Der DAX startet am Freitag in eine entscheidende Handelsphase. Nach dem starken Ausbruch über die Marke von 24.500 Punkten steht der deutsche Leitindex nun vor der Frage, ob die Bullen genug Kraft für den nächsten Angriff auf die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke haben. Gleichzeitig wird das Marktumfeld zunehmend schwieriger: Der anhaltende Iran-Konflikt, steigende Inflationsrisiken, höhere Renditen und die nachlassende Dynamik an den US-Börsen sorgen für wachsenden Gegenwind. Jetzt müssen die Käufer reagieren. Gelingt keine schnelle Fortsetzung der Rally, könnte dem DAX bereits kurzfristig ein deutlicher Rücksetzer drohen.
DAX nimmt 25.000 Punkte ins Visier
Auf der Unterseite steht zunächst der Bereich um 24.490 bis 24.500 Punkte im Fokus. Diese Zone war am Mittwoch die Ausbruchsmarke und wurde am Donnerstag von oben erfolgreich getestet. Solange der DAX darüber bleibt, kann sich der Anstieg in Richtung 25.000 Punkte fortsetzen. Darunter könnte der Verkaufsdruck jedoch zunehmen. Auf der Oberseite ist jetzt der Bereich um 24.870 Punkte entscheidend. Dort ist der DAX sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag abgeprallt. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über diese Zone würde neues Momentum freisetzen und die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten wieder in den Fokus rücken.
Szenario A: Bullische Variante
Der DAX startet mit einem Aufwärts-Gap in den Handel. Knüpfen die Käufer an die nachbörslichen Kursgewinne vom Donnerstag an, könnte die Hürde bei 24.870 Punkten fallen. Ein Ausbruch über diese Widerstandszone wäre ein starkes Signal, denn dann dürfte der Weg in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten frei werden. Im Bereich um 25.150 Punkte wartet allerdings bereits der nächste potenzielle Widerstand, an dem es zunächst zu einem Rücklauf kommen könnte.
Szenario B: Bärische Variante
Setzen nach der Xetra-Eröffnung Gewinnmitnahmen ein, rückt zunächst der Bereich um 24.750 Punkte in den Fokus. Dort könnte der DAX erneut nach oben abprallen. Fällt der Index jedoch darunter, dürfte das gestrige Gap bei 24.606 Punkten schnell wieder ins Visier geraten. Das übergeordnete Bild bleibt allerdings konstruktiv, solange der DAX oberhalb der wichtigen Unterstützung bei 24.500 Punkten notiert.
Widerstände: 24.870, 24.894 (TH), 25.000, 25.150
Unterstützungen: 24.750, 24.606 (Gap), 24.534 (TT), 24.490, 24.380, 24.287, 24.130 (SMA200)
Dax-Chart von TradingView
Warum die DAX-Rally auf Gegenwind trifft
Der DAX bleibt zwar grundsätzlich robust, doch das Marktumfeld wird zunehmend anspruchsvoller. Der Iran-Konflikt hält die Energie- und Inflationsrisiken hoch, während echte Fortschritte bei möglichen Friedensverhandlungen weiter ausbleiben. Statt klarer Annäherungen dominieren widersprüchliche Aussagen aus den USA und dem Iran das Bild. Genau dieser ständige Wechsel zwischen Hoffnungssignalen und neuen Drohungen sorgt derzeit für erhöhte Intraday-Schwankungen an den Aktienmärkten.
Gleichzeitig rücken die Inflationsrisiken angesichts der anhaltend hohen Energiepreise wieder stärker in den Fokus der Anleger. Denn Aktien gelten keineswegs automatisch als sicherer Inflationsschutz. Im Gegenteil: Ein Bericht zeigt, dass vor allem hochbewertete Tech-Aktien empfindlich auf steigende Teuerungsraten reagieren können. Gerade dieser Sektor hatte die jüngste Rally an den US-Börsen maßgeblich getragen. Hinzu kommt die Sorge vor weiter anziehenden Anleiherenditen und einer restriktiveren Zinserwartung der Notenbanken, was zusätzlichen Gegenwind für die Aktienmärkte erzeugen könnte.
Parallel dazu fehlt von der Wall Street derzeit frisches Momentum. Nach der fulminanten Rally der vergangenen Wochen befinden sich S&P 500 und Nasdaq 100 zunehmend in einer möglichen Endphase des laufenden Impulses. Eine nachlassende Dynamik dürfte dem DAX einen wichtigen externen Kurstreiber entziehen.
Disclaimer
Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken
















Naja, Zeit würde es ja mal.
Nach einem Kursanstieg von gerade mal 2,5 % in den letzten 365 Tagen (einschließlich Dividenden) besteht eine Menge Nachholbedarf.
Mal sehen, ob überhaupt noch in Deutschland investiert wird, wenn nach dem Willen von Merz die Ukraine EU- Mitglied wird und dann auch Deutschland über die Beistandsklausel zum 3. Mal in etwa 110 Jahren deutsche Soldaten Richtung Moskau schickt.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
@Helmut…nach dem starken Anstieg zwischen Oktober 2023 bis Anfang 2025 steht jetzt die Konsolidierung über die Zeit an…das ist ganz normal…irgendwie müssen die Indikatoren ja abgekühlt werden…dabei wird ein zusätzlich düsteres Bild medial geschaffen, der den nächsten großen Absturz der Börsen propagiert und dann geht es irgendwann von Geisterhand weiter nach oben, weil doch vieles besser läuft als man vorher dachte…so ist das eigentlich immer…
Beim Dax geht es aktuell möglicherweise dahingehend volatil zu, daß er zwar die 25.000 Punkte erreicht, dies aber von kurzer Dauer sein könnte.
Das ist richtig @ Ranzentier.
Es waren in der Zeit etwa 40 %.
Obwohl es seit dem Jahre 2000 mal gerade etwas über 3 % sind.
Was mich wundert ist, dass, wenn Gold in unter 2 Jahren um mehr als 100 % gestiegen ist, so ein Theater gemacht wird, wenn es in diesem Jahr „nur“ um etwa 5 % gestiegen ist.
Was geht in den Köpfen der Leute vor?
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
@Helmut…naja Gold bewegt sich halt einmal richtig und bleibt dann auf einem gewissen Level, bis der nächste Zeitpunkt von Unsicherheit eintritt…in der Zwischenzeit bleibt Gold halt in einer gewissen Range…weshalb Gold ja auch als eher langweiliges Asset gefühlt wird…weil die Zwischenzeit bis zum nächsten größeren Anstieg auch mal 5, 10 oder 20 Jahre sein können…der Kleinanleger verkauft Gold ja sehr häufig auch ein Leben lang nicht, sondern nimmt es mit ins Grab und vererbt es…sehr wenige tauschen ja ihr Gold gegen Geld, um dann etwas zu kaufen…ich habe bei Gold immer das Gefühl, dass es für die meisten eine Langfristanlage ist ohne angestrebten Umtausch…
Hallo @ Ranzentier
Ja, Gold ist sehr langweilig.
Es wurde von mir 2000 eingelagert und hat sich seitdem im Preis etwa verdreizehnfacht.
Selbst unser neues Penthouse bezahlen wir nicht durch einen Goldverkauf, sondern beleihen es.
Wer seine Altersversorgung in Gold plant, rechnet in etwa 40 bis 50 Jahren.
Ich habe einfach zu wenig Ahnung bei Aktien um darin mein Erspartes anzulegen.
2022 habe ich dann die Hälfte in 1,5 Tonnen Silber umgeschichtet.
Hört sich viel an, aber ist gerade mal ein Würfen von etwa 50 cm Kantenlänge.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
„2022 habe ich dann die Hälfte in 1,5 Tonnen Silber umgeschichtet.“
Hoffentlich wurden die Goldgewinne damals ordentlich versteuert.
Steuerfahndungsmut-Fam
Da kannst Du aber mal ganz sicher sein, dass beim Verkauf des Goldes die Steuergesetzte des Landes beachtet wurden, in dem der Besitzer lebt.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut