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Dax: In der Gefahrenzone

Erholungen beim Dax sind, na klar, möglich. Aber bei 10620, spätestens bei 10650 sollte die Party dann schon wieder beendet sein und der Gang Richtung Süden eingelegt werden!

FMW-Redaktion

Der Dax ist spätestens seit gestern in der Gefahrenzone! Dabei zerschlägt der Index mehr und mehr „charttechnisches Porzellan“ und entfernt sich zunehmend von relevanten Marken auf der Oberseite. Wir hatten die Gründe dafür benannt (hoher Optimsimus der Anleger, daher fehlende neue Käufer, weil fast alle schon drin sind; mangelnde Nachfrage durch ausländische Käufer). Nun aber tritt mit dem sich nähernden Referendum in Italien der nächste Belastungsfaktor mehr und mehr in Erscheinung. Nach wie vor gilt: im Vergleich zu den US-Indizes ist das, was der Dax derzeit abliefert, ein Trauerspiel!

In Asien die Vorgaben gemischt, recht ruhiger Handel dort:

Shanghai Composite +0,18%
CSI300 +0,81%
ChiNext -0,26%
Nikkei -0,25%

Auch die US-Indizes aber haben gestern leichte Verluste verbuchen müssen, vor allem der Nebenwerte-Index Russell2000 erstmals seit 15 Handelstagen wieder mit einem tieferen Schlußkurs. Die US-Märkte wirken wie besoffen, da ist die beste aller Welten eingepreist – bis man feststellt, dass seltsamerweise und völlig überrraschenderweise auch unter Trump nicht die beste aller Welten der Fall sein wird. Eher das Gegenteil.

Der X-Dax hält sich nach dem gestrigen Rücksetzer des Dax noch vergleichsweise ordentlich – aber die entscheidende Marke scheint nun im kurzen Zeitfenster die 10550er-Zone zu sein:

dax29-11-16

Im großen Zeitfenster (4-Stunden-Chart) sieht man, dass ein nachhaltiger Bruch dieser Zone um 10550 wohl den nächsten Abwärts-Schub bis zur nächsten relevanten Unterstützung bei 10450 nach sich ziehen würde.

Und auf der Oberseite fungieren nun der Bereich 10650/60 sowie die Zone 10715/10720 als Widerstände. Erst wenn dieses Niveau wieder überwunden ist, könntne die Bullen aufatmen: Ziel wäre dann nach Überwindung des leichten Widerstands bei 10765/70 der alte und wichtige Bereich 10800, dann das Jahreshoch.

Oben ist also alles gleich geblieben, aber durch den Fall der letzten Tage rücken daher verstärkt die Ziele auf der Unterseite in den Blick. Und da wäre der Bereich um 10380, die obere Kante eines großen Aufwärtsgaps Anfang November, von dem ausgehend dann noch ein Anstieg kam, bevor dann die Wahl Trumps diesen heftigen, aber sehr kurzen Rücksetzer eingeleitet hatte. Diese 10380 war auch schon sehr relevant im Juli und August diesen Jahres:

dax29-11-163

Als Fazit kann man sagen: Erholungen beim Dax sind, na klar, möglich. Aber bei 10620, spätestens bei 10650 sollte die Party dann schon wieder beendet sein und der Gang Richtung Süden eingelegt werden!



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