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Dax: Long-Positionen derzeit sehr riskant – ein Blick auf die Weltwirtschaft

Die Bundesregierung erwartet einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf bis zu 7,5 Millionen! Natürlich wird sich der Dax dieser Entwicklung nicht entziehen können!

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Die Aktienmärkte – so auch der Dax – konnten sich rund um die Welt deutlich von dem Schock vom März erholen. Und so verwundert es nicht, dass sich wieder Optimismus in die Köpfe der Akteure einnistet. Doch die wirkliche Verfassung sieht alles andere aus, als das dadurch Euphorie gerechtfertigt wäre. Der Blick auf den Chart des Baltic Dry Index zeigt, dass der Welthandel so gut wie zum Erliegen gekommen ist.

Der Baltic Dry Index zeigt, dass es für den exportlastigen Dax schwer werden wird

Und das nicht erst seit Corona, sondern wie der Chart es eindeutig aufzeigt, konnte sich der Welthandel seit der Finanzkrise aus dem Jahr 2008 nicht wieder erholen. Mit einem Punktestand von aktuell 751 Zählern, kann der Index für den weltweiten Frachtschiffverkehr von seinem Allzeithoch aus 2008 von sage und schreibe ca. 11.750 Punkten nur träumen.

Der Baltic Dry Index in der Langzeitperspektive

Dabei nehmen sich die charttechnischen Aussichten für die Aktienmärkte und damit auch für den Dax alles andere als positiv aus. Für die folgenden Monate ist demzufolge von einem erneuten Kursrutsch auszugehen. Die Corona-Oper wird die Gesellschaften nachhaltig verändern, werden wieder die Nationalstaaten, mit einer wesentlich höheren Produktionstiefe, in den Fokus rücken.

Zeigt diese Inszenierung doch die totale Abhängigkeit von China und damit die enorme Verletzlichkeit unserer Gesellschaften. Mit diesem Aspekt im Hintergrund sollte es nicht überraschen, dass nun wieder alle Augen auf das Reich der Mitte gerichtet sind, dass alle Hoffnungen auf das Wiederbeleben der chinesischen Wirtschaft liegen.

So zahlt Japan Firmen, welche bereit sind, ihre Produktion aus China abzuziehen, enorme Zuschüsse. In den USA werden immer mehr Stimmen laut, die da fordern heimkehrenden Firmen die gesamten Umzugskosten zu erstatten. Sollten sich diese Forderungen realisieren, steht dem Welthandel wohl eine eher düstere Perspektive bevor.

Davon betroffen ist dann die gesamte Transportbranche, die gesamte Industrie, die gesamte Logistikbranche. Schiffe und Transporter müssen dann in einem deutlich geringeren Volumen gebaut werden; Werften; Maschinenbau; Stahlindustrie usw. werden diese Entwicklung wohl mit Argusaugen beäugen.

Der Dax Subsector Transportation

Der Chart des Dax subsector Transportation Services liefert ein Abbild der Transport und Logistikbranche. Mit einem Punktverlust von 63 Prozent erübrigt sich jeglicher Kommentar. Die Auswirkungen des gesamtgesellschaftlichen Stillstandes werden sich erst in der Folgezeit abzeichnen. Dann nämlich, wenn die derzeitigen Kurzarbeiter zu Arbeitslosen werden.

Die Bundesregierung selbst geht von diesem nicht sonderlich erbaulichen Szenario aus. Wie ein internes Papier des Wirtschaftsministeriums es aufzeigt, erwartet die Regierung einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf bis zu 7,5 Millionen! Natürlich kann sich der Dax dieser Entwicklung nicht entziehen. Wie ich es in den Langzeitanalysen immer wieder aufzeige, erwarte ich für die nächsten Monate eine unruhige Zeit – und noch keinen neuen nachhaltigen Aufwärtstrend beim Dax.

