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Dax: Jetzt braucht es ein Wunder – oder die Chance der Bullen..

Die Bullen sind ganz klar in der Defensive, aber sie könnten jetzt das Überrraschungsmoment auf ihrer Seite haben!

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Der Dax ist im Grude durch alles durchgerauscht, was hätte Halt bieten können: zunächst der Unterstützungsbereich bei 12280/90 Punkten, dann gestern das Unterschreiten des vierfachen Bodens in der Zone um 12100 bis 12130. All das sieht nun doch reichlich unschön aus:


(Grafik durch anklicken vergrößern)

Man sieht: die nächstliegende Unterstützung findet sich erst im Bereich 11920/25 – aber wirklich “dick” ist diese Unterstützung eigentlich nicht. Tragfähiger scheint da der Bereich 11700 bis 11760 zu sein – also jene Zone, die der Dax nach dem Abverkauf Anfang Februar zur Bodenbildung nutzen konnte im März/Anfang April:


(Grafik durch anklicken vergrößern)

Jetzt geht es darum: war die gesamte Aufwärtsbewegung seit Ende 2016, als der Dax von 10500 Punkten schließlich bis 13600 Punkt steigen konnte – war das alles nur ein Intermezzo, das dann mit einer großen Top-Bildung, einer gigantischen Schulter-Kopf-Schulter-Formation abgeschlossen wird?

Charttechnisch sieht es so aus. Aber jetzt geht es um größere Dinge als Charttechnik – es geht jetzt um die großen politischen Entscheidungen, um den Handelskrieg, die Verhandlungen zwischen den USA und Kanada. Und vor allem um den US-Wahlkampf, der ein Kampf um eine Richtungsentscheidung ist: soll Trump weiter die USA beherrschen wie er es derzeit tut?

Für Trump steht jetzt viel auf dem Spiel: schneidet er schlecht ab bei den US-Zwischenwahlen, dann ist er im Grunde eine lahme Ente – konfrontiert mit einem Amtsenthebungsverfahren durch die Demokraten, diskreditiert bei den Republikanern, weil er sie nicht vor einer Niederlage hat bewahren können. Sein Image als ewiger Gewinner wäre zerstört.

Damit das alles nicht passiert, wird Trump alle Register ziehen – bis hin zu einer bewußten Eskalation mit dem Iran: ein US-Präsident, der die USA in einer Zeit der Kriegsgefahr führt, wird nicht abgewählt (dieser Gedanke dürfte bei Trumps Beratern sicher diskutiert werden). Oder, und das ist die zweite Variante, Trump entschärtf jetzt (kurzfristig!) die Dinge: dass etwa Nordkorea und Südkorea sich treffen, könnte darauf hindeuten, dass die Zölle gegen China erst einmal auf die lange Bank geschoben werden, weil man jetzt China wieder als Vermittler braucht, damit Trump wieder einen außenpolitischen Triumph einfahren und zeigen kann, dass er der geniale Deal-Maker ist.

Mit anderen Worten: Trump hat jetzt aktuell weniger Interesse an einer Eskalation mit China oder Kanada, sondern braucht jetzt “Deals”. Hierin liegt das Potential für positive Überraschungen für die Aktienmärkte!

Und speziell beim Dax gilt: es scheint eine plötzliche Annäherung zwischen Deutschland und Großbritannien in Sachen Brexit zu geben, gleichzeitig macht die neue italienische Regierung “auf brav” und will unterhalb der Defizit-Grenze bleiben. Von diesen beiden Seiten also auch eher Entspannnung.

Fazit: die (Dax-)Bullen sind ganz klar in der Defensive, aber sie könnten eben – wenn man die derzeitige weltpolitische Ausgangssituation betrachtet – jetzt das Überrraschungsmoment auf ihrer Seite haben!

 

By Josemanuel. – Own work, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1284536

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Lausi

    6. September 2018 09:28 at 09:28

    Also dieser Bulle (siehe Foto) hat mal wirklich Eier :-)

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Rüdiger Born: Indizes mit Rücksetzer?

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Die bullische Phase in den Indizes könnte weitergehen. Ob es aber zu Rücksetzern kommen kann? Über die aktuelle Lage bei Dax, Dow und Co spreche ich im folgenden Video. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service “Trade to Go” (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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Jetzt knallt´s! Trump gegen Twitter&Co – Folgen für die Aktienmärkte?

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Der Kampf zwischen Donald Trump und Twitter erreicht eine neue Dimension – wie reagiert der US-Präsident auf die neuerliche Markierung seines Tweets? Und welche Folgen hat das für die Aktienmärkte?

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Geldanlage: Dieser Mix bringt seit 120 Jahren die besten Renditen!

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Geldanlage mit mehr oder weniger Risiko? Der Mix macht´s

Wenn sich eine Schweizer Bank mit Professoren aus London und Cambridge zusammentut, um langfristige Rendite-Entwicklungen verschiedener Anlageklassen über 120 Jahre zu untersuchen, dann sollten Anleger das Ergebnis genau studieren. Denn was 120 Jahre lang gute Renditen abwarf, ist aller Wahrscheinlichkeit nach auch die richtige Wahl für Ihre Geldanlage. Schauen wir uns also an, was die Credit Suisse herausfand.

Wenig überraschend lautet das Ergebnis, dass Aktien global gesehen vor Anleihen und vor Geldmarktpapieren liegen. Um die Inflation bereinigt, warfen Aktien seit dem Jahr 1900 jährlich eine Rendite von 5,2% ab. Anleihen, in die Versicherungen und Pensionsfonds besonders große Anteile des Anlagevermögens investieren, kamen hingegen nur auf 2%. Die vor allem zum kurzfristigen Parken von Cash-Reserven genutzten Geldmarktpapiere, in dem Fall Schatzwechsel, brachten es als ein Instrument der Geldanlage hingegen nur auf 0,8%.

In Japan liegen Aktien mit Anleihen seit 50 Jahren fast gleichauf bei der Geldanlage

Nun könnten sich alle Aktionäre beruhigt zurücklehnen und darauf hoffen, dass sie mit ihrer Geldanlage in 50 Jahren reich sein werden. Doch so einfach ist es nicht. Denken wir nur an folgendes Szenario: Aktien crashen und laufen dann für Jahrzehnte seitwärts. Dass das kein Szenario aus dem Märchenbuch oder von weitgehend unbekannten Märkten in irgendwelchen Schwellenländern ist, zeigt Japan. Dort ist genau das passiert.

Die Einzelauswertung für Japan zeigt, dass Aktien als Geldanlage über 120 Jahre gesehen dann immer noch eine üppige Rendite abwerfen. Doch 120 Jahre werden nur die wenigsten Anleger alt. Auf Sicht von 50 Jahren liegen in Japan bereits die Anleihen vorn, wenn auch knapp mit 3,8% zu 3,6% Rendite. Auf Sicht von 20 Jahren ist die mit Anleihen erzielte Rendite in Japan jedoch den Aktien meilenweit voraus. Während Aktienbesitzer nur eine Realrendite von 1,5% erzielen konnten, spielten Anleihen 3,7% pro Jahr ein. Geldmarktpapiere sind im Japan-Szenario in allen Zeithorizonten Kapitalvernichter gewesen. In 120 Jahren verloren Geldmarkt-Anleger 1,8% Realrendite pro Jahr. In 20 Jahren immerhin noch 0,1%. Nur auf Sicht von 50 Jahren konnte eine Mini-Rendite von 0,2% eingefahren werden.

Weltweit brachten Anleihen in 20 Jahren kaum noch Mehr-Rendite

OK, nun mag Japan ein besonderer Fall sein, oder nicht? Nein, weltweit haben Anleihen bei der Geldanlage Aktien in den vergangenen 20 Jahren geschlagen. Global gesehen konnten Anleger seit dem Jahr 2000 mit Anleihen 4,8% verdienen, mit Aktien jedoch nur 3,1%. Auch auf Sicht von 50 Jahren ist der Rendite-Vorsprung von Aktien nicht mehr so üppig, wie man glauben könnte. 5,5% für Aktien vs. 4,8% für Anleihen dürften den einen oder anderen Anleger zum Nachdenken bringen. Lohnt sich das höhere Risiko von Aktien wirklich, wenn auf Sicht von 50 Jahren nur ein Renditevorsprung von 0,7 Prozentpunkten pro Jahr dabei herausspringt?

Von allen untersuchten Märkten schaffte es nur einer, auch in den vergangenen 20 Jahren mit Aktien eine deutliche Mehr-Rendite gegenüber Anleihen zu erzielen: China. 9,6% Real-Rendite mit Aktien stehen nur 3,1% Real-Rendite mit Anleihen gegenüber. Doch Chinas Markt gleicht inzwischen weitgehend dem Japans, Westeuropas oder dem der USA: Die Unternehmen zeigen nur noch mageres Gewinnwachstum, die Wirtschaft wächst kaum noch, doch die Schulden steigen unaufhörlich. Das hat auch Folgen für die Geldanlage!

Geldanlage-Strategie für China: Anleihen kaufen!

Auch bei den Zinsen geht China bereits den westlichen und japanischen Weg. Der Leitzins sank von 5,1% im Mai 2015 auf 3,85% im Mai 2020 und erwartet wird eine weitere Absenkung auf 3,7% bis zum Quartalsende. Sinkende Zinsen bedeuten gleichzeitig auch steigende Preise für bereits früher herausgegebene Anleihen. Je länger die Restlaufzeit der Anleihen ist und je stärker die Zinsen sinken, umso größere Kurszuwächse kann ein Anleger mit diesen Papieren erzielen.

Eine aussichtsreiche Anlage-Strategie kann also darin bestehen, jetzt auf chinesische Anleihen zu setzen und sinkende Zinsen sowie damit einhergehend steigende Anleihe-Preise zu erwarten! Insgesamt erwarten die Studien-Autoren weltweit sinkende Real-Renditen in allen Anlage-Klassen. Je niedriger die Realzinsen sind, also die gezahlten Zinsen abzüglich Inflation, umso geringer würden auch die Real-Renditen der verschiedenen Anlageklassen ausfallen. Die Bäume wachsen bei der Geldanlage inzwischen nicht mehr in den Himmel. Zu erwarten sind künftig wohl eher bodennahe Sträucher.

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