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Dax: Game Changer

Im US-Sport spricht man von einem „game changer“, wenn eine Aktion dem Spiel eine völlig neue Wendung gibt: die Mannschaft, die zuvor auf der Verliererstraße war, bekommt plötzlich Auftrieb und dreht dann das Spiel. Überträgt man dieses Bild auf die Märkte, dann sind die Hauptverlierer die Anleihemärkte, gefolgt von den (europäischen) Aktienmärkten – und gestern war das, was Janet Yellen zum Besten gab, faktisch ein solches Moment, das das Spiel dreht..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Im US-Sport spricht man von einem „game changer“, wenn eine Aktion dem Spiel eine völlig neue Wendung gibt: die Mannschaft, die zuvor auf der Verliererstraße war, bekommt plötzlich Auftrieb und dreht dann das Spiel. Überträgt man dieses Bild auf die Märkte, dann sind die Hauptverlierer die Anleihemärkte, gefolgt von den (europäischen) Aktienmärkten – und gestern war das, was Janet Yellen zum Besten gab, faktisch ein solches Moment, das das Spiel dreht.

Denn zuvor war die Lage doch so, dass sich die Notenbanken abgesprochen zu haben schienen, dass die die Geldpolitik straffen wollen – mit unterschiedlichem Tempo und Maßnahmen (zwischen Zinsanhebung, Bilanzreduzierung und Ende des QE). Zwar hat gestern die Bank of Canada die Zinsen angehoben (offenkundig um die dortige Immobilienblase nicht noch weiter ausufern zu lassen), aber Yellen hat das gegenteilige Signal gegeben mit ihrer Bemerkung, dass es nicht mehr vieler Zinsschritte bedürfe, um eine neutrale Rate zu erhalten (also eine Situation, in der der Leitzins die Wirtschaft weder stimuliert noch bremst). Faktisch heißt das: nach oben ist der Deckel drauf in Sachen Leitzins!

Die Märkte fanden das super, auffällig ist aber der Zweifel der Fed in Sachen Inflation. Auffällig weiterhin der letzte Absatz in Yellens schriftlichem Statement gestern, dass man zwar beabsichtige, die Bilanzsumme noch in diesem Jahr zu reduzieren, aber wenn die Dinge sich verschlechtern würden, dann würde man eben die Bilanzsumme wieder vergrößern, sprich erneut QE betreiben. Man erkennt daran einen leisen Pessimismus in Sachen US-Konjunktur, also auch hier scheinbar erste Zweifel.

Die dobihe Haltung Yellens jedenfalls hat dem Dax zu einem impulsiven Aufschwung verholfen, der das Chartbild nun ändert: gab es zuvor einen Doppelboden, ist der Index nun über den kurzfristigen Abwärtstrend ausgebrochen:

Nächstes logisches Ziel wäre nun der Bereich 12730 Punkte für den Dax. Auf der Unterseite ist das maßgebliche Niveau nun das Ausbruchniveau im Bereich 12535/40

Eigentlich sieht jetzt alles gut aus, die „Ampeln auf grün“. Nun gibt es aber noch drei potentielle Störfaktoren: erstens ein potentieller Anstieg des Euro über die 1,15er-Marke, zweitens die nun anstehende US-Berichtssaison, drittens das Thema „Trump“, das jederzeit wieder „hot“ werden kann..

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Dolamar

    13. Juli 2017 09:12 at 09:12

    „Auf der Unterseite ist das maßgebliche Niveau nun das AUsbruchniveau im Bereich 12735/40“

    Tippfehler?
    12635- 12640?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      13. Juli 2017 09:16 at 09:16

      @Dolamar, danke für den Hinweis! es muß heißen 12535/40 – ist inzwischen korrigiert!

  2. Avatar

    leser

    13. Juli 2017 11:21 at 11:21

    Es kann sich auch um die zweite Korrekturwelle handeln, der eine dritte Abwärtswelle folgt, die dann bis 11704 laufen könnte.
    Voraussetzung ist, daß der der DAX unterhalb von 12711 bleibt. Ich bin allerdings kein ausgesprochener Wellenexperte.

    • Avatar

      walter

      13. Juli 2017 11:49 at 11:49

      11704…
      da sind sie aber gnaedig.
      Ab Okt.17 ,wirds dann langsam 4stellig werden!
      Warum werden jetzt aufeinmal Berichte geschaltet,dass DE seine Schulden(privatler)schoen brav zahlen koennen!
      Das Gegenteil ist bereits der Fall!
      Goldman Sachs laesst gruessen..immer das Gegenteil im Auge behalten…

      • Avatar

        gerd

        13. Juli 2017 12:21 at 12:21

        Walter, Sawat di khrap
        Warum schreibst du was vom 17.Oktober?

        • Avatar

          walter

          13. Juli 2017 12:27 at 12:27

          @Gerd, es sollte heissen (sawadee khrap)
          was soll ich zu deinem Komment jetzt antworten?
          Gerd, was fuer ein Jahr schreiben wir denn jetzt?
          Ok,aber nur fuer Dich:
          2017….
          Was ist denn schon wieder los mit Dir?
          In DE ist bekanntlich das Tagesdatum vor dem Monat,oder….
          Aber, Mai pen rai….Sabai dee mai?

          • Avatar

            berti

            13. Juli 2017 13:04 at 13:04

            „khrap khrap „tut es ja auch …… :-)

        • Avatar

          walter

          13. Juli 2017 12:40 at 12:40

          …aber @Gerd,du bist mir immer noch der Angenehmste User hier an Board,denn es gibt genuegend Klugscheixxer,die sich z.b.an Rechtschreibfehlern aufhaengen und es bis dato nicht lassen koennen.
          Warum ist das so bei euch?
          Erklaere es mir bitte….

          • Avatar

            gerd

            13. Juli 2017 13:05 at 13:05

            -falsche Übersetzung stammt natürlich nicht aus meinem Kopf sondern aus meinem Internet
            -mit dem Datum war ich einfach zu fixiert auf was Bestimmtes, nämlich dass womöglich genau an dem Tag die Vereidigung des Bundeskanzlers stattfinden könnte.
            Hab aber jetzt gelesen:
            der Bundestag muss sich spätestens am 24.Oktober konstituieren. Und die Vereidigung kann durchaus noch etliches später sein – auch w evtl Koalitionsverhandlungen. Und da ich ja auch erst ab da erwarte, dass es „losgehen“ könnte, fiel mir dein Datum direkt ins Auge.
            –was soll ich schon erklären können. Ich bin zwar the worldbest Finanzexperte, aber ansonsten ist mir nicht viel los. Aber Mai pen rai, oder.

  3. Avatar

    walter

    13. Juli 2017 13:30 at 13:30

    Zu dem Thema „Game Changer“..
    ist folgendes in Paris eingetreten:
    „Raute“ schleimt sich gerade bei Trump ein!!
    Quelle:Bloomberg incl.Live Bilder
    Trump gibt vor,wo es lang geht!

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Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Allgemein

Brexit-Einigung? Wie das Pfund letztlich auch auf den Goldpreis abstrahlen kann

Claudio Kummerfeld

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Das Brexit-Wort über dem Union Jack

Auch wenn die Brexit-Verhandlungen jüngst wegen einem Corona-Fall in der EU-Delegation unterbrochen wurden, so legt ein ganz aktueller Artikel im „The Guardian“ nahe, dass der Brexit-Deal zwischen Großbritannien und der EU doch noch ein Erfolg werden könnte. Über die wichtigsten Punkte gäbe es bereits Einigungen. Also, nehmen wir jetzt mal an, dass wirklich dieses kleine Wunder geschieht, und man sich in den nächsten Tagen wirklich noch auf einen Brexit-Deal einigt.

Brexit-Deal bringt Pfund spürbar nach oben?

Dann, da ist sich die Analystengemeinde relativ einig, sollte dies für das britische Pfund eine spürbare Aufwertung gegenüber US-Dollar und Euro bedeuten. Denn bei einem geregelten und relativ zollfreien Handel mit dem Kontinent wäre das ein kräftiger Pluspunkt für die britische Wirtschaft! Aber kommen wir zu den möglichen Folgewirkungen, die sich bis zum Goldpreis erstrecken können.

Der Dollar-Index ist ein Währungskorb des US-Dollar gegenüber anderen weltweit wichtigen Währungen wie dem Euro, Pfund, Schweizer Franken, Yen usw. Der Euro stellt in diesem Korb gegenüber dem US-Dollar das Schwergewicht dar mit 57,6 Prozent Gewichtung. Das britische Pfund ist in diesem Korb mit 11,9 Prozent Anteil vertreten. Dennoch: Sollte das Pfund dank Brexit-Einigung plötzlich kräftig aufwerten, könnte dies den Dollar-Index spürbar runterziehen.

Fallender US-Dollar bringt Goldpreis zum Steigen

Und ein fallender US-Dollar bedeutet grundsätzlich eine Aufwertung für alle Assets, die global hauptsächlich in US-Dollar gehandelt werden, wie der Ölpreis und auch der Goldpreis. Letzterer ist seit Monaten äußerst sensibel in Bezug auf Bewegungen im US-Dollar. So kann eine kräftige Aufwertung im britischen Pfund daher über einen schwächeren US-Dollar zu einem steigenden Goldpreis führen. Soweit das Szenario. Ob es so kommt, und ob das mit dem Brexit-Deal überhaupt etwas wird… das kann Stand jetzt wohl nicht mal die beste Glaskugel sagen. Im Chart sehen wir den Verlauf des Pfund gegen den US-Dollar seit Mitte 2017.

Chart zeigt Pfund gegen US-Dollar seit dem Jahr 2017

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