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Dax: Mehr geht eigentlich nicht!

Nein, mehr geht eigentlich nicht als das, was der Dax gestern an Rückendeckung bekommen hat! Ansonsten aber, neben dem nachbörslichen Feuerwerk bei Amazon, sind die US-Indizes mit Ausnahme des Nasdaq deutlich weniger euphorisch als der Dax. Daher kann der scheinbar unstoppbare Dax wenn überhaupt durch die Wall Street gestoppt werden – oder eben durch die vermutlich heute erfolgende Unabhängigkeitserklärung durch das katalonische Parlament..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nein, mehr geht eigentlich nicht als das, was der Dax gestern an Rückendeckung bekommen hat! Vor allem durch Super Mario Draghi, der den Märkten angesichts einer schon fast überhitzenden Konjunktur in Deutschland und deutlicher Erholung auch der Euro-Peripherie das Signal gab, dass die EZB noch lange nicht als Liquiditätsspender aus dem Markt verschwinden wird – wie genau das passiert, das musste Draghi gestern auf der Pressekonferenz zugeben, hat man sich noch nicht so genau überlegt! Genau das aber ist doch das Problem angesichts des zunehmenden Mangels kaufbarer Staatsanleihen! Faktisch ist das ein Bluff von Draghi, auf den die Märkte aber erst einmal stark reagiert haben.

Dann weitere Rückendeckung vor allem durch die nachbörslichen Zahlen von Amazon, Alphabet (Google) und Microsoft, allesamt über der Erwartung, die Aktien der Unternehmen nachbörslich mehr (Amazon) oder etwas weniger (Alphabet, Microsoft) im Plus, wovon vor allem der Nasdaq profitiert.

Aber eben auch der Dax, nachdem schon die asiatischen Märkte positiv reagiert haben (vor allem der Nikkei). Charttechnisch ist das natürlich eine Steilvorlage: gefühlt ewig andauernde Seitwärtsbewegung, die Unterstützung unten bei 12910 dreimal getestet, dann der Ausbruch nach oben über die abfallenden Hochs, das vorherige Allzeithoch bei 13096 Punkten geradezu überrannt:

Nun sind auf der Oberseite Widerstände im klassischen Sinne gar nicht definierbar, weil wir uns in bisher unbekanntem Gelände bewegen. Man kann hier Behelfsweise auf Fibonacci-Level zurück greifen oder irgendwelche Trendkanäle virtuell verlängern – worauf wir verzichten wollen..

Grundsätzlich sind solche Formationen, wie wir sie mit dem AUsbruch gestern erlebt haben, in der Tendenz klar bullisch. Der Dax „hat“ also nach oben wohl noch nicht fertig, zumal der Euro, wie im Videoausblick gezeigt, im größeren Zeitfenster nun eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausgebildet hat, die mit dem erfolgten Bruch der Nackenlinie viel Luft nach unten freisetzt! Das könnte, neben der dovishen EZB, auf ein bullisches Momentum für den Dollar deuten, das vor allem durch die überraschende Ernennung des hawkishen John Taylor ausgelöst werden könnte.

Ansonsten aber, neben dem nachbörslichen Feuerwerk bei Amazon, sind die US-Indizes mit Ausnahme des Nasdaq deutlich weniger euphorisch als der Dax. Daher kann der scheinbar unstoppbare Dax wenn überhaupt durch die Wall Street gestoppt werden – oder eben durch die vermutlich heute erfolgende Unabhängigkeitserklärung durch das katalonische Parlament. Da könnten dann in den nächsten Tagen hässliche Bilder drohen, etwa durch einen Einmarsch des spanischen Militärs in Barcelona..

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    27. Oktober 2017 09:43 at 09:43

    Was soll da durch die Wall Street gestoppt werden ? Die läuft sowieso nur nach oben. Der Euro wird zerstört, und der Rest ist eher ein Nebenkriegsschauplatz der nicht relevant ist.

    20.000 Punkte am 31. Dezember 2017

  2. Avatar

    PK

    27. Oktober 2017 10:52 at 10:52

    Artikel vom Wellenreiter:
    https://www.wellenreiter-invest.de/wochenendkolumnen/Extreme%20relative%20Staerke%20Teil%202

    Es ist auch interessant zu sehen, daß in den letzten Tagen die typischen Bärenaussagen wie:
    „Lemminge“
    „Fallhöhe“
    etc. weniger geworden sind. Kapitulation ??
    Sind die Schmerzen der Shorties jetzt groß genug ? Mal sehn.

    • Avatar

      Andreas

      27. Oktober 2017 11:13 at 11:13

      ja, PK, auch ich bin inzwischen still geworden und bin in meine „Ich-schäme-mich-Ecke“ gekrochen…(-;.
      Bin ja eigentlich auch von einem fallenden DAX ausgegangen.

  3. Avatar

    Masud79

    27. Oktober 2017 13:20 at 13:20

    es wird immer berichtet irgendwann ist schluss weil der draghi keine anleihen mehr kaufen kann.
    aber hat schon einmal einer daran gedacht dass er diese 33 % regel einfach aushebeln kann?? der Mafioso hat schon einmal irgendwelche vorgaben ende letzten jahres übergangen, die EZB macht was sie will, sie darf auch Gesetze brechen die sie selber gemacht hat

    • Avatar

      Gerd

      27. Oktober 2017 13:48 at 13:48

      Da werden immer Schauergeschichten in die Welt gesetzt. Schlimm. Nicht mehr genügend kaufbare Anleihen. Erstens ist die EZB nicht gezwungen, das Volumen zu kaufen – sie darf es.
      Und überhaupt – schon mal dran gedacht, dass das ein total bullisches Zeichen wäre?
      Zu wenig Anleihen im ANGEBOT = steigende Preise = sinkende Renditen.
      Und genau das macht Aktien gerade nicht weniger attraktiv.

    • Avatar

      Gixxer

      27. Oktober 2017 14:51 at 14:51

      „die EZB macht was sie will, sie darf auch Gesetze brechen die sie selber gemacht hat“
      Und genau das ist der Grund, warum ich sage, wir leben in einer EZB-Diktatur, denn nur ein Diktator darf auch die Gesetze brechen, die er selbst erlassen hat, ohne eine Anklage befürchten zu müssen.

  4. Avatar

    Altbär

    27. Oktober 2017 19:14 at 19:14

    @Gerd,ich glaube da gibt es einen Überlegunsfehler,
    wenn die EZB gewisse Anleihen aus Qualitätsgrunden nicht kaufen darf, dann muss sie ein anderer kaufen der eben nur Marktpreise bezahlt u.keine Mondpreise. Übrigens heute wieder einmal das Bullenfell angezogen ?

    • Avatar

      Gerd

      27. Oktober 2017 19:52 at 19:52

      Ja, Altbär, das streif ich, wie du weißt gelegentlich über.
      Nachdem ich mich im Juli schmerzhaft von meinen Puts getrennt habe, trau ich mich beim DAX erst wieder bei ca 13.500 ins Bärenfell. Wobei ich zur Zeit streng genommen eher etwas nackt rumlaufen würde – hätte ich mir nicht extra für die amerikanischen Indizes ein richtig dickes Grizzley-Bären-Kostüm besorgt. Und das habe ich jetzt die ganze Zeit an.
      Heute wird mir schon wieder ganz schön heiß darin.

      Zu den Anleihen. Ich meine mich zu erinnern, dass da immer die Rede von den guten alten Bundesanleihen war, die knapp würden.
      Aber egal. Dem Draghi geht es ja nicht darum, dass er die Schränke voller Anleihen hat sondern er möchte niedrige Zinsen, mehr Inflation, mehr Wirtschaftswachstum. Wenn er das auch erreicht ohne Anleihen kaufen zu müssen, weil es mittlerweile gar nicht mehr so viele mehr gibt, wird ihm das recht sein. Warum das Material knapp ist und somit die Anleihekurse hoch, ist egal. Entweder weil die EZB kauft oder weil andere schon längst gekauft haben. Und seien es renditehungrige Kleinanleger.

  5. Avatar

    Altbär

    27. Oktober 2017 21:36 at 21:36

    @Gerd, wichtig ist ,dass man den Humor nicht verliert.Ich bin etwa gleich positioniert wie Sie.Ich bin bei den Amis mit einer kleinen Position wieder ins Minus gelaufen u.beim DAX warte ich noch .Leider habe ich mit dem Abwarten die letzten Korrekturen verpasst.Aber unsere grosse Jahrhundert -Baisse kommt ja noch.Zur Info Marius Schweitz macht unter „Trading Treff“ täglich gute DAX-Analysen.
    Übrigens reden wir immer von überhöhten Aktienkursen,
    der weltweite Anleihenmarkt ist etwa 3 mal grösser u.auch durch die Notenbanken aufgeblasen.Ich denke der Auslöser der nächsten Korrektur könnte von den überteuerten Firmenanleihen ( Schrottanleihen ) kommen ,die dann auch die Aktien mitreissen.

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Allgemein

Janet Yellen – wird sie den Dollar weiter abstürzen lassen?

Was bedeutet die faktische Ernennung von Janet Yellen zur zukünftigen US-Finanzminsterin für den Dollar? Sind die USA auf den Spuren Japans?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Was bedeutet die faktische Ernennung von Janet Yellen zur zukünftigen US-Finanzminsterin für den Dollar? Mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden kehrt wieder etwas Berechenbarkeit in die amerikanische Politik zurück. Auch erkennbar an den ersten Postenbesetzungen im neuen Kabinett. Der Vorschlag für die Nachfolge Steven Mnuchins schlug in den letzten Tagen wie eine kleine Bombe in der Finanzszene ein, schließlich möchte der neue Präsident eine „altbewährte“ Ökonomin mit dieser Schlüsselposition besetzen: die ehemalige Präsidentin der Federal Reserve, Janet Yellen. Was heißt das für die künftige Geld- und Fiskalpolitik  – und amit für den Dollar?

Die Karriere der Janet Yellen

Mit der ehemaligen Wirtschaftsprofessorin wird eine Person vom Fach den Posten des obersten Geldverwalters oder korrekter der Geldverwalterin in den USA antreten, was in anderen Ländern nicht generell der Fall ist. Janet Yellen kam neben ihrer Lehrtätigkeit schon früh in Kontakt mit der US-Notenbank, wo sie bereits ab 1975 Mitarbeiterin beim Board of Governors im System der Federal Reserve gewesen ist. Von 1994 bis 1997 war sie Mitglied im Vorstand der Federal Reserve, anschließend wurde sie Vorsitzende des Rates der Wirtschaftsberater von US-Präsident Bill Clinton. Also eine Funktion, wie sie jüngst Larry Kudlow in besonderer Art und Weise ausgefüllt hat.

Von 2004 bis 2010 war sie Präsidentin der Fed von San Francisco, ab dem Jahr 2009 stimmberechtigtes Mitglied im Federal Open Market Committee. Im Jahr 2010 wurde sie zur Stellvertreterin von Fed-Chef Ben Bernanke ernannt und ab 2013 gelangte sie als erste Frau an die Spitze der bedeutendsten Zentralbank der Welt. Diese Position verlor sie als Demokratin nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten, der mit diesem Schritt einmal mehr von der bisherigen Tradition abwich. Ihr Nachfolger Jerome Powell ist bereits seit 2012 im Direktorium der Federal Reserve, somit dürften sich die neue Finanzministerin und der Fedchef sehr gut kennen. Janet Yellen ist mit dem Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften George A. Akerlof verheiratet – sie ist also privat und beruflich immer im Umfeld der Ökonomie.

Die „dovishe“ Janet Yellen

Für die Benennung der Wirtschaftsprofessorin als neue Finanzministerin hat der neue US-Präsident sicherlich mehrere Gründe: Zum einen gilt die Demokratin als sehr ausgleichend zwischen den Parteien, was nach Donald Trump sicherlich äußerst bedeutsam wird, und zum anderen wird sie eine Konnexion zwischen Politik und Notenbank gewährleisten, was in der jetzigen Verschuldungssituation sehr vonnöten ist. Die Regierung braucht den kurzen Draht zur Geldpolitik, eine Sonderstellung der Notenbank wäre in der kommenden Zeit sehr hinderlich. Die Märkte gehen von einer guten Weichenstellung aus, deshalb auch die erste positive Börsenreaktion. Die Tauben sind demnächst in den USA am Drücker – daher tendiert auch der Dollar wieder schwächer.

Des einen Freud, des anderen Leid

Was wird diese neue Konstellation Janet Yellen – Powell für geldpolitische Konsequenzen haben? Zunächst freut man sich an den Märkten, dass „der Kelch“ in Gestalt der linken