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Dax: Lebt er in einer ganz anderen Welt?

Lebt der Dax in einer ganz anderen Welt? Der deutsche Leitindex gestern mit purer Euphorie, nachdem der Nikkei 2% gewonnen hatte. Der Dax erreichte fast die Marke von 13.500 Punkten und reagierte kaum negativ, als die US-Indizes, die zuvor Allzeithochs erreicht hatten, teilweise sogar ins Minus drehten (Nasdaq und Russell2000). Geht das so weiter?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Lebt der Dax in einer ganz anderen Welt? Der deutsche Leitindex gestern mit purer Euphorie, nachdem der Nikkei 2% gewonnen hatte. Der Dax erreichte fast die Marke von 13.500 Punkten und reagierte kaum negativ, als die US-Indizes, die zuvor Allzeithochs erreicht hatten, teilweise sogar ins Minus drehten (Nasdaq und Russell2000).

Derzeit lebt der Dax, aber auch der Nikkei, scheinbar in einer anderen Welt als die US-Indizes: der Dax und andere europäische Indizes haussieren, weil sie den etwas luftigen Verprechen der EZB Glauben schenken, dass die Notenbank niemals von ihrer Seite weichen werde (wer´s glaubt, wird auf jeden Fall selig!). In Japan dagegen anhaltende Euphorie über den Wahlsieg von Ministerpräsident Abe, der faktisch die Geldpolitik in Nippon bestimmt – auch hier das Versprechen, dass die ultralaxe Geldpolitik auf ewig bestehen bleibe.

Aber in den USA ein anderes Bild: die Fed hat gestern klar gemacht, dass sie im Dezember die Zinsen anheben werde, und ihr optimistischer Ton in Sachen US-Konjunktur deutet daraufhin, dass sie eher mehr als weniger Zinsanhebungen in 2018 machen wird. Zumal wenn die Trumpsche Steuerreform wirklich kommen würde, so, wie Trump sich das vorstellt, nämlich als „größte Steuerreform der Geschichte“ (darunter macht er es natürlich nicht..).

Nun aber gibt es da ein kleines Problemchen: eine sofortige und dauerhafte Senkung der Unternehmenssteuer würde das US-Defizit stärker erhöhen, als in der Budget Resolution des Senats vorgesehen, also scheint man im Abgeordnetenhaus auf eine stufenweise Senkung im heute um 14.00Uhr veröffentlichten „Tax Plan“ zu setzen: entweder gleich runter auf 20%, dann schrittweise wieder hoch, oder schrittweise runter von 35% auf dann 20%. Das aber wäre viel zu wenig für die Wall Street, wäre auch viel zu wenig für Trump, für den dann die „größte Steuerreform der Geschichte“ in einem Steuerreförmchen enden würde – mit dazugehörigem „Gesichtsverlust“ für Trump!

Also wird man sehr genau hinschauen heute, wie der „Tax Plan“ aussieht! Ebenso auf die Ernennung des neuen Fed-Chefs (Verkündung auf 20.00Uhr deutscher Zeit geplant). Und dann natürlich um 21.30Uhr die Zahlen von Apple, die für ganze Sektoren von großer Relevanz sind und die Märkte insgesamt bewegen dürften. Hier ist eher Mäßiges zu erwarten, schon weil wohl viele sich mit iPhone-Käufen zurück gehalten haben werden in Erwartung des Wunder-Smartphones iPhone X.

Der X-DAx hält sich auch heute im Vergleich zu den US-Indizes gut:


(Charts durch Anklicken vergrößern)

Dabei hat der Dax, der lange schwächer war als der große Bruder S&P500, seinen Leitwolf inzwischen überholt:


(Dax schwarz, S&P500 orange)

Man kann also durchaus sagen, dass sich der Dax weit vorwagt – und nun hoffen muß, dass die US-Indizes nicht „wegbrechen“, sollte der „Tax Plan“ oder die Zahlen von Apple enttäuschen. Oder Trump doch jemand anderen als Jerome Powell zum neuen Fed-CHef ernennen..

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