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Dax: ist der Deckel jetzt weg? Anmerkungen von Bedenkenträgern..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Ist der Deckel jetzt weg beim Dax nach der grünen „Wunderkerze“von heute Morgen, als der deutsche Leitindex ohne Nachrichten fast 100 Punkte in Sekundenschnelle nach oben schoß? Hören wir dazu den n-tv-Moderator Frank Meyer:

„Dellen werden zum Kaufen genutzt. Es könnte bis 10.200, darüberhinaus auch bis 10.800 Punkte gehen. Natürlich nicht heute.“

Warum nicht gleich heute? Die Stimmung ist doch so prima, und vor Ostern, heißt es allenthalben, steigen Aktienmärkte meistens, wegen der Vorfreude auf die Feiertage. Oder weil das Wetter gut ist. Oder weil in China ein Sack Reis umfällt.

Sehen wir uns den Dax an:

Dax2103164

Der Index ist über das bisherige Verlaufshoch gestiegen, schafft aber den Sprung über die 10100er-Marke nicht und kommt seitdem wieder zurück. Damit ist das erste Ziel, die lange schon im Raum stehende Marke bei 10115 Punkten, nach wie vor nicht erreicht. Und unterdessen erhebt der Euro – der natürliche Feind des Dax – wieder sein garstiges Haupt nach anfänglichem Abwärtsdruck:

Euro210316

Mit Überwinden des sehr kurzftstigen Abwärtstrendkanals bekam die Gemeinschaftswährung wieder Rückenwind, und das sollte besser nicht weitergehen aus Sicht der Dax-Bullen! Zumal der Fehlausbruch des Dax über das Verlaufshoch nicht so furchtbar bullisch ist – zumindest nicht so bullisch wie die derzeit zu beobachtende Stimmung. Aber das sind natürlich Warnungen von unverbesserlichen Bedenkenträgern – das sollten Sie auf keinen Fall ernst nehmen!

Im langen Zeitfenster (6 Stunden) wartet auf der Oberseite die Zone 10220, dann 10520, schließlich 10680. Unten wäre ein Bruch der 9750er-Marke mehr als kritisch:

Dax2103165

Wir erhöhen unser Dax-Kursziel auf 102.372 Punkte – lassen den Zeitraum aber perfiderweise offen. Aber natürlich alles nicht heute, nicht wahr, Frank?

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    peter hoffmann

    21. März 2016 12:17 at 12:17

    super, ich kauf mir jetzt eine dax long-option mit ko 3.000 punkte und wenn euer kursziel erreicht ist, lade ich die fmw-redaktion zum essen ein ! abgemacht !

    vg peter hoffmann

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      21. März 2016 12:19 at 12:19

      @Peter Hoffmann, abgemacht – wir freuen uns schon riesig!

      • Avatar

        Wolfgang Koch

        21. März 2016 13:34 at 13:34

        Schade ist nur,dass dann keiner mehr was essen muss!Sein implantierter EZB-Chip wird aus Bankfurt, täglich virtuell ausreichend, gespeist!Candlelightdinner gibts dann nur noch im Duden!

  2. Avatar

    klack

    21. März 2016 12:57 at 12:57

    Herr Fugmann betrachtet die Börse immer in historischen Dimensionen,
    das kurze Zeitfenster der Börsenbewegungen ist daher indifferentes Hintergrundrauschen und wird daher herausgefiltert.
    Das schnelle Geld ist für ihn nicht erstrebenswert,er verweist vielmehr auf Jenseits-
    Verheisungen von ca. 103.000 Dax-Punkten.
    Fast schon religiös ,ein Börsenmesias halt.

  3. Avatar

    Jörg

    21. März 2016 13:51 at 13:51

    Der Raketenanstieg der US-Märkte (z. B. die jetzige „Fahnenstange“ beim Dow) beruht ganz offensichtlich auf notgedrungen-schmerzhaften aber massiven short covering.
    Auf http://www.zerohedge.com/news/2016-03-20/jpm-short-squeeze-largely-over lesen wir daß die meisten (großen?) Spekulanten short gegangen waren und nun zurückkaufen (hedgen) mußten. Auch dies: Die US-Großanleger hatten in den letzten Monaten Aktien verkauft – und nicht gekauft. Erst seit kurzem lliegen die Zukäufe wieder über den Verkäufen.
    Der short squeeze dürfte jetzt enden

    Zitat vom oben genannten link:
    „Finally, a major driver of market upside this past week was Quad Witching, the S&P rebal and OpEx, which as JPM’s head quant Marko Kolanovic warned last week, may now catalyze near-term weakness: ‚in the next week, we could see some downward pressure as the impact of option hedging is reversed. Historically, we have found that the market develops positive momentum during the 3rd week of the month (when there is a call imbalance), and this often reverses during the 4th week of the month.‘ „

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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