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Dax: Fluch und Segen

Keine Frage: bislang ist Trumps Handelskrieg für den Dax eher Fluch als Segen gewesen – aber nun könnte sich der Fokus verschieben..

Markus Fugmann

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Keine Frage: bislang ist Trumps Handelskrieg für den Dax eher Fluch als Segen gewesen – aber nun könnte sich der Fokus verschieben: der Handelskrieg ist nun gewissermaßen an der Wall Street angekommen! Der neuerliche Vorstoß Trumps gegen China zielt ganz klar auf den Tech-Bereich, und in diesem Bereich hat der Dax nicht so viel zu verlieren. Klar ist, dass die USA wohl bald Einfuhrzölle auf europäische Autos verhängen wird, aber die Haupt-Stoßrichtung Trumps ist weniger Deutschland als eben China. Was Trump will, ist, dass die Amerikaner faktisch keine hochtechnologischen Produkte mehr ins Reich der Mitte exportieren sollen – und das wird vor allem amerikanische Halbleiterwerte schwer treffen, schließlich ist es dieser Sektor, der einen hohen Anteil seines Umsatzes in China generiert. Damit ändert sich der Fokus der Märkte grundlegend!

Nun zeigt sich, dass Hardliner wie Peter Navarro sich innerhalb der Trump-Administration durchgesetzt haben mit ihrer These, dass der Aufstieg Chinas zur gleichberechtigten Macht neben den USA vor allem ein Kampf um die Vorherrschaft der Technologien ist – und die USA hier ihren Vorsprung mit allen Mitteln verteidigen wollen und müssen. Dem Dax kommt das in gewisser Weise zugute: war es bisher ein Fluch, dass der Dax so wenig Technologie-lastig ist, dürfte sich genau das nun als Segen erweisen!

Das alles heißt nicht, dass der Dax nun nach oben schießen wird – auch der Dax wird in Turbulenzen geraten, wenn die Wall Street in Unruhe gerät nach dem beispiellosen Siegeslauf der amerikanischen Tech-Werte. Wahrscheinlich ist, dass der deutsche Leitindex sich nun also besser halten wird als die amerikanischen Tech-Werte im Nasdaq – daher dürfte auch der Dow Jones, dessen Performance der Dax bislang weitgehend folgte, in den nächsten Wochen besser performen als eben der Nasdaq.

Die Risiken für die Aktienmärkte nehmen jetzt stark zu, man verliert Stück für Stück die Illusion, dass die Dinge schon nicht eskalieren werden im Handelskrieg. Trumps Herrschaftssystem aber ist grundsätzlich und wesenhaft auf Eskalation ausgelegt, nicht auf Verständigung. Bezeichnend ist, dass sich Trump mit dem neuen Vorstoß gegen China auf ein Gesetz aus dem Jahr 1977 beruft, das im Falle einer nationalen Gefährdung dem US-Präsidenten einen weitgehenden Duchgriff auf die US-Wirtschaft erlaubt. Mit anderen Worten: Trump ist dabei, eine Art Ausnahmezustand zu postulieren und damit wesentliche Begrenzungen seiner Herrschaft auszuhebeln!

Aber auch der Dax hat nicht gerade wenige Risikofaktoren – darunter der inzwischen denkbare Rücktritt von Angela Merkel, die von den Märkten als Stabilitätsanker gesehen wird. Wie etwa würde der Dax reagieren, wenn die Große Koalition zerbricht und Deutschland dann vor politisch unsicheren Zeiten steht? So wie es derzeit aussieht, kann Merkel ihre Haltung in der Migrationsfrage nicht auf europäischer Ebene durchsetzen, und „an der Heimatfront“ sitzt ihr Seehofer im Nacken..

So oder so: der Dax bleibt angeschlagen und müsste erst einmal über den jetzt zentralen Widerstand von 12600 Punkten – am Freitag war der Dax an diesem Niveau gescheitert. Solange der Dax also unterhalb der 12600er-Marke handelt, herscht „Alarmstufe rot“ – mit dem Potential weiterer Kursverluste bis 12430 und 12330 Punkte..


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Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Wolfgang M.

