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Dax: Kritische Phase

FMW-Redaktion

Der Dax kommt nun in eine kritische Phase, nachdem an der Wall Street mehr und mehr Ernüchterung einkehrt. Noch ist das alles nur eine Art Verschnaufen, aber es häufen sich doch die Warnsignale: Rohstoffe, die während der Trump-Rally stark gestiegen waren in der Hoffnung auf das massive Infrastrukturprogramm Trumps, erleben seit Anfang März ein Blutbad, gestern vor allem Öl mit -5% und dem größten Abverkauf in 2017, Kupfer ohnehin im freien Fall. Und in den USA kommen Junk Bonds unter Druck, die Risikoprämien steigen steil an seit der hawkishen Wende der Fed.

Dass der Bullen-Lauf zumindest in Frage gestellt ist, zeigt das gestrige Gerücht, wonach Carl Icahn, der Großspekulant und Berater Trumps, die Trump-Rally für beendet sehe – ein solches Gerücht wäre in einem intakten Bullen-Markt nicht aufgekommen, weil nicht glaubhaft. Vielleicht ist die Rally übergeordnet nicht vorbei, aber es ist offenkundig nun erst einmal eine Pause angesagt.

Überwiegend negativ auch die Märkte in Asien, mit Ausnahme des Nikkei, der aufgrund des Anstiegs bei Dollar-Yen leicht positiv bleibt:

Shanghai Composite -0,71%
CSI300 -0,63%
ChiNext -0,53%
Nikkei +0,34%

An den US-Märkten wiederholt sich das vorherige Muster, nur diesmal mit negativen Vorzeichen: waren die Pluszeichen zuvor minimal, aber stetig, so sind es nun die Minuszeichen. Das gilt auch für den Dax, der sich kaum von der Stelle bewegt und heute auf X-Dax-Basis unverändert eröffnet:

Im kurzen Zeitfenster ist nun entscheidend, dass der Dax den Unterstützungsbereich 11915/20 halten kann – gelingt das, bleiben die Chancen intakt, noch einmal ein neues Jahreshoch über der 12100er-Marke zu erreichen. Gelingt das nicht, sind die nächsten Auffang-Stationen die 11860 und 11835, also das viel beschworene Gap. Darunter dann die sehr wichtige Zone bei 11720 bis 11690 Punkten, die die Wegscheide ist für Wohl oder Weheauch im mittelfristigen Chartbild.

Heute als Hauptevent Mario Draghi, und man darf dann belustigt zusehen, wie er sich dreht und wendet, um die Inflation klein zu reden. Faktisch hat die Notenbank nun die Wahlen im Blick, und vor diesen Wahlen wird die EZB nichts an ihrer ultralaxen Geldpolitik ändern. Was Wahlbeobachtung eigentlich mit dem Mandat der EZB (Preisstabilität) zu tun haben soll, ist eine Frage, die auf einem ganz anderen Blatt steht – die Notenbank ist zur politischen Feuerwehr mutiert, die sich solange in Bereitschaft hält, als Brandgefahr besteht. Mit selbst gesetzten Regeln oder gar geldpolitischen Mandaten ist all das schon lange nicht mehr in Einklang zu bringen. Wir jedenfalls werden ab 14.30Uhr amüsiert die Ausreden Draghis in Headlines dokumentieren..



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2 Kommentare

  1. Ich meine zwar auch, dass der DAX nicht mehr viel weiter steigen sollte, aber deutsche Wertarbeit zu Billiglöhnen aus Schröders Agenda 2010 unterstützt mit einer südeuropäischen Billiglohnwährung können dem DAX schon noch eine Weile helfen!

  2. bin ganz Deiner Meinung, die armen Arbeiter bei BMW oder Mannesmann kommen kaum über die Runden….

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