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Dax: Furor Teutonicus

Der lateinische Begriff „Furor Teutonicus“ bezeichnet die Einschätzung der Römer über die zur wilden Raserei neigenden Germanen (Teutonen). Und wenn man sich heute Morgen den Dax ansieht, dann ist offenkundig nun wieder der „Furor Teutonicus“ erwacht!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der lateinische Begriff „Furor Teutonicus“ bezeichnet die Einschätzung der Römer über die (vor allem in der Schlacht) zur wilden Raserei neigenden Germanen (Teutonen). Und wenn man sich heute Morgen den Dax ansieht, dann ist nach langer underperformance des Index gegenüber den US-Indizes nun wieder der „Furor Teutonicus“ erwacht!

Schauen wir uns zunächst einmal die Vorgaben aus Asien an – freundlich, aber nicht euphorisch:

Shanghai Composite +0,70%
CSI300 +0,48%
ChiNext +0,60%
Nikkei +0,72%

Der X-Dax aber kennt kein Morgen, der teutonische Furor strebt nach Höherem:

dax07-12-16

X-Dax-Eröffnung auf Jahreshoch, dann die nächste Kerze nach oben. Eine der Auslöser ist die grenzenlose Euphorie bei Bank-Aktien, so gewinnt die Deutsche Bank nach einem Plus von gut 7% gestern noch einmal 3% hinzu vorbörslich!

Ist der Dax damit nun endgültig aus der seit August bestehenden Seitwärts-Bewegung mit schnellen Auf´s und Ab´s ausgebrochen? Vielleicht. Wenn ja, ist das nächste logische Ziel die Zone um 11.000 Punkte aus dem Herbst 2015:

dax07-12-162

Und was, wenn nicht? Wenn das ein Fehlsignal ist? Diese Frage muß sich heute, wahrscheinlich aber erst morgen mit der EZB-Sitzung entscheiden. Und die Märkte haben die dovishste aller Möglichkeiten eingepreist für die morgige Sitzung. Vielleicht aber wird man damit das Opfer der eigenen Euphorie, denn die EZB merkt doch auch: nein, helfen müssen wir den Märkten angesichts dessen, was da abläuft, eigentlich nicht!

Dazu gestern etwa die Inflationserwartungen in der Eurozone auf dem höchsten Stand seit einem Jahr, Tendenz weiter massiv steigend. Also könnte die EZB doch nachvollziehbarerweise sagen: wir sind auf dem besten Weg, unsere (Inflations-)Ziele zu erreichen – auch wenn sie selbst gewissermaßen nichts dafür kann, denn die erwarteten inflationären Tendenzen kommen aus den USA bzw. von den Plänen Trumps und haben so gut wie nichts – oder sagen wir doch einfach, nichts! – mit der EZB zu tun. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, die leidgeprüfte EZB nimmt, was sie kriegen kann.

Heute können sich die Märkte also noch einmal austoben – morgen kommt der Test ob die derzeitige Stimmung zur Realität passt. Denn der Trend der EZB geht trotz der sehr wahrscheinlichen Verlängerung des QE dennoch zur Drosselung der ultralaxen Geldpolitik, und die Fed zieht wohl in einer Woche durch eine Zinsanhebung die Zügel weiter an. Insgesamt verschlechtern sich derzeit ja bekanntlich die Kreditkonditionen, in den USA, aber auch hierzulande. Geld wird teurer (wegen der erwarteten Inflation). Und das ist eigentlich nicht das optimale Umfeld für Aktienmärkte, die in den USA ja getrieben waren durch Aktienrückkäufe von Unternehmen durch Aufnahme neuer Schulden. Mithin also arbeitet derzeit die wirtschaftliche Logik eigentlich gegen die Aktienmärkte – aber das will man noch nicht wahrnehmen. Daher bleibt es bei dem Satz, den wir gestern formulierten:

„Man kann natürlich die Realität eine Zeit lang ignorieren, nur hat eben diese Realität die unangenehme Eigenschaft, einem dann irgendwann auf die Füße zu fallen – wobei die Heftigkeit des Aufpralls in direkter Relation zur Länge des Zeitraums der vorherigen Ignoranz steht“.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    tomgala

    7. Dezember 2016 09:52 at 09:52

    Früher war Wirtschaft und Börsengeschehen noch einigermaßen logisch. Seit die EZB so massiv in das Kursgeschehen eingreift, gleicht der Finanzmarkt eher einer Lottogesellschaft.

  2. Avatar

    M.Müller

    7. Dezember 2016 10:13 at 10:13

    In diesen Zeiten ist alles möglich!
    Doch die Realität wird so manchen erst die Augen öffnen wenn Sie so richtig aufs Maul gefallen sind!
    Spätestens nächste Woche wenn die Zinsen in den USA erhöht werden sollte?
    werden die Märkte nach Auffassung vieler Lemmerlinge weiter ins unermässliche neue Allzeithochs makieren.
    Ich kann nur jeden warnen vor diesem Euphorie gedriebenen Herdentrieb dieser bezeichnet eine subjektiv temporäre überschwängliche Gemütsverfassung mit allgemeiner Hochstimmung, auch Hochgefühl genannt, mit einem gehobenen Lebensgefühl größten Wohlbefindens, mit gesteigerter Lebensfreude und verminderten Hemmungen.
    Wünsche allen den vernünftigen Weitblick!!

  3. Avatar

    gerd

    7. Dezember 2016 10:44 at 10:44

    Was ist, wenn die EZB morgen nicht liefert?

    Dann freuen sich die Bankaktien und stabilisieren den DAX.
    Vielleicht!

    Ansonsten, falls die EZB liefert, werden fette Gewinnmitnahmen einsetzen bei den Bankaktien.
    Vielleicht!

    • Avatar

      Wolfgang Koch

      7. Dezember 2016 23:54 at 23:54

      Vielleicht fällt uns auch der Himmel auf den Kopf,beim Majestix!Das scheint das einzige Ereignis zu sein vor dem uns die, sonst allmächtige EZB ,nicht bewahren kann!

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Steigenden Renditen? Tesla, Snowflake, China-Aktie

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Zahlreiche Themen werden besprochen wie die Arbeitsmarktdaten für November, Anleiherenditen, Tesla uvm.

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