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Dax: Fast KO, nach dem Tiefschlag neue Hoffnung?

Markus Fugmann

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Der Dax wirkt wie ein Boxer nach einem KO-Schlag – der dann wundersamerweise doch wieder auftseht und den Kampf wieder aufnimmt. Allerdings das alles nicht ganz aus eigener Kraft – vielmehr war es in diesem Fall die Wall Street, die mit ihrem starken rebound den Dax wiederbeleben konnte.

Der Grund für diesen rebound ist eher trivial, nämlich ein Bericht des Wall Street Journal: die Fed werde, so die Aussage des Artikels, mehr oder weniger nach einer Zinsanhebubg im Dezember auf Sicht fahren. Das war für die US-Indizes das Signal, dass die Fed vorsichtiger wird und ihre Rhetorik deutlich abschwächt. Dabei haben die Märkte (die sogenannten Euro-Dollar-Futures – nicht zu verwechseln mit dem Forexkurs Euro-Dollar!) ohnehin nicht einmal einen vollen Zinsschritt eingepreist für 2019 – und gehen für 2020 sogar von einer Zinssenkung aus.

Daher stellt sich jetzt die Frage, wie die Märkte auf die heutigen US-Arbeitsmarktdaten reagieren werden. Sind gute Nachrichten in Sachen US-Arbeitsmarkt – heute Nacht übrigens Fed-Chef Powell mit einer Rede, in der er die Stärke des US-Arbeitsmarkts betonte – deutet das auf gute Daten heute? – dann faktisch schlechte Nachrichten für die Märkte, und umgekehrt?

Nach dem Motto: je schlechter die US-Konjunktur, umso defensiver wird die Fed – was wiederum gut ist für Risiko-Assets wie Aktien? Und je besser die US-Konjuntkurdaten, umso mehr muß die Fed auf die Bremse treten? Jedenfalls gilt heute wieder ein besonderes Augenmerk den US-Stundenlöhnen – diese könnten stärker gestiegen sein als erwartet nach der Erhöung des Mindetslohns durch Amazon, das damit andere US-Firmen ebenfalls unter Lohnanhebungs-Druck setzt.

Der Dax sieht übergrodnet nach wie vor desaströs aus, hat sich aber immerhin von dem KO-Punch am Abend wieder auf X-Dax-Basis erholen können:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Wichtig wäre nun ein Anstieg über den Bereich 10945 – um dann knapp über die Chance zu haben, noch einmal die untere Gap-Kante des Abwärtsgaps von Mittwoch auf Donnerstag zu erreichen knapp unter der 11100er-Marke. Nun aber geht es wieder nach ordentlichen X-Dax-Start Start etwas bergab – aber das sollte man nicht überbewerten. Die Märkte warten auf die non farm-payrolls, der Dax könnte durchaus zusätzlich durch die Wahl des CDU-Vorsitzes und damit des wahrscheinlich nächsten CDU-Kanzlerkandidaten beeinflußt werden.

Entscheidend sind wieder einmal die Amerikaner: der Leitindex S&P 500 muß über den Widerstand bei 2700 Punkten steigen und damit den Tripple-Boden in der Zone 2620/25 bestätigen:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Der S&P hat gestern die obere Gap-Kante des Abwärtsgaps von Mittwoch auf Donnerstag (bei 2700 Punkten) geschlossen – was schon anzeigt, dass er stärker auf der Brust ist als der Dax, der noch nicht einmal die untere Gap-Kante hat erreichen können..

 

 

 


Von snater.com, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64650600

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    7. Dezember 2018 09:40 at 09:40

    Die Erklärung, dass das Wall Street Journal mit seinem Artikel über die Fed, die ab Dezember auf Sicht fahren wolle, für den Kursumschwung verantwortlich sein soll, halte ich für etwas unwahrscheinlich. Fed-Vize Clarida sprach schon eine Woche vor der Sitzung vom 28. November davon, „Fed will keep an eye on data “, dann Powell mit seinem Statement „data driven“ agieren zu wollen und schließlich die vielen Diskussionen von Händlern an der Wall Street mit dem Schlagwort „one and wait“, nein, dieses Thema konnte doch keine Überraschung mehr generieren. Was war es dann? Waren es Shorteindeckungen auf Leerverkäufe bei den FAANG-Aktien, die gestern die Erholung anführten oder technische Gründe beim Abprallen vom Doppel- oder Dreifachboden? Vielleicht erfahren wir es heute?

  2. Avatar

    Piunger

    7. Dezember 2018 10:06 at 10:06

    @Wolfgang M. Vielleicht PPT ( Plunge Protection Team), die an wichtigen Marken stabilisieren muss ! !
    Die Super- Weltwirtschaft erträgt keine richtige Korrektur mehr, haben sich doch Alle auf die immer steigenden Börsen eingestellt.Wer auch immer eingegriffen oder gekauft hat , muss ja die überbewertete Waare auch wieder verkaufen, also nur eine Verzögerung.Die Taucherschutztruppe kann nicht ewig gegen die Fundamentaldaten bestehen.
    Erinnern sie sich was passiert ist als die SNB den Eurokurs nach langen Interventionen nicht mehr halten konnte?

