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Dax: Hat er schon hinter sich, was die Amerikaner noch vor sich haben?

So oder so: die ungehnderte Rally der US-Märkte scheint nun ihren Hochpunkt überschritten zu haben, das Risiko einer weiteren Korrektur der US-Indizes ist nun so groß wie noch nie seit Amtsantritt Trumps. Beim S&P500 steht wohl nun ein Test der Unterstützungszone bei 2400 Punkten an..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Bekanntlich hat der Dax seit dem Erreichen des Allzeithochs knapp unter der 13.000er-Marke schon eine ziemlich deftige Korrektur hinter sich – es ging mit dem ausflug unter die 12.000er-Marke ca. 1000 Punkte nach unten. Die Gründe sind so klar nicht, sicher war der Euro ein Faktor, die etwas schwächeren Zahlen (als bei den US-Unternehmen) vermutlich ein weiterer Grund.

Die US-Indizes dagegen eilten weiter von Allzeithoch zu Allzeithoch – eben weil trotz aller Peinlichkeiten nach wie vor die Hoffnung bestand, dass das Lieblings-Projekt der Wall Street, nämlich die Steuersenkungen vor allem für Unternehmen, irgendwann doch kommen werde. Nun aber ist Donald Trump nicht nur von allen guten Geistern verlassen, sondern auch nach seinen Äusserungen über die Vorfälle in Charlottesville von der Basis der Republikaner, mit Steve Bannon ist nun auch ein Repräsentant der rechten Unterstützer von Bord gegangen, wodurch der US-Präsident auch von dieser Seite Druck bekommen wird.

Und die US-Indizes – die sich zuvor als völlig schmerzbefreit gezeigt hatten und die vielen Anzeichen ignoriert hatten, dass Trump seine Agenda wohl kaum umsetzen kann – reagierten. Vor allem dass Gary Cohn angesichts der unsäglichen Aussagen Trumps zu Charlottesville derart angewidert sei, dass er zurück treten werde, verschreckte die zuvor so hartgesottene Wall Street. Mit Cohn wäre die Hoffnung aus Sicht der Investoren eine Stimme der Vernunft schlechthin abgesprungen, die für die Chance auf die Steuerreform stand – aber so weit kam es nicht, vermutlich weil Cohn doch unbedingt Fed-Chef werden will und daher die Trumpsche Kröte schluckte.

So oder so: die ungehnderte Rally der US-Märkte scheint nun ihren Hochpunkt überschritten zu haben, das Risiko einer weiteren Korrektur der US-Indizes ist nun so groß wie noch nie seit Amtsantritt Trumps. Beim S&P500 steht wohl nun ein Test der Unterstützungszone bei 2400 Punkten an:

Und wenn diese Zone nicht halten sollte, ist die Fallhöhe nicht unerheblich – die US-Märkte haben ja ohnehin Nachholpotential in Sachen Auspreisung bereits eigepreister, aber wohl nicht eintetetender Hoffnungen!

Und der Dax? Sieht jetzt besser aus als die US-Indizes, und ein Grund dafür könnte der Euro sein, der seinen steilen Aufwärtstrend erst einmal gebrochen hat. Seit dem EZB-Protokoll letzte Woche ist klar, dass die EZB nicht tatenlos zusehen wird, wenn die Gemeinschaftswährung weiter steigt, dazu kommt noch die kolportierte Absage, dass Draghi in Jackson Hole sich nicht zur aktuellen Geldpolitik äussern wird. Mit anderen Worten: wenn der Euro stark bleibt, kommt die geldpolitische Wende später oder gar nicht, also hat der Euro wenig Grund zu steigen. Und das ist der Strohhalm, an den sich der Dax klammern könnte, und der nun dafür sorgen dürfte, dass sich der deutsche Leitindex besser (zumindest weniger schlecht) entwickeln dürfte als die US-Indizes!

Bislang läuft der Dax charttechnisch sehr sauber:

Die untere Kante des Macron-Gaps bei 12090 Punkten als wichtige Unterstützung, darunter der Bereich um 11940 Punkte. Auf der Oberseite der Bereich 12310 bis 12345 – alles zwischen diesen neuralgischen Punkten ist im Grunde Spielerei..

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Finanzchaos

    21. August 2017 09:23 at 09:23

    Schön, dass Sie wieder da sind Herr Fugmann!
    „dass die EZB nicht tantenlos zusehen wird“ ist wohl ein Schreibfehler?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      21. August 2017 09:25 at 09:25

      @Finanzchaos, vielen Dank! War natürlich volle Absicht mit „tantenlos“ :) – ist jetzt korrigiert

      • Avatar

        Masud79

        21. August 2017 11:07 at 11:07

        bestimmten tantenlos !, die tante von draghi schämt sich sicher auch für den mafiosi

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          21. August 2017 11:15 at 11:15

          @Masud, wenn ich klugscheißerisch sein darf: es muß „mafioso“ heißen, nicht „mafiosi“ – letzteres ist der Plural, Draghi ist aus Ihrer Sicht aber ein „mafioso“ :)

          • Avatar

            Masud79

            21. August 2017 16:23 at 16:23

            Herr fugmann.
            Die kriminelle Energie die von diesem Herrn ausgeht kann von einer einzelnen Person nicht hinreichend zum Ausdruck gebracht werden