    25. Juni 2018 11:10 at 11:10

    Der Aspekt des Kampfes um die hochtechnologische Vorherrschaft zwischen den USA und China hat durchaus seine Kohärenz – auch, dass dadurch der industrielastige Dax etwas aus der Schusslinie gerät. Aber wird Trump seine Eskalationsstrategie bis zu den Midterm Elections durchhalten können?
    Fragezeichen Nummer eins:
    Bei den Stammwählern Trumps im mittleren Westen regt sich erkennbar der Unmut. Nur ein Beispiel: Die US-Sojabauern erzielten im letzten Jahr einen Umsatz von 22 Mrd.$, 14 Mrd. davon mit China. Wenn die Zölle Chinas ab 6. Juli in Kraft treten, könnten diese zwei Drittel ihres Geschäftes verlieren. Seit März, als die Zölle ins Gespräch kamen, haben die Preise schon um 12% nachgegeben. Nicht wenige kämpfen um ihre Existenz und es war Trump, der den Bauern vor seiner Wahl ein besseres Einkommen versprochen hatte. Und es kommen noch weitere Agrarsektoren hinzu.
    Fragezeichen Nummer 2:
    Das große Unsicherheitsmoment ist die US-Ökonomie als Ganzes. Wenn die Zolleskalation mit ihren sekundären Folgen (Störung von Warenketten, Preisanstiege in den USA, Verlust von Arbeitsplätzen) sichtbar und diese mit Trumps Strategie in Zusammenhang gebracht würden, bekäme der Präsident ein echtes Problem (am stärksten, wenn es zu einem Kursverfall an der Wall Street käme). Die ersten Frühindikatoren sind bereits am Schwächeln. Die Frage ist nur, ob dies bereits mit der allgemeinverständlichen Deutlichkeit bis zur Wahl in Erscheinung tritt. Trump scheint schon einiges Unbill zu ahnen, deshalb bereits sein Rückgriff auf Notstandsgesetze des Jahres 1977.
    Den Dax (der Call auf die Weltwirtschaft) wird durch dies alles sehr in Mitleidenschaft ziehen. Aber ich verweise noch einmal auf die Entwicklung des Währungspaares EUR/USD in Q2. Zu Beginn des Quartals stand das Verhältnis bei 1,25 und derzeit bei 1,16. Wie bereits erwähnt, bedeutet ein 5%-er Anstieg des $ eine Verbesserung der Dax-Gewinne um 3%, ein kleiner „Windfall Profit“ zur Abschwächung des Sommerlochs.
    Gruß

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SDAX als Signalgeber für den Dax und die deutsche Aktienrally?

Andreas Wolf

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am

Der deutsche Nebenwerteindex SDAX wird in der Regel wenig beachtet. Deutsche Anleger werden vielmehr regelmäßig darauf getrimmt, sich auf die „großen“ Aktienindizes wie DAX, Dow Jones oder EuroStoxx 50 zu konzentrieren. Prinzipiell ist das nicht nachteilig, wenn es dort läuft und Trends nachhaltig gespielt werden können. Schwieriger wird es aber in aktuellen Phasen wie jetzt, wo sich in weniger schwankungsfreudigen Zeiten die Frage nach einer größeren Richtungsentscheidung stellt.

Der SDAX als Frühindikator für den Dax

Der SDAX als Frühindikator und Signalgeber

Ein guter Signalgeber und damit eine Entscheidungshilfe für die künftige Entwicklung größerer Indizes ist der Blick auf die kleineren, untergeordneten Indizes wie im Falle des DAX korrespondierend der SDAX und der MDAX.

Im oberen Bild des 30-Jahre-Chart des mit 70 Werten bestückten SDAX erkennt parallel verlaufende Phasen zum „großen“ DAX. Die dort enthaltenen Werte repräsentieren durchaus ein modernes, aktuelles Indexbild. Grund hierfür ist, dass der Auf- und Abstieg aus der „4. Liga“ der deutschen Aktienwerte einfacher und schneller von statten geht als bei den größer kapitalisierten Indizes. Damit bilden sie aktuelle Trends und Entwicklungen schneller ab. Es überrascht daher nicht, dass der SDAX in sich eintrübenden, weltwirtschaftlichen Situationen schneller nach unten wegkippte – und umgekehrt auch Rallyeabschnitte schneller begann als der DAX oder der TecDAX.