Auf lange Sicht sehe ich in eine rosige Zukunft! Die Wirtschaften werden sich erholen. Die künftigen Währungen werden wieder Gold gedeckt sein. Deutschland steht vor enormen gesellschaftlichen Veränderungen und wird diese zum Positiven hin auch bewältigen.

Der charttechnische Ausblick für den Dax

Der Dax konnte sich nur unwesentlich vom Niveau der Vorwoche entfernen. Mit Schlusskurs vom Freitag klebt der Index direkt am 0.50 Retracement (10.673 Punkte) und damit an einer widerstandsfähigen Kursmarke. Mit dieser Performance unterstreicht der Dax einmal mehr, dass die scharfe Korrektur vom März längst noch nicht verdaut wurde. Denn der Aufbau der kleinen Rallye erinnert an alles andere als an das Fundament für einen neuen Aufwärtstrend.

Ausblick:

Mit Erreichen des Widerstandes bei 10.673 Punkten (0.50 Retracement) konnte der Dax ein sehr wichtiges Kursniveau erreichen. Der bereits zu verzeichnende Schlusskurs über dieser Barriere ist ein Indiz dafür, dass dem kleinen Trend noch etwas Raum zur Verfügung steht. Mit dem 0.62 Retracement bei 11.339 Zähler steht dann auch die idealtypische Ziellinie für (A) in überschaubarer Entfernung. Im Chart habe ich dieses Szenario noch nicht dargestellt, doch besteht sehr gut die Möglichkeit, dass sich Welle (A) als Diagonalimpuls (1-2-3-4-5) ausbildet.

Der Dax in den nächsten Wochen

Mit diesem Szenario zum Hintergrund versteht sich die kleine Aufwärts-Korrektur der letzten Tage als Welle (4). Die Bestätigung für diese Lesart würde indes erst durch einen erneuten Sprung über die 0.50-Linie (10.673 Punkte) geliefert. Die kleine (5) sitzt daher nur provisorisch auf dem Top, um Absicherungsmarken zu generieren. Denn ein eventuelles Unterschreiten des kleinen 0.24 Retracements bei 10.450 Zählern, würde den kleinen Höhenflug des Dax sofort abschließen. Beide aufgezeigte Varianten sind möglich, wenngleich das Pendel in Richtung 11.339 Punkte ausschlägt.

Fazit:

Der Dax steht unmittelbar vor dem Abschluss des kleinen seit Mitte März laufenden Aufwärtstrend. Ein Engagement zum jetzigen Zeitpunkt würde sehr riskant erscheinen. Zur Absicherung eignet sich das 0.62 Retracement bei 9.877 Punkten.

Dem Dax steht ein Gewitter bevor

Ein Kommentar

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    Incamas SRL- Asuncion / Paraguay

    20. April 2020 22:18 at 22:18

    Die Weltwirtschaft werde 2020 deutlich im negativen Bereich landen. Vor exakt drei Monaten hatte der IWF für dieses Jahr noch ein Wachstum beim Pro-Kopf-Einkommen in über 160 Ländern prognostiziert. Jetzt, im April 2020, wird mit einem Rückgang der Einkommen in mehr als 170 Staaten gerechnet. Das spricht wahrlich für sich.

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Aktienmärkte: Bis US-Wahl jede Rally „gedeckelt“? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Rüdiger Born: Chancen im Nasdaq

Rüdiger Born

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Aktienmärkte: Dänemark, der Börsenstar des Jahres

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Jeden Tag blicken wir gespannt auf die Aktienmärkte in den USA, um an der Wall Street die wundersame Rally der Hightechwerte zu verfolgen. Apple, Amazon und Co haben den Nasdaq zu einem Highflyer gemacht, dessen Performance aufgrund von nur sieben Titeln die Indizes der Welt in den Schatten gestellt hat.

Aber relativ unbemerkt gibt es in Europa einen der kleinsten Aktienmärkte, der sogar in Schlagweite zur Technologiebörse in den USA geblieben ist: der OMX in Dänemark.

