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Dax: Kommt jetzt die Gegenreaktion? Ein wichtiger Handelstag..

Nachdem der deutsche Leitindex seit seinem recht merkwürdigen Euphorie-Schub am letzten Donnerstag konstant verloren hat und die Abwärtsbewegung sich gestern intensivierte, muß heute so etwas wie eine Gegenreaktion kommen, wenn der Index nicht vollends „absaufen“ will!

Auffallend ist, dass die am Donnerstag kurzzeitig geschlossene Lücken zu den US-Indizes wieder sehr groß geworden ist – würde der Dax auf dem Niveau des S&P 500 handeln, läge er deutlich über der 12900er-Marke:


(Dax orange, S&P 500 schwarz, Chart durch anklicken vergrößern)

Aber davon ist der Dax doch recht weit entfernt! Zwar zog die Wall Street den X-Dax gestern mit nach oben, aber bislang ist noch nicht einmal die Schließung des gestrigen Abwärtsgaps gelungen:


(Grafik durch anklicken vergrößern)

Und damit ist nach wie vor die Gefahr eines folgenreichen Doppel-Tops beim Dax gegeben – und das obwohl der Dax scheinbar mit dem Handelskrieg Trumps gegen China nicht viel zu tun hat. Gleichwohl, das scheint man zu ahnen, ist Deutschland der nächste Kandidat für Strafzölle durch die USA, sodass besonders die deutschen Autobauer und damit das Herz des deutschen Exports in Gefahr ist.

Dazu die sich eintrübende deutsche Konjunktur seit Februar – es vergeht kein Tag, an dem deutsche Wirtschaftsinstitute nicht ihre Prognosen für das BIP nach unten korrigieren für das Jahr 2018. Weil deutsche Firmen schwere Zeiten erwarten, werden bereits Investitionen gedrosselt und wird zögerlicher bei Neueinstellungen vorgegangen, wie eben diese Wirtschaftsinstitute berichten. Dazu die Gefahr eines Bruchs der Großen Koalition in Berlin mit dann folgender politischer Unsicherheit – in der Summe spricht also nicht so furchtbar viel dafür, dass der Dax zu neuen Höhenflügen ansetzen würde.

Was muß jetzt passieren, damit die Bullen wieder Oberwasser bekommen? Ziemlich viel. Zunächst das Schließen des Abwärtsgaps von gestern, dann aber sollte zwingend der Bereich 12850/60 überwunden werden. Wirklich aus dem Schneider wäre der Dax indes erst mit einem (nachhaltigen) Überschreiten der 13200er-Marke und der damit verbundenen Deaktivierung des dortigen Doppel-Tops.

Einen Lichtblick gibt es: die gestern erfolgte Bodenbildung bei 12600 Punkten. Diesen Bereich darf der Dax nun nicht mehr unterschreiten, sonst droht ein weiterer schneller Abverkauf unter das bisherige Verlaufstief bei 12540 Punkten mit dann deutlich tieferen Kurszielen (vor allem die Zone um 12335).

Handelstage nach Schwächeanfällen, wie der Dax ihn gestern erlebt hat, sind meist sehr aussagekräftig: Sie verraten viel über die „innere Verfassung“ eines Index, geben Auskunft über die „innere Taktung“. Das bedeutet: wenn heute keine vernünftige und kraftvolle Gegenbewegung folgt, werden die Bären weiterhin das Szepter in der Hand halten..



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