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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Indizes

Dax: Markiert er zum falschen Zeitpunkt den starken Mann? Plötzlich ist etwas anders..

Gestern passierte Erstaunliches an den Märkten..

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Wenn man den gestrigen Handels-Tag einmal Revue passieren läßt, dann fällt ein neues Muster auf!

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In den letzten Wochen, ja gar Monaten, war es doch stets so: es regnete geradezu schlechte Nachrichten von der Konjunktur – macht aber nix, dachten sich die Aktienmärkte, und nach einem kurzen Einbruch der Märkte, ging es dann schnell wieder nach oben, weil die Hoffnung bestand, dass die Dinge schon bald besser würden. Dazu dann noch die „Und-täglich-grüßt-das-Murmeltier-Hoffnungsrallys“ bei optimistischen Aussagen in Sachen Handelsdeal zwischen den USA und China – ergo ging es immer weiter nach oben an den Aktienmärkten.

 

Plötzlich ist etwas anders..

Aber gestern passierte folgendes: die China-Konjunktur-Daten waren besser, aber kaum war der Kassa-Handel an der Wall Street eröffnet, setzten Gewinnmitnahmen ein. Fast noch interessanter dann am Abend (deutscher Zeit) die Reaktion der Wall Street auf Aussagen aus der Trump-Administration, dass es schon Ende Mai zu einem Deal kommen könne bzw. dieser Deal bei einem Treffen Trumps mit Xi Jinping dann verkündet werden könnte. Was machten die Märkte daraus? Nichts, im späteren Handelsverlauf ging es sogar noch weiter nach unten bei den US-Indizes.

Was sagt uns das? Dass die positiven Nachrichten nun wirklich voll eingepreist sind – und nun das Motto zu greifen scheint: „kaufe das Gerücht, verkaufe die Tatsache“ („buy the rumor, sell the fact“ oder auch „buy the mystery, sell the history“).

Das alles vor dem Hintergrund einer geradezu euphorischen Stimmung an den Märkten (Fear & Gread Index über 70; AAII-Sentiment ebenfalls sehr bullisch, Börsenbriefe bullisch etc. etc.) – und einem (allerdings noch nicht bestätigten) Wendesignal bei den US-Indizes.

Heute zwar wieder viele Quartalsergebnisse, aber darunter keine „Dickfische“. Viel wichtiger dagegen heute die deutschen Einkaufsmanagerindizes (09.30Uhr) und dann die US-Einuzelhandelsumsätze (14.30Uhr).

Gestern war der Dax stark – aber markiert er, wie schon so oft in der Vergangenheit, zum falschen Zeitpunkt den starken Mann? Macht also Party, wenn die Amis von der Party schon wieder nach Hause gehen? Wir werden sehen – aber die Chance der Bären war wohl lange nicht mehr so gut wie derzeit..

 

 

Von RIA Novosti archive, image #916055 / Ruslan Vahaev / CC-BY-SA 3.0,  https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19448616

15 Kommentare

15 Comments

  1. Christoph

    18. April 2019 09:33 at 09:33

    Interessant auch gestern die Überschriften nach den Zahlen von Morgan Stanley!

    CNBC: Morgan Stanley beats on profit and revenue
    Reuters: Morgan Stanley’s profit falls 9 % yoy und dann 10 Minuten später: Morgan Stanley’s profit beats estimates

    Haha, ein Schelm wer böses dabei denkt 😉

  2. Hesterberg

    18. April 2019 09:51 at 09:51

    bla, bla „…dass es schon Ende Mai zu einem Deal kommen könne…“ bla, bla, bla

    Diese Zeitschinder. Trump weiß längst, dass er keinen echten Deal durchsetzen kann. Es gibt bestenfalls ein Dealchen, einen faulen Kompromiss und der wäre ziemlich peinlich für Trump; eine Lachnummer im Vergleich zu seinen vollmundigen Ankündigungen. Dummerweise gibt es als Alternative nur die Eskalation des Handelsstreits und Trump würde das Scheitern der Gespräche natürlich den Chinesen in die Schuhe schieben. Letztere Variante könnte für Trump sogar das geringere Übel sein.

    • Columbo

      18. April 2019 10:36 at 10:36

      @Hesterberg
      Natürlich kommt es zu einem Deal! Jeder zweite Amerikaner besitzt Aktien! Wenn kein Deal kommt, würde halb Amerika nicht mehr Trump wählen. Zuerst ein Problem schaffen und danach selbiges spektakulär lösen, damit gewinnt man Wahlen. Und China kann seine Forderungen auch locker durchsetzen, ist ja viel weniger unter Druck.
      Und selbst wenn es nur ein „Dealchen“ wird, wie Sie meinen, interessiert das keinen und wird gar nicht peinlich für Trump, denn er und China werden es als Jahrhundertereignis verkaufen und die Börsen werden glücklich sein.

