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Dax in Bärenmarktrally – heute an wichtiger Marke gescheitert?

Claudio Kummerfeld

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Dax befindet sich in Bärenmarktrally

Der Dax befindet sich seit einigen Tagen in einer Bärenmarktrally – da sind sich viele Beobachter einig. Mit diesem Begriff bezeichnet man eine Kurserholung im Rahmen einer übergeordneten Abwärtsbewegung des Marktes. Und der Dax hat seit dem Crash-Beginn am 21. Februar weit mehr als 5.000 Punkte verloren. Vom Tief aus hat der Dax schon wieder kräftig zulegen können. Und nun ist die aktuelle Frage: Läuft der Markt weiter nach oben?

Dax in Bärenmarktrally – die Marke von 10.080 hat er heute nicht übersprungen

Der folgenden Chart zeigt den Dax auf CFD-Basis seit dem 18. März. Am 25. März, am 27. März und heute hat der Markt drei Hochpunkte ausgebildet bei grob gesagt 10.080 Punkten. Bei der extremen Volatilität der letzten Wochen wollen wir mal nicht so genau auf den einzelnen Punkt achten. Wichtig ist, dass der deutsche Leitindex aktuell diesen jüngsten Widerstand nicht überspringen konnte. Aktuell ist er abgeprallt, und notiert jetzt bei 9.729 Punkten. Dies könnte ein wichtiger Test sein, ob die Bärenmarktrally im Dax weiterlaufen kann. Überspringt der Markt diese Marke, wäre das kurzfristig ein positives Zeichen für Trader.

Aber man muss immer betonen: Es handelt sich hierbei um kurzfristige Trends. Übergeordnet sind wir immer noch im Bärenmarkt, und der nächste große Knall tief nach unten könnte für den Dax erst noch anstehen. Aber könnte man (bis es soweit ist) noch weiter auf einige hundert Punkte Richtung Norden spekulieren? Denn aktuell scheint die Lage an der Börse relativ optimistisch zu sein. Agata Janik hat vorhin eine sehr interessante charttechnisch fokussierte Analyse zu Dax veröffentlicht. Diese können Sie hier einsehen. Über die Voraussetzungen für eine mögliche Trendwende am Gesamtmarkt sprach heute früh auch Markus Fugmann im Videoausblick (hier anschauen).

Robert Zach

Robert Zach von investing.com hat sich heute zum Dax mit sehr interessanten Aussagen geäußert. Der Markt würde auf einen Datennebel zusteuern, weil sich das ganze Ausmaß der Coronavirus-Krise bezogen auf die wirtschaftliche Aktivität wohl erst in den April-Daten widerspiegeln werde. Daher bestehe weiterhin die Möglichkeit, dass es sich bei der gegenwärtigen Erholung im Dax nur um eine Bärenmarktrally handele, wie viele propagieren, dabei aber den Zentralbank- und den daraus resultierenden Liquiditätseffekt aus irrationellen Gründen völlig ausblenden würden – und das, obwohl sie wüssten, was die Hausse in den letzten 10 Jahren maßgeblich angetrieben habe. Auszugsweise wollen wir noch einige andere aktuelle Aussagen von Robert Zach zitieren. So erwähnt er den erst gestern von der chinesischen Zentralbank gesenkten Zinssatz für Reverse-Repo-Geschäfte. Auf kurze Zeit dürfte diese enorme Liquidität (reingepumpt durch die Notenbanken weltweit) sowie die Sicherstellung des Kreditflusses die Aktienmärkte wohl gut unterstützen.

Die entscheidende Frage aber laute, was danach komme. Das Coronavirus werde wohl für einen massiven Nachfrageeinbruch sorgen, was in erster Linie einen deflationären Schock auslösen werde. Gleichzeitig würden Lieferketten zerstört oder zumindest unterbrochen. Wenn die Nachfrage aber rasch zurückkehre, dürfte damit auch die Inflation ein Comeback feiern, so Zach. Da das Coronavirus aber wohl auch ganz ungeahnte Auswirkungen habe, die wir alle so noch nicht erlebt haben, sei eine zweite Abwärtswelle bei Dax und Co freilich nicht gänzlich auszuschließen, zumal sich der Dax kritischen Chartmarken nähere. Vorausgesetzt, dass es sich bei der aktuellen Erholung tatsächlich nur um eine Bärenmarktrally handeln sollte, dann könne dem Dax im Bereich von 10.400 Punkten allmählich die Puste ausgehen. Gelinge den Bullen dagegen der Spurt über diese Hürde, so bestünde weiteres Rallye-Potenzial auf 11.000 Punkte, so Robert Zach.

Heiko Thieme

Heiko Thieme hat aktuell auch zur aktuellen Lage im Dax gesprochen. Sehen Sie dazu das folgende Video. Selbstkritisch bespricht er seine Kaufempfehlungen aus Februar. Die brisante Entwicklung der Coronakrise und die Abstürze an den Märkten, das habe sich natürlich auch seiner Kenntnis entzogen, so Thieme. Die entscheidende Frage die besprochen wird lautet: War es das jetzt mit den fallenden Kursen? Es sei nicht falsch derzeit bis zu 40 Prozent Liquidität vorzuhalten, denn es würden wieder günstigere Kurse kommen.

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Dax auf CFD-Basis seit dem 18. März

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Finanznews

Inflation und das Paradox der Erwartungen! Marktgeflüster (Video)

Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation. Aber das wäre besonders schlecht für den Reflations-Trade!

Markus Fugmann

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Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation – deshalb spielen alle Investoren den „Reflations-Trade“ und kaufen vor allem Aktien aus den Sektoren Energie, Industrie und Materialien. Es sind aber vor allem diese Sektoren, die eine besonders hohe Verschuldung aufweisen – und aufgrund der Politik der Notenbanken dennoch derzeit extrem günstig Schulden machen können. Aber wenn die Inflation wirklich steigt, dann beginnen die Kapitalmarkt-Zinsen zu steigen – und das erschwert die Tragfähigkeit der Schulden jener Unternehmen, die derzeit im Reflations-Trade gekauft werden. Im Grunde ist das ein Paradox: wenn die Inflation wirklich käme, wären diejenigen Aktien die Verlierer, die im Reflations-Trade derzeit immens nach oben gekauft werden..

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Indizes

Rüdiger Born: Nachbesprechung für Nasdaq-Szenario

Rüdiger Born

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Gestern hatte ich im Video und im Trade des Tages ein Aufwärtsszenario im Nasdaq besprochen. Heute folgt sozusagen die Nachbesprechung. Wie geht es weiter im Nasdaq? Mehr dazu in diesem Video.

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Allgemein

Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

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Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

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