So geschah es 2007/08 bei dem Beginn der Finanzkrise, die der SDAX bereits Mitte 2007 antizipierte, während der DAX erst Anfang 2008 den Druck spürte. Und auch die Rallys startete der Index in vergangenen Phasen, wie 2002 oder 2013, früher als sein großer Bruder.

Aktuell befindet sich der SDAX wieder in einer neuen Rallyephase, die er erst in der vergangenen Woche mit dem Überschreiten des Allzeithochs vom 17.2.2020 bei 13066 Punkten einleitete. Bestätigt wurde dieser neue Rallyeabschnitt mit einem mehr als 2 Prozent liegenden Wochenschlusskurs zum Freitag, dem 20.11.2020. Mit den Zugewinnen vom Wochenstart nimmt der SDAX nun Kurs auf sein erstes Ausbruchsziel bei 14300 /14450 Punkten.

In der Folge der kommenden Wochen werden zunächst der MDAX und danach der DAX diesen neuen Rallyeabschnitt ebenfalls beginnen und neue Allzeithochs erreichen, die jeweils in der ersten Phase rund 10 Prozent über den bisherigen Allzeithochs liegen werden.

Der SDAX findet im Vergleich zum Dax kaum Beachtung

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Kennen Sie die verborgene Macht der Allzeithochs? – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern wurde Ihnen irrtümlich ein Text – Besprechung der SAP-Zahlen – zugeschickt, den Sie in der Vorwoche bereits erhalten hatten. Leider ist mir das Versehen nicht rechtzeitig aufgefallen, sodass ich die Aussendung nicht mehr zurückholen konnte. Bitte entschuldigen Sie mein Versehen! Im Folgenden lesen Sie nun, warum Rekordhochs für uns als Börsianer so reizvoll sind, weil sie weitere Kursanstiege andeuten.

Haben Sie es auch schon erlebt, dass manche Aktien einfach immer weiter steigen? Es kommt einem manchmal beinahe unheimlich vor, wie wenn eine verborgene Kraft den Kurs immer weiter nach oben hievt. Gerade wenn eine Aktie einen neuen Höchststand erreicht hat, ist das häufig ein Signal für weiter steigende Kurse. Eigentlich ist diese Entwicklung paradox, denn wenn etwas immer teurer wird, dann müssten sich eigentlich weniger Menschen dafür interessieren. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Allzeithochs haben oft eine unterschätzte Wirkung auf die Entwicklung von Aktienkursen. Es ist häufig zu beobachten, dass ein Allzeithoch neue Kräfte freiwerden lässt und die Kurse immer weiter nach oben treibt. Für unerfahrene Börsianer wirkt das Treiben manchmal wie Magie. Denn warum sollte ein Kurs, der eigentlich ständig schwankt, gerade vom Hochpunkt aus noch weiter steigen? Nun, dafür gibt es gleich mehrere Erklärungen. Wenn Sie die Entwicklungen richtig einschätzen können, dann können auch Sie ab sofort von der verborgenen Macht der Allzeithochs profitieren.

Die fundamentale Erklärung

Neue Allzeithochs werden in der Regel nur erreicht, wenn es den betreffenden Unternehmen wirtschaftlich gut geht. Denn nur dann investieren viele Anleger in die Aktie und führen diese auf neue Höchststände. Einem gut laufenden Unternehmen ist meist für längere Zeit Erfolg beschieden. Ein lukratives Geschäftsmodell bleibt in der Regel über einen längeren Zeitraum ertragreich. Und der unternehmerische Erfolg führt dann wiederum zu steigenden Kursen und weiteren Allzeithochs.

Zudem berichten die Medien über Allzeithochs und die Bekanntheit des Unternehmens steigt. Dies führt vor allem bei kleineren Technologie-Unternehmen, die bisher unter dem Radar vieler Anleger waren, zu steigenden Kursen. Diese Unternehmen werden erst nach dem Erreichen neuer Höchststände und den…..

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