Indizes

Dax: Irgendwo im Nirgendwo

Nach der gestrigen Nullnummer am US-Feiertag Labor Day handelt der Dax auch heute morgen auf X-Dax-Basis irgendwo im Nirgendwo:

 


(Chart durch ankklicken vergrößern)

Zwar zogen die US-Futures den X-Dax heute morgen etwas nach oben, aber dennoch ist das nach wie vor Niemandsland, in dem sich der Dax aufhält. Vielmehr ist der Abwärtstrendkanal seit erreichen des Verlaufshochs Ende Juli knapp unter der 12900er-Marke nach wie vor intakt – das würde sich erst ändern, wenn der Dax nachhaltg über die Abwärtstrendlinie steigt, die derzeit bei 12500 Punkten verläuft. Damit wiederum der Anlauf auf die 12500 gestartet werden kann, müsste zuvor das kleine Doppeltop bei 12410 Punkten und dann der größere Widerstand bei 12435 Punkten überwunden werden.

Aber heute greift die Wall Street wieder ins Geschehen ein – und die Frage ist, wie die US-Indizes auf das vorläufige Scheitern der Gespräche zwischen den USA und Kanada reagieren – ein Deal war ja eigentlich schon eingepreist. Ab Donenrstag dann könnten schon die neuen Zölle der USA gegen Waren aus China im Volumen von 200 Milliarden Dollar kommen und damit das Thema Handelskrieg wieder voll in den Fokus rücken. Daneben – weniger interessant für die Wall Street, aber ein größerer Faktor für den Dax – die Lage bei den Schwellenländern (allen voran Türkei und Argentinien) sowie der „Lärm“ um den (harten?) Brexit und die Forderungen der neuen italienischen Regierung.

Die Amerikaner scheinen sich von alldem entkoppelt zu haben – aber dem Dax gelingt das nicht so ohne weiteres. Verschärft sich die Zollpolitik der USA gegenüber China oder auch Kanada weiter, wäre das ein schlechtes Omen für den exportlastigen Dax, dessen Achillesverse die deutschen Autobauer sind und damit das deutsche Geschäftsmodell schlechthin. Das dürfte einer der Gründe sein, warum der Dax den US-Indizes so weit hinterher hinkt.

Solange diese Baustellen bleiben, dürfte der deutsche Leitindex kaum in der Lage sein, einen neuen Höhenflug zu starten. Die wichtigen Weichen werden wohl frühestens in der zweiten Wochenhälfte gestellt mit der Frage, ob die Zölle gegen China kommen, ob bei den Verhandlungen zwischen den USA und Kanada eine Lösung absehbar ist, schließlich am Freitag dann auch mit den US-Arbeitsmarktdaten.

Bislang haben die Märkte nämlich sehr erfolgreich verdrängt, dass die US-Konjunkturdaten im August deutlich enttäuscht haben – man hält an der Erzählung fest, dass die US-Konjunktur aus allen Rohren brummt und daher die permanenten Allzeithochs schon deshalb gerechtfertigt seien, dazu die starken Zahlen der US-Firmen im zweiten Quartal. Mit anderen Worten: die Wall Street wettet darauf, dass alles mindestens alles so gut bleibt wie es jetzt zu sein scheint, und es ist die Stärke der US-Märkte, die ein weiteres Abtauchen des Dax bislang verhindert hat. Die Frage ist nur, wie lange die Wall Street das wirklich durchhalten kann – und was passieren würde, wenn auch die US-Indizes einmal unter Druck geraten würden. Bis dahin handelt der Dax wohl irgendwo im Nirgendwo..



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage