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Dax: Markiert er zum falschen Zeitpunkt den starken Mann? Plötzlich ist etwas anders..

Gestern passierte Erstaunliches an den Märkten..

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Wenn man den gestrigen Handels-Tag einmal Revue passieren läßt, dann fällt ein neues Muster auf!

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In den letzten Wochen, ja gar Monaten, war es doch stets so: es regnete geradezu schlechte Nachrichten von der Konjunktur – macht aber nix, dachten sich die Aktienmärkte, und nach einem kurzen Einbruch der Märkte, ging es dann schnell wieder nach oben, weil die Hoffnung bestand, dass die Dinge schon bald besser würden. Dazu dann noch die „Und-täglich-grüßt-das-Murmeltier-Hoffnungsrallys“ bei optimistischen Aussagen in Sachen Handelsdeal zwischen den USA und China – ergo ging es immer weiter nach oben an den Aktienmärkten.

 

Plötzlich ist etwas anders..

Aber gestern passierte folgendes: die China-Konjunktur-Daten waren besser, aber kaum war der Kassa-Handel an der Wall Street eröffnet, setzten Gewinnmitnahmen ein. Fast noch interessanter dann am Abend (deutscher Zeit) die Reaktion der Wall Street auf Aussagen aus der Trump-Administration, dass es schon Ende Mai zu einem Deal kommen könne bzw. dieser Deal bei einem Treffen Trumps mit Xi Jinping dann verkündet werden könnte. Was machten die Märkte daraus? Nichts, im späteren Handelsverlauf ging es sogar noch weiter nach unten bei den US-Indizes.

Was sagt uns das? Dass die positiven Nachrichten nun wirklich voll eingepreist sind – und nun das Motto zu greifen scheint: „kaufe das Gerücht, verkaufe die Tatsache“ („buy the rumor, sell the fact“ oder auch „buy the mystery, sell the history“).

Das alles vor dem Hintergrund einer geradezu euphorischen Stimmung an den Märkten (Fear & Gread Index über 70; AAII-Sentiment ebenfalls sehr bullisch, Börsenbriefe bullisch etc. etc.) – und einem (allerdings noch nicht bestätigten) Wendesignal bei den US-Indizes.

Heute zwar wieder viele Quartalsergebnisse, aber darunter keine „Dickfische“. Viel wichtiger dagegen heute die deutschen Einkaufsmanagerindizes (09.30Uhr) und dann die US-Einuzelhandelsumsätze (14.30Uhr).

Gestern war der Dax stark – aber markiert er, wie schon so oft in der Vergangenheit, zum falschen Zeitpunkt den starken Mann? Macht also Party, wenn die Amis von der Party schon wieder nach Hause gehen? Wir werden sehen – aber die Chance der Bären war wohl lange nicht mehr so gut wie derzeit..

 

 

Von RIA Novosti archive, image #916055 / Ruslan Vahaev / CC-BY-SA 3.0,  https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19448616

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    Christoph

    18. April 2019 09:33 at 09:33

    Interessant auch gestern die Überschriften nach den Zahlen von Morgan Stanley!

    CNBC: Morgan Stanley beats on profit and revenue
    Reuters: Morgan Stanley’s profit falls 9 % yoy und dann 10 Minuten später: Morgan Stanley’s profit beats estimates

    Haha, ein Schelm wer böses dabei denkt 😉

  2. Avatar

    Hesterberg

    18. April 2019 09:51 at 09:51

    bla, bla „…dass es schon Ende Mai zu einem Deal kommen könne…“ bla, bla, bla

    Diese Zeitschinder. Trump weiß längst, dass er keinen echten Deal durchsetzen kann. Es gibt bestenfalls ein Dealchen, einen faulen Kompromiss und der wäre ziemlich peinlich für Trump; eine Lachnummer im Vergleich zu seinen vollmundigen Ankündigungen. Dummerweise gibt es als Alternative nur die Eskalation des Handelsstreits und Trump würde das Scheitern der Gespräche natürlich den Chinesen in die Schuhe schieben. Letztere Variante könnte für Trump sogar das geringere Übel sein.

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      Columbo

      18. April 2019 10:36 at 10:36

      @Hesterberg
      Natürlich kommt es zu einem Deal! Jeder zweite Amerikaner besitzt Aktien! Wenn kein Deal kommt, würde halb Amerika nicht mehr Trump wählen. Zuerst ein Problem schaffen und danach selbiges spektakulär lösen, damit gewinnt man Wahlen. Und China kann seine Forderungen auch locker durchsetzen, ist ja viel weniger unter Druck.
      Und selbst wenn es nur ein „Dealchen“ wird, wie Sie meinen, interessiert das keinen und wird gar nicht peinlich für Trump, denn er und China werden es als Jahrhundertereignis verkaufen und die Börsen werden glücklich sein.

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    RoSi

    18. April 2019 11:49 at 11:49

    who cares! buy the bad news… Mario Drachenkopf: ‚whatever it takes’…
    FMW sinnerfassend lesen und geistig zu inhalieren ist finanziell äusserst unvorteilhaft, da es kognitive Verzerrungen hervorruft und Realitäten schafft, die so nicht existieren. Somit werden auch die Tradingentscheidungen – bewusst/unbewusst – beeinflusst. Ich bin ein Fan von Ihnen, Markus Fugmann, da Sie wirklich Talent für Ihre unterhaltsamen Präsentationen haben, aber zum traden ist es besser auf Ihre Videos zu verzichten. Tagaus, tagein wird man auf den grossen Crash und den nahenden VIX-Anstieg vorbereitet – und was passiert – neue Allzeithochs, schlechte Nachrichten werden hochgekauft usw. usw. Die Zeiten wo Börsen sich nach ökonomischen Fakten oder Perspektiven orientiert haben sind längst vorbei. Selbst die FED, strauchelnd wie ein Blatt im Wind, gehorcht auf Zurufe aus dem oval office. Alles reine Zockerei, da können Sie noch so viele Charts, Statistiken, Tabellen usw. präsentieren. Linien und Zahlen haben keine Grenzen und Algorithmen keine Gefühle und Emotionen. Die sind einfach auf ‚buy‘ programmiert – komme was wolle…
    Es müsste schon ein gewaltiger Krieg ausbrechen oder ein Attentat auf Mr. MAGA verübt werden, damit Bewegung in die Thematik kommt. Aber die Wahrscheinlichkeiten für derartige Ereignisse sind äusserst gering und mit Sicherheit nicht vorherseh- und handelbar.

    Hahaha, EMI heute schlechter als erwartet > ergo notiert der DAX gerade auf einem neuen Tageshoch – pervers logisch pervers, oder was? Egal was die US-Daten heute 14:30 bringen werden, wir werden auch da neue Tageshöchststände sehen! Wetten? Das Aufwärmtraining hat schon begonnen…

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      Gixxer

      18. April 2019 12:29 at 12:29

      Aktuell spricht (charttechnisch) alles für long. Da gebe ich ihnen vollkommen Recht. Trotzdem sollte man meiner Meinung nach aufgrund der Tatsachen, die Fugmann immer wieder präsentiert nicht zu sorglos sein und mit Stopp arbeiten. Dann ist alles in Ordnung.

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      Andreas

      18. April 2019 12:47 at 12:47

      So ist es leider RoSi,
      Das Wort „fundamental“ existiert an der Börse nicht mehr. Mit „Fundamental“ kann man sich den Hintern abwischen.
      Ab und zu kleine Erschütterungen lässt man an der Börse zu um den Longies hin und wieder einen Knock Out zu verpassen, aber ansonsten sollte man schön den Algos folgen: BUY, BUY, BUY!!!!

      Es wird getrickst wo und wie es nur geht. Zentralbanken erschaffen Geld aus dem Nichts und kaufen damit „Wertpapiere“. Insbesondere die Schweizer Bank ist da fett im Geschäft. Wer hat nun den längeren Atem, die „Privaten“, mit ihren Peanuts an Vermögen oder die Zentralbank mit quasi unendlich viel Geld? Das ist wie Klitschko gegen Böhmermann…für wenn geben sie ihre Wette beim Boxen ab?

      Ich wiederhole mich gerne wieder:
      Die Bären beziehen während der meist langen Goldilocks-Phasen dauernd Prügel, verzocken ihr Geld mit Shorts und wenn der Crash kommt setzt es weiter Prügel durch Staat und Wirtschaft.
      Die Bullen verdienen jetzt schubkarrenweise Geld und beziehen später ebenfalls ihre Prügel bei einem Crash. Nur bis dahin haben sie ein materiell pralles Leben geführt.
      Da bin ich lieber Bulle und beziehe nur einmal Prügel (-;
      Wer weiß schon wann der Crash kommt? Vielleicht in 10 Jahren…vielleicht in 20?

      Und an alle Goldfans: Gold wird euch bei einem Crash nicht helfen! Dann gilt das Recht des Stärkeren und sonst nichts.

    • Avatar

      sabine

      18. April 2019 13:13 at 13:13

      “ Ich bin ein Fan von Ihnen, Markus Fugmann, da Sie wirklich Talent für Ihre unterhaltsamen Präsentationen haben, aber zum traden ist es besser auf Ihre Videos zu verzichten.“
      1. Ein Fan sieht anders aus, wenn man quasi sagt, nur schöne Fassade, Wahrheitsgehalt null.
      2. Hier wird ja nicht nur von der Schieflage der Wirtschaft gesprochen – Draghi sagt es mittlerweile auch. (Auch nur schöne Fassade???)
      https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ezb-leitzins-1.4358438
      3. Diese Schieflage (Fakten: überall Riesenschulden, die nie zurückgezahlt werden können, künstlich hochgekaufte Aktien, wobei es nur die Zugpferde/Dickfische betrifft, überall Riesenblasen, Minuszinsen, Autoverkauf rückgängig zweistellig) wird mit Notenbankmaßnahmen nur noch über ein paar Wochen / Monate weitergerettet. Mehr nicht. Das ist Fakt. Es darf keine Recension geben, sonst kracht das Kartenhaus zusammen.

      Jetzt zu Jubeln mit ist-ja-doch-nix-passiert, ist in Wirtschaft und Politik das Zeichen für Lämmer. Konfutse würde nicht zustimmen.

      • Avatar

        RoSi

        18. April 2019 14:38 at 14:38

        Wessen Fan und aus welchen Gründen ich das bin, können Sie schon mir überlassen. Ich habe auch nicht behauptet, oder ‚gesagt‘ – korrekt wäre eigentlich ‚geschrieben‘ – ’nur schöne Fassade, Wahrheitsgehalt null‘. Welch verstörende Interpretation von Ihnen!

        Genau das ist aber der Punkt – es wird täglich die Wahrheit gepredigt, die auch belegbar und nachvollziehbar ist – man aber beim traden völlig konträre Bewegungen hat, die gegen jede menschliche Logik sprechen. Daher ist MEINE Meinung, dass durch den täglichen Konsum der grossteils bärischen FMW-Artikel und Videos eine gewisse Bias entsteht, die dem trading nicht förderlich ist, da man willentlich oder auch nicht, eine ’short-lastige‘ Einstellung gegenüber den Märkten einnimmt und in jeder Abwärtsbewegung den Crash des Jahrhunderts vermutet.

        Was Sie mit dem verlinkten Zeitungsartikel aussagen möchten, entzieht sich meiner Logik. Was Mario Drachenkopf sagt, hören wir doch eh schon seit seinem Amtsantritt 2011. Null Aktualität, null Glaubwürdigkeit und reine Geldmarktmanipulation. Aber es soll ja auch Leute geben, die glauben was ihnen die Politiker sagen und versprechen.

        Gerade werden die US-Zahlen 14:30 veröffentlicht – alles im grünen Bereich! Rezession? Woher?

  4. Avatar

    Prognostiker

    18. April 2019 11:51 at 11:51

    Der grosse Deal ist schon gefühlte 100 mal eingepreist, u. wenn es nur ein „ DEALCHEN“ gibt könnte der Schuss auch nach hinten losgehen , unter dem Motto „ SELL THÉ FACT“

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    Shortie

    18. April 2019 13:26 at 13:26

    Auch ein euphorischer Andreas ist ein guter Kontraindikator, wie der z. B. an den Lippen des legendären Seglers hing kurz vor dem Einbruch anfangs 2018.
    Kommentar von FMW am 26.1. 2018

    • Avatar

      Andreas

      18. April 2019 13:53 at 13:53

      @Shortie
      Na Kurzer, heute wieder beim DAX die Finger verbrannt? Tja,…

  6. Avatar

    Columbo

    18. April 2019 13:45 at 13:45

    @Andreas
    was Sie da zum Gold sagen stimmt nicht, Sie sollten sich besser informieren. Währen der Argentinienkrise hatten einige Gold in Bankschließfächern. Die Banken waren zwar für kurze Zeit geschlossen, aber danach war das Gold noch da, NICHT(!) verboten und sehr wertvoll im Gegensatz zum Peso. Ähnliches spielt sich in Venezuela und in der Türkei ab.
    Sind Sie eigentlich nie auf die Idee gekommen, Bulle zu sein und Gold zu besitzen? Das geht nämlich?.

    • Avatar

      Andreas

      18. April 2019 15:15 at 15:15

      @Columbo
      Guten Tag Columbo
      Wir hatten ja bereits vor Monaten diese Diskussion geführt.
      Ich habe Gold, in größerer Menge sogar, aber das Zeug versauert halt gelangweilt vor sich hin. Gold ist öde, aber vielleicht ist dies sogar gar nicht mal so schlecht bei diesem Asset. Und da sind wir beim Stichwort: Gold ist für mich“nur“ ein Asset. Ein schlichtes Produkt um die Infaltion auszugleichen. Ich „bete“ Gold nicht als das Alheilmittel an. Es ist gut welches zu haben. Aber im schlimmsten Crashszenario ist es auch gut Klopapier, Alkohol, Zigaretten und Kosmetikprodukte zu haben.

      Vielleicht trifft ja das Wunschszenario von so manchem Bären ein und wir erleben ein finanzielles Armageddon und vielleicht treffen wir uns dann mal zufällig in unseren Lumpenklamotten auf verbrannter Erde. Ich tausche dann mein Klopapier gegen ihr Gold, einverstanden (-;

      Denn irgendwann, nachdem die Welt sich wieder einigermaßen erholt hat, soll ja Plan Zwei der Goldbugs umgesetzt werden: Ganze Straßenzüge für eine Handvoll Gold kaufen.
      Das ist doch der insgeheime Plan der Goldhalter oder zumindest höre ich das immer wieder.
      Da will ich dann dabei sein (-:

      Gold gehört selbstverständlich zum Portfolio, aber diese Anbetung eines glänzenden Steines ist mir dann doch ein wenig übertrieben.

      • Avatar

        Columbo

        18. April 2019 15:57 at 15:57

        @Andreas, wenn wir Gold haben, werden wir niemals in Lumpenklamotten herumlaufen, im Gegensatz zu manchen Börsenbullen, wie die Historie lehrt.

  7. Avatar

    Shortie mit grosser Zukunft

    18. April 2019 15:01 at 15:01

    @ Andreas, an einem Tag wie heute ( April Verfall) mache ich gar Nichts.In den letzten Tagen passierte ein klassisches Short- Squeeze = Sicherungskäufe.
    Ab Montag können wir dann wieder sehen, ob es genug Verrückte gibt, die ohne Zwang kaufen.
    Auch ein Shortie sieht, dass es im Moment aufwärts gehen muss, es gibt aber auch viele Anleger die wissen:
    ALLES HAT EIN ENDE – NUR DIE WURST HAT ZWEI.

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Coronavirus: Treiber für die Börsenkurse trotz Wirtschaftsdelle?

Kriegen oder haben wir bereits die Katastrophenrally, einen Anstieg der Börsenkurse in einem desaströsen Umfeld, in dem eine wirtschaftliche Schadensmeldung die nächste jagd?

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Gewiss, es klingt mehr als seltsam, wenn man in der Phase des Stillstands der zweitgrößten Volkswirtschaft aufgrund des Coronavirus von einer boomenden Börse spricht. Aber wir leben derzeit in einer reichlich verzerrten Welt, in der sich Realwirtschaft und Aktienkurse entkoppelt haben. Und die Verursacher dieses Zustandes könnten diese Anomalie noch weiter auf die Spitze treiben, eben wegen der großen wirtschaftlichen Auswirkung des Coronavirus Covid-19.

Notenbanken außer Rand und Band

Eine Darstellung der Sorgen der Händler an der Wall Street durch den Sender CNBC zeigte es deutlich: Man ist eigentlich nicht allzu besorgt, wegen der Auswirkungen der grassierenden Lungenkrankheit. Wenn man diese kurzfristig in der Griff bekommt, gibt es eine große Aufholjagd in den nächsten Quartalen. Ja, und wenn es länger dauert, dann hat man die Federal Reserve.

Hannes Zipfel hat es in seiner Analyse am gestrigen Tag auch begründet: Die Anleihemärkte senden ein Signal, dass es bald zu einer Zinssenkung durch die US-Notenbank kommen wird. Und nicht erst ab dem Sommer, wie es durch die Fed Funds Futures vor Kurzem noch signalisiert wurde. Eine Abflachung der Zinskurve und damit eine Erosion im Bankgeschäft, die stärker werdende Invertierung der Zinskurve und eine deutliche Beeinträchtigung des US-Wachstums zwingen die Fed zu Maßnahmen. Deshalb kam auch Hannes Zipfel zu dem Fazit, dass die US-Notenbank schon in nächster Zeit nicht umhin kommt, gebündelte Kredit- und Hypothekenpapiere zu kaufen und die Bilanz ein weiteres Mal zu erweitern.

Die maßgeblichen US-Zinsen (10-jährige US-Staatsanleihe) liegen bei 1,55 Prozent und werden bereits bei der nächsten (und nicht letzen) Senkung schon deutlich unter der Inflationsrate liegen. Und international? Vor einigen Wochen lagen bereits 25 Prozent aller Staatsanleihen der Staaten (von ca. 70 Billionen Dollar!) im negativen Bereich. Dies könnte sich infolge der Krisensituation durch das Coronavirus noch deutlich steigern, denn schließlich werden viele Staaten noch einmal an der Zinsschraube drehen – wie bereits China und Thailand. Und wo landet die neu geschaffene Liquidität? Ein Teil vielleicht beim Gold, aber nicht die große Masse, schließlich ist der Goldmarkt für das große Kapital zu klein. Also doch wieder im Aktienmarkt?

Coronavirus: Wie werden die Märkte reagieren?

Natürlich wird es immer wieder zu Einbrüchen kommen, infolge von sich häufenden Gewinnwarnungen von Firmen aus allen Branchen, aber auch aus vielen Volkswirtschaften der Welt. Aber wenn es nicht zum großen Wirtschaftseinbruch kommt, den Donald Trump mit seinem eigentlich unwilligen Gehilfen (Powell) mit allen fiskalpolitischen und sonstigen Stimuli im Wahljahr verhindern will, werden die Marktteilnehmer vermutlich immer wieder in die Aktienmärkte zurückkehren.

Nach der nächsten Fed-Zinssenkung gibt es auch in den USA keine positive Rendite (nach Inflation) an den Anleihemärkten mehr. Auch global ist der Anlagenotstand ubiquitär, erkennbar an den 10-jährigen Anleihen in Griechenland, die im 0,90-Prozentbereich stehen, nach noch 1,4 Prozent vor Monatsfrist. Man kann gut damit argumentieren, dass Gelddrucken in einer Produktionskrise keinen Anschub im Warenhandel liefern kann, aber das neu geschaffene Kapital sucht eben nach Anlagemöglichkeit. Bei einem Verwahrentgelt (Strafzinsen) Geld zu parken, ist wohl eher keine Strategie.

Damit hinkt auch ein Vergleich mit einer klassischen Konditionierung à la Pawlow, es dürfte eher an den technischen Rahmenbedingungen liegen, als an den Instinkten der Anleger. Es ist doch auch jedem Börsianer klar, dass es einen Einbruch in der Wirtschaft geben muss, wenn hunderte Millionen Arbeitnehmer und zugleich Konsumenten wegen des Coronavirus wochenlang in ihren Wohnungen festgehalten werden. Es schockt immer das Unerwartete, das nicht Vorhersehbare.

Fazit

Kriegen wir oder haben wir bereits die Katastrophenrally, einen Anstieg der Börsenkurse in einem desaströsen Umfeld, in dem eine wirtschaftliche Schadensmeldung die nächste jagd?

Ich muss es noch einmal betonen. Die Aktienmärkte interessiert doch immer nur kurzzeitig, was sich in der Gegenwart abspielt, da kann es tausend Berichte über katastrophale Daten geben. Wenn es Aussicht auf Besserung gibt in mittlerer Zukunft, so wird dies in den Börsenkursen eingepreist. Das ist die zentrale, aber auch unsichere Prämisse. So war es jedes Mal bei den letzten vier Rezessionen, an die ich mich erinnern kann. Bereits viele Monate bevor noch irgend etwas von einer wirtschaftlichen Besserung zu sehen war, hatte der Aktienmarkt schon nach oben gedreht. Im heutigen Umfeld ist die Situation noch viel komplizierter, denn wo sollen die nach Rendite heischenden Billionen an Kapital angelegt werden?

So wäre es nicht verwunderlich, wenn man den Highflyer Apple schon in den nächsten Tagen wieder auf alte Höhen bringen würde – trotz der Gewinnwarnung vorgestern.

Der gestrige Tag brachte zwar einen Rückschlag, der angesichts der Meldungslage über Apple, der IT-Branche generell und den Automobilsektor aber eigentlich nur im Rahmen einer eher normalen Tagesschwankung blieb.

Um nicht missverstanden zu werden: Es gibt keinen unendlichen Aufschwung an den Börsen. Irgendwann wird das „Potenzial“ der Zentralbanken an die Grenzen stoßen und Inflation und Rezession ihren schmerzlichen Tribut fordern. Aber derzeit scheint sich eine Entwicklung Bahn zu brechen, die ohne historisches Vorbild ist – trotz oder gerade wegen des Coronavirus..

Die Wall Street lässt sich vom Coronavirus nicht die Laune verderben

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Aktienmärkte: Die nächste Gewinnwarnung.. Videoausblick

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Spötter sagen: wenn die nächste Gewinnwarnung kommt, werden die Aktienmärkte sicher auf ein neues Allzeithoch steigen! Es war bezeichnend, dass gestern nach der Umsatzwarnung von Apple ausgerechnet der Nasdaq 100 der einzige US-Index war, der gestern im Plus schließen konnte (auch wegen dem Anstieg bei Tesla). Die Grundthese der Aktienmärkte lautet: wenn es eng wird, werden wir sehr schnell noch mehr QE von der Fed oder der EZB bekommmen – warum also sollte man jetzt etwa verkaufen? China versucht weiter seine Coronavirus-Zahlen nach unten zu manipulieren, aber ca. 700 Millionen Chinesen leben derzeit in irgendeiner Form in Quarantäne. Damit steht die zweitgrößte Wirtschaft er Welt weitgehend weiter absehbar still..

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Finanznews

Aktienmärkte: Glaubt ihr das wirklich? Marktgeflüster (Video)

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Die Frage an die Aktienmärkte muß erlaubt sein: Glaubt ihr wirklich, dass der Stillstand der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt spurlos an den westlichen Unternehmen vorbei streichen könnte? Offenkundig wurde das geglaubt, sonst wäre das Erschrecken über die Warnung von Apple kaum erklärbar! die Erzählung der größeren Player der Aktienmärket geht so: die Sache mit dem Coronavirus ist temporär, da kann man darüber hinweg sehen. Und wenn es nicht schnell vorüber geht, dann werden die Notenbanken uns sowieso retten. Das erinert schon etwas an Pawlosche Hunde, die von den Notenbanken trainiert worden sind! Gemäß der neuesten Umfrage der Bank of America Merrill Lynch sehen die großen Investoren das größte Risiko für die Aktienmärkte nicht etwa in den Folgewirkungen des Coronavirus, sondern in der US-Wahl!

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