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Dax: Manchmal geschehen Wunder – aber sie dauern meist nicht lange..

Die Märkte haben sich gestern von dem Tiefschlag nach dem FOMC-Protokoll erholt und nahmen die Aussagen von James Bullard als Vorlage dafür, was sie hören wollten: es wird schon nicht so schlimm kommen, die Sorgen um schnelle Zinsanhebungen durch die Fed sind sicher übertrieben, und ansonsten ist die Welt doch noch so, wie sie vorher war, oder?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Manchmal geschehen ja Wunder – so auch heute morgen: der Nikkei hatte gerade seinen Handel beendet, die Liquidität war also spärlich – und plötzlich zogen die US-Futures wie von Geisterhand gezogen nach oben und verhelfen damit dem X-Dax zu einem Start über der 12500er-Marke. Ja, die Welt ist voller Rätsel, und wir können uns beileibe nicht vorstellen, dass da jemand an der Schraube gedreht haben könnte – nein, das können wir  uns wirklich nicht vorstellen..

Aber wie auch immer: die Märkte haben sich gestern von dem Tiefschlag nach dem FOMC-Protokoll erholt und nahmen die Aussagen von James Bullard als Vorlage dafür, was sie hören wollten: es wird schon nicht so schlimm kommen, die Sorgen um schnelle Zinsanhebungen durch die Fed sind sicher übertrieben, und ansonsten ist die Welt doch noch so, wie sie vorher war, oder?

Und vorher war die Welt nämlich so: buy the dip, kaufe den Rücksetzer. Mit diesem Moto sind selbst die Unbedarftesten sehr gut gefahren (das Pendant dazu war, den VIX zu shorten), und was in der Vergangenheit funktioniert hat, möchte man gerne in die Zukunft fortschreiben, auch wenn die Gegenwart eigentlich zeigt, dass dieses Spiel leider vorbei ist!

Die Aktienmärkte, so hat man den Endruck, lechzen geradezu danach, dass man ihnen versichert, dass doch eigentlich alles gut sei. Daher heißt es in den Medien immer wieder, das Wachstum sei doch so toll, die Unternehmensergebnisse auch etc. Man beruft sich also auf fundamentale Faktoren – und das, nach dem die Märkte in den letzten Jahren stets gestiegen sind nicht wegen, sondern trotz fundamentaler Faktoren. Auf einmal wird also etwas als wichtig erachtet, was vorher reichlich unwichtig war. Das, was wichtig war, waren die Notenbanken, und die haben stets den Märkten geholfen.

Das tun sie aber jetzt nicht mehr bzw. absehbar immer weniger. Die Notenbanken werden vielmehr von Tag zu Tag mehr zu einem Gegenspieler, weil sie den immensen Haufen dessen, was sie vorher gekauft haben, verkaufen werden. Das heißt: die Notenbanken sind entweder als Verkäufer am Markt aktiv (so die Fed),  oder werden, wie die EZB, absehbar damit aufhören, zu kaufen.

Den Aktienmärkten läuft also gewissermaßen die Zeit davon, und ob das bisher nie versuchte Experiment gelingen kann – das QE rückabzuwickeln – ist eine große und offene Frage. Vor allem ist die Frage, wie die Märkte darauf reagieren. Angesichts diser Ungewißheit ist die Selbstversicherung der Aktienmärkte, dass doch fundamental alles gut sei (merke: an Markt-Tops scheint die Lage immer fundamental gut!) reichlich niedlich. Da liegt ein gewaltiges Erdbeben in der Luft, und die Märkte beruhigen sich mit der Aussage, dass die doch Sonne scheint!

Kommen wir zum Dax: der Index hat sich gestern das Treiben an der Wall Street lange angeschaut und sich dann entschlossen, schnell nach oben zu laufen. Nun steht der Dax vor dem wichtigen 12535er-Widerstand:


(Chart durch ankliken vergrößern)

Schafft der Dax den Sprung über die 12535, dann warten bei 12590 und vor allem bei 12650 Punkten die nächsten Widerstände. Auf der Unterseite hat die Zone 12270/80 durch den gestern erfolgreich verlaufenen Test eine erhöhte Bedeutung als Doppel-Boden bekommen!

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Altbär

    23. Februar 2018 09:52 at 09:52

    Wieder sehr treffend fundamental analysiert. Wurde doch bis jetzt vom hintersten u.letzten die Liquidität als Börsentreiber begründet.Wie erwähnt will niemand die Umkehr des Geldsegens negativ sehen, es war eben zu schön.Jeder Käufer war ein Super-Börsianer u.hat seit 2008 nur immer gewonnen.Einige haben sich sogar ein Hobby daraus gemacht Vorsichtige oder fundamental denkende wie auch FMW zu verhöhnen.Was mich
    erstaunt ,( wie auch erwähnt vonFMW) dass viele alte Börsenfüchse, die schon mehrere Baissen erlebt haben,
    jetzt meinen ,das Spiel werde ( müsse) weitergehen wie bisher.
    Anscheinend haben die Hedgefunds erst die US-Aktien noch auf overwight heraufgestuft???
    Ich bin gespannt wann u.von welcher Höhe u.von wem die Verkaufslawine ausgelöst wird ?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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