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Dax: Hop oder top

Man hat derzeit das Gefühl, dass der Dax angeschlagen ist, nicht aus eigener Kraft wirklich dynamisch steigen kann, sondern vom "good will" der US-Märkte abhängt..

FMW-Redaktion

Hop oder top heißt es heute beim Dax. Gestern der Index stark unter Druck, der Deutschen Bank sei Dank. Gestern Abend Aussagen von Deutsche Bank-CEO Cryan, die verdächtig nach einer Wiederholung von Aussagen klingen, die einst der Lehman-Chef Fuld äusserte: alles in Ordnung, wir brauchen keine Kapitalerhöhung und keinen „bailout“. Die Märkte aber sagen: doch, braucht ihr! Sonst wäre der Aktienkurs der Deutschen Bank nicht da, wo er derzeit ist (mehr von Cryan und Deutscher Bank im folgenden Artikel gegen 09.30Uhr..).

Die US-Indizes waren nach schwachem Start dann deutlich nach oben gedreht, in Asien aber ist die Stimmung eher mau, vor allem beim Nikkei, wo viele Aktien mit Dividendenabschlag gehandelt werden:

Shanghai Composite -0,23%
CSI300 -0,21%
ChiNext -0,08%
Nikkei -1,41%

Auf X-Dax-Basis startet der deutsche Leitindex wenig verändert:

dax28-09-16

Nin steht der Dax vor dem Widerstandsbereich 10390/10410 (bis 10420) – und da muß er drüber, also hop oder top. Wenn das gelingt, liegt das nächste logische Ziel bei 10535, also auf dem Niveau der beiden Schultern der inversen SKS, der nach anfänglicher Dynamik die Puste ausgegangen war. Darüber dann die untere Gap-Kante bei 10575 sowie die obere Gap-Kante bei 10605.

Man hat derzeit das Gefühl, dass der Dax angeschlagen ist, nicht aus eigener Kraft wirklich dynamisch steigen kann, sondern vom „good will“ der US-Märkte abhängt. Vieles wird auch heute wieder von der Deutschen Bank, dem Finanzsektor insgesamt abhängen. Was Politik und Führung der Deutschen Bank derzeit veranstalten, ist eher kontraproduktiv: faktisch haben wir bereits jetzt eine Banken-Krise, da nützt es nichts, um den heißen Brei herum zu reden. Und am Markt riechen jetzt die Geier ihre Chance (sprich diejenigen, die die Aktien der Deutschen Bank leerverkauft haben oder leerverkaufen wollen) und werden solange nicht locker lassen, bis Madame Merkel sagt: ja, wir werden und müssen die Deutsche Bank retten, das ist „alternativlos“.

Dieser Tag wird kommen, darüber sollte man sich besser keine Illusionen machen! Und dann ein Kursfeuerwerk wegen der deutschen Garantien, bis die Märkte die Frage stellen, ob Deutschland angesichts des gigantischen Derivateportfolios der Deutschen Bank (47 Billionen Euro!) und den darin enthaltenen Risiken das überhaupt schultern kann..



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