Gold/Silber

Dax, Euro, Gold: Zahlungsausfall abgewendet, Arbeitsmarktdaten voraus

Die Federal Reserve schaut heute genau auf die US-Arbeitsmarktdaten

Der Zahlungsausfall der US-Regierung ist gestern Abend vorübergehend abgewendet worden. Demokraten und Republikaner haben sich darauf geeinigt, dass die Schuldenobergrenze der USA kurzfristig bis Anfang Dezember angehoben wird. Damit ist das Problem aber nicht gelöst, sondern wie so oft in den letzten Jahren nur aufgeschoben. Die Aktienmärkte zeigten sich daraufhin vorsichtig erfreut. Heute nun sind Märkte wie Dax, Euro und Gold fokussiert auf die heute um 14:30 Uhr deutscher Zeit anstehenden Arbeitsmarktdaten in den USA.

Auf diese Daten schaut die US-Notenbank Federal Reserve hauptsächlich, wenn es darum geht, wann sie mit dem Rückbau ihrer Anleihekäufe (Tapering) beginnt, und wie schnell sie diesen Rückbau vollzieht. Je robuster die US-Arbeitsmarktdaten heute ausfallen, desto schneller kann die Fed ihr Tapering umsetzen. Dies würde höhere Anleiherenditen bedeuten, was wohl schlecht für Gold wäre. Auch Dax, Dow, Nasdaq und die Währunsmärkte dürften heute Nachmittag auf die Jobdaten reagieren, wenn sie denn eine Überraschung zu den Erwartungen bieten.

Analystenmeinungen

Ipek Ozkardeskaya von Swissquote bespricht in ihrem vor wenigen Minuten präsentierten Marktkommentar ebenfalls die extreme Wichtigkeit der heutigen US-Arbeitsmarktdaten. Der am Mittwoch veröffentlichte ADP-Bericht habe gezeigt, dass die US-Wirtschaft 568.000 neue Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft geschaffen habe, während die Analysten mit 430.000 gerechnet hatten, was den Anlegern Hoffnung macht, dass wir heute auch ein starkes Ergebnis sehen werden. Der Konsens der Analystenerwartungen deute darauf hin, dass die US-Wirtschaft im September 500.000 neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft geschaffen haben könnte (FMW: So ist auch die Erwartung laut Investing.com). Es gebe jedoch keine aussagekräftige Korrelation zwischen den monatlichen ADP- und NFP-Zahlen, und man könne nicht ausschließen, dass die heutige Veröffentlichung eine negative Überraschung mit sich bringt.

Die Daten seien wichtig, weil sie dazu beitragen werden, die Erwartungen an das weitere Vorgehen der Federal Reserve (Fed) zu beeinflussen. Wir alle wissen, dass die Fed in Kürze einen Termin für den Beginn der Drosselung ihrer Anleihekäufe bekannt geben wird, und ein einigermaßen schwacher Wert wird die Fed nicht dazu bringen, ihre Meinung zu ändern, so Ipek Ozkardeskaya. Nur eine schockierend niedrige Zahl könnte dies bewirken – eine Zahl unter 100.000 zum Beispiel, die auf eine alarmierende Verlangsamung der Erholung des US-Arbeitsmarktes hinweisen würde. Aber selbst dann könne die Fed nicht viel tun, da der jüngste Anstieg der Energiepreise die Inflationserwartungen weiter in die Höhe treibt, und die hohe Inflation müsse schnell angegangen werden, vielleicht schneller als der angeschlagene Arbeitsmarkt.

Naeem Aslam von Avatrade kommentiert heute früh auch die anstehenden Arbeitsmarktdaten in den USA. Er sieht die Prognose für die Zahl. neuer Stellen bei 490.000, während die vorherige Zahl bei 235.000 lag. Die Arbeitslosenquote in den USA werde voraussichtlich weiter auf 5,1 Prozent sinken. Der vorherige Wert lag bei 5,2 Prozent, und es werde erwartet, dass die durchschnittlichen Stundenlöhne m/m auf 0,4 Prozent fallen werden, nachdem sie zuvor 0,6 Prozent betragen hatten. Die Spanne der Schätzungen für die heutigen Zahlen sei groß, und es werde erwartet, dass sie irgendwo zwischen der 400 und 800.000-Marke liegen. Wir glauben jedoch, dass die wichtigste Zahl 620.000 ist, so Naeem Aslam. Alles, was unter 300.000 liegt, könnte die Fed seiner Meinung aus dem Gleichgewicht bringen. Damit meint er, dass ein Szenario denkbar sei, in dem die Fed möglicherweise die Ankündigung für das Tapering während ihrer Sitzung in der nächsten Woche absagt, wenn die Zahl unter der 300.000-Marke liegt.

Ein solches Szenario könnte sich positiv auf den Aktienmarkt auswirken, da der Aktienmarkt auf geldpolitische Unterstützung angewiesen sei. Gleichzeitig könnte aber der Dollar-Index stark fallen. Nehmen man jedoch an, dass die tatsächliche Zahl über der 500.000-Marke und insbesondere über der 700.000-Marke liegt, sollte man sich die bevorstehende Sitzung der Fed als Live-Sitzung vorstellen, was bedeute, dass die Ankündigung des Taperings während dieser Veranstaltung erfolgen könnte. Was die Kursentwicklung am Markt anbelangt, so bestehe die Möglichkeit, dass der Aktienmarkt anzieht, da die Händler eine starke Zahl als gutes wirtschaftliches Zeichen werten könnten. Gleichzeitig könnte der Dollar-Index aufgrund dieser Daten zulegen.

Der Goldpreis dürfte sich heute laut Naeem Aslam sehr unruhig entwickeln, da die Arbeitsmarktdaten aus den USA wahrscheinlich eine höhere Volatilität für das Metall mit sich bringen werden. Auch hier könnte ein starker Wert einen Ausverkauf des Goldpreises auslösen, da der Dollar-Index an Stärke gewinnt, und ein schwacher Wert könnte den Goldpreis nach oben treiben. Was die wichtigen Preisniveaus betrifft, so werden Anleger und Händler die 1.718 Dollar als wichtige Unterstützung betrachten, und wenn der Goldpreis unter diesen Wert fällt, könnte es in den kommenden Tagen zu einem starken Ausverkauf kommen. Was den Widerstand betrifft, so könnte die Zahl 1.800 heute getestet werden. Insgesamt stünden die Chancen seiner Meinung nach gut, dass der Goldpreis heute fallen könnte.



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