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Steht nach fünf positiven Handelstagen einem guten Börsenjahr nichts mehr im Wege? Dax: Gute Laune und steigende Kurse zum Jahresauftakt

Dax Jahresauftakt

Balsam für die geschundene Anlegerseele: Um 4,7% ist der DAX gleich zum Jahresauftakt in die Höhe gesprungen. Und dann gibt es da noch die Börsenweisheit, dass der Jahresauftakt den Takt für das gesamte Jahr vorgibt. Nach fünf positiven Handelstagen steht einem guten Börsenjahr für den DAX also nicht mehr im Wege..

…außer den bekannten Krisen wie der Ukrainekrieg, der Inflation, steigenden Energiekosten und Spannungen zum Handelspartner China. Hmm, gute Aussichten sehen eigentlich anders aus. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Insbesondere an den Aktienmärkten gilt dieser Spruch, denn dort wird die Zukunft gehandelt. Vielleicht finden sich ja in den kommenden Monaten Lösungen für die Krisen.

DAX: Zuversicht für das Jahr 2023

Anleger zumindest blicken zuversichtlich auf das Jahr 2023. Schauen wir uns mal das vorläufige Ergebnis der ersten Stimmungsumfrage des Jahres 2023 an.

Unser Sentimentindex beginnt das neue Jahr mit positivem Vorzeichen. Mit +2,0% gehen Anleger gut gelaunt aus der ersten Börsenwoche des Jahres. Und da die dicken Minuszeichen des Vorjahres in der Silvesternacht gelöscht wurden, kehrt auch wieder eine gewisse Selbstzufriedenheit ein (+1,0%). Die Verunsicherung, die Anleger fast das gesamte Jahr 2022 belastete, scheint verflogen.

Dabei bleibt die Erwartung für den DAX in den kommenden Monaten mit -0,6% negativ. Der Ausblick der meisten Anleger ist also pessimistisch. Da verwundert es, dass die Investitionsbereitschaft mit +1,3% moderat positiv ist. Ich kann da nur hinein interpretieren, dass man sich noch einen kleinen Rücksetzer des DAX zum Jahresbeginn wünscht, um zu investieren.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist bei neutralen 0. Offensichtlich wurde der Reset-Knopf gedrückt, Private gehen ohne eine besondere Positionierung in das neue Jahr.

Institutionelle Anleger, die sich über die Eurex absichern, haben hingegen ein wenig mehr Put-Absicherungen gekauft. Das Put/Call-Verhältnis steht bei 2,1%.

In den USA zeigt das Put/Call-Verhältnis der CBOE eine neutrale Positionierung an. US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote leicht auf 39% reduziert. Historisch betrachtet sind sie damit unterinvestiert.

US-Privatanleger haben eine Bulle/Bär-Differenz von -21%punkte. 42% Bären stehen nur 21% Bullen gegenüber. Das Lager der Neutralen ist mit 37% sehr groß.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 steht auf 47% und damit im neutralen Bereich.

Interpretation der DAX-Stimmung

Die meisten Indikatoren zeigen eine neutrale Stimmung sowie Positionierung der Anleger. Unbeschwert geht man in das neue Jahr.

Damit können wir aus Sicht des Anlegersentiments diese Woche keine besondere Prognose für den DAX ableiten. Es gibt kein Ungleichgewicht, das zu Spannungen führt, die aufgelöst werden müssten. Somit kann die gute Laune bis auf weiteres für steigende Kurse sorgen, solange es keine negativen Meldungen gibt.

Erste negative Meldungen gab es bereits: Die niedrige Arbeitslosigkeit in den USA sowie in Deutschland hat Anleger in ihrer Überzeugung gestärkt, dass die Notenbanken den Leitzins noch stärker anheben werden. Das sollte die Aktienmärkte eigentlich belasten, tat es aber nur für wenige Minuten. Direkt anschließend nahm die Neujahrsrallye ihren Weg nach oben wieder auf.

Lassen wir uns überraschen, wie weit uns die gute Neujahreslaune noch trägt.

Öl und Gold

Am Ölmarkt habe ich eine interessante Stimmungslage ausgemacht: Die Stimmung ist nach dem deutlichen Preisrückgang der vergangenen Monate am Boden. Selbst das langfristige Sentiment, der 5-Wochendurchschnitt, notiert auf extrem negativen Werten.

Gleichzeitig ist die Erwartung für die Zukunft des Ölpreises ziemlich hoch. Die Bereitschaft, in Öl zu investieren, ist also vorhanden. Das deckt sich mit dem COT-Bericht der US-Rohstoffbörse: Spekulanten haben ihre Öl-Positionen in den vergangenen Monaten abgebaut und sind derzeit so niedrig investiert wie zuletzt im Jahr 2016. Damals startete der Ölpreis einen mehrjährigen Anstieg. Nach zweieinhalb Jahren stand der Ölpreis dreimal so hoch.

Auch beim Gold haben wir derzeit eine interessante Sentimentsituation, allerdings anders als beim Öl. Die Stimmung ist hervorragend unter den Goldanlegern. Champagnerlaune, würde ich sagen, was aus Sicht der Sentimentanalyse als Warnsignal gewertet werden muss. Zwar ist auch die Erwartungshaltung der Anleger ebenfalls hoch, der Optimismus also groß. Die Party kann also noch eine kurze Weile lang weitergehen. Doch jede Party endet meist dann, wenn es am schönsten ist. Vorsicht ist also ratsam.

Hinweis: „Bei aktiver Beteiligung (https://www.animusx.de/) an den wöchentlichen Umfragen erhalten Sie die Ergebnisse (Grafiken nebst schriftlicher Auswertung) kostenlos.“

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