  3. RoSi

    18. April 2019 11:49 at 11:49

    who cares! buy the bad news… Mario Drachenkopf: ‚whatever it takes’…
    FMW sinnerfassend lesen und geistig zu inhalieren ist finanziell äusserst unvorteilhaft, da es kognitive Verzerrungen hervorruft und Realitäten schafft, die so nicht existieren. Somit werden auch die Tradingentscheidungen – bewusst/unbewusst – beeinflusst. Ich bin ein Fan von Ihnen, Markus Fugmann, da Sie wirklich Talent für Ihre unterhaltsamen Präsentationen haben, aber zum traden ist es besser auf Ihre Videos zu verzichten. Tagaus, tagein wird man auf den grossen Crash und den nahenden VIX-Anstieg vorbereitet – und was passiert – neue Allzeithochs, schlechte Nachrichten werden hochgekauft usw. usw. Die Zeiten wo Börsen sich nach ökonomischen Fakten oder Perspektiven orientiert haben sind längst vorbei. Selbst die FED, strauchelnd wie ein Blatt im Wind, gehorcht auf Zurufe aus dem oval office. Alles reine Zockerei, da können Sie noch so viele Charts, Statistiken, Tabellen usw. präsentieren. Linien und Zahlen haben keine Grenzen und Algorithmen keine Gefühle und Emotionen. Die sind einfach auf ‚buy‘ programmiert – komme was wolle…
    Es müsste schon ein gewaltiger Krieg ausbrechen oder ein Attentat auf Mr. MAGA verübt werden, damit Bewegung in die Thematik kommt. Aber die Wahrscheinlichkeiten für derartige Ereignisse sind äusserst gering und mit Sicherheit nicht vorherseh- und handelbar.

    Hahaha, EMI heute schlechter als erwartet > ergo notiert der DAX gerade auf einem neuen Tageshoch – pervers logisch pervers, oder was? Egal was die US-Daten heute 14:30 bringen werden, wir werden auch da neue Tageshöchststände sehen! Wetten? Das Aufwärmtraining hat schon begonnen…

    • Gixxer

      18. April 2019 12:29 at 12:29

      Aktuell spricht (charttechnisch) alles für long. Da gebe ich ihnen vollkommen Recht. Trotzdem sollte man meiner Meinung nach aufgrund der Tatsachen, die Fugmann immer wieder präsentiert nicht zu sorglos sein und mit Stopp arbeiten. Dann ist alles in Ordnung.

    • Andreas

      18. April 2019 12:47 at 12:47

      So ist es leider RoSi,
      Das Wort „fundamental“ existiert an der Börse nicht mehr. Mit „Fundamental“ kann man sich den Hintern abwischen.
      Ab und zu kleine Erschütterungen lässt man an der Börse zu um den Longies hin und wieder einen Knock Out zu verpassen, aber ansonsten sollte man schön den Algos folgen: BUY, BUY, BUY!!!!

      Es wird getrickst wo und wie es nur geht. Zentralbanken erschaffen Geld aus dem Nichts und kaufen damit „Wertpapiere“. Insbesondere die Schweizer Bank ist da fett im Geschäft. Wer hat nun den längeren Atem, die „Privaten“, mit ihren Peanuts an Vermögen oder die Zentralbank mit quasi unendlich viel Geld? Das ist wie Klitschko gegen Böhmermann…für wenn geben sie ihre Wette beim Boxen ab?

      Ich wiederhole mich gerne wieder:
      Die Bären beziehen während der meist langen Goldilocks-Phasen dauernd Prügel, verzocken ihr Geld mit Shorts und wenn der Crash kommt setzt es weiter Prügel durch Staat und Wirtschaft.
      Die Bullen verdienen jetzt schubkarrenweise Geld und beziehen später ebenfalls ihre Prügel bei einem Crash. Nur bis dahin haben sie ein materiell pralles Leben geführt.
      Da bin ich lieber Bulle und beziehe nur einmal Prügel (-;
      Wer weiß schon wann der Crash kommt? Vielleicht in 10 Jahren…vielleicht in 20?

      Und an alle Goldfans: Gold wird euch bei einem Crash nicht helfen! Dann gilt das Recht des Stärkeren und sonst nichts.

