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Indizes

Dax: Glaubt ihr wirklich, dass das gut gehen kann?

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Man muß schon fast den Hut ziehen vor der Chuzpe der Märkte, vor ihrem scheinbar durch nichts zu erschüttternden Glauben, dass die Dinge schon super laufen werden!

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Da ist man etwa felsenfest und ohne jeden wirklichen Anhaltspunkt davon überzeugt, dass dann im jetzt gerade begonnenen 2.Quartal alles besser werde. Ist es Ignoranz oder wirklich Hellsichtigkeit, wenn die Märkte die immer schwächeren Daten einfach beiseite schieben? So wie heute die katastrophalen deutschen Industrieaufträge, die mit -4,2% einen der stärksten Rückschläge seit der Finanzkrise verzeichneten, zum Vorahresmonat ging es sogar -8,4% bergab:


source: tradingeconomics.com

Glaubt ihr wirklich, dass solche desaströsen Daten sich nicht in den Zahlen der bald berichtenden Dax-Konzerne niederschlagen werden?

Dann der Brexit: Theresa May ist nach ihrer Offerte an Labour politisch endgülig erledigt, die Tories werden, wenn es absehbar zu Neuwahlen kommt, massiv abstürzen. Wer übernimmt dann das Ruder und steuert ein kenterndes Schiff weiter?

Dann der Handelsdeal zwischen den USA und China: selbst wenn da – was sich jetzt immer mehr abzeichnet – ein Plastik-Deal kommt (angeblich sollen die Chinesen bis 2025 Zeit bekommen, um Vorgaben in Sachen Käufe von US-Waren und sowie Fragen der Eigentumsrechte zu erfüllen – sprich, sie können warten, bis Trump weg ist und das ist schon fast ein Treppenwitz!) – wird dann ökonomisch alles wieder besser auf einmal? Unwahrscheinlich..

Wie sollen dann wundersamerweise in der bald beginnenden US-Berichtssaison die Ausblicke der US-Unternehmen in einem solchen ökonomischen Umfeld nicht enttäuschen?

Die Märkte agieren hier jenseits jeder Logik – es reicht, wenn die Fed ihre rigidere Geldpolitik nicht mehr fortsetzt – aber sie stimuliert eben auch absehbar nicht mehr. Bis zur nächsten Zinssenkung ist es noch ein weiter Weg, da müssen die Dinge sich noch lange weiter verschlechtern!

Und so hat man den Eindruck, dass die Märkte sich derzeit in einer Art bewegen, die schon fast eine Beleidigung der Intelligenz jedes aufmerksamen Beobachters darstellen! Stellt sich nur eben die Frage, ob Intelligenz in offenkundig manipulierten Märken (Fake News über den stets unmittelbar bevorstehenden Deal USA-China etc.) wirklich hilfreich ist..

 

Foto: Deutsche Börse AG

10 Kommentare

10 Comments

  1. Roberto

    4. April 2019 09:38 at 09:38

    @M.Fugmann, ich glaube das es niemanden hir gibt der Ihnen widersprechen würde Herr Fugmann. Im Gegenteil, gefühlte 98% der leser sind exakt Ihrer Meinung ( ich auch ).
    Die Erfahrung hat gezeigt das die Märkte nicht intelligent sind. Ich glaube wenn die Märkte wirklich intelligent wären, dann wären sie auch berechenbar und dann gäbe es die Börse nicht mehr. All diese negativen Daten die Sie aufzeigen sind in der Realität logisch. Nicht umsonst hat der altbekannte Meister A.Kostolany gesagt das 2+2 =5-1 sind.
    Und hier stellt sich dann natürlich die Frage für jeden einzelnen Teilnemher an der Börse was er erreichen möchte.
    In diesem Sinne, weiterhin gute trades.
    VG
    Roberto

    • Bernhard Zimmermann

      4. April 2019 13:27 at 13:27

      Dem kann ich nur zu 100% zustimmen. Mit gesundem Menschenverstand kommt man jedenfalls an der Börse nicht weit. Die Börse wird in den Grundfesten einfach nach den niedrigsten Instinken bewegt, die da heissen „Gier und Angst“.