    • Avatar

      Wolfgang M.

      7. Dezember 2018 10:53 at 10:53

      @Piunger. Klar kommt der Gedanke in Richtung dieses PPTˋ s. Aber wo sitzen die dafür nötigen Summen?
      Ein Kurseinruch von Dow und Nasdaq von 3% entspricht einer Bio.$ und damit dem Wert aller Dax-Aktien derzeit. Natürlich braucht man zur Stablisierung nur einen Teil davon, aber wie wird eingeschritten? Der US-Staat kauft doch nicht so ohne Weiteres Aktien.
      Damit bestätigt sich aber das Offensichtliche. Wenn die Korrektur richtig Fahrt aufnimmt, kann man nicht gegensteuern, außer die Notenbank mit OMT, sonst niemand.
      Gruß

  3. Avatar

    GN

    7. Dezember 2018 13:50 at 13:50

    …..rotfl…..das Bild zur Headline ist köstlich….:-) :-) :-)…..da liegt er, der arme DAX…:-)….

    ,,,,aaaaaber, totgesagte leben länger……jetzt dürfte er erst mal wieder aufstehen, damit er sich den nächsten Schlag auf die 15 abholen kann…….LG

  4. Avatar

    Wolfgang M.

    7. Dezember 2018 17:23 at 17:23

    Heute kurz vor der Eröffnung der Wall Street spricht (Optimist) Larry Kudlow über den Arbeitsmarktbericht, den Zustand der US-Wirtschaft und den Fortschritt bei den Zollgesprächen, die Märkte eröffnen im Plus und steigen noch etwas weiter. Dann spricht Hardliner Navarro über die Folgen bei unbefriedigenden Ergebnissen im kurzen Zeitfenster: die Anhebung der Zölle – und die Märkte fallen um 300+ Punkte.
    Wenn das kein Hinweis auf das Kernthema für die Märkte ist, Mr.President. Vor allem auf die tolle Koordination/Kommunikation in der Administration!

  5. Avatar

    Beobachter

    7. Dezember 2018 18:38 at 18:38

    Diese Kindergartenplauderi sollte man bei der nächsten Grenzüberschreitung wegen Börsenmanipulation
    verhaften.Diese Typen sind daran Amerika wieder gross zu machen ? ? , da hat Putin u.der Chinese nur ein müdes Lächeln u. sie können warten bis sie sich selbst zerstört haben.

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Rüdiger Born

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Die Indizes tendieren gen Süden. Was ist da für Trader machbar so kurz vor dem Wochenende? Das schaue ich mir im folgenden Video auch, wie auch Tradingchancen im Silber. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Aktienmärkte und die Wirtschaft: Markus Koch zur aktuellen Lage

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte sind derzeit in schwerem Fahrwasser – die Volatilität ist derzeit extrem hoch. Der eigentlich längst eingepreiste Stimulus durch die US-Politik wird immer unwahrscheinlicher vor der US-Wahl, die Fed hält erst einmal die Füsse still und spielt den Ball der Politik zu. Und wenn der nächste Stimulus nicht kommt, wird das die Wirtschaft in den USA deutlich zu spüren bekommen, wie kürzlich die US-Großbanken Goldman Sachs und JP Morgan durch ihre Senkung der BIP-Prognosen klargemacht haben.

Hinzu kommen noch die Sorgen um die nächste Corona-Welle – vor allem in Europa steigen die Infizierungen derzeit deutlich, vor allem in Frankreich, aber auch in UK und Spanien. Markus Koch faßt die aktuelle Lage der Wirtschaft und der Aktienmärkte zusammen – und freut sich nach seiner Rückkehr aus Deutschland auf besseres Internet in den USA..

 

Markus Koch zur Lage der Aktienmärkte und der Wirtschaft

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Aktienmärkte: Läßt die Fed wirklich einen neuen Crash zu?

Wird die Fed zusehen, dass ihr ganzes Rettungsgebäude in sich zusammenstürzt, etwa durch die Ausweitung einer Korrektur der Aktienmärkte in einen Bärenmarkt?

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Die Aktienmärkte der USA wanken im September. Die politischen Gegenspieler im amerikanischen Kongress können sich nicht auf ein fünftes Rettungspaket einigen und brechen ihre Verhandlungen auf unbestimmte Zeit ab. Zusätzlich sendet die Federal Reserve Signale, dass sie mit ihren Rettungsmaßnahmen stillhalten will. Gleichzeitig erschweren Covid-19 und weitere Belastungen den wirtschaftlichen Erholungsprozess. Würde man vonseiten der Regierung sowie der Notenbank tatsächlich einem Absturz der Aktienmärkte zusehen?

Aktienmärkte: Die derzeitigen Negativfaktoren

Das fünfte Konjunkturpaket und Maßnahmen der Federal Reserve werden nicht in absehbarer Zeit kommen. So lauten die Hiobsbotschaften für die Aktienmärkte in der heißen Woche nach dem großen Verfallstag. Aber das wäre doch fünf Wochen vor der Wahl eine zerstörerische Haltung von Regierung und Notenbank, die viel der Mühe um die Unterstützung der Corona-geschädigten Wirtschaft konterkarieren könnte. Wird nicht gerade jetzt der so essenzielle Konsum durch das Ausbleiben der Unterstützungsgelder bei einer zweiten Coronawelle dringend gebraucht? Und warum möchte ausgerechnet in dieser Situation Fed-Chef Powell erst einmal die „Füße stillhalten“?

Könnte das nicht heißen, dass es der US-Konjunktur gar nicht so katastrophal geht, um weitere Notmaßnahmen einführen zu müssen? Die Federal Reserve hat bereits drei Billionen Dollar in das System gepumpt. Klar: Powell will Druck auf die Politik ausüben, solange die Coronazahlen nicht deutlich zurückgehen, kann sich der Arbeitsmarkt nicht erholen – ein wenig psychologische Kriegsführung, trotz der Unabhängigkeit der Notenbank.

Durch die Pandemie sind die Arbeitnehmer auf die staatliche Unterstützung angewiesen – und ohne diese wäre die Auswirkung auf den Eckpfeiler der US-Wirtschaft, den Konsum, fatal. Wie sehr die Aktienmärkte nach weiteren Stimuli gieren, konnte man gestern an der Marktreaktion erkennen, nachdem kurz das Gerücht aufkam, die Sprecherin der Demokraten, Nancy Pelosi, würde an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Aber hat der Notenbankchef nicht in jeder seiner Sitzungen betont, dass er alles tun werde, um Wirtschaft und Arbeitsmarkt zu stützen, „whatever it takes“? Und jetzt plötzlich Attentismus?

Die US-Wirtschaft soll im dritten Quartal stark gewachsen sein, auch in Deutschland spricht man schon von einem Quartalswachstum um die acht Prozent. Wie kann man im Übrigen auf die Prognose einer US-Großbank setzen, die im vierten Quartal einen Rückgang des Wachstums von sechs auf drei Prozent prognostiziert? Hat in den letzten sechs Monaten auch nur eine einzige Prognose des Verlaufs der Wirtschaft durch Analysehäuser gestimmt?

Durch die permanente verbale Stütze Powells ist es unglaubwürdig für mich, dass er erst bei einem Einbruch der Aktienmärkte von 30 oder gar 40 Prozent eingreifen würde. Dies entspräche einem Vermögensverlust von über 15 Billionen Dollar, was in etwa einem Sechstel der gesamten Welt- Aktienmarktkapitalisierung entspräche. Ich denke, dass man schon den Eintritt in einen Bärenmarkt zu verhindern versucht.

Wie schnell war die Fed zur Stelle, als es im S&P 500 im Dezember 2018 19,5 Prozent nach unten ging – oder im Corona-Crash, der in 34 Tagen wegen der Fed-Intervention seinen Tiefpunkt erreicht hat. Fedchef Powell kennt sicher die Situation der Unternehmen, die der KMUs, schließlich arbeiten ihm Hunderte Ökonomen aus allen Fedfilialen zu. Genauso ist die Notenbank in Kenntnis aller relevanten Statistiken, die es in den USA gibt. Die Frage ist nur, ob die Zahlen in seiner Strategie eine Rolle spielen und welche Relevanz sie im Psychospiel der Notenbankpolitik innehaben.

Ich bin sicherlich nicht „Fed-gläubig“ und denke, dass die Notenbank die Wirtschaft nicht allein retten kann. Das kann und konnte in der Geschichte noch nie eine Notenbank.

Sie wird aber sicherlich nicht tatenlos zu sehen, dass ihr ganzes Rettungsgebäude in sich zusammenstürzt, etwa durch die Ausweitung einer Korrektur der Aktienmärkte in einen Bärenmarkt .

Fazit

Die (rechtzeitige) Korrektur der Aktienmärkte kommt vielen sicherlich gelegen, vor allem auch der US-Notenbank, die natürlich die überhitzten Indizes insbesondere im Bereich Hightech im Visier hat. Aber auch die hemmungslose Spekulation der neuen Generation RobinHood, die allein mit ihren irrsinnigen Hebeleinsätzen und ihren Millionen Depots den Markt nach oben gezogen haben.

Außer einem, Donald Trump, den ärgert jeder Kursrückgang, weil er die Höhe der Aktienmärkte – egal bei welchem Index – zum Maßstab seiner erfolgreichen Politik hochstilisiert hat. Wenn es dann in den Wochen vor der Wahl, insbesondere vor den großen Fernsehauftritten steigende Kurse gäbe, wäre auch der Amtsinhaber zufrieden.

Jedenfalls bricht jetzt eine wichtige Periode an, der Konsum muss (aus Sicht der US-Administration) am Laufen gehalten, die Arbeitslosigkeit zurückgefahren, die Impfstoffentwicklung wahlkampfrelevant vorangetrieben und die Aktienmärkte vor schweren Rückschlägen bewahrt werden.

Deshalb würde ich bei einem Einbruch von 30 Prozent plus mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es keinen alten und neuen US-Präsident Trump geben werde.

Läßt die Fed einen erneuten Crash wie im März wirklich zu?

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