    • sabine

      18. April 2019 13:13 at 13:13

      “ Ich bin ein Fan von Ihnen, Markus Fugmann, da Sie wirklich Talent für Ihre unterhaltsamen Präsentationen haben, aber zum traden ist es besser auf Ihre Videos zu verzichten.“
      1. Ein Fan sieht anders aus, wenn man quasi sagt, nur schöne Fassade, Wahrheitsgehalt null.
      2. Hier wird ja nicht nur von der Schieflage der Wirtschaft gesprochen – Draghi sagt es mittlerweile auch. (Auch nur schöne Fassade???)
      https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ezb-leitzins-1.4358438
      3. Diese Schieflage (Fakten: überall Riesenschulden, die nie zurückgezahlt werden können, künstlich hochgekaufte Aktien, wobei es nur die Zugpferde/Dickfische betrifft, überall Riesenblasen, Minuszinsen, Autoverkauf rückgängig zweistellig) wird mit Notenbankmaßnahmen nur noch über ein paar Wochen / Monate weitergerettet. Mehr nicht. Das ist Fakt. Es darf keine Recension geben, sonst kracht das Kartenhaus zusammen.

      Jetzt zu Jubeln mit ist-ja-doch-nix-passiert, ist in Wirtschaft und Politik das Zeichen für Lämmer. Konfutse würde nicht zustimmen.

      • RoSi

        18. April 2019 14:38 at 14:38

        Wessen Fan und aus welchen Gründen ich das bin, können Sie schon mir überlassen. Ich habe auch nicht behauptet, oder ‚gesagt‘ – korrekt wäre eigentlich ‚geschrieben‘ – ’nur schöne Fassade, Wahrheitsgehalt null‘. Welch verstörende Interpretation von Ihnen!

        Genau das ist aber der Punkt – es wird täglich die Wahrheit gepredigt, die auch belegbar und nachvollziehbar ist – man aber beim traden völlig konträre Bewegungen hat, die gegen jede menschliche Logik sprechen. Daher ist MEINE Meinung, dass durch den täglichen Konsum der grossteils bärischen FMW-Artikel und Videos eine gewisse Bias entsteht, die dem trading nicht förderlich ist, da man willentlich oder auch nicht, eine ’short-lastige‘ Einstellung gegenüber den Märkten einnimmt und in jeder Abwärtsbewegung den Crash des Jahrhunderts vermutet.

        Was Sie mit dem verlinkten Zeitungsartikel aussagen möchten, entzieht sich meiner Logik. Was Mario Drachenkopf sagt, hören wir doch eh schon seit seinem Amtsantritt 2011. Null Aktualität, null Glaubwürdigkeit und reine Geldmarktmanipulation. Aber es soll ja auch Leute geben, die glauben was ihnen die Politiker sagen und versprechen.

        Gerade werden die US-Zahlen 14:30 veröffentlicht – alles im grünen Bereich! Rezession? Woher?

  4. Prognostiker

    18. April 2019 11:51 at 11:51

    Der grosse Deal ist schon gefühlte 100 mal eingepreist, u. wenn es nur ein „ DEALCHEN“ gibt könnte der Schuss auch nach hinten losgehen , unter dem Motto „ SELL THÉ FACT“

  5. Shortie

    18. April 2019 13:26 at 13:26

    Auch ein euphorischer Andreas ist ein guter Kontraindikator, wie der z. B. an den Lippen des legendären Seglers hing kurz vor dem Einbruch anfangs 2018.
    Kommentar von FMW am 26.1. 2018

    • Andreas

      18. April 2019 13:53 at 13:53

      @Shortie
      Na Kurzer, heute wieder beim DAX die Finger verbrannt? Tja,…

  6. Columbo

    18. April 2019 13:45 at 13:45

    @Andreas
    was Sie da zum Gold sagen stimmt nicht, Sie sollten sich besser informieren. Währen der Argentinienkrise hatten einige Gold in Bankschließfächern. Die Banken waren zwar für kurze Zeit geschlossen, aber danach war das Gold noch da, NICHT(!) verboten und sehr wertvoll im Gegensatz zum Peso. Ähnliches spielt sich in Venezuela und in der Türkei ab.
    Sind Sie eigentlich nie auf die Idee gekommen, Bulle zu sein und Gold zu besitzen? Das geht nämlich😃.

    • Andreas

      18. April 2019 15:15 at 15:15

      @Columbo
      Guten Tag Columbo
      Wir hatten ja bereits vor Monaten diese Diskussion geführt.
      Ich habe Gold, in größerer Menge sogar, aber das Zeug versauert halt gelangweilt vor sich hin. Gold ist öde, aber vielleicht ist dies sogar gar nicht mal so schlecht bei diesem Asset. Und da sind wir beim Stichwort: Gold ist für mich“nur“ ein Asset. Ein schlichtes Produkt um die Infaltion auszugleichen. Ich „bete“ Gold nicht als das Alheilmittel an. Es ist gut welches zu haben. Aber im schlimmsten Crashszenario ist es auch gut Klopapier, Alkohol, Zigaretten und Kosmetikprodukte zu haben.

      Vielleicht trifft ja das Wunschszenario von so manchem Bären ein und wir erleben ein finanzielles Armageddon und vielleicht treffen wir uns dann mal zufällig in unseren Lumpenklamotten auf verbrannter Erde. Ich tausche dann mein Klopapier gegen ihr Gold, einverstanden (-;

      Denn irgendwann, nachdem die Welt sich wieder einigermaßen erholt hat, soll ja Plan Zwei der Goldbugs umgesetzt werden: Ganze Straßenzüge für eine Handvoll Gold kaufen.
      Das ist doch der insgeheime Plan der Goldhalter oder zumindest höre ich das immer wieder.
      Da will ich dann dabei sein (-:

      Gold gehört selbstverständlich zum Portfolio, aber diese Anbetung eines glänzenden Steines ist mir dann doch ein wenig übertrieben.

      • Columbo

        18. April 2019 15:57 at 15:57

        @Andreas, wenn wir Gold haben, werden wir niemals in Lumpenklamotten herumlaufen, im Gegensatz zu manchen Börsenbullen, wie die Historie lehrt.

  7. Shortie mit grosser Zukunft

    18. April 2019 15:01 at 15:01

    @ Andreas, an einem Tag wie heute ( April Verfall) mache ich gar Nichts.In den letzten Tagen passierte ein klassisches Short- Squeeze = Sicherungskäufe.
    Ab Montag können wir dann wieder sehen, ob es genug Verrückte gibt, die ohne Zwang kaufen.
    Auch ein Shortie sieht, dass es im Moment aufwärts gehen muss, es gibt aber auch viele Anleger die wissen:
    ALLES HAT EIN ENDE – NUR DIE WURST HAT ZWEI.

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Ein substanzlos optimistischer Tweet von Donald Trump reicht am „magic risk free-Freitag“, um die Aktienmärktre nach oben zu bringen. Nach nichts sehnen sich die Aktienmärkte mehr als diesen angeblich immer wieder kurz vor dem Abschluß stehenden Deal zwischen den USA und China, der derzeit so weit wie noch nie entfernt ist! Und dabei sind die Märkte in einem Paradox gefangen: einen Deal kann es nur dann geben, wenn auch der Schmerz für die USA sehr groß ist, sprich wenn die Wall Street abverkauft – sonst hat Trump keinerlei Grund, seine harte Haltung gegenüber China aufzugeben (zumal die oppositionellen US-Demokraten Trumps harte Haltung teilen!). China aber wird Gespräche nur dann aufnehmen, wenn Trump bei Huawei einen Rückzieher macht..

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Hatte Chinas Regierungschef Xi Jinping nicht erst jüngst sein Volk auf eine magere, entbehrungsreiche Periode hingewiesen? Die Ursachen dafür reichen schon etwas zurück und werden durch den Handelsstreit massiv verstärkt.

 

Chinas Achillesferse: der Arbeitsmarkt

Es ist wahrscheinlich die unzuverlässigste Wirtschaftszahl aus den entwickelten Staaten, Chinas Arbeitslosenstatistik. In den Jahren 2002 bis 2018 stieg diese Zahl nie über 4,3 Prozent und fiel nie unter 3,9 Prozent, einer Marke, die auch derzeit „offiziell“ Bestand hat. Trotz Finanzkrise 2008 und Chinas Wachstumsproblem 2015/2016.

Kann man diesem Wirtschaftsmärchen auch nur im Ansatz trauen? Daraus erschließt sich die große Sorge, die Chinas Regierung am meisten umtreibt, der Angst vor einen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt. Ich habe in unserem freundlichen Streitgespräch zwischen Markus Fugmann und mir am letzen Mittwoch darauf hingewiesen, welch sozialer Sprengstoff hinter der Thematik steckt angesichts von weit über 100 Millionen Wanderarbeitern in China, die versorgt werden müssen. Dazu ein paar Argumente.

 

Chinas Zählweise der Arbeitslosigkeit

Ein Grund für die seltsamen Arbeitslosenzahlen liegt wohl in der Erfassung. Nach dem chinesischen Einwohnermeldesystem (Hukou) werden Stadtbewohner als Arbeiter registriert und die Landbevölkerung als Bauern. Damit werden die Hunderte Millionen Wanderarbeiter von der Statistik nicht richtig verbucht, wenn sie ihre Heimat verlassen, um in einer Fabrik zu arbeiten.

 

Chinas Sozialsysteme

Da man in China sehr geringe Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einzahlt – in Peking sind es gerade mal 0,2% vom Salär, 0,8% zahlt der Arbeitgeber – melden sich viele Menschen nach einem Jobverlust nicht arbeitslos, weil es eben kaum etwas bringt. Aus anderen Statistiken (Volksuniversität Peking) ergeben sich bedenkliche Entwicklungen. Im ganzen Land sind die Jobangebote um 10 Prozent gesunken, während die Nachfrage um 8 Prozent gestiegen ist. Allein in Peking ist die Zahl der Arbeitssuchenden im letzten Quartal 2018 um 47 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen und dies war noch deutlich vor der weiteren Verschärfung der Zölle durch Donald Trump.

Zwar unterstützt der Staat seine Firmen und fordert zu Einstellungen auf, jedoch beträgt der Anteil der Privatfirmen bereits 85 Prozent. China steckt im größten Strukturwandel seit Jahrzehnten – dem Wandel von der Produktionsstätte für die Welt hin zu einem Hightech-Land mit Dienstleistungssektor.

 

Ein weiteres Problem – Industrieroboter

Auch in China schreitet die Automatisierung voran. Nach offiziellen chinesischen Angaben ist die Zahl der Industriearbeiter von 2012 bis 2017 um 60 Millionen zurückgegangen, den Ausgleich bildeten die Jobs im Dienstleistungsbereich. Aktuell sehr interessant auch die Absicht des Endfertigers von Apples iPones, Foxconn, 30 Prozent seiner Arbeiter durch Roboter zu ersetzen.

Aus all den angeführten Argumenten wird deutlich, warum Xi Jinping seine Landsleute auf härtere Zeiten eingeschworen hat, auch unabhängig vom Handelsstreit. Er vertraut auf die Leidensfähigkeit seiner Bürger, aber bei massiven Jobverlusten, ohne Auffangsystem, dürfte diese rasch an ihre Grenzen geraten. Die berüchtigten sozialen Unruhen. Auch wenn Xi Jinping auf Lebenszeit gewählt wurde, hat er keine Allmacht und eine Rezession würde ein soziales Problem ungeahnten Ausmaßes generieren.

 

Fazit

Es ist zweifelsohne ein Kampf der Giganten, der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China. Und derzeit ist nicht absehbar, wer ab welchem Punkt einlenken wird, um einen gesichtswahrenden Kompromiss zu erzielen.

Es gibt aber zwei Schwachstellen, die von keiner Regierung ignoriert werden kann. In den USA ist es der Aktienmarkt, über den ich schon mehrere Kommentare verfasst habe „Das Billionen-Dollar-Risiko…“ und für China das oben skizzierte Beschäftigungsproblem. Mal sehen, wen es härter trifft und wer eher einlenkt. Auf eines möchte ich aber fast schon wetten: Donald Trump wird bei einem Aktieneinbruch in der Größenordnung von 10 Prozent plus ganz schön kleinlaut werden. Nur vertrauen die Märkte bisher immer noch auf den wirtschaftlichen Status der Supermacht – bald tempi passati?

 

Von Kzw – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8937812

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Aktienmärkte: Ab wann greift der „Trump-Put“?

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Gibt es einen „Trump-Put“, also eine Versicherung gegen fallende Kurse? Gestern wieder ein optimistischer Tweet von Trump – und schon erholten sich die US-Indizes. Faktisch – das bringt Jochen Stanzl gut auf den Punkt – geht das Geld aus Sektoren und Aktien heraus, die in Sachen Handelskrieg viel zu verlieren haben, und in Sektoren und Aktien hinein, die davon wenig betroffen zu sein scheinen. Linke Tasche, rechte Tasche..

Aber das 2.Quartal könnte negative Überraschungen bringen bei den Firmenergebnissen der US-Konzerne (auf Link im Tweet klicken):

Aber hören wir die klaren Aussagen von Stanzl:


By Steve Jurvetson from Menlo Park, USA – The Donald & Mark Wahlberg, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55327521

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