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Dax: Im Tal der Tränen

Wo die Hoffnung nun herkommen soll für den malträtierten Dax, ist unklar!

Der Dax ist weiter im Tal der Tränen – und ein Ende vorerst nicht in Sicht! Gestern fiel der Index sogar unter die 12200er-Marke, konnte sich mit der Wall Street auf X-Dax-Basis erholen und schien heute zunächst stärker in den Handel zu starten aufgrund leicht höherer US-Futures. Aber dann sackten Chinas Aktienmärkte weiter ab, zogen damit die US-Futures nach unten – und der X-Dax damit wieder tiefer.

Was den deutschen Leitindex weiter belastet ist der Koalitionsstreit zwischen CSU und CDU, nachdem der Koalitionsgipfel ohne weitere Annäherung verlaufen ist. CSU Landesgruppenchef Dobrindt – die genialste Erfindung seit der Glühbirne – setzt der Kanzlerin nun die Pistole auf die Brust: man habe keine Zeit mehr zu warten, bis es zu einer Einigung auf europäischer Ebene in der Migrationsfrage komme (Merkel hatte die CSU auf den EU-Gipfel im Dezember vertröstet, weil ihre Position in der EU nach wie vor nicht durchsetzungsfähig ist). Nun will die CSU am Sonntag beraten, und Seehofer dann ab Montag seine Linie per Ministererlaß durchsetzen – mit der dann möglichen Entlassung Seehofers und einem dann folgenden Bruch des Unionsbündnisses.

All das setzt dem ohnehin schon malträtierten Dax weiter zu – unterhalb der neuralgischen Zone 12600 bis 12630 Punkte ist ohnehin nach wie vor Alarmstufe rot angesagt:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Wo die Hoffnung nun herkommen soll, ist unklar (einziger möglicher Faktor: der Dax ist inzwischen deutlich überverkauft). Die Zölle auf Autos aus der EU werden wohl eher kommen als ohnehin befürchtet, wie Trumps Tweet gestern zeigte. Nun kommt dazu, dass jetzt auch die Wall Street erstaunlicherweise bereit ist, Handelskrieg-Realitäten einzupreisen und nun zur Kenntnis nimmt, dass US-Firmen gerade aus dem Tech-Sektor viel zu verlieren haben von ihrem sehr guten Geschäft in China. Besonders auffällig ist daher, dass die Wall Street mit dem gestrigen Rückzieher Trumps (siehe dazu den heutigen Videoausblick) nicht nachhaltiger steigen konnte – der Nasdaq-Future nun innerhalb nur einer Stunde um 40 Punkte tiefer (ungewöhnlich große Bewegung für diese Uhrzeit!).

Wir sind nun sowieso in einer schweren Phase: in den USA nun entfaltet sich die blackout period, also faktisch keine Aktienrückkäufe (diese Periode beginnt jetzt gerade bei den großen US-Tech-Werten), womit eine wichtige Stütze der US-Märkte entfällt. Was aber kann der ohnehin angeschlagene, weil so extrem exportlastige Dax ausrichten ohne die Stützung der Wall Street? Was wird erst passieren, wenn auch die US-Indizes heftiger unter Druck geraten sollten?

Wichtig für den Dax wäre es, die Zone um 12320 wieder zu erobern (von diesem Bereich ausgehend begann Ende März der impulsive Anstieg des Dax – lange ist´s her..). Auf der Unterseite dagegen ist auf das gestrige Tief auf X-Dax-Basisi knapp unter der 12200er-Marke zu achten, sodann auf den Bereich um 12145 Punkte (wichtige Zone aus dem März)..



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