      Ich bin auch der Meinung würde der Rest der Welt auch nach diesem Muster funktionieren, würden wir alle noch auf den Bäumen sitzen.

  2. RoSi

    4. April 2019 09:49 at 09:49

    …ob Intelligenz in offenkundig manipulierten Märken (Fake News über den stets unmittelbar bevorstehenden Deal USA-China etc.) wirklich hilfreich ist.. DANKE!!! Besser kann man es nicht formulieren! Sie sind grossartig, Markus Fugmann. Ich bin ein Fan von Ihnen und der Tag wird kommen an dem Sie & diejenigen, die noch halbwegs bei Verstand sind, jubilieren werden! Bitte arbeiten Sie noch an der Vermeidung der ‚Ääh’s und Äähmmm’s‘ bei Ihren Live-Webinaren… ansonsten alles perfekt – vielen Dank!

  3. 4Putter

    4. April 2019 09:59 at 09:59

    Herr Fugmann, vielen Dank für die glasklaren Kommentare. Ein Genuss!

  4. Alex Kreis

    4. April 2019 10:02 at 10:02

    Dieses globale Ponzi-Schema der Zentralbanken funktioniert einfach besser als man es sich je hätte träumen lassen. Das es keine stabile Referenzwährung gibt und der Gold- und Silbermarkt einfach zu klein sind, als dass sie außer Kontrolle geraten könnten (bislang), bleibt ein alarmierendes Inflationssignal aus. Die Welt schwebt über dem brodelnden Schuldenmeer und die Sozialstaaten schaffen es, der Bevölkerung gerade noch genug Einkommen zu lassen, dass sie nicht auf die Straßen gehen (Frankreich ist eine kleine Ausnahme). Kurzum: Zentralbanken und Regierungen haben es geschafft ein absolut kriminelles Umfeld zu schaffen und die „Märkte“ bzw. Indizes bilden in keiner Weise die wirtschaftliche Realität ab. Die Spekulanten wissen das wahrscheinlich auch weitesgehend, aber sie reiten die Schuldenwelle einfach weil es ihr Job ist. Für Idealisten ist kein Platz in diesem Umfeld.

  5. Hesterberg

    4. April 2019 10:11 at 10:11

    Ich fühle mich schon seit Jahren durch die Märkte in meiner Intelligenz beleidigt! 🙂
    Tatsächlich benehmen sich die Märkte wie kleine Kinder, denen man einfach alles erzählen kann. Das war schon immer so.
    Aber es ist nicht der einzige Grund, warum die Kurse weiter steigen. Wir dürfen einfach nicht vergessen, dass viele institutionelle Anleger (insbesondere Versicherer und Pensionsfonds) immer kaufen und es spielt keine Rolle, zu welchen Kursen. Sie müssen kaufen! Ich denke, die allermeisten die nicht kaufen müssen, die kaufen jetzt auch nicht. Tatsächlich wären sie auch ziemlich bescheuert, wenn sie es tun würden.

  6. Columbo

    4. April 2019 10:14 at 10:14

    Kommt drauf an, wie man Intelligenz definiert. Der Markt hat eine Art emotionale Intelligenz.

  7. Hesterberg

    4. April 2019 10:14 at 10:14

    Deshalb sind die Umsätze auch so gering. Es kaufen vornehmlich nur noch die, die kaufen müssen.

  8. Heme

    4. April 2019 11:13 at 11:13

    Die Allermeisten sind höchstwahrscheinlich so bescheuert und kaufen erst kurz vor dem Peak bzw. verkaufen kurz vor dem Low. Deswegen auch die historisch hohen Volumina im S&P um Weihnachten rum.

