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Dax: Mal abwarten – und was wirklich wichtig ist!

Übergeordnet sollte man vielleicht die heutigen US-Daten nicht überbewerten: die Märkte haben ja die Sorge, dass die Liquiditätsparty vorbei geht aufgrund einer strafferen Zinspolitik – und die wird sich nicht nur an Stundenlöhnen orientieren!
Insgesamt – das hat auch die gestrige EZB-Sitzung klar gemacht – endet die Unterstützung der Notenbanken, das QE ist ein Auslaufmodell. Und andererseits stehen wir am Beginn einer protektionistischen Ära. Das ist das, was mittelfristig wirklich zählt!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Im Vorfeld der mit viel Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten dürfte der Dax, der in den letzen beiden Tagen sich besser als die Wall Street entwickelt hatte, erst einmal abwarten und sich zunächst nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. Nachdem der Index gestern mit den Aussagen von Mario Draghi die 12270er-Widerstandszone überwunden hatte, ist heute vor den US-Daten mit einem Range-Handel zu rechnen, mit der Unterseite bei der 12270er-Marke, die nun zut Unterstützung geworden ist, und dem Widerstandsbereich 12390/12400:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Im Fokus heute die US-Stundenlöhne, deren Anstieg bei der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten aus dem Januar für so viel Turbulenzen gesorgt hatten. Dabei ist der Anstieg von Löhnen eigentlich „gute Inflation“: wenn die Amerikaner mehr verdienen, können sie mehr konsumieren – das ist essentiell für eine überwiegend auf Konsum basierende Wirtschaft (70% des US-BIP).

 

Es gibt auch „schlechte Inflation“, nämlich dann, wenn die Kosten für Produktion steigen (etwa aufgrund gestiegener Rohstoffpreise, aber auch gestiegener Löhne, vor allem aber wenn zum Beispiel durch Zölle der Wettbewerb minimiert wird und daher Preise steigen) und die Unternehmen dann diese Kosten an die Verbraucher weiter geben. Mit anderen Worten: eigentlich sind steigende Löhne eigentlich „gute Inflation“, sodass der nach den stärker als erwartet gestiegenen US-Stundenlöhnen folgende Abverkauf nicht so furchtbar logisch erscheint.

Vermutlich war das damals nur der Vorwand, den es brauchte, um die massive Überkauftheit der US-Indizes und den überbordenden Optimismus abzubauen. Die Frage ist aber jetzt: wie reagieren die Märkte auf die heutigen US-Stundenlöhne? Wenn sie über der Erwartung liegen (+0,2% zum Vormonat, +2,8% zum Vorjahresmonat) – gibt es dann erneut einen Abverkauf? Oder sagt man sich dann doch: ist doch gut für eine Konsumwirtschaft wie die der USA, wenn Löhne steigen? Und wenn die Löhne niedriger sind als erwartet, kommt dann eine Erleichterungsrally – oder doch die Sorge, dass der Konsum darunter leiden könnte?

Das wird also alles andere als einfach und eindeutig heute! Grundsätzlich ist die Politik Trumps inflationär (Steuersenkungen, Importzölle) – und darauf wird die Fed so oder so reagieren müssen. Übergeordnet sollte man daher vielleicht die heutigen Daten nicht überbewerten: die Märkte haben ja die Sorge, dass die Liquiditätsparty vorbei geht aufgrund einer strafferen Zinspolitik – und die wird sich nicht nur an Stundenlöhnen orientieren!

Insgesamt – das hat auch die gestrige EZB-Sitzung klar gemacht – endet die Unterstützung der Notenbanken, das QE ist ein Auslaufmodell. Und andererseits stehen wir am Beginn einer protektionistischen Ära. Das ist das, was mittelfristig wirklich zählt!

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    9. März 2018 09:12 at 09:12

    Die EU reagiert mit Strafzöllen auf Harleys, Erdnußbutter und Whisky. Sehr vernünftig, da wir in uns Europa hauptsächlich auf Harleys fortbewegen, von Erdnußbutter leben und eigentlich nur amerikanischen Whisky trinken?.

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