Aktienmärkte: Der dänische Leitindex trotzt Corona

Dänemark ist nicht nur ein relativ kleines Land in Europa mit gerade einmal 5,8 Millionen Einwohnern, auch umfasst der Leitindex OMX Copenhagen nur 20 Aktien. Was ihn aber nicht davon abgehalten hat, sich im Coronajahr an die Performance-Spitze der größeren Aktienmärkte der Welt zu setzen. Zum Ende letzter Woche ergab sich dabei folgende Performance zum 1.1. 2020:

OMX Kopenhagen + 16,9 Prozent
CSI China + 11,6 Prozent
S&P 500 + 0,5 Prozent
Dax – 9,1 Prozent
Einzig der Nasdaq 100 lieferte mit plus 22 Prozent noch etwas mehr. Allerdings spielt auch der Wechselkurs noch eine Rolle und da hat die dänische Krone gegenüber dem Euro sogar noch etwas aufgewertet.

Gründe für das gute Abschneiden

Da ist zum einen die Entwicklung von COVID-19 in dem skandinavischen Land zu nennen. Aufgrund eines frühen Lockdowns litt das Land nicht so sehr unter den ökonomischen Folgen der Pandemie, das dänische Bruttoinlandsprodukt verlor im zweiten Quartal um 6,9 Prozent, weniger als der Durchschnitt in Europa (-12,1%), aber auch weniger als Deutschland oder den USA (-9,7%/9,5%). Hinzu kommen die weltweit üblichen Rettungspakete, die auch die dänische Regierung verabschiedet hat. Alles das wäre aber nicht in der Lage, den Index so zu „pushen“ – es ist vielmehr die Zusammensetzung des Leitindex in Dänemark.

Es sind eine Reihe von Pharma- und Biotechfirmen, die im Index sehr dominant vertreten sind und die von der Pandemie im Besonderen profitiert haben: Der weltgrößte Insulinhersteller Novo Nordisk, die Medizintechnikfirma Ambu, Coloplast, Genmab, CHR Hanssen und Novozymes, Firmennamen, die in unseren Breiten nicht allzu bekannt sind. Damit kommen die Gesundheitsfirmen auf die Hälfte der Marktkapitalisierung des Index in Höhe von 370 Millionen Euro. Dennoch ganz schon imposant im Vergleich zu unserem DAX, dem Leitindex in einem Land mit 83 Millionen Menschen, der gerade eine gute Billion Euro auf die Wage bringt.

Ein großer Nachteil eines Engagements ist damit schon erklärt, denn man fokussiert sich dann ziemlich stark auf eine Branche mit wenigen Titeln. Zumal die Unternehmensbewertung durch die Hausse deutlich nach oben gegangen ist. KGVs von 22 (Novo Nordisk) bis hin zu 60 (Genmab) oder 110 (Ambu) zeigen ein weiteres Gefahrenmoment auf. Aber die Wachstumsstory ist noch intakt und der dänische Index ist noch wenig auf dem Radar internationaler Fonds gesichtet – anders als etablierte Aktienmärkte dieser Welt. Natürlich gibt es zu Zeiten von Corona auch Verlierer im OMX, wie den Bürodienstleisters ISS, die Danskebank oder die Brauerei Carlsberg. Diese vermochten es aber nicht, die Performance des Index arg zu dezimieren.

Fazit

„We Are Red We Are White, We Are Danish Dynamite“, lautete einmal ein Song des fußballbegeisterten Dänemark, insbesondere beim Gewinn des Europameistertitels 1992 in Schweden. Ausgerechnet gegen den damals amtierenden Weltmeister Deutschland. Scheint so, als ob für die Börse des kleinen nordischen Landes in diesem Jahr auch wieder so ein kontinentaler Titel möglich ist.

Der Index OMX ist der heimliche Star der Aktienmärkte Europas

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