Indizes

Dax – jetzt nach unten?

Von Christoph Lange

Der deutsche Leitindex DAX verabschiedete sich mit Abschlägen nach einem neuen Allzeithoch ins Wochenende. Den Anstieg in neue Höhen hat der dreifache Hexensabbat (Verfall von Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien) zweifelsohne begünstigt.
Aus dem Irak erreichte die Marktteilnehmer am Freitag die Nachricht, dass das zweitgrößte Ölunternehmen des Landes, North Oil Company in Kirkuk, wegen der andauernden Kämpfe ihre Produktion um mehr als die Hälfte herunterfahren wird.
Auch aus der Ukraine kommen wieder beunruhigende Nachrichten: Es wurde über heftige Kämpfe in der Grenzregion mit Russland berichtet. Nach Angaben der ukrainischen Regierung soll die ukrainisch-russische Grenze in der Hand von Regierungstruppen sein. Der Kreml hat indessen Truppen an die Grenze verlegt, um die Sicherheit zu verstärken.

Wie die EZB am Freitag mitteilte, ist der Überschuss in der Leistungsbilanz der Eurozone im April gestiegen.
Am Rande des Treffens der EU-Finanzminister bestätigte EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure die grundsätzliche Bereitschaft der EZB, zu massiven Anleihenkäufen zu greifen, sollte die Inflation im Euroraum für längere Zeit niedrig blieben. Doch derzeit sieht er keinen Handlungsbedarf.

Heute stehen im Fokus: Einkaufsmanageridizes (Service und verarbeitendes Gewerbe) in Deutschland und der EU sowie die Verkäufe bestehender Häuser in den USA.

Der DAX hatte den Freitag mit einem Down-Gap eröffnet. Die Lücke konnte aber schnell geschlossen werden. Unmittelbar vor dem Verfall des Index-Futures markierte der Kurs seinen neuen Allzeithoch an der Marke von 10 056 Punkten. Dann fiel der DAX zurück und schloss den Handel unterhalb der Eröffnungsnotierung genau an der psychologisch wichtigen Linie von 10 000 Zählern.
Der DAX kann weiter steigen, wenn er 9972,5 – 9935,5 verteidigen kann, aber…
Aber die Luft nach oben scheint momentan immer dünner zu werden. Dafür sprechen Indikatorendivergenzen (Chart).
Dafür spricht auch die allgemeine Stimmungslage vieler Analysten, die unisono von weiteren Kursanstiegen und der Unterbewertung zahlreicher DAX-Aktien überzeugt sind. Bei diesem durchweg positiven Sentiment gilt die alte Börsenwahrheit: sell on good news oder auch die weisen Worte von John M. Templeton, dem Gründer des Templeton Growth Fund, dem weltweit größten Investmentfonds: „Es ist nicht möglich, ein überragendes Anlageergebnis zu erzielen, es sei denn, man macht etwas anderes als die Mehrheit“.
Sollte der Kurs tatsächlich fallen, bietet 9728-9730 eine solide Unterstützung.

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