  2. Avatar

    Beobachter

    21. August 2017 09:26 at 09:26

    Ich gönne jedem seine Ferien aber ich bin froh dass Fugmanns Ferien vorbei sind,JETZT WEISS MAN WIEDER WAS LÄUFT ODER NICHT LÄUFT IN DIESER KÜNSTLICHEN FINANZWELT, SUPER die Einschätzung von heute morgen, noch zu sagen dass neben der Trump Euphorie auch der Lack von Macron abbröckelt bevor er trocken war, jetzt merken die Naivlinge dass man nicht Macron u.seine Ideen wollte sondern nur Le PEN verhindern wollte,es ist wie an der Börse ,man kauft Aktien weil Bonds noch schlechter sein sollen !
    Beispiel, Wenn Mineralwasser 15 Euro kosten würde u.Schnaps nur 10 Euro dann würde ich alternativlos Schnaps trinken.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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SAP nach Kurssturz antizyklisch kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war nicht das Gelbe vom Ei, liebe SAP! Während die US-Konkurrenz in den Coronazeiten mit Cloud und anderen digitalen Anwendungen punktet, tritt die europäische Branchengröße auf der Stelle. Unter dem Strich sank der Umsatz um 4 %, während der operative Gewinn sogar um 12 % schrumpfte.

Offensichtlich sind die schwachen Quartalszahlen keine Eintagsfliege. So hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen auch für die Jahre 2021 und 2022 gleich nach unten korrigiert. In der Folge erlebte die Aktie einen mächtigen Ausverkauf und verlor zeitweise über 20 % ihres ursprünglichen Wertes. Das kommt einem mittelprächtigen Erdbeben gleich.

Wo hakt es bei der SAP, warum kann das Unternehmen aus Walldorf zunächst nicht an die starken Wachstumsraten der vergangenen Jahre anknüpfen? Ich sehe drei Faktoren:

1)
Negative Währungseffekte: Die Dollarschwäche bzw. Eurostärke hat die Gewinnentwicklung spürbar belastet. Die US-Konkurrenz hingegen profitiert vom weichen Dollar.

2)
Das Covid-Virus: Die Software-Palette des Unternehmens ist nur eingeschränkt Corona-fest. Ein Beispiel: Mit der SAP-Software Concur planen die Unternehmenskunden der SAP Dienst- und Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter. Es bedarf keiner besonderen Erklärung: Diese Anwendung war in diesem Jahr kein Verkaufsknüller, sondern schlichtweg überflüssig.

3)
Schwächen in der Cloud: Aus der Branche hört man, dass SAP derzeit Defizite im Cloud-Geschäft hat. Die Kunden streben in die Cloud, allein SAP konnte nicht immer liefern. Hier gilt also: US-Konkurrenten wie Oracle und Salesforce haben hier die Nase vorne. Deshalb schwächelt das Neugeschäft der SAP.

Gleichwohl haben die Investoren – wie so oft – das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Kursrücksetzer war zwar notwendig, aber in seiner Dimension stark übertrieben. SAP verfügt über eine treue Kundenbasis. Rund 74 % des Umsatzes beruhen auf langfristigen Software-Verträgen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen wird auch künftig gut verdienen und verfügt über die Mittel, um den technologischen Rückstand im Cloud-Geschäft wettzumachen.

Trotzdem: Kurzfristig ist die SAP-Aktie sicherlich noch kein Kauf. Wie gesagt es wurde schon Porzellan zerschlagen und Vertrauen verloren. Das deutsche Software-Unternehmen muss sich also nun…..

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Achtung Trader: Deutsche Börse führt „Xetra Trade-at-Close“ ein

Claudio Kummerfeld

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Achtung Trader! Ab 24. November bietet die Deutsche Börse für Trades über Xetra eine neue Handelsmöglichkeit an, die „Xetra Trade-at-Close“ Order. Sie bietet laut aktueller Aussage der Deutschen Börse eine zusätzliche Möglichkeit für Handelsteilnehmer zum offiziellen Schlusskurs zu handeln. Der Service steht dann für alle Wertpapiere im Xetra-Handel zur Verfügung. Hier die Details zu dem neuen Angebot im Wortlaut von der Deutschen Börse:

„Schlussauktionen gelten als Säule der Marktstabilität und des Anlegerschutzes. Sie bündeln die Liquidität pro Wertpapier zu einem Zeitpunkt und gewährleisten eine effiziente Preisbildung unter Berücksichtigung aller relevanten Informationen. Xetra Trade-at-Close adressiert die wachsende Nachfrage nach Orderausführungen am Ende des Handelstages“, sagt Michael Krogmann, Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse.

Der neue Service bietet verschiedene Vorteile: Mit Xetra Trade-at-Close können Marktteilnehmer Aufträge auch nach Ende der Schlussauktion auf Xetra eingeben. Sie profitieren davon, zu einem festen Preis zu handeln, ohne an der Preisbildung in der Schlussauktion teilzunehmen. Außerdem erhalten sie eine zusätzliche Möglichkeit, Positionen vor Ende des Handelstages zu schließen und dabei mit zusätzlicher Liquidität im börslichen Handel zu interagieren.

Wird die Option Trade-at-Close für eine Order ausgewählt, werden Aufträge, die in der Schlussauktion nicht ausgeführt wurden, automatisch in die Trade-at-Close-Phase übertragen. Während der Trade-at-Close-Phase können auch neue Orders eingegeben werden. Der Schlusskurs wird vor allem von Buy-side-Kunden wie Pensionskassen oder Investmentfonds zur Berechnung von Portfoliorenditen, zur Bewertung von Investmentfonds und als Grundlage für viele Derivategeschäfte verwendet.

Xetra-Bildschirme der Deutschen Börse
Xetra-Bildschirme. Foto: Deutsche Börse AG

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