Folgen Sie uns

Indizes

Dax: Fast KO, nach dem Tiefschlag neue Hoffnung?

Avatar

Veröffentlicht

am

Der Dax wirkt wie ein Boxer nach einem KO-Schlag – der dann wundersamerweise doch wieder auftseht und den Kampf wieder aufnimmt. Allerdings das alles nicht ganz aus eigener Kraft – vielmehr war es in diesem Fall die Wall Street, die mit ihrem starken rebound den Dax wiederbeleben konnte.

Der Grund für diesen rebound ist eher trivial, nämlich ein Bericht des Wall Street Journal: die Fed werde, so die Aussage des Artikels, mehr oder weniger nach einer Zinsanhebubg im Dezember auf Sicht fahren. Das war für die US-Indizes das Signal, dass die Fed vorsichtiger wird und ihre Rhetorik deutlich abschwächt. Dabei haben die Märkte (die sogenannten Euro-Dollar-Futures – nicht zu verwechseln mit dem Forexkurs Euro-Dollar!) ohnehin nicht einmal einen vollen Zinsschritt eingepreist für 2019 – und gehen für 2020 sogar von einer Zinssenkung aus.

Daher stellt sich jetzt die Frage, wie die Märkte auf die heutigen US-Arbeitsmarktdaten reagieren werden. Sind gute Nachrichten in Sachen US-Arbeitsmarkt – heute Nacht übrigens Fed-Chef Powell mit einer Rede, in der er die Stärke des US-Arbeitsmarkts betonte – deutet das auf gute Daten heute? – dann faktisch schlechte Nachrichten für die Märkte, und umgekehrt?

Nach dem Motto: je schlechter die US-Konjunktur, umso defensiver wird die Fed – was wiederum gut ist für Risiko-Assets wie Aktien? Und je besser die US-Konjuntkurdaten, umso mehr muß die Fed auf die Bremse treten? Jedenfalls gilt heute wieder ein besonderes Augenmerk den US-Stundenlöhnen – diese könnten stärker gestiegen sein als erwartet nach der Erhöung des Mindetslohns durch Amazon, das damit andere US-Firmen ebenfalls unter Lohnanhebungs-Druck setzt.

Der Dax sieht übergrodnet nach wie vor desaströs aus, hat sich aber immerhin von dem KO-Punch am Abend wieder auf X-Dax-Basis erholen können:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Wichtig wäre nun ein Anstieg über den Bereich 10945 – um dann knapp über die Chance zu haben, noch einmal die untere Gap-Kante des Abwärtsgaps von Mittwoch auf Donnerstag zu erreichen knapp unter der 11100er-Marke. Nun aber geht es wieder nach ordentlichen X-Dax-Start Start etwas bergab – aber das sollte man nicht überbewerten. Die Märkte warten auf die non farm-payrolls, der Dax könnte durchaus zusätzlich durch die Wahl des CDU-Vorsitzes und damit des wahrscheinlich nächsten CDU-Kanzlerkandidaten beeinflußt werden.

Entscheidend sind wieder einmal die Amerikaner: der Leitindex S&P 500 muß über den Widerstand bei 2700 Punkten steigen und damit den Tripple-Boden in der Zone 2620/25 bestätigen:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Der S&P hat gestern die obere Gap-Kante des Abwärtsgaps von Mittwoch auf Donnerstag (bei 2700 Punkten) geschlossen – was schon anzeigt, dass er stärker auf der Brust ist als der Dax, der noch nicht einmal die untere Gap-Kante hat erreichen können..

 

 

 


Von snater.com, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64650600

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    7. Dezember 2018 09:40 at 09:40

    Die Erklärung, dass das Wall Street Journal mit seinem Artikel über die Fed, die ab Dezember auf Sicht fahren wolle, für den Kursumschwung verantwortlich sein soll, halte ich für etwas unwahrscheinlich. Fed-Vize Clarida sprach schon eine Woche vor der Sitzung vom 28. November davon, „Fed will keep an eye on data “, dann Powell mit seinem Statement „data driven“ agieren zu wollen und schließlich die vielen Diskussionen von Händlern an der Wall Street mit dem Schlagwort „one and wait“, nein, dieses Thema konnte doch keine Überraschung mehr generieren. Was war es dann? Waren es Shorteindeckungen auf Leerverkäufe bei den FAANG-Aktien, die gestern die Erholung anführten oder technische Gründe beim Abprallen vom Doppel- oder Dreifachboden? Vielleicht erfahren wir es heute?

  2. Avatar

    Piunger

    7. Dezember 2018 10:06 at 10:06

    @Wolfgang M. Vielleicht PPT ( Plunge Protection Team), die an wichtigen Marken stabilisieren muss ! !
    Die Super- Weltwirtschaft erträgt keine richtige Korrektur mehr, haben sich doch Alle auf die immer steigenden Börsen eingestellt.Wer auch immer eingegriffen oder gekauft hat , muss ja die überbewertete Waare auch wieder verkaufen, also nur eine Verzögerung.Die Taucherschutztruppe kann nicht ewig gegen die Fundamentaldaten bestehen.
    Erinnern sie sich was passiert ist als die SNB den Eurokurs nach langen Interventionen nicht mehr halten konnte?

    • Avatar

      Wolfgang M.

      7. Dezember 2018 10:53 at 10:53

      @Piunger. Klar kommt der Gedanke in Richtung dieses PPTˋ s. Aber wo sitzen die dafür nötigen Summen?
      Ein Kurseinruch von Dow und Nasdaq von 3% entspricht einer Bio.$ und damit dem Wert aller Dax-Aktien derzeit. Natürlich braucht man zur Stablisierung nur einen Teil davon, aber wie wird eingeschritten? Der US-Staat kauft doch nicht so ohne Weiteres Aktien.
      Damit bestätigt sich aber das Offensichtliche. Wenn die Korrektur richtig Fahrt aufnimmt, kann man nicht gegensteuern, außer die Notenbank mit OMT, sonst niemand.
      Gruß

  3. Avatar

    GN

    7. Dezember 2018 13:50 at 13:50

    …..rotfl…..das Bild zur Headline ist köstlich….:-) 🙂 :-)…..da liegt er, der arme DAX…:-)….

    ,,,,aaaaaber, totgesagte leben länger……jetzt dürfte er erst mal wieder aufstehen, damit er sich den nächsten Schlag auf die 15 abholen kann…….LG

  4. Avatar

    Wolfgang M.

    7. Dezember 2018 17:23 at 17:23

    Heute kurz vor der Eröffnung der Wall Street spricht (Optimist) Larry Kudlow über den Arbeitsmarktbericht, den Zustand der US-Wirtschaft und den Fortschritt bei den Zollgesprächen, die Märkte eröffnen im Plus und steigen noch etwas weiter. Dann spricht Hardliner Navarro über die Folgen bei unbefriedigenden Ergebnissen im kurzen Zeitfenster: die Anhebung der Zölle – und die Märkte fallen um 300+ Punkte.
    Wenn das kein Hinweis auf das Kernthema für die Märkte ist, Mr.President. Vor allem auf die tolle Koordination/Kommunikation in der Administration!

  5. Avatar

    Beobachter

    7. Dezember 2018 18:38 at 18:38

    Diese Kindergartenplauderi sollte man bei der nächsten Grenzüberschreitung wegen Börsenmanipulation
    verhaften.Diese Typen sind daran Amerika wieder gross zu machen ? ? , da hat Putin u.der Chinese nur ein müdes Lächeln u. sie können warten bis sie sich selbst zerstört haben.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Sophie Schimansky LIVE zum Handelsstart an der Wall Street – „Glas halb voll“

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

Sophie Schimansky berichtet ganz aktuell im folgenden Video zum Handelsstart an der Wall Street. Die Grundstimmung scheint zu lauten „es wird schon wieder“ bezüglich der wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus.

weiterlesen

Indizes

Coronavirus: Treiber für die Börsenkurse trotz Wirtschaftsdelle?

Kriegen oder haben wir bereits die Katastrophenrally, einen Anstieg der Börsenkurse in einem desaströsen Umfeld, in dem eine wirtschaftliche Schadensmeldung die nächste jagd?

Avatar

Veröffentlicht

am

Gewiss, es klingt mehr als seltsam, wenn man in der Phase des Stillstands der zweitgrößten Volkswirtschaft aufgrund des Coronavirus von einer boomenden Börse spricht. Aber wir leben derzeit in einer reichlich verzerrten Welt, in der sich Realwirtschaft und Aktienkurse entkoppelt haben. Und die Verursacher dieses Zustandes könnten diese Anomalie noch weiter auf die Spitze treiben, eben wegen der großen wirtschaftlichen Auswirkung des Coronavirus Covid-19.

Notenbanken außer Rand und Band

Eine Darstellung der Sorgen der Händler an der Wall Street durch den Sender CNBC zeigte es deutlich: Man ist eigentlich nicht allzu besorgt, wegen der Auswirkungen der grassierenden Lungenkrankheit. Wenn man diese kurzfristig in der Griff bekommt, gibt es eine große Aufholjagd in den nächsten Quartalen. Ja, und wenn es länger dauert, dann hat man die Federal Reserve.

Hannes Zipfel hat es in seiner Analyse am gestrigen Tag auch begründet: Die Anleihemärkte senden ein Signal, dass es bald zu einer Zinssenkung durch die US-Notenbank kommen wird. Und nicht erst ab dem Sommer, wie es durch die Fed Funds Futures vor Kurzem noch signalisiert wurde. Eine Abflachung der Zinskurve und damit eine Erosion im Bankgeschäft, die stärker werdende Invertierung der Zinskurve und eine deutliche Beeinträchtigung des US-Wachstums zwingen die Fed zu Maßnahmen. Deshalb kam auch Hannes Zipfel zu dem Fazit, dass die US-Notenbank schon in nächster Zeit nicht umhin kommt, gebündelte Kredit- und Hypothekenpapiere zu kaufen und die Bilanz ein weiteres Mal zu erweitern.

Die maßgeblichen US-Zinsen (10-jährige US-Staatsanleihe) liegen bei 1,55 Prozent und werden bereits bei der nächsten (und nicht letzen) Senkung schon deutlich unter der Inflationsrate liegen. Und international? Vor einigen Wochen lagen bereits 25 Prozent aller Staatsanleihen der Staaten (von ca. 70 Billionen Dollar!) im negativen Bereich. Dies könnte sich infolge der Krisensituation durch das Coronavirus noch deutlich steigern, denn schließlich werden viele Staaten noch einmal an der Zinsschraube drehen – wie bereits China und Thailand. Und wo landet die neu geschaffene Liquidität? Ein Teil vielleicht beim Gold, aber nicht die große Masse, schließlich ist der Goldmarkt für das große Kapital zu klein. Also doch wieder im Aktienmarkt?

Coronavirus: Wie werden die Märkte reagieren?

Natürlich wird es immer wieder zu Einbrüchen kommen, infolge von sich häufenden Gewinnwarnungen von Firmen aus allen Branchen, aber auch aus vielen Volkswirtschaften der Welt. Aber wenn es nicht zum großen Wirtschaftseinbruch kommt, den Donald Trump mit seinem eigentlich unwilligen Gehilfen (Powell) mit allen fiskalpolitischen und sonstigen Stimuli im Wahljahr verhindern will, werden die Marktteilnehmer vermutlich immer wieder in die Aktienmärkte zurückkehren.

