeitlich klar darauf zurückzuführen. Auch der Dax rutscht ab. Ukraine im Krieg gegen Russland, drohende atomare Verstrahlung – von weitem sieht das für ganz Europa furchtbar aus – und in der Tat – ausländische Anleger scheinen derzeit ganz plump Europa zu verkaufen, und in den Dollar-Raum umzuschichten.

US-Markt läuft besser

Der US-Dollar steigt schon die ganze Zeit an, seitdem der Ukraine-Krieg begonnen hat. In unsicheren Zeiten fliehen Anleger in den Fluchthafen US-Dollar. Und wenn in Europa Krieg herrscht, und dazu noch atomare Verstrahlungs-Horrorszenarien drohen, dann kauft man noch viel stärker den US-Dollar – dies sieht man seit heute früh eindeutig. Auch wenn sich das Horrorszenario um das ukrainische Atomkraftwerk laut jüngsten Meldungen der Internationalen Atomenergie-Agentur wohl als übertriebene Panikmache herausstellt (siehe hier die Meldung) – die Angst bleibt im Markt!

Im folgenden TradingView Chart sehen wir seit letzter Woche Mittwoch (kurz vor Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine) den Dax als blaue Linie und den Euro vs US-Dollar als orange Linie. Beide rauschen in den Keller. In normalen Märkten (ohne Krieg) würde der Dax steigen, wenn der Euro so eindeutig Schwäche zeigt – denn bei den exportlastigen Dax-Aktien hilft ein billiger Euro beim Verkauf von noch mehr Produkten an ausländische Käufer. Aber man sieht ja – im Augenblick überschattet der Ukraine-Krieg alles, und Dax und Euro fallen im Einklang.

Dem gegenüber sehen wir den US-Aktienmarkt in Form des S&P 500 Index (auf CFD-Basis). Unterm Strich liegt der US-Markt seit dem Start des Ukraine-Kriegs immer noch im Plus, auch wenn er aktuell etwas schwächelt. Noch halten sich die Amerikaner im Plus nach dem Motto „Der Krieg ist ja eh weit weg“ und „Politische Börsen haben kurze Beine“. Aber folgen die Amerikaner den Europäern noch auf dem Weg nach unten? Unklar. Stand jetzt jedenfalls ist es in der Tat eine gewisse Flucht raus aus Europa am Kapitalmarkt.

Chart zeigt Dax und Euro gegen US-Markt seit dem 23. Februar



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1 Kommentar

  1. Ganz klar ist Europa der GROSSE VERLIERER das er selbst verursacht hat durch die Sanktionen im Rohstoffbereich gegen Russland. Er ist dem Ruf Amerika gefolgt (doch diese haben schon immer nur ihren eigenen Vorteil im Blick gehabt) siehe Irak und jetzt Iran der auf einmal kein Schurkenstaat mehr ist und weiter Atomkraftwerke und eventuell Waffenfähiges Atomares Material herstellen darf, dafür aber als Alternative sein Öl zur Verfügung stellt. HALLO FINDE DEN FEHLER!
    Amerika hat sein Ziel erreicht und Subventioniert sich auf Kosten von Europa und den ausgemachten Putin und Schuldigen Russland. So reduzieren die Amerikaner ,dank ihrem Weizen, Fraking Gas u. Öl mal ganz schnell ihr in Schieflage gekommene Haushaltspolitik.
    Europa und insbesondere Deutschland (Danke Rot/Grün/Gelb) werden in eine Schwere Rezesion und Hyperinflation abrutschen , daher auch der Abzug des Kapital aus Europa ( was ja unabdingbar Logisch ist) . Nur unsere in Europa weit entfremdet Politik von der Realität hat das noch nicht begriffen. Da ist Putin ( so leid es mir tut und ich bei weitem nicht seinen Standpunkt und Aktionen vertretten kann ) schlauer , denn die Rohstoffe u. Weizen, usw werden seine Abnehmer finden und selbst die USA wissen das, und auf kurz oder Lang werden Europa nicht um Russland herumkommen, nur bis dahin wird leider Europa verarmt sein.

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