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Dax in Erwartung auf den nächsten Ausbruch?

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Es ist täglich immer wieder erstaunlich, in welcher robusten Verfassung sich der Dax befindet. Jede Korrektur auf der Unterseite wird zum Kaufen genutzt. Dabei haben gestern die „5 Wirtschaftsweisen“ (Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung) wieder einen Rückgang des BIP (Bruttoinlandsprodukt) von 6,5% prognostiziert. Normalerweise geben diese Wirtschaftswissenschaftler nur einmal im Jahr, im November eines jeden Jahres ein Gutachten ab. Anscheinend wurde dieses Szenario jetzt auf jeden Monat ausgeweitet, da die erste Schätzung im März schon ein Rückgang von 4,3% ergeben hat. Eines ist sicher, die vom Staat gut bezahlten Gutachter, irren stets. Auf jeden Fall sieht die wirtschaftliche Zukunft nicht gut aus, auch wenn das BIP in 2021 wieder um 4,2% steigen soll. Sollte dann dieser Trend fortgesetzt werden, wäre der momentane faktische Rückgang des BIP (Bruttoinlandsprodukt) 2022 wieder aufgeholt. Da diese Wirtschaftsweisen noch nie richtig gelegen sind, müssen wir von anderen Voraussetzungen ausgehen.

Wie eingangs schon beschrieben, kann nichts den DAX mehr schrecken. Das viele neuproduzierte Geld, erzeugt die Inflation. Es gibt aber noch einen anderen Faktor, der immer mehr sichtbar wird. Es ist eine gewisse Art der Säuberung oder vielleicht auch Bereinigung weltweit zu erkennen. Die Menschen sind wieder demütiger geworden und fangen wieder an, einfache Dinge zu schätzen. In der Wirtschaft wird auch aufgeräumt. Einige müssen das Feld räumen und die neuen „Kleinen“ haben die Chance, nachzurücken. Es ist eine Umbruchstimmung gegeben. Auch unser monetäres System wird aktuell überdacht. Wir stehen vor einer neuen Zeit. Das spürt auch der DAX. Es wird gekauft und gehofft, dass uns die neue Entwicklung in ein neues Zeitalter führt. Wenn man die Gesamtsituation betrachtet, dann müssen Aktien gekauft werden.

Die Corona-Krise (hier der aktuellste Kommentar von Markus Fugmann) plündert gerade unsere Rentenrücklagen, sofern die von staatlicher Seite je vorhanden waren. Zinsen gibt es auf absehbarer Zeit nicht mehr und der Weltspartag der Sparkassen wird wahrscheinlich bald in den Tag der Investment Fonds unbenannt werden. Dann gibt es für die „Sprösslinge“ ein Zertifikat statt einem Sparschwein. Jetzt kommt noch frisches Geld hinzu und keiner weiß so richtig wohin damit. Auf jeden Fall ist deutlich zu spüren, dass der DAX noch nicht reif für eine Korrektur auf der Unterseite ist. Immer, wenn man davon ausgehen könnte, kommt eine schnelle Umkehr und die „Shorties“ werden ausgebremst. Dies ist kein Markt für Intellektuelle. Hier gilt es Augen zumachen, draufbeißen und Long gehen. Dennoch gilt es, das Money-Management im Auge zu behalten. Im Moment werden trotz dem nicht zu schlagendem Optimismus die DAX Höhen auf Sand gebaut. Der berühmte Tag X wird vermutlich noch kommen. Dieser kann dann zum Kaufen genutzt werden, auch wenn dann die Zukunft anders dargestellt wird.

Kurzfristige Ausblick für den Dax

Der Mittelfristige Ausblick für den DAX ist neutral zu bewerten. Aktuell befindet sich der deutsche Leitindex in einer Seitwärtsphase, die durch die Fibonacci-Linien (grüne Linien) 23,60 und 38,20% oben wie unten begrenzt wird. Der gestrige Anstieg war schon überraschend genug. Somit muss der DAX erst einmal durchatmen. Ein paar Punkte auf der Unterseite sind nur gesund. Aus technischer Sicht sieht es im mittelfristigen Bereich immer noch robust aus. Vielleicht geschieht es heute schon, dass der Widerstand bei 12.462 gebrochen wird. Sollte dies geschehen, dann ist der Weg für den DAX bis zum letzten High bei 12.586 Punkten frei. Aus der heutigen Sicht ist das keine lange Wegstrecke. Wichtig ist nur, dass im Falle einer Korrektur auf der Unterseite die Unterstützung bei 12.394 hält. Ansonsten dreht sich das kurzfristige Chartbild um und es kommt die Untergrenze bei 12.112 ins Spiel. Das würde garantiert viele Stop-Loss-Orders auslösen und keiner könnte dann diese entstehende Dynamik einschätzen. Summa summarum wird dies ein Tag der Geduld werden. Aktuell sind keine großen Bewegungen zu erwarten und blickt man ein wenig in Richtung Horizont, dann wird der DAX noch weiter steigen. Selbst für Wirecard scheint das schlimmste an der Börse überstanden zu sein.

Kursverlauf im Dax

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Zimmermann

    24. Juni 2020 10:49 at 10:49

    Der Aktienmarkt war noch nie ein Markt für Intellektuelle. Wenn ich intellektuell Tätigkeiten nach gehen will, dann ist der Aktienmarkt der ungeeigneste Ort, den man sich aussuchen kann. Die Börsen werden nur von Angt, Gier und Geld getrieben. Eine intellektuelle Herausforderung ist das nicht.

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    Lossless

    24. Juni 2020 11:03 at 11:03

    Selbst ich, als Wirecard-Leerverkäufer, muss über den letzten Satz lachen.

    PS. Ein guter Analyst, in Ihrem Fall Analystin, sollte Fragen beantworten und nicht stellen.

    In diesem Sinne,

    Lossless

    • Avatar

      Segler

      24. Juni 2020 19:07 at 19:07

      Hallo Lossless, schön von Dir wieder zu lesen. “Das Schlimmste liegt hinter uns” … Vermutlich aus der Sammlung “Letzte Worte”.
      Auch ich musste darüber lachen.
      Analysten die schon in der Überschrift ein Fragezeichen setzen, kann man nicht ernst nehmen. Es ist das übliche Geschwätz voller “hätte-wäre-könnte und vielleicht”.
      Börsen-Eunuchen: Sie wissen wie es geht ;-)
      Diese Leute sind durchweg ohne eigenes Risiko unterwegs. Um Nassim Taleb zu zitieren – Sie haben kein ‘Skin in The Game’.
      Und das unterscheidet sie von Leuten wie uns. Wir sind nämlich mit realem Geld und realen Trades aktiv dabei. Wir übernehmen Risiko und Verantwortung für unser Tun und müssen mit jedem einzelnen Cent für unsere Analysen geradestehen.
      Du hast u.a. wirecard geshortet, entgegen dem Mainstream. Und ich habe heute Gold geshortet (beim Preisstand 1790 habe ich August-Calls mit Strike 1940 verkauft, mithin an der zweiten Standardabweichung, Restlaufzeit 34 Tage), ebenfalls entgegen allen tollen Analysen die hier zu lesen sind, und entgegen dem Mainstream. Du kannst Deine Entscheidungen begründen und ich ebenfalls.
      Wir analysieren den Markt auf unsere Weise und unser Ergebnis sind klare Fakten und klare Entscheidungen, die in einen realen Trade münden.
      Am Ende UNSERER Sätze stehen KEINE Fragezeichen.
      Nach so vielen Jahren Börsenerfahrung und Umgang mit ‘Analysten’ sage ich heute:
      Zeige mir Dein Konto – Zeige mir Deine Trades – Zeige mir Deine Positionen !
      Übrigens ein Rat an jene, die Trading erlernen wollen:
      Gehen Sie nur zu jemandem, der Ihnen sein reales Konto zeigt und jeden Trade und der selber das umsetzt, was er lehrt. Egal ob Optionen, Markttechnik, Rohstoffhandel oder was auch immer.
      Nun freuen wir uns auf weitere unterhaltsame Analysen von Agata und manch anderen :-)
      Viel Vergnügen wünscht der Segler