Nach der nächsten Fed-Zinssenkung gibt es auch in den USA keine positive Rendite (nach Inflation) an den Anleihemärkten mehr. Auch global ist der Anlagenotstand ubiquitär, erkennbar an den 10-jährigen Anleihen in Griechenland, die im 0,90-Prozentbereich stehen, nach noch 1,4 Prozent vor Monatsfrist. Man kann gut damit argumentieren, dass Gelddrucken in einer Produktionskrise keinen Anschub im Warenhandel liefern kann, aber das neu geschaffene Kapital sucht eben nach Anlagemöglichkeit. Bei einem Verwahrentgelt (Strafzinsen) Geld zu parken, ist wohl eher keine Strategie.

Damit hinkt auch ein Vergleich mit einer klassischen Konditionierung à la Pawlow, es dürfte eher an den technischen Rahmenbedingungen liegen, als an den Instinkten der Anleger. Es ist doch auch jedem Börsianer klar, dass es einen Einbruch in der Wirtschaft geben muss, wenn hunderte Millionen Arbeitnehmer und zugleich Konsumenten wegen des Coronavirus wochenlang in ihren Wohnungen festgehalten werden. Es schockt immer das Unerwartete, das nicht Vorhersehbare.

Fazit

Kriegen wir oder haben wir bereits die Katastrophenrally, einen Anstieg der Börsenkurse in einem desaströsen Umfeld, in dem eine wirtschaftliche Schadensmeldung die nächste jagd?

Ich muss es noch einmal betonen. Die Aktienmärkte interessiert doch immer nur kurzzeitig, was sich in der Gegenwart abspielt, da kann es tausend Berichte über katastrophale Daten geben. Wenn es Aussicht auf Besserung gibt in mittlerer Zukunft, so wird dies in den Börsenkursen eingepreist. Das ist die zentrale, aber auch unsichere Prämisse. So war es jedes Mal bei den letzten vier Rezessionen, an die ich mich erinnern kann. Bereits viele Monate bevor noch irgend etwas von einer wirtschaftlichen Besserung zu sehen war, hatte der Aktienmarkt schon nach oben gedreht. Im heutigen Umfeld ist die Situation noch viel komplizierter, denn wo sollen die nach Rendite heischenden Billionen an Kapital angelegt werden?

So wäre es nicht verwunderlich, wenn man den Highflyer Apple schon in den nächsten Tagen wieder auf alte Höhen bringen würde – trotz der Gewinnwarnung vorgestern.

Der gestrige Tag brachte zwar einen Rückschlag, der angesichts der Meldungslage über Apple, der IT-Branche generell und den Automobilsektor aber eigentlich nur im Rahmen einer eher normalen Tagesschwankung blieb.

Um nicht missverstanden zu werden: Es gibt keinen unendlichen Aufschwung an den Börsen. Irgendwann wird das „Potenzial“ der Zentralbanken an die Grenzen stoßen und Inflation und Rezession ihren schmerzlichen Tribut fordern. Aber derzeit scheint sich eine Entwicklung Bahn zu brechen, die ohne historisches Vorbild ist – trotz oder gerade wegen des Coronavirus..

Die Wall Street lässt sich vom Coronavirus nicht die Laune verderben

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Die nächste Gewinnwarnung.. Videoausblick

Avatar

Veröffentlicht

am

Spötter sagen: wenn die nächste Gewinnwarnung kommt, werden die Aktienmärkte sicher auf ein neues Allzeithoch steigen! Es war bezeichnend, dass gestern nach der Umsatzwarnung von Apple ausgerechnet der Nasdaq 100 der einzige US-Index war, der gestern im Plus schließen konnte (auch wegen dem Anstieg bei Tesla). Die Grundthese der Aktienmärkte lautet: wenn es eng wird, werden wir sehr schnell noch mehr QE von der Fed oder der EZB bekommmen – warum also sollte man jetzt etwa verkaufen? China versucht weiter seine Coronavirus-Zahlen nach unten zu manipulieren, aber ca. 700 Millionen Chinesen leben derzeit in irgendeiner Form in Quarantäne. Damit steht die zweitgrößte Wirtschaft er Welt weitgehend weiter absehbar still..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen