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DAX verliert den Anschluss DAX fällt aus der Range – die Kluft zur Wall Street wächst

DAX unter Druck - Wall Street am Rekordhoch
Frankfurter Börse. Foto: Claudio Kummerfeld/Finanzmarktwelt.de

Der DAX steht nach seinem jüngsten Stabilisierungsversuch weiterhin vor einer Richtungsentscheidung. Den entscheidenden Impuls dürfte der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag liefern. Bis dahin gibt die Wall Street den Takt vor. Die hohen Renditen und der schwankende Ölpreis bleiben indessen Belastungsfaktoren. Bereits die US-Konjunkturdaten am Donnerstag könnten zeigen, ob die Hoffnung auf eine Zinspause der Fed trägt.

PCE-Daten dämpfen die Zinssorgen

Die am Mittwoch veröffentlichten PCE-Preisdaten fielen geringer als erwartet aus. Die US-Kerninflation ohne Lebensmittel und Energie lag im August bei 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erwartet waren 3,3 Prozent. Im Monatsvergleich stiegen die Kernpreise um 0,2 statt der prognostizierten 0,3 Prozent. Die Gesamtinflation erreichte 3,4 Prozent gegenüber erwarteten 3,7 Prozent.

Ein Teil der niedrigeren Inflationsraten geht allerdings auf überarbeitete Berechnungsmethoden zurück. Die Überraschung lässt sich daher nicht vollständig als nachlassender Preisdruck interpretieren. Die Aktienmärkte reagierten zunächst erleichtert. Auch im DAX halfen die festeren US-Indizes, insbesondere der S&P 500 und der Nasdaq 100, den zwischenzeitlichen Rücksetzer teilweise aufzuholen. Am Ende des Tages stand dennoch ein Minus von 0,8 % bei 25.199 Punkten zu Buche.

Wie deutlich der DAX hinter der Wall Street zurückbleibt, zeigt der Abstand zu den Rekordständen. Während der S&P 500 lediglich 1,7 Prozent unter seinem Allzeithoch notiert, hat der DAX seit seinem Rekordhoch vom 28. August bereits 5,7 Prozent verloren. Die relative Stärke des US-Index verdeckt allerdings die Schwäche vieler Einzelwerte. Wenige schwergewichtige KI-Gewinner stützen den S&P 500, während die meisten Aktien bereits in einer Korrektur stecken.

Hohe Renditen bremsen die Erholung

Am Anleihemarkt blieb die Entlastung begrenzt. Trotz der niedrigeren PCE-Preisdaten hielt sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei rund 5,27 Prozent. Etwas deutlicher reagierte die zweijährige US-Anleihenrendite, die sensibler auf den erwarteten Zinskurs der Fed anspricht. Sie fiel von ihrem jüngsten Hoch um 4,90 Prozent zeitweise auf etwa 4,84 Prozent zurück.

Die Hoffnung auf eine Zinspause zeigt sich somit vor allem am kurzen Ende. Die langfristigen Renditen bleiben dagegen hoch und belasten die Aktienmärkte. Eine nachhaltige Trendwende am Anleihemarkt ist bislang nicht erkennbar.

Auch der Ölpreis bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Die Erholung der Exporte aus der Golfregion hatte die Ölpreise zuletzt gedrückt. Am Mittwoch sorgte jedoch eine Meldung über einen getroffenen Tanker in der Straße von Hormus erneut für Auftrieb. Neue Zwischenfälle könnten die Entlastung durch verbesserte Lieferströme wieder zunichtemachen.

Neue Daten vor dem Arbeitsmarktbericht

Am Donnerstag stehen um 14:30 Uhr die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und um 16:00 Uhr der ISM-Industrieindex an. Dessen Preis- und Beschäftigungskomponenten könnten die Zinserwartungen schon vor dem Arbeitsmarktbericht am Freitag bewegen. Dieser wird ebenfalls um 14:30 Uhr veröffentlicht.

Für die Fed sind insbesondere Beschäftigungsaufbau und Lohnentwicklung entscheidend. Ein robuster Bericht könnte die Hoffnung auf eine Zinspause dämpfen und die Renditen erneut antreiben. Eine moderate Abkühlung würde dagegen die Entlastung durch die PCE-Daten unterstützen.

DAX fällt aus der Range

Im regulären Handel bewegte sich der DAX weiterhin zwischen seinem Doppeltief bei rund 25.170 Punkten und dem Doppelhoch bei 25.780 Punkten. Am Mittwoch durchbrach er die zuletzt verengte Handelsspanne zwischen 25.300 und 25.600 Punkten nach unten und markierte ein Tagestief bei 25.190 Punkten. Nachbörslich setzte sich der Abwärtsdruck fort. Die DAX-Indikation fiel zeitweise unter 25.100 Punkte und damit auch unter das bisherige Doppeltief.

Demnach dürfte der DAX heute mit einem Abwärts-Gap in den Handel starten. Auf der Unterseite steht vor allem die Unterstützungszone zwischen 25.050 und 25.000 Punkten im Fokus. Hält dieser Bereich, wäre eine Gegenbewegung möglich. Der nachbörsliche Bruch des Doppeltiefs bei 25.170 Punkten deutet jedoch auf neue Schwäche hin. Unter 25.000 Punkten droht ein weiterer Rücksetzer in Richtung 24.860 Punkte.

Damit sich die Lage zumindest etwas aufhellt, muss der DAX zunächst das Doppeltief zurückerobern und anschließend wieder über 25.300 Punkte in seine jüngste Handelsspanne zurückkehren. Dann könnte er den Widerstandsbereich zwischen 25.350 und 25.380 Punkten anlaufen. Dort droht erneut Verkaufsdruck. Erst oberhalb dieser Zone würde sich weiteres Erholungspotenzial bis 25.500 Punkte eröffnen.

DAX-Widerstände: 25.200, 25.350, 25.371 (SMA100), 25.500, 25.584 (TH), 25.600

DAX-Unterstützungen: 25.099 (Gap), 25.050, 25.000, 24.860

DAX unter Druck trotz robuster Wall Street - Renditen im Fokus

Dax-Chart auf TradingView-Basis

Hinweis: Die im Artikel enthaltenen Marktanalysen und charttechnischen Einschätzungen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Handelsempfehlung dar.



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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1 Kommentar

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Erst wenn es zu ersten Zahlungsausfällen kommt …wird der Nasdaq 100 crashen…

    Noch aber leiht man denen Geld…. wenn auch zu höheren Zinsen…Softbank musste jetzt knapp 10 Prozent Kupon bieten…

    Alles in allem eins: Eine Frage der Zeit…

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