Folgen Sie uns

Aktien

Dax: Im Wunderland

Die Bullen sollten den Augenblick genießen und sich an der Rally erfreuen – aber schon die nächsten Tweets von Donald Trump dürften für Ernüchterung sorgen..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Der gestrige Handelstag hat einmal mehr gezeigt, dass der Mensch ein Tier ist, das zur Hoffnung fähig ist! Nun ist die Hoffnung zwar derzeit nur sehr schwach begründet und daher schon stark an der Grenze zur Naivität – aber Hoffnungen machen eben Kurse. Derjenige, dem die Märkte das zu verdanken haben, ist der Cohn-Nachfolger Larry Kudlow mit seinen beschwichtigenden Aussagen, wonach der aktuelle Konflikt zu höheren Löhnen in den USA und China führen würde und die USA sehr interessiert seien am Abbau von Handelsbarrieren!

Echt jetzt? The Donald dürfte das eher ganz anders sehen – der nämlich meint es ernst mit China, das werden die Märkte dann noch schmerzlich erfahren! Es gibt einen großen ideologischen Unterschied zwischen Trump, der einen Handelskrieg für eine gute Sache hält und einem Larry Kudlow, der eigentlich gegen Zölle und für den Freihandel ist. Faktisch war das, was die Wall Street unter dünnem Volumen gestern veranstaltet hat, ein Short-Squeeze ohne fundierte Argumente – nicht mehr und nicht weniger.

Es bleibt jedoch auffallend, dass die Rallys an der Wall Street unter geringem Volumen stattfinden, die Abverkäufe dagegen unter deutlich höherem Volumen. Das bedeutet faktisch, dass die großen Player nicht so wirklich davon überzeugt sind, dass sich die Dinge wundersamerweise zum Guten wenden werden, während die kleineren Fische kaufen und an Wunder glauben.

Kurzfristig kann der gestern eingelegte Rally-Modus weiter gehen, mittelfristig dürften die Dinge schwierig bleiben, weil nicht erkennbar ist, wie sich der Konflikt in Harmonie auflösen könnte. Gibt Trump zu sehr nach, steht er vor seinen Anhängern als „Weichei“ da, und die Chinesen haben gestern klar gemacht, wie weit sie bereit sind nachzugeben: nämlich am besten gar nicht!

Die Reaktion der Amerikaner – die jetzt auf einmmal darauf drängen, den NAFTA-Deal einzutüten und dabei von ihren Maximal-Forderungen abrücken, um an dieser Front mehr Ruhe zu haben – bestätigt die chinesische Haltung: die Amerikaner haben zu hoch gepokert, Peking ist auf den Bluff nicht hereingefallen! Die Frage ist, wie die Trump-Administration aus dieser Nummer irgendwie Gesichts-wahrend heraus kommen kann – oder ob sie gemäß dem Trumpschen Temperament „all in“ gehen und es auf einen großen Konflikt ankommen lassen!

So oder so: der Dax hatte sich gestern schon recht ordentlich gehalten und nimmt nun den Schwung der Hoffnungs-Rally mit in den neuen Tag. Aktuell handelt der Index schon an der wichtigen Widerstands-Marke bei 12160 Punkten:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Gelingt der Sprung darüber, wäre Luft bis in die Zone 12275 Punkte, im Extremfall sogar bis 12370 Punkte. Aber die Bullen sollten vorsichtig bleiben: der nächste Tweet von Donald Trump ist nicht mehr weit weg, und Trump wird darin eine andere Tonart anschlagen als Larry Kudlow gestern!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    leser

    5. April 2018 09:12 at 09:12

    Zeit, den Sommerurlaub zu planen und eine Handelspause einzulegen.
    Der S&P wurde von der 200-Tage-Linie „gerettet“ und hat jetzt Chancen auf einen Anstieg bis ca. 2800. Das kann sich aber bis Ende Juli hinziehen. Und der Dax wird vermutlich in dieser Zeit eine rechte Schulter ausbilden. Das könnte ein Anstieg bis 12700 bedeuten. Aber auch das sind nur 5,7% vom jetzigen Stand aus bei schlechtem Chance-Risiko-Profil, da Handel gegen den Trend.

  2. Avatar

    Henno

    5. April 2018 10:04 at 10:04

    Vielen Dank für die täglichen Analysen!

    Mir stellt sich die Frage, inwiefern sich der mittelfristig weiterhin negative Ausblick mit den anstehenden, vermutlich starken Quartalszahlen vereinen lässt. Sollten diese wirklich so positiv ausfallen, spräche das zumindest für die nächsten Wochen eher noch für long?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Klarer Trend: Die Risiken nehmen weltweit zu – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

was ist in dieser Frage eigentlich Ihre Meinung? Wird die Welt, wird unser Lebensumfeld nicht pausenlos gefährlicher? Denken Sie einmal an den Klimawandel oder an die Corona-Pandemie! Oder stellen Sie sich einmal vor, in Deutschland fällt das Internet nur für zwei Stunden aus? Die Konsequenzen für unser digitalisiertes Leben wären verheerend. In den Städten würden die Verkehrsleitsysteme kollabieren, viele Ampelanlagen würden nur noch blinken, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tatsächlich aber ist unser Leben nicht gefährlicher als früher. Auch zu Kaisers Wilhelms Zeiten kannte die Menschheit schon Naturkatastrophen, Finanzkrisen oder etwa Krieg und auch Terrorismus.

Trotzdem haben wir in den letzten Jahren einen fundamentalen Wandel erlebt, der für uns alle, für Unternehmen und sogar für Staaten eine neue bisher unbekannte Risikodimension bedeutet.

Ein plattes Beispiel: Wenn vor hundert Jahren der Busch in Kalifornien brannte, was er auch damals schon tat, wurden einige Blockhütten vernichtet. Wenn dort heute Waldbrände wüten, sind Städte und große Unternehmensanlagen im Milliardenwert bedroht. Und das ist der springende Punkt: Die Gefahr war immer schon da, nur das Risiko des erheblichen Vermögensverlustes war weit geringer.

Heute sind durch eine Wetterkatastrophe, eine Pandemie oder auch eine Finanzkrise immer gleich Milliardenwerte bedroht. Vor diesem Hintergrund haben sich schon Ende des vergangenen Jahrhunderts Dienstleister oder Unternehmen mit der Risikoanalyse befasst. Ein bekanntes Unternehmen dieser Branche ist etwa der US-Risikoanalyst Moody´s, der sein Geld vorwiegend in der Finanzbranche verdient. Daneben bieten Unternehmen wie SAP, Oracle oder IBM verschiedene punktuelle Risikomodelle für Ihre Unternehmenskunde an.

Alle diese Unternehmen rechnen US-Investoren dem „Global Risk Market“, also dem Markt für Risikoanalyse zu. In Europa ist dieses spannende Segment leider noch wenig bekannt und etwas unterbelichtet. Das ist schade, denn dieses Segment wächst seit Jahren ganz erheblich und vor allem sehr stetig, wie Sie sich sicherlich ausmalen können.

Warum diese Aktie praktisch immer steigt

Mein persönlicher Favorit aus diesem Marktsegment ist ein US-Unternehmen, dass seine Wurzeln ursprünglich in der Versicherungsbranche hat. Damals schlossen sich die großen US-Versicherer und Warren Buffett zusammen, um quasi eine eigene Risikoabteilung zu gründen, da Versicherungsrisiken zunehmend schwieriger zu kalkulieren waren. Das Unternehmen sammelte zunächst Daten und entwickelte schließlich ein einzigartiges Prognosemodell, damit Versicherungsrisiken prognostizierbar wurden.

Heute arbeitet der Risikoanalyst auch für Banken und zählt ausnahmslos alle westlichen Kreditkarten-Unternehmen zu seinen Kunden. Wir alle haben in der Finanzkrise erfahren, was passiert, wenn Finanzdienstleister ihre…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Aktien

Tesla: Elon Musk enttäuscht, Aktie fällt – bald schon Schnee von gestern?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Innenansicht eines E-Autos von Tesla

Gestern gab es neben der Hauptversammlung auch den so groß erwarteten „Battery Day“ bei Tesla (hier dazu der gestrige Video-Kommentar eines Analysten). Kurz gesagt: Es war eine Enttäuschung. Analysten erwarteten für gestern von Tesla die Verkündung einer Batterie, die 10 Jahre oder länger halten könnte. Und es wurden konkrete Ziele für Kostensenkungen erwartet.

