Indizes

Dax: Hat das Leid ein Ende?

Die Bullen hatten es schwer in den letzte Wochen und Monaten – im Grunde ist seit Juni der „Wurm drin“ beim Dax:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Doch ist der Anstieg vom Freitag mit einem Plus von 3,4% ein Signal, das wohl noch weiter wirksam bleiben dürfte: wir sind nun in einer technischen Erholung, die weiteres Aufwärts-Potential besitzt, ohne dass man den Fehler machen sollte zu glauben, dass damit das alte Muster ewig steigender Aktienmärkte fortgesetzt würde (dafür ist schlicht zu viel Porzellan zerschlagen worden!). Das Leiden ist also erst einmal unterbrochen..

Aber die Märkte haben jetzt eben mental eine Sorge weniger: dass die Fed ihnen systematisch das Wasser abgraben wird durch weiteren Liquiditäts-Entzug, komme was da wolle. Im Grunde war es erst der Abverkauf vor allem der Wall Street, war es also das Quengeln der US-Aktienmärkte, die Fed-Chef Powell nun zu einer flexibleren Haltung zwingt nach dem Beckenbauerschen Motto: „Schau ma mal, dann sehma schon weider“.

Und damit ergibt sich folgende Konstellation und Großwetterlage an den Märkten: es gibt drei Großthemen, die maßgebluch die Märkte steuern!

1. Fed – erst einmal Erleichterung, die Märkte gehen davon aus, dass die Fed wohl im März erst einmal die Füsse still halten wird in Sachen Zinsanhebung – noch aber sieht sie keine Notwendigkeit, die Bilanzreduzierung zu stoppen

2. Handelskrieg USA-China: die Trump-Regierung fürchtet eine Fortsetzung des Abverkaufs und ist daher in der Tonlage gegenüber China deutlich milder geworden. Doch je höher die Märkte wieder steigen, umso sicherer und stärker wähnt sich Trump, was dann wiederum seien Beereitschaft senken dürfte, mit China einen Deal zu machen. Einen wirklichen Deal kann es eigentlich gar nicht geben – zumindest nicht, wenn Trump seine Vorstellungen wirklich umsetzen will

3. Sorge vor globaler Abkühlung: heute wieder schwache Daten zu den deutschen Industrieaufträgen, bislang jedoch scheinen sich die USA mit Ausnahmen des Auto-Sektors und des Immobilienmarkts dem zu entziehen. Sollten die Konjunkturdaten sich weiter verschlechtern, ist das jedoch paradoxerweise eher bullisch für die Märkte, weil man davon ausgeht, dass die Notenbanken dann zu einer Kehrtwende gezwungen wären.

Was kommt jetzt? Zwei Dinge scheinen zentral: die US-Berichtssaison mit wahrscheinlich starken Zahlen aus der Vergangenheit, aber vorsichtigen bis pessimistischen Ausblicken in die Zukunft – das könnte den Märkten dann die Laune vermiesen. Und dann am 15.Januar die Brexit-Abstimmung in UK (das Datum wurde heute morgen bekannt).

Mit anderen Worten: in dieser Woche haben die Märkte noch einmal die Chance, ihre Erholungs-Rally fortzusetzen, aber ab der nächsten Woche droht dann wieder Störfeuer!

Minimal-Ziel der aktuellen Erholung beim Dax dürfte der Bereich um 10980 Punkte sein:

 

Foto: Deutsche Börse AG



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage