Nach einer dreitägigen Rally hat der Dax zu Wochenbeginn wieder nachgegeben. Die Aktienmärkte standen am Montag ganz im Zeichen des Attentatsversuchs auf den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Der Angriff auf den Ex-Präsidenten hat wohl seine Chancen auf den Wahlsieg erhöht, das preisen zumindest die Märkte ein und lassen den „Trump-Trade“ aufleben. Der Dollar und die Renditen stiegen, während die Anleihen fielen, weil die Händler ihre Wetten darauf erhöhten, dass Donald Trump die US-Präsidentschaftswahlen nun gewinnen könnte. Die Reaktion nach dem Angriff auf Trump erinnert an die Reaktion auf das TV-Duell Ende Juni, als Bidens beunruhigender Auftritt die Wahlchancen von Trump deutlich verbessert hatte. Die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks hielten sich am Montag zunächst auf höherem Niveau, gaben dann aber letztlich nach. Der deutsche Leitindex beendete den Handelstag schließlich mit einem Minus von 157 Punkten (0,84%) auf 18.590 Zählern.
Durch den Sprung über die charttechnisch wichtige Marke von 18.650 Punkten am Freitag hat der Index weiteres Aufwärtspotenzial freigesetzt. Doch die Bedingung lautete: Der Dax muss die Marke nachhaltig überwinden, damit er wieder in Richtung seines Rekordhochs von 18.892 Punkten und darüber hinaus ansteigen kann. Stattdessen gibt es Anzeichen dafür, dass sich die Aktienmärkte in der saisonal typischen Sommerflaute befinden. Das würde bedeuten, dass der Dax sich in den nächsten Wochen in einer Seitwärts-Spanne auf und ab bewegt. Angesichts des dünnen Handelsumsatzes könnte es jedoch volatiler werden. Mit dem EZB-Zinsentscheid am Donnerstag und der Berichtssaison steht der Dax-Rally kurzfristig noch ein Realitätscheck bevor.
Konjunkturdaten
Hierzulande liegt das Augenmerk um 11:00 Uhr auf den ZEW-Konjunkturerwartungen, die als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung gelten. Analysten rechnen mit einem deutlichen Rückgang im Juli auf 41,2 von zuvor 47,5. Um 14:30 Uhr erscheinen in den USA dann noch die stark beachteten Einzelhandelsumsätze. Ökonomen erwarten im Juni einen Rückgang um 0,2% zum Vormonat.
Unternehmensseitig liegt der Fokus heute auf weiteren Zahlen der US-Großbanken. Heute öffnen die Bank of America, Morgan Stanley sowie Charles Schwab ihre Bücher. Mit UnitedHealth legt ein weiteres Mitglied aus dem Dow Jones seinen Quartalsbericht vor.
Dax: GD50 rückt wieder ins Visier
Long: Nachbörslich fiel der Dax noch auf die Unterstützung bei 18.544. Hier konnte er sich schließlich stabilisieren. Bleibt er über diesem Level, dann ist erneut mit einem Anstieg zu rechnen. Ein erster Anlaufpunkt liegt bei 18.620. Steigt er darüber an, so rücken die Marken bei 18.663 und 18.701 in den Fokus. In diesem Bereich könnte ihm jedoch wieder die Puste ausgehen und ein Rücksetzer folgen. Hält er sich hingegen auf dem hohen Niveau, sind Anstiege bis 18.750 und 18.784 möglich. Ein Ausbruch darüber dürfte schließlich weiteres Potenzial bis 18.828 und 18.852 freisetzen. Auch ein neues Rekordhoch über 18.892 könnte er dann erreichen.
Short: Fällt der Dax unter die Unterstützung bei 18.544, so ist mit einem Rücklauf bis 18.490 zu rechnen. Ein Test des GD50 bei 18.467 ist ebenfalls wahrscheinlich. Hier könnten die Bullen wieder eingreifen und eine Drehung einleiten. Rutsch der Index jedoch darunter, müssen weitere Abgaben bis 18.430, 18.409 und 18.360 eingeplant werden.
Dax-Chart von TradingView
Dax Unterstützungen (US)
18.581 – Tagestief 15.07.
18.544 – Horizontale
18.528 – Tagestief 12.07.
18.475 – SMA50 (daily)
18.430 – 61,8 Retracement (18.213-18.779)
18.409 – Tagestief 11.07.
18.365 – Horizontale
18.300 – Horizontale
18.218 – SMA100 (daily)
18.213 – Tagestief 09.07.
Dax Widerstände (WS):
18.620 – Horizontale
18.691 – 78,6% Fibo (18.892 – 17.951)
18.748 – Gap 12.07.
18.779 – Tageshoch 12.07.
18.784 – Hochpunkt 06.06.
18.855 – Tageshoch 28.05.
18.892 – Allzeithoch
19.000 – Psycho-Marke
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