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        Lossless

        24. Juni 2020 20:31 at 20:31

        Guten Abend, @Segler,

        In Bezug auf Wirecard, haben wir im April noch einmal kräftig Leerverkäufe getätigt da wir einen massiven Abwärtstrend berechnet hatten. Auf Twitter waren wir so ziemlich allein mit unserem Engagement und wir haben mehrmals gewarnt in den letzten Wochen. Aber bei Wirecard gab es buchstäblich eine Herdenimmunität, die auch Kritiker und Mahner, regelrecht überrollte in Form von Beleidigungen gepaart mit Größenwahn. Wenn Du mich fragst, eine ganz ungesunde Mischung – gerade dann wenn man sich als Leerverkäufer geoutet hat.

        Journalisten die sich wagten etwas NEGATIVES über Wirecard zu schreiben, unterstellte man umgehend eine Hexenjagd. Dabei hat man die Signale unverständlicherweise nicht hören wollen.

        Auch im DAX möchte man um jeden Preis die Signale überhören. Frei nach dem Motto: „höher, schneller, weiter“ wird gekauft bis zur Besinnungslosigkeit.

        Aber am Ende muss denen eines klar sein: „Geld geht nicht verloren, es wechselt nur den Besitzer.“

        Freundliche Grüße,

        Lossless

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          Lausi

          24. Juni 2020 22:24 at 22:24

          @Lossless – wenn du deinen Twitter-Kanal verrätst, würde ich mich glatt bei Twitter anmelden! :-) Gratulation zu den präzisen und treffenden Berechnungen von dir und deinem Team! Bei der Deutschen Bank wart ihr ja schon einmal – wie bei Wirecard – die einsamen Warner vor einem Kurs-Massaker. Schöne Grüße!

          • Avatar

            Lossless

            26. Juni 2020 13:26 at 13:26

            @Lausi

            Für ein freundliches Gespräch, auch in Zusammenhang mit den Märkten, nehme ich mir immer gerne etwas Zeit.

            Lossless (@Nanomixes)

          • Avatar

            Lausi

            26. Juni 2020 21:08 at 21:08

            Vielen Dank lieber Lossless! :-)

          • Avatar

            Lossless

            29. Juni 2020 16:40 at 16:40

            @Lausi

            melde Dich kurz per DM!

            Beste Grüße,

            Lossless

          • Avatar

            Lausi

            29. Juni 2020 21:57 at 21:57

            Sehr gerne @Lossless! Da ich mich bei Twitter noch nicht angemeldet habe, dürfte es noch ein Weilchen dauern (da ich auch anderweitig zuweilen recht beschäftigt bin), aber ich werde mich auf jeden Fall demnächst bei dir melden! Bis dahin meine besten Grüße & nochmals Danke! Freue mich schon auf ein Schwätzchen. :-)

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    Columbo

    24. Juni 2020 11:23 at 11:23

    Der Dax hingegen stellt keine Fragen. Er bricht einfach aus, ordentlich nach unten. Die AnalystInnen sind ihm egal, ebenso wie mir.

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    Roberto

    24. Juni 2020 11:51 at 11:51

    @Zimmermann, genau das ist der Grund warum sehr intelligente und im “normalen” leben erfolgreiche Menschen an der Börse versagen. An der Börse muss man allesdas machen was einen im normalen Geschäfstleben ruinieren würde. Es ist exakt das gegenteil. Wenn ich im geschäftsleben einen Plan aufstelle und diesen verfolge bis es glasklare Ergebnisse gibt, wird es mir an der Börse zum verhängnis, weil hier die flexibilität das A und O ist. Im Leben geht man nach logischen Grundsätzen, was an der Börse nicht zu finden ist. Daher ist es völlig klar, das man die Börse auch als Caino betrachtet. Denn es ist keine Wissenschaft, sondern nur eine Wahrscheinlichkeit. Hier gibt es keine 100% Analysen, niemals. Das muss einem klar sein wenn man nicht in der Lage ist, sich diesen Begebenheiten des Marktes zu stellen.

    • Avatar

      Zimmermann

      24. Juni 2020 12:20 at 12:20

      @Roberto, ja, so is es! Wahrscheinlichkeiten und jede Sekunde in der Lage sein, seine Einschätzung zu den Märkten zu ändern. Damit haben 80-90% ihre Probleme und das ist genau der Prozentsatz der an der Börse Geld verliert.