  9. Ober-Shorter

    4. April 2019 13:26 at 13:26

    Sicherer Kontra -Indikator, auf DERAKTIONÄR TV taucht wieder einmal der berüchtigte Heiko Thieme als Permabulle auf, u. für mich unverständlich, auch der geschätzte Zwermann schreibt einfach die bestehende Chartrichtung weiter fort, ungeachtet sämtlicher Fundamentaldaten.
    Börse ist doch so einfach- wie schlechter die Wirtschaft desto höher die Aktienkurse.FMW hat schon recht, intelligente Anleger sind zu dumm um das zu begreifen.

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Aktien

Marktbericht: Fed, Trump, Microsoft – Amis laufen besser als der Dax

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Donald Trump feuert mal wieder volle Kanne gegen die Fed. Die solle gefälligst endlich die Zinsen senken, so quasi seine Anweisung an die Fed (hier nachzulesen). Unglaublich, aber inzwischen hat man sich an diesen Ton ja fast schon gewöhnt, obwohl die Fed unabhängig agiert! Aber das war heute für den Markt gar nicht wichtig. Wir wollten es vorab nur nochmal erwähnen, was da vor sich geht. Trump macht den Mini-Erdogan! Aber kommen wir jetzt mal zum konkreten Marktgeschehen.

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Fed-Aussagen

Einzelne Funktionäre der Fed haben mit Aussagen gestern und heute die Kurse durcheinander gewirbelt. Da wäre zunächst der in Notenbankkreisen wichtige Chef der New York Fed John Williams. Er hielt gestern Abend eine am Markt viel beachtete Rede, deren Aussagen (Zinsen senken, sobald Wirtschaft schwächelt) dem Markt suggerierte, dass die Zinsen noch stärker gesenkt werden, als bislang erhofft. Heute wurden diese Äußerungen relativiert als grundsätzliche ökonomische Aussagen, aber im Nachhinein kann man Börsenkurse ja auch nicht mehr ändern… und so fiel der US-Dollar gestern Abend sprunghaft, und fast alles, was gegen den Dollar gehandelt wird, stieg sprunghaft an (gut sichtbar im folgenden EURUSD-Chart seit Mittwoch früh).

Dann wurden heute Äußerungen des St. Louis Fed-Chefs Bullard bekannt, der sich klar für nur 25 Basispunkte Zinssenkung am 31. Juli aussprach. Das müsse reichen. Diese Äußerung brachte den Dollar wieder nach oben, und den Euro wieder nach unten.

Und die Indizes?

Im folgenden Chart sieht man den Dax (blau) gegen den Dow seit Mittwoch früh. Seit gestern Abend laufen die Amerikaner besser als der Dax. Sie scheinen die Fed-Story unterm Strich besser wegzustecken. Und außerdem konzentriert man sich aktuell eher auf die heimischen Quartalszahlen. Vor allem berauschen sich die Amerikaner aktuell an den Quartalszahlen von Microsoft, die gestern nach Börsenschluss positiv überraschten. Und Deutschland? Hierzulande hat Angela Merkel sich heute in letzten Aussagen vor ihrem Sommerurlaub auch zur Wirtschaftslage geäußert. Dabei ging es auch um die Konjunktur. Die laufe nicht sonderlich gut usw. Den heutigen Absturz im Dax ab 11 Uhr ab 12.323 Punkten kann man zeitlich gut in Zusammenhang bringen mit Merkels Aussagen. Thema Sommerloch? Wenn solch ein paar allgemeine Worte schon für -80 Punkte gut sind? Denn so stark fiel der Dax. Hätte sich der Dax heute an die Amerikaner gekoppelt (was ja eigentlich der Standard ist), dann könnte man jetzt vielleicht bei 12.350 Punkten stehen? (reine Vermutung) Aktuell notiert der Dax jedenfalls mit 12.229 Punkten, und geht relativ schlaff ins Wochenende.

