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Dax: Kurs-Killer DAX-Aufnahme – Delivery Hero nächstes Beispiel?

Wolfgang Müller

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Normalerweise ist der Aufstieg in den Leitindex eines Landes wie dem Dax so etwas wie eine höhere Weihe und sollte dem betreffenden Unternehmenskurs weiteren Auftrieb geben: Schließlich ist die Aktie – wie derzeit Delivery Hero – dann in verschiedenen Indizes vertreten und muss nachgekauft werden. Dass die Aufnahme in die oberste Börsenliga kurz- und mittelfristig keine Garantie für höhere Kurse ist, das zeigt unser Leitindex Dax mit seinen Neulingen, wie eine Auswertung der letzten Jahre ergeben hat.

Dax: Jüngstes Beispiel Delivery Hero

Berlin holt auf. Mit dem ehemaligen Start-Up-Unternehmen, der sehr international aufgestellten Online-Plattform für Essensbestelldienste, Delivery Hero, hat man jetzt ein zweites Unternehmen im deutschen Leitindex, aber für die Aktieninhaber könnte damit erst einmal eine börsentechnische Magerperiode anstehen. Der Wert verlor an seinem ersten Handelstag rund ein Prozent, während der Dax mit zwei Prozent über die 13.000-er-Marke sprang. Folgt jetzt Delivery Hero anderen Neulingen im Dax, die nach ihrer Aufnahme den Index zunächst eine Zeitlang „underperformten“? Die Aktie verlor, seit klar wurde, dass sie in den Dax aufgenommen werden würde bereits um sechs Prozent – allerdings muss erwähnt werden, dass sie sich vom Coronatief im März vorher bereits verdoppelt hatte. Aber ungewöhnlich ist dieses Kursverhalten schon, schließlich müssen Indexfonds am Tag der Aufnahme den Wert kaufen, um den Index nachzubilden. Dennoch ging der Kurs trotz des Kaufzwanges erst einmal nach Süden. Delivery Hero ist kein Sonderfall, nach der Aufnahme in den Dax scheint bei den Neulingen erst einmal die Luft heraus zu sein.

Kurstreiber Spekulation auf den Aufstieg

Es ist keine große Fantasie notwendig, um nach den Kriterien für eine Dax-Aufnahme (Marktkapitalisierung mind. Rang 35 und Börsenumsatz mind. Rang 45) die Kandidaten für den Aufstieg einzugrenzen. Das führt damit zu den Prinzipien Antizipation und Hoffnung, die das Geschehen an der Börse von außen so rätselhaft erscheinen lassen. Die Marktteilnehmer kaufen in der Erwartung auf eine Aufnahme mit dem Bewusstsein, dass dies zu Index-basierten Käufen führen wird und nehmen dann Gewinne mit: „Buy the fantasy and sell the facts“. Das ist das System Börse: Wenn ein System identifiziert wird, welches Gewinne verspricht, wird es rasch kopiert, einprogrammiert – und verliert rasch seinen Effekt.

Ganz nebenbei bemerkt: Man sollte immer misstrauisch werden, wenn auf Gebührenbasis ein neues System am Markt angeboten wird, mit dem sich Überrenditen erzielen lassen. Wenn, dann ist das System rasch verbraucht (kopiert), außerdem würde derjenige, der so etwas herausgefunden hat, dies solange als möglich geheimhalten. Außer er verdient an den Gebühren bei seiner Verbreitung.

Die bisherige Entwicklung der Neulinge im Dax

Natürlich gibt es zur Performance der Aufsteiger in den Dax seit 1987 Untersuchungsergebnisse. Die Firma Multi Family Office HQ Trust fand heraus, dass es fast schon zur Regel geworden ist, dass die Aufsteiger zur Schwäche neigen. Im Schnitt liegen die Neulinge 14 Prozentpunkte hinter dem Leitindex zurück – und nur in acht von 25 Fällen konnten die Aufsteiger ein besseres Ergebnis liefern als der Dax.

Aber: Im Jahr vor der Aufnahme legen die Titel im Schnitt um 25 Prozent gegenüber dem Dax zu.

Natürlich gibt es auch die Unternehmen, die aufgrund ihrer Gewinnentwicklung oder anderer günstiger Umstände den Gesamtmarkt geschlagen haben. Hier ein kleiner Überblick über die größten Ausreißer nach oben und unten:

Gewinner:

Continental plus 34,1 Prozent (auf Jahressicht gg. DAX)
Fresenius plus 22,1 Prozent
Infineon plus 20,7 Prozent
Verlierer:

MTU Aero Engines minus 41,5 Prozent
Covestro minus 37,7 Prozent
ProSiebenSat1 minus 32,3 Prozent
K+S minus 27,6 Prozent
Wirecard minus minus 15,3 Prozent

Der Skandaltitel im Dax, Wirecard, fiel um moderate 15 Prozent, trotz absonderlicher Wachstumszahlen, wie wir heute wissen. Dafür war die Aktie in den 12 Monaten zuvor auch um 100 Prozent gestiegen.

Jedenfalls scheinen sich die beschriebenen Negativ-Effekte seit der Finanzkrise noch verstärkt zu haben. Seit dieser Zeit blieben gleich sieben von elf Titeln hinter dem Index zurück, es hat sich halt doch herumgesprochen.

Fazit

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen und unter dem Bewusstsein des antizipatorischen Prinzips, sollte man bei Indexneulingen sehr vorsichtig sein bei dem Kauf der Titel. Es ist schon viel eingepreist – allerdings auch nicht immer alles, wie die Studien aus 32 Jahren Historie des Dax aufzeigen.

Interessant wäre für mich auch eine Studie, wie diese Verhältnisse in den USA aussehen. Ob dort die Antizipation einer Indexaufnahme schon für die großen Kursanstiege gesorgt hat und anschließend Magerkost angesagt ist? Wenn ja, dann könnte die (inzwischen nicht mehr sichere) Aufnahme von Tesla in den S&P 500 für Shortseller die ersehnte Korrektur bedeuten. Verlassen sollte man sich nicht darauf, denn da gibt es noch Elon Musk, den begnadeten Vermarkter von Visionen..

Warum Aufsteiger in den Dax wie Delivery Hero oft schlecht laufen

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Zimmermann

    26. August 2020 14:08 at 14:08

    Delivery kämpft meiner Meinung gegen das Wirecard Debakel an. Da sind die Anleger mal vorsichtig Der Deutsche Michl ist da sehr nachtragend. Der lässt sich nicht gern verarschen.

    Was Telsa anbelangt, kann alles passieren. Die können locker nochmal 20% steigen.

    Denn Tesla ist weder eine Aktie noch ein Autobauer, sondern eine Religionsgemeinschaft. Wussten Sie das noch nicht?

    Sie müssen da mal in den einschlägigen Foren, was gegen Tesla anbringen, dann wissen Sie was ich meine. Übrigens bei Wircard gab es auch solche Phasen. Da war die Aktie Sakrosankt und kurz vor der Heiligsprechung.

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Warum ich keine Lieblingsaktien habe! – Werbung

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Lieber Börsianer,

was ist Ihre Lieblingsaktie? Welchem Titel halten Sie unbedingt die Treue und gehen quasi mit ihm durch dick und dünn? Hier verzeihen Sie auch einmal schlechte Nachrichten, weil Sie von dem Unternehmen wirklich überzeugt sind. Das Phänomen der Lieblingsaktie kann auch gleich für eine ganze Branche gelten. So schworen viele Privatanleger vor einigen Jahren auf Unternehmen aus der Edelmetall-Branche. In fester Erwartung eines Euro-Untergangs wurde diese Branche für viele Privatanleger zum bevorzugten Ort der Investition.

Typisch für eine solche Situation ist, dass wir die Nachrichtenlage dann nur noch sehr eingeschränkt wahrnehmen. Schlechte Nachrichten zu unserer Lieblingsaktie blenden wir aus. Gute Nachrichten hingegen bewerten wir in ihrer Bedeutung für die Kursentwicklung über. Mehr noch: Oftmals bilden wir in unseren Lieblingsaktien deutliche Übergewichtungen in unseren Depots, weil wir hier gerne mehrfach kaufen. Plötzlich steht Ihre Lieblingsaktie dann für 10 oder 20 % Ihres Gesamtdepots. Wenn Ihre Lieblingsaktie dann einmal schwächelt, ist Ihr Depot aufgrund der Übergewichtung chancenlos.

Aber wie entsteht eigentlich so eine Lieblingsaktie in unserem Depot? In aller Regel steht am Anfang zunächst eine starke Performance. Folglich mögen wir diese Aktie, weil sie uns eben zunächst viel Rendite beschert hat. Am besten können wir die Produkte unseres Lieblingsunternehmens im Alltag auch noch erfahren und quasi anfassen. Tatsächlich schätzten in der Vergangenheit viele deutsche Privatanleger die Aktien von BMW oder Daimler, weil sie privat ein…..

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Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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