Tesla-Chef Elon Musk enttäuscht

Was Elon Musk verkündete, war einmal mehr gut verpackt seine Art von Marketing. Etwas Großes und Wundervolles ankündigen, was sich beim genaueren Hinschauen doch eher als Luftnummer entpuppt, als weit entfernter Traum, der noch gar nicht konkret greifbar ist. Genau so könnten BMW oder VW ihre neuesten noch weit entfernten E-Auto-Pläne hier und heute als Sensation verkaufen. Tesla will nämlich ein E-Auto für 25.000 Dollar bauen. Man versprach in den nächsten Jahren die Batteriekosten mit neuen Technologien und Verfahren um die Hälfte zu reduzieren, und so ein erschwingliches E-Auto anbieten zu können. Aber, so Elon Musk, die Voraussetzung für ein 25.000 Dollar-Auto von Tesla sei nun mal die drastische Kostensenkung bei den Batterien, und das könne man erst in drei Jahren erreichen!

Was für eine Enttäuschung. Die Tesla-Aktie verlor am gestrigen Handelstag 5,6 Prozent, und dann ab 22 Uhr nachbörslich nochmal 6,9 Prozent. Dieses nachbörsliche Minus hat sich abgeschwächt auf aktuell nur noch -4,8 Prozent, und jetzt in der ganz frühen Vorbörse liegt die Aktie bei 403 Dollar.

Tesla-Chef Elon Musk sagte gestern auch, dass es dem Unternehmen in 2020 sehr gut gehe. Man werde trotz schwieriger Umstände wahrscheinlich ein Wachstum zwischen 30-40 Prozent hinlegen. Tesla halte am Jahresziel fest, rund 500.000 E-Autos zu verkaufen. Das wäre eine Steigerung von 36 Prozent im Jahresvergleich. Und das in einer Zeit, wo die „alten“ Autohersteller arg unter der Coronakrise leiden.

Zur großen Tesla-Show gehört wohl auch, dass sich Elon Musk wie gestern geschehen von seinen Fans (die natürlich auch Aktionäre sind) per Hupkonzert abfeiern lässt. Denn HV/Battery Day fanden Corona-bedingt auf einem Open Air-Gelände statt, wo die Anwesenden in ihren Tesla-Autos saßen, und die Tesla-Offiziellen oben auf einer Bühne standen. So eine Show sieht man bei den staubigen Veranstaltungen von Daimler, BMW und Co wohl nicht. Es mag wohl auch dieses hippe, jugendliche Spaß-Image sein, dass Tesla den Erfolg bringt – sei es auch nur ein gefühlter Erfolg.

Blick auf die Aktie

Wird die Tesla-Aktie diesen aktuellen Rückschlag wegstecken? Gut möglich. Denn man schaue auf den folgenden Chart. Man sieht hier den Kursverlauf der Aktie seit Mai – hier wurde der jüngste Aktiensplit schon voll berücksichtigt. Seit Mai gab es einen Anstieg in der Tesla-Aktie von 163 auf über 500 Dollar. Dann der jüngste Rückschlag auf 330 Dollar, wo alle Welt schon an den großen (längst überfälligen?) Crash der Aktie glaubte. Und jetzt sind wir wieder bei 400 Dollar. Man sollte die streng gläubige Gefolgschaft von Elon Musk nicht unterschätzen.

Chart zeigt Kursverlauf der Tesla-Aktie seit Mai

Hier in voller Länge von gestern die Hauptversammlung mit „Battery Day“ von Tesla, die mehr als 270.000 Menschen live verfolgten.

weiterlesen

Aktien

Markus Koch im Interview mit Dr. Jens Ehrhardt – Markt war überkauft

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch spricht im folgenden aktuellen Interview mit Dr. Jens Ehrhardt über die aktuelle Börsenlage. Dr. Ehrhardt ist der Meinung, dass die Börse zuletzt überkauft war, und dass die Kurse deswegen gerade zurückkommen. Das Thema Optionen spielt dabei eine wichtige Rolle. Angesprochen werden im Interview technische wie auch fundamentale Faktoren.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen