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Dax: „Letzte Chance vertan!“

Dem Dax fehlt die Kraft nach oben – aber woher sollte er diese Kraft derzeit nehmen?

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Nachdem Theresa May einmal mehr gescheitert ist mit ihrem Brexit-Deal, heißt es nun seitens der EU: damit sei die letzte Chance vertan (so heute der Vize-Präsident der EU-Kommission, Pierre Moscovici). Hat auch der Dax seine letzte Chance vertan?

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Die Kräfte des Dax schwinden

Blickt man auf den Dax, so fällt auf, dass auf der Oberseite nun offenkundig die Kräfte schwinden: da ist das Doppel-Top bei 11680 Punkten (eine markante Zone schon im Oktober und November 2018), dazu noch das erneute Scheitern am Widerstand bei 11635/40 Punkten:

Nun besagt ein Bonmot an der Börse: was nicht steigt, hat die Tendenz zu fallen! Und dieser Fall könnte sich beschleunigen, wenn der Dax die Unterstützung bei 11400 Punkten (ein Trippel-Boden) brechen sollte. Passiert das, dann würde sich eine Top-Formation komplettieren mit erheblichem Abwärtspotential – denn der deutsche Leitindex fiele damit auch aus dem Aufwärtstrendkanal seit dem Dezember-Abverkauf:

(Chart: northmantrader.com)

Mithin wäre damit also der Aufwärtstrend „kaputt“ – und damit mittelfristig das Tor wieder geöffnet für neue Tiefs sogar unter dem Verlaufstief im Bereich der 10300er-Marke!

Aber so weit sind wir noch nicht – der nahende Verfall am Freitag könnte Schlimmeres zunächst verhindern. Aber damit der Dax wirklich wieder charttechnisch erstarkt, müssten eben auch die besagten Hochs bei 11680 und 11635/40 Punkten überwunden werden, und das zeichnet sich jetzt zumindest nicht ab.

 

Woher kann ein Aufwärts-Impuls kommen?

Was könnte eine solche Aufwärts-Bewegung auslösen? Ein grandioser Deal zwischen den USA und China vielleicht – aber es ist zuletzt auffällig still geworden um das Treffen zwischen Trump und Xi Xinping, man weiß nur, dass der 27.März gestrichen ist und die Verhandlungen weiter laufen. So oder so: für Xi Xinping ist die Option, nach Mar-A-Lago zu Trumps zu kommen um dort dann untertänigst ein Vereinbarung zu unterschreiben, keine sehr attraktive Option (wenn dann eher auf neutralem Gebiet). Robert Lighthyzer hat gestern bei einer Anhörung einmal mehr betont, dass nach wie vor „Differerenzen“ zu überwinden seien..

Auch der Brexit scheint eher nicht als Positiv-Faktor für den Dax zu taugen; der Absturz von Boeing auch nicht, zumal das viele Fluglinien belastet, aber auch Zulieferer vor allem in den USA. Noch ist also nicht wirlich absehbar, was dem Dax Flügel verleihen könnte..

Auch die heute anstehenden Konjunkturdaten sind dazu wohl nicht angetan – heute im Fokus die EU-Industrieproduktion (11Uhr) sowie die US-Aufträge langelebiger Wirtschaftsgüter (aus dem Januar), die in der Headline-Zahl schon deshalb schlecht ausfallen sollten, weil Boeing im Dezmeber noch 246 Flugzeug-Aufträge bekam, im Januar aber nur noch 46 (wie die Boeing-Zahlen zukünftig ausfallen werden, kann man sich schwarz-malen..)

2 Kommentare

2 Comments

  1. Moritz

    13. März 2019 09:30 at 09:30

    Interressant wird es werden, wann und wie viele 737 Bestellungen storniert werden…

  2. Sammelkläger

    13. März 2019 09:49 at 09:49

    Interessant könnte auch werden, wie Boeing haften müsste, wenn nachgewiesen wird, dass das verbastelte Flugzeug nicht hätte fliegen dürfen. Könnte da nicht eine riesige Anwaltsindustrie mit Sammelklagen den Wirtschaftsabschwung abmildern. Oder gelten gegen US Firmen andere Gesetze.

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Der Boom ist zu Ende

Nach Jahren des Booms soll es 2019 einen Rückgang von bis zu 20% im Bereich von Fusionen und Übernahmen in Deutschland geben. Dabei setzte bei der Spitzendisziplin des Investmentbankings (M&A) im ersten Quartal bereits ein Schrumpfen von 67 % bei den Ankündigungen ein, wie der Finanzdatenanbieter Refinitiv ausgerechnet hat. Im ersten Quartal 2018 hatte es noch einen richtigen Rausch auf diesem Gebiet gegeben.

Und wen erschwischt es dabei besonders? Dreimal dürfen Sie raten, richtig, die Deutsche Bank. Den deutschen Branchenprimus traf es im ersten Quartal besonders deutlich. Das Geldhaus erscheint bei Refinitiv nicht mehr unter den ersten zehn Topadressen bei Fusionen und Übernahmen in Deutschland, in früheren Zeiten eine Unmöglichkeit. Man glaube zwar im Gesamtjahr wieder zulegen zu können, gerade nach einer Fusion mit der Commerzbank. Aber…..?

Auch das Geschäft mit Börsengängen (IPOs) ist im ersten Quartal richtiggehend eingeschlafen. Das Geschäft mit Aktienemissionen brach laut Refinitiv um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Zuletzt hatte Volkswagen den Börsengang seiner Nutzfahrzeugsparte unter dem Namen Traton abgesagt.

Der Leiter des Bereichs Börsengänge bei EY, Martin Steinbach, fasste es so zusammen: „Eine Mischung aus Konjunktursorgen, Handelskonflikten und politischen Unsicherheiten wie dem Brexit hat viele Börsenkandidaten dazu veranlasst, zunächst abzuwarten und zu schauen, ob sich in den Folgequartalen wieder IPO-Fenster öffnen“.

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