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Dax: Luft nach oben?

It´s the S&P 500, stupid!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Gestern viel Aufregung – aber unter dem Strich dann doch wenig Änderung beim Dax. Es geht rauf und runter, und noch ist keine klare Trendrichtung erkennbar. Übergeordnet aber hat der Dax seinen kurzfristigen Aufwärtstrendkanal Anfang November verlassen und handelt (kurzfristig) in einem intakten Abwärtstrendkanal:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Dieser Abwärtstrendkanal würde mit einem Sprung über die 11500er-Marke und dann vor allem der Widerstands-Zone bei 11565 nach oben verlassen – erst dann würden die Bullen wieder Morgenluft schnuppern können!

Aber noch ist das ein weiter Weg – die politischen Risiken sind nach wie vor groß und unbewältigt (vor allem Brexit, aber natürlich auch Italien). Es ist davon auszugehen, dass heute die Turbulenzen in London weiter gehen – das spricht also für einen weiter volatilen Verlauf an den Aktienmärkten. Sollte die Nachrichtenlage extrem negativ sein heute, droht sogar das Verlassen des Abwärtstrendkanals mit einem neuen Tief unter dem gestrigen Verlaufstief bei 11250 Punkten – denn faktisch ist ein harter Brexit alles andere als eingepreist. Auf der Oberseite wäre ein erstes positives Signal das Überwinden des 11450/11460er-Widerstands.

Was für die Aktienmärkte spricht, ist die gute Saisonalität (allerdings haben sich die Märkte in diesem Jahr um saisonale Faktoren recht wenig geschert!), dazu die wieder möglichen Aktienrückkäufe an der Wall Street. Hoffnung gibt den Märkten auch, dass die Hardliner-Fraktion im Weißen Haus um Peter Navarro und John Bolton derzeit geschwächt ist – daher ist es wohl auch kein Zufall, dass gestern Schlagzeilen kamen, dass die USA nicht die Zölle gegen Chinas Waren von 10% auf 25% ab 01.Januar 2019 anheben würden. Das waren zwar Fake News – aber solche News tauchen wohl nicht zufällig auf – die Wall Street-Fraktion in der Trump-Administration um Mnuchin und Kudlow haben offenkundig Oberwasser und versuchen Trump in die gewünschte Richtung zu schieben. Es ist die mächtige US-Finanzindustrie, die unbedingt eine Jahresendrally will – und Mnuchin und Kudlow sollen das möglich machen.

Ob der Dax den Sprung nach oben schafft, hängt maßgeblich an seinem „Leitstern“, dem S&P 500: dieser ist nun bei den Schultern der inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation angekommen – und damit an einem neuralgischen Punkt:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Wenn dem S&P nun der Lauf zur Nackenlinie gelingt (im Bereich 2811 Punkte) , wird auch der Dax den Weg nach oben gehen können. Daher könnte man sagen: it´s the S&P 500, stupid!

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    HeMe

    16. November 2018 09:40 at 09:40

    Ist die aktuelle inverse Schulter nicht schon viel zu tief gewesen? Und das der Dax nicht unbeding mitgeht, hat er ja schon in den letzten Monaten gezeigt.

    Gab es eigentl. in den anderen Midtermelektion-Jahren auch eine Rally bis zum 3. Oktober? Jetzt wieder eine Rally, nach 1,75 Jahren Rally, trotz Peak-Earnings, Zinserhöhung und Weltkonjunkturabschwächung? hm…

  2. Avatar

    Lausi

    16. November 2018 10:15 at 10:15

    Ja, irgendwie hängt die Schulter, aber das sieht man ja bei vielen Menschen, vor allem wenn sie auf dem Kopf stehen :-) Trotzdem könnte es beim DAX mit Schmackes nach oben gehen – jedenfalls prophezeit das so ein EW-Spezi schon seit geraumer Zeit. Würde ja ggf. auch zu einer Rally an den US-Aktienmärkten passen. Schaumermal

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