Dax vs Dow

Öl und sonstige Ereignisse

Der Ölmarkt wurde diese Woche (vor allem heute und gestern) überflutet mit Gründen für steigende und fallende Kurse. Zuletzt war vor allem der Iran ein Thema (bitte hier genauer nachlesen). Für Bullen wie auch Bären lassen sich Argumente finden. Im folgenden Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit Montag. Schubweise ging es immer weiter bergab. Man kann eindeutig das Gefühl haben, dass der Markt diese Woche einfach fallen wollte. Trotz einem angeblichen US-Abschuss einer iranischen Drohne zeigt sich der Markt eher fallend. Ein Wahnsinnsmarkt war Öl diese Woche! Wie gesagt, bitte im obigen Link die Details nachlesen.

Die Verbraucherstimmung der Uni Michigan kam vorhin fast genau rein wie erwartet. Diese Daten brachten also keine Impulse. Vorausschauend kann man sagen: Die Amerikaner scheinen mit guter Grundstimmung in die kommende MEGA-Woche zu starten. Es hagelt jede Menge extrem wichtiger Daten von deutschen und US-Konzernen. Der Dax scheint mit seiner müden Sommerloch-Stimmung hinterher zu hinken. Man muss auch bedenken: Die negativen Industrie-Daten in Deutschland liegen wie ein Brett im Magen der Börsianer in Frankfurt, während die Konsumgesellschaft auf der anderen Seite des Atlantik weiter ihre Party auf dem brodelnden Vulkan feiert. Übrigens: Bis jetzt haben 15% aller im S&P 500 enthaltenen Aktiengesellschaften ihre Quartalszahlen gemeldet. Laut FactSet haben 79% davon die (zuvor oftmals gesenkten) Erwartungen übertroffen. Also, kann die Party in den USA nächste Woche weitergehen?

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Short-Einstiege im Dax

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Die aktuelle Lage im Dax und Dow bespreche ich im Video. Die jüngsten Chartverläufe der beiden Indizes sind nicht identisch. Im Dax würde ich heute eher nach Short-Einstiegen suchen. Werfen Sie mit mir auch noch einen Blick auf Gold. Mein heutiger „Trade des Tages“ folgt gleich noch. Wollen Sie ihn und alle folgenden Text-Analysen völlig kostenfrei lesen? Dann melden Sie sich bitte einfach hier an.

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Devisen

Aktuell: Dax und Euro im Fegefeuer von Fed und Merkel

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Da hatten wir doch gerade erst von einem kleinen charttechnischen Durchbruch im Dax berichtet. Und dann das. Nach jetziger Lesart war es nur ein Fake-Ausbruch im Dax von ingesamt nur 23 Punkten auf bis zu 12.338 Punkten. Jetzt tendiert der Dax abwärts. Er fällt auf 12.236 Punkte, und die heutige Stimmung der Aktienhändler ist im Eimer.

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Mal wieder funkt die Fed dazwischen. Erst gestern sorgten Aussagen von NY Fed-Chef Williams (Zinsen senken bei Anzeichen für Konjunktur-Schwäche) dafür, dass der Dollar fiel, und dass fast alles stieg, was gegen den Dollar gehandelt wird. Und jetzt? Vor wenigen Minuten erscheint im WSJ ein Artikel mit einem Interview des St. Louis Fed-Chef Bullard. Er hält für die Fed-Sitzung am 31. Juli eine Zinssenkung von 25 Basispunkten für völlig ausreichend. Mehr sei nicht nötig. Zack. Das bringt den Dollar wieder nach oben, damit den Euro nach unten auf sein Tagestief bei 1,1239.

Aber warum verdammt nochmal fällt dann jetzt der Dax? Der schwache Euro müsste ihn eigentlich eher nach oben pushen? Einerseits soll man im Sommerloch nicht jede Kursschwankung überinterpretieren (wenig Liquidität im Markt vorhanden). Andererseits begann der Dax vorhin genau dann zu fallen, als Aussagen von Angela Merkel bekannt wurden, dass die deutsche Wirtschaft sich gerade in einer schwierigen Phase mit schwachem Wachstum befinde!

Und so kann es doch tatsächlich sein, dass Dax und Euro im Augenblick im Tandem fallen (Chart seit heute Nacht).

Dax und Euro am Fallen

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