  5. Avatar

    lars

    24. Juni 2020 12:53 at 12:53

    Ausbruch nach unten oder wie?

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Aktien

US-Berichtssaison: Ende der Seitwärtsrange?

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US-Berichtssaison kann Bewegung in die Wall Street bringen

Manche bezeichnen es als langweilige Kursbewegungen, manch einer als Ruhe vor dem Sturm und andere wiederum als frühes Sommerloch. Die Rede ist von einer Querbewegung an den großen Börsen (Ausnahme Nasdaq), nach dem etwa 40-prozentigen Anstieg und Aufwärtstrend seit dem 23. März bis zur ersten Juniwoche (der große Goldrausch). Wird sich mit dem Beginn der US-Berichtssaison etwas daran ändern, vielleicht auch wegen der ständig steigenden Coronazahlen in Amerika?

Die Großbanken beginnen die US-Berichtssaison

In der neuen Woche nimmt die US-Berichtssaison in den USA für das zweite Quartal Fahrt auf: In den kommenden Tagen berichten 36 Unternehmen aus dem S&P 500-Index, nach PepsiCo (Montag), vor allem die großen US-Banken JPMorgan, Wells Fargo, Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Bank of America. Dazu unter unter anderen die Fluggesellschaft Delta Air Lines, der Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson und der Filmstreaming-Dienst Netflix (hier die Zahlen von vor drei Monaten).

Die Banken haben in der Coronakrise mächtig gelitten. Die Kurse von JP Morgan und Bank of America liegen 30 bis 40 Prozent im Minus gegenüber Vor-Corona. Damit könnte sehr viel eingepreist sein und die Ergebnisse inklusive Aussichten nicht mehr viel anrichten – eher das Gegenteil? Dabei sollte man einen Blick auf Wells Fargo richten, einer Bank, die besonders viele kleinere Kunden und Firmen als Geschäftspartner hat.

Richtig kursrelevant dürfte es erst bei den Highflyern der letzten Monate werden, die Dickschiffe mit einer Marktkapitalisierung, die sonst ganze Länderindizes nicht aufweisen können (z.B. unser Dax), aus dem Tech-Sektor, aber auch im Pharmabereich. Bei Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet und Co liegen die Erwartungen und die bereits erzielten Gewinne so hoch, so dass es hier am ehesten zu Enttäuschungen oder Gewinnmitnahmen kommen könnte. Auf diese Zahlen müssen wir uns aber noch etwas gedulden.

Die Konjunkturdaten

Die derzeitigen Konjunkturdaten zeichnen ein ziemlich diffuses Bild. Da gibt es Abstufungen durch die großen Wirtschaftsinstitute für die großen Volkswirtschaften 2020, düstere Prognosen für die Exportwirtschaften, zuletzt durch unseren Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dafür aber wieder Zeichen von Licht am Ende des Tunnels, wie der starke Anstieg des Ifo-Instituts oder die neuesten Zahlen am Freitag zur Industrieproduktion Italiens und Frankreichs, die trotz tiefer Rezession nicht so schlimm ausfielen wie befürchtet. Und natürlich die Wirtschaftsdaten aus dem Ursprungsland der Virusinfektion China, das mit Daten aufwartet, die zugleich verblüffen, aber auch misstrauisch machen. Der Automarkt Chinas ist im Juni zum ersten Mal seit einem Jahr wieder gewachsen. 1,8 Millionen Fahrzeuge im größten Automobilmarkt der Welt bedeuten 4,9 Prozent mehr Pkw als im Vorjahresmonat, wie der Branchenverband China Passenger Car Association (PCA) letzte Woche in Peking mitteilte.

Ich bleibe dabei: Für Covid-19 gibt es wirtschaftlich keine Blaupause, einen gerade erlebten globalen Lockdown gab es früher in keiner Gesundheitskrise, nicht einmal bei großen Kriegen. Es herrscht auch jetzt zum Start der US-Berichtssaison Unsicherheit über die weitere Ausbreitung von Corona und vor allem über die Reaktionen der Regierungen betroffenerer Regionen mit neuen Lockdowns, aber auch Rätselraten zum Verhalten der Menschen. Wie schnell verfliegt die Angst vor der Pandemie und wie schnell kehren die Konsumenten zu ihrem „alten“ Gewohnheiten zurück? Aber fast überall hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass ein nochmaliger großer Shutdown die große wirtschaftliche Katastrophe wäre, mit nicht mehr zu kontrollierenden Schäden. Ergo: Man tappt weiterhin im Dunkeln und bewertet die Situation von Monat zu Monat neu.

Was machen die Notenbanken?

Hier scheint sich zur Sommerzeit auch eine Sommerpause in den Aktivitäten anzudeuten. So sprach die EZB-Chefin Christine Lagarde in einem Interview mit der Financial Times von einer Phase des Abwartens: „Wir haben so viel getan, dass wir etwas Zeit haben, die Wirtschaftsdaten sorgfältig zu bewerten.” Damit ist eine weitere Lockerung der Geldpolitik derzeit voraussichtlich nicht zu erwarten. Auch von der Federal Reserve kommt derzeit wenig, ganz im Gegenteil. Bereits seit ein paar Wochen schrumpft die Bilanz der Notenbank etwas. Mit ein Grund, warum die Kurse auch beim S&P 500 sich seit über einem Monat in einer Querbewegung befinden.

Weitere Konjunkturpakete?

Eine weitere Unbekannte ist der Fortgang bei den möglichen Rettungspaketen für die Konjunktur der Staaten, ob der Aufbaufonds in Europa oder die US-Infrastrukturprogramme – bei jeder Verschärfung der Coronakrise wird nachgelegt. Zuletzt warb auch der Herausforderer Joseph Robinette „Joe“ Biden für seinen Job- und Investitionsplan. Er wolle 700 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung von Elektrofahrzeugen und neuer Technologien investieren, um die Nachfrage heimischer Produkte anzukurbeln. Das alte Motto: „Buy American“.

Fazit

Fünf Wochen dauert die Querbewegung der großen Indizes nun schon an. Man oszilliert zwischen einem Boden und einem Deckel – beim Dax in einer Range von etwa 1000 Punkten (11.900 – 12.913 Punkte) und 240 Punkte beim S&P 500 (3.000 – 3.240 Punkte). „Normalerweise“ müsste es jetzt eine weitere Korrektur geben, schließlich sind die Kurse der Realwirtschaft weit vorausgelaufen und die täglichen Coronazahlen aus den USA lassen auf weitere Verzögerungen der Wirtschaftserholung schließen. Viele Anleger haben sich an diese Sommer-Range gewöhnt und handeln innerhalb dieser Zone. Damit dürfte es viele Stopps geben, die bei einem Über- oder Unterschreiten gerissen werden könnten. Wie gesagt „normalerweise“ wäre eine von Vielen herbeigesehnte Korrektur angebracht, aber liegen nicht immer noch fünf Billionen Dollar an Cash an der Seitenlinie, von Fonds, die schon einmal ein Quartal „underperformt“ haben und ist die Zuversicht der großen Anleger eher nicht so ausgeprägt? Nicht die der RobinHood-er, aber können die 3 Millionen Neukunden seit Jahresanfang wirklich Märkte bewegen, in denen Microsoft, Apple und Amazon schon eine Marktkapitalisierung von 4500 Milliarden Dollar aufweisen? Einen Konkurswert wie Hertz kann man schon um ein paar Hundert Prozent in die Höhe spekulieren, aber einen Index mit 25 Billionen Dollar? Es riecht nach einer Kursbewegung, zu leicht konnte man mit Range-Trading über Wochen Geld verdienen. Die US-Berichtssaison könnte hier den entsprechenden Schubs geben.

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Aktuell: Jochen Stanzl über den Dax und den Start in die Berichtssaison

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Was macht der Dax zum Wochenstart? Vorbörslich bespricht Jochen Stanzl von CMC Markets die aktuelle Lage im folgenden brandaktuellen Video, ab Sekunde 30 geht es los. Und was muss man über die nun startende US-Berichtssaison wissen? Auch geht Stanzl auf charttechnische Aspekte ein.

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DAX daily: Start in die erste Woche der Berichtssaison

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Die vielleicht spannendste Berichtssaison der letzten Jahre steht vor der Tür. Bisher sieht alles nach einem freundlichen Wochenstart aus. Die letzte Woche im Dax war aber sehr turbulent, es ging ständig Auf und Ab. Folglich könnte er diese Woche nochmal eine Schippe drauflegen. Am Freitag beendete der Dax die Handelswoche mit einem Zugewinn von 105 Punkten bei 12.633. Damit spielt die untergeordnete Range von 12.400 bis 12.700 auch diese Woche wieder eine Rolle. Zudem ist die übergeordnete Seitwärtszone von circa 12.000 bis 12.900 für den weiteren Verlauf im Dax entscheidend. Mit Beginn der Berichtssaison kann richtig Bewegung in den Dax kommen.

An dem ersten Handelstag der neuen Woche könnte der Dax erneut einen Versuch auf der Oberseite der Range starten. Immerhin hat der Dax am Freitag an seinem Hoch geschlossen und ist nachbörslich bis 12.720 angestiegen. Auch vorbörslich sieht es gut aus. Trotzdem birgt die negative Newslage rund ums Coronavirus weiterhin großes Risiko.

News und fundamentale Situation

Nicht nur die USA sind stark von dem Coronavirus betroffen, auch im Rest der Welt nehmen die Fälle zu. Am Sonntag teilte die WHO (Weltgesundheitsorganisation) mit, dass innerhalb eines Tages mehr als 230.000 Erkrankungen weltweit registriert wurden. Weiterhin verzeichnen die USA die meisten Neuinfektionen. In Israel tobt mittlerweile die zweite Welle. Sogar Hongkong hat stark steigende Zahlen. Davor gab es wochenlang keinen einzigen Fall, aber mit Einführung des Sicherheitsgesetzes sind auch die Studenten vom Festland an die Hongkonger Universitäten zurückgekehrt.

Zwar stehen heute keine besonderen Konjunkturdaten auf dem Programm, dennoch wird es aufgrund der beginnenden Berichtssaison eine sehr spannende und auch ausschlaggebende Woche. Heute gibt Pepsi einen Einblick in das abgelaufene Quartal. So richtig los geht es allerdings erst ab morgen. Dann legen die großen Banken ihre Quartalsberichte vor.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Am heutigen Handelstag liegt der Dax eine Dreiviertelstunde vor Eröffnung bei 12.835. Damit hat er sich im außerbörslichen Handel aus seiner Range geschlichen. Die Asien-Rampe hat ihn dabei erneut geholfen. Sollte der Dax zur Eröffnung den Anstieg fortsetzen, dann könnte es zu einem Anlauf an die 12.913 kommen. Vorher muss er noch nachhaltig die 12.840 überwinden, hier liegt das Hoch aus der letzten Woche. Der Bereich von 12.900 bis 12.950 ist aber ein Brett. Entsprechend wird es nicht einfach den Bereich zu durchbohren. Die Bären könnten sich an dieser Stelle wehren. Darüber ist die psychologische Marke an der 13.000 ein nächster markanter Widerstand.

Dreht der Dax nach der Eröffnung ein, dann liegt die erste Unterstützung an der 12.775. Darunter folgt die 12.700, hier sollte sich der Dax entscheiden, ob er wieder hoch möchte oder er zurück in die Range fällt. Die nächste Unterstützung liegt dann bei 12.615. Darunter folgen die Marken bei 12.520 und 12.488. Bisher zeigt der Dax aber kein bisschen Schwäche.

Dax Unterstützungen (US):

12.775 – 15-Minutenchart

12.700 – 15-Minutenchart

12.615 – Stundenchart

12.520 – 61,8 % Fibo letzter Anstieg

12.488 – 76,4 % Erholung

12.440 – oT Seitwärtsrange

Dax Widerstände (WS):

12.780 – Ziel Seitwärtsrange

12.842 – Tageshoch 06.07.

12.913 – Juni Hoch

13.000 – psychologische Marke

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Dax daily: Start in die Berichtssaison

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