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DAX im Aufwind: Ukraine-Signale und Fed-Fantasie beflügeln

DAX im Aufwind: Ukraine-Signale und Fed-Fantasie beflügeln
Grafik: ChatGPT

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag spürbar Auftrieb erhalten. Neue Signale aus Washington und Kiew schürten Hoffnungen auf ein mögliches Ende des Ukraine-Krieges, während zugleich die Erwartung einer baldigen Fed-Zinssenkung zunahm. Beide Seiten sollen sich nach ukrainischen Angaben über zentrale Punkte des US-Friedensplans einig geworden sein. Diese Entwicklung sorgte zur Mittagszeit für einen Kurssprung im DAX, der schließlich rund ein Prozent höher bei 23.464 Punkten schloss. Allerdings bleibt ungewiss, ob Russland bei den angedeuteten Fortschritten wie erwartet mitziehen wird – ein Risiko, das die geopolitischen Spannungen weiterhin erhöhen und die Märkte belasten könnte.

Parallel dazu richten Anleger ihren Blick verstärkt auf die Zinspolitik in den USA. Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinssenkung im Dezember kletterte zuletzt auf 85 Prozent und verlieh den Börsen in New York zusätzlichen Auftrieb. Dennoch warnen Marktbeobachter vor überzogenen Erwartungen: Innerhalb der US-Notenbank herrscht Uneinigkeit, ob eine schnelle Lockerung tatsächlich angebracht ist. Das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen.

Auch technisch bleibt der DAX anfällig. Zwar gilt der November historisch als starker Börsenmonat, doch die Jahresendrallye ist in diesem Jahr alles andere als gesetzt. Erst ein nachhaltiger Sprung über die 200-Tage-Linie bei 23.476 Punkten würde die Lage deutlich aufhellen und den Weg in Richtung der offenen Kurslücke bei 23.590 Punkten und darüber hinaus freimachen. Kurzfristig bleibt die US-Geldpolitik der entscheidende Faktor für die weitere Marktentwicklung.

DAX: Wackelige Erholung

Der DAX hat seine Erholungsrally am Abend eindrucksvoll fortgesetzt und dabei die vielbeachtete 200-Tage-Linie bei 23.476 Punkten zurückerobert. Damit dürfte der Leitindex mit einem Aufwärts-Gap in den neuen Handelstag starten und hat gute Chancen, die offene Kurslücke bei 23.590 Punkten direkt zu schließen. Anschließend wartet im Bereich von 23.615/630 der erste ernsthafte Widerstand. Wird dieser überwunden, steht bereits die nächste Hürde bei 23.700/710 im Fokus – hier müssen die Bullen beweisen, dass die jüngste Stärke mehr ist als ein technischer Rebound.

Prallt der DAX jedoch an diesen Marken ab, wäre ein Rücklauf in Richtung 23.375 sowie 23.310 Punkte ein realistisches Szenario. Erst ein Ausbruch über 23.715 Punkte würde das Chartbild weiter aufhellen und zusätzliches Aufwärtspotenzial eröffnen – zunächst bis zur 50-Tage-EMA bei 23.853 Punkten, die aktuell als übergeordnete Zielmarke fungiert.

Eingetrübt würde die Lage hingegen erst wieder, wenn der Index unter die jüngsten Tiefs bei 23.149/139 Punkten rutscht. Dann droht eine erneute Schwächephase – mit entsprechenden Rücksetzern. Bis dahin jedoch bleibt die technische Ausgangslage kurzfristig konstruktiv.

DAX setzt Erholung fort - Ukraine-Plan und Fed-Signale stützen Aktienmärkte

Dax-Chart von TradingView

DAX Unterstützung:

23.149 – Tagestief 24.11.

24.139 – Tagestief 25.11.

23.090 – Horizontale

23.000 – Psycho-Marke

23.943 – Tageshoch 21.11

22.865 – Horizontale

22.745 – Horizontale

22.570 – Horizontale

22.496 – Gap 30.04.

DAX Widerstände:

23.476 – SMA200 (daily)

23.487 – Tageshoch 25.11.

23.590 – Gap 17.11.

23.615 – Horizontale

23.631 – außerbörsliches Hoch

23.696 – 161,8-Extension (ABC)

23.710 – Horizontale

23.853 – EMA50 (daily)

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



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1 Kommentar

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Die Pendelei um die Marke von 24 000 Punkten wird also weitergehen…nicht mehr und nicht weniger!

    Sämtliche Versuche der Bullen oder Bären… die Marke in die eine oder andere Richtung zu drücken sind gescheitert, entpuppten sich entweder als Bullen- oder Bärenfalle.

    Was wurde hier nicht alles vor wenigen Wochen gesagt, der DAX stünde vor einem neuen All Time High.

    Das war genauso falsch… wie die ständigen Kassandrarufe Bären… der DAX stünde kurz vor den 19 000 und morgen ginge die Welt unter, nur weil irgendwo ein Shorter ein Problem mit der KI- Blase hat…( Michael Burry).

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