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Dax – Gewinnwarnungen satt bei Unternehmen

Seit Anfang 2018 geht es mit den Gewinnen bei den 30 größten Unternehmen im Dax in summa bergab. Betrugen die Gewinne 2017 noch 95,5 Milliarden Euro, so waren es 2018 schon neun Prozent weniger (86,9 Mrd.€) – und 2019? Da dürfte es noch einmal ein Stück weit nach unten gehen. Wie eine Studie der Beratungsfirma Ernst & Young aufzeigt, bewegen sich die Gewinnwarnungen 2019 auf einem Niveau, wie seit dem Rezessionsjahr 2009 nicht mehr.

 

Die Ergebnisse der Studie für Unternehmen im Dax

Bei den im Dax, MDax, TechDax und SDAX gelisteten 308 Unternehmen mussten 54 in diesem Jahr mit mindestens einer Umsatz- und Gewinnwarnung auf die Unternehmenssituation hinweisen, deutlich mehr (38 Prozent) als im Vorjahreszeitraum. Die Gewinnrevisionen betrugen im Schnitt mehr als ein Drittel und was besonders auffällt ist, dass die meisten Warnungen von großen Firmen kamen, die auf mehr als eine Milliarde Jahresumsatz kommen. Ein kleiner Hinweis darauf, dass es sich dabei um die Folgen des Handelsstreits mit all seinen Implikationen auf internationale Handelsketten handelt. Dies wird weiter bei der Betrachtung der Umsätze bestätigt, denn die Mehrzahl der warnenden Konzerne erwirtschaften mehr als die Hälfte davon im Ausland.

Im medial sehr beachteten Dax mussten im ersten Halbjahr schon sieben Mal solche Umsatz- und Gewinnwarnungen ausgegeben werden. Dass dabei Autohersteller und Zulieferer überproportional oft dabei waren, verwundert aufgrund der besonderen Gemengelage für diese Branche hingegen nicht.

Bei BASF dagegen schon, schließlich bilden deren Produkte die Basis für ganze Industriezweige.

 

Fazit

Also warum reagiert der Dax, beziehungsweise die Unternehmensaktien nicht mit fallenden Kursen? Im Gegenteil, bei manchen Unternehmen stiegen die Kurse sogar nach der Gewinnwarnung – Continental, BASF oder Daimler, zum Beispiel. Aber diese Werte hatten auch schon die Hälfte ihres Wertes seit Anfang 2018 verloren.

Erinnern wir uns: Im Superrezessionsjahr 2009 lag der Dax im März bei 3666 Punkten, anschließend hagelte es eine Katastrophenmeldung nach der anderen, Deutschland steckte mit minus 5,6 Prozent in der tiefsten Rezession der Nachkriegsgeschichte. Und der Index? Der touchierte zum Jahresende schon wieder die 6000-er-Marke. Wobei ich jetzt nicht im Ansatz an eine solche Entwicklung im heutigen Umfeld glaube.

Aber wenn Rezessionen festgestellt werden, sind sie im Index zumeist schon wieder verschwunden. Daher mein Tipp: Nicht zu sehr auf aktuelle Wasserstandsmeldungen achten, für „Gehabte gibts nichts“, dieser platte Spruch ist börsentechnisch gar nicht so dumm. Aber verdächtig ist die derzeitige Kursentwicklung des Dax schon.

 

Zuletzt gab es bei Unternehmen im Dax eine Flut von Gewinnwarnungen

Foto: Deutsche Börse AG



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10 Kommentare

  1. Wer noch an Kostolany glaubt, für den sind die Kursbewegungen des DAX freilich verdächtig.
    Alles erschließt sich jedoch demjenigen, der begriffen hat, dass die „Krisen“ inszeniert sind um anschließend mit Fake News eine Fake Rallye zu zünden, zumeist dünnvolumig.
    Wachstumszahlen gibt es kaum mehr.
    Daher müssen inszenierte Einbrüche her – kalkulierte Psychologie:
    Seht her, es wird nicht nur gut – es wird sogar noch besser!
    Plus positive Polit-News: Italien, Brexit, Handelsdeal – alles in einem Aufguss.
    Und ein Stanzl, der DAX 14.900 ableitet aus der Charttechnik.
    Es wird Regie geführt.
    Ist das so schwer zu verstehen, liebe Finanzmarktwelt-Redaktion?

    1. …dem ist nichts hinzuzufügen…erst wenn der letzte Dickfisch aus dem Markt ist, dann wird die Luft endgültig rausgelassen…bis dahin wird dem Kleinanleger noch geraten 50 – 100 Euro monatlich in dies und das anzulegen…oder eben mit so Angeboten wie acorns.com etwas für die Börse zu tun…da wird aus Kleingeld Masse…

  2. auch ich gehe davon aus, das die Wirtschaft mit der Börse nur sehr langfristig wirklich miteinander zu tun hat. Im Tages- und Wochenbereich dominiert die Psychlogie der Marktteilnehmer. Der algemeine optimismus so wie es @Columbo sehr treffend beschrieben hat nimmt seinen Lauf und alles endet irgendwann mal doch positiv. Das hat auch damit zu tun das wir Menschen noch in der schlimmsten Situation HOFFNUNG haben das es sich bessert. Deswegen wird die Welt und die Kurse nicht untergehen, egal wie schwarz man nach vorne blickt. Die kurzen Abverkäufe sind nur Luft holen und Kraft tanken, aber keine Richtungsweisende Trends. Die sind nunmal seit es die Börse gibt nur nach oben gerichtet. Und so wird es auch bleiben. Wir erinnern uns was vor der Wahl zum Brexit passiert ist. Vorher das schlimmste Szenario gemalt und ab dem nächsten Morgen nur noch Raketenförmig nach oben. Oder vor der Wahl Trumps. Ich habe nicht einen einzigen Analysten gehört der es gut für die Börse gesehen hätte. Im Gegenteil. Alles wird schlecht werden und der Absturz ist programmiert. Was passiert ist, sehen wir heute noch…ein ATH nach dem anderen. Alles wird gut……:-))))

  3. @Roberto: so isses.

    Man liest hier mit und kommentiert weil…ja weil es eigentlich „nur“ reine Pausen-Unterhaltung ist:
    Das Spiel wird noch LANGE, LANGE so gehen.
    Für alle ist es Win-Win: ein kontrollierter Mini-Crash bewahrt die Berufs-Crashpropheten vor dem Austrocknen.
    Dax minus x%, da verkaufen sich die Bücher von Krall, Otte und Weick wieder!
    Fugmann bekommt Leser. Und hat endlich mal recht.
    Dann kommen Merkel & Co und die Algomaten und Sieben Zwerge und sagen: Es werde Licht.
    Von Zauberhand werden dann neue Höchststände/Hochstände herbeigegeistert.
    Plunge Protecttion vom Feinsten, mit wenigen Milliarden kann geliefert werden.
    Dann ist Zeit für die schlechten Botschaften: Steuerlöcher drohen. Firmen machen zu. Weniger Absatz hier und da…
    Brücken brechen. Flughäfen werden zu teuer. Wir haben versagt auf ganzer Linie.
    Geschickt verkauft man uns dies als „Delle“ – die Kurse steigen ja wieder! :-)

    Das Sprichwort ist verkehrt: Die Hoffnung stirbt nicht zuletzt.
    Die Hoffnung stirbt nie.

    So wird es ewig gehen.
    Kybernetisch ausgefeilt.

    Meinen Sohn werde ich bald anlernen hier weiter zu kommentieren.
    Auf dass er es seinen Kindern dann beibringt.

    Auf unterhaltsame Zeiten… Bob der Baumeister, Yes we can, Klappe die 145.

    1. @Macwoiferl. Was für ein Schmarrn! Haben Sie eigentlich mitgekriegt, dass der Dax unter dem Stand von vor viereinhalb Jahren steht. Wo werden die Kurse immer weiter hochgetrieben? Die Unternehmensgewinne sind schwach, deshalb kein Aufstieg. Kurzfristig ist es Psychologie, Spekulation – Long/Short, um den Markt (vergeblich) zu schlagen. Und jede Menge Zufall. Kein System kann die Ereignisse um den Brexit, Italien, Hongkong, die Aktionen Chinas und Trumps Tweets auch nur ansatzweise vorhersehen. Also, wo geht es ewig aufwärts? Der Kurs-Dax steht auf dem Stand von 2000.

      1. Sind Sie überhebelt und tief im Minus?

      2. @Nico, Ihr Kommentar ist für mein Empfinden einer der besten seit Monaten und erstrahlt aus der überwiegend grauen Masse farblosen Mainstreams wie ein lange verschütteter Diamant im plötzlichen Lichtstrahl. Sie bringen einfache und unwiderlegbare Fakten auch ebenso einfach auf den Punkt, wie diese es verdient haben.
        Der DAX befindet sich auf dem Stand von Anfang 2015. Punkt.
        Der DAX hat damit seither die Zukunft im Vergleich zu den Komödien der US-Märkte realistisch eingepreist. Stagnation, nicht mehr, nicht weniger. Punkt.
        Unternehmensgewinne sind schwach, Gewinnwarnungen häufen sich. Punkt.
        Zufall durch politisches Chaos dominieren seit etwa drei Jahren Kurse, Diskussionen und Spekulationen. Punkt.

        Wer zwischen lauten populistischen Tweets und Tweeds und Mainstreamkommentaren lesen kann, erkennt weiterhin die stillen und nüchternen Fakten.

        1. @Markus Fugmann, weißt du jetzt, was ich vorhin meinte mit „wie es dir rein technisch auf Dauer gelingen soll, dass nicht weiterhin jeder Kommentar von … und wie sie alle heißen, sofort wieder von Fake-Trollen niedergemacht und ins Lächerliche gezogen werden“?

          Die Büchse der Pandora ist weit geöffnet, während die viel beschworene Wunderdroge KI von billionenschweren HiTec-Unternehmen noch nicht einmal in der Lage ist, Plugins zu entwickeln, um solche Kindereien einigermaßen zuverlässig auszufiltern. Ich halte dich auf dem Laufenden, sollten wir dahingehend brauchbare Lösungen finden.

          1. danke @Michael!

        2. No-Deal-Brexit, Italien und der US-China-Konflikt stehen im Zeichen der Deeskalation, vielleicht interessieren daher auch irgendwann wieder Daten, Fakten und Zahlen. Die würden global allerdings massiv gegen eine ungebremste Fortsetzung der Hoffnungs- und Euphoriepartys sprechen. Notenbanken und der GröPaZ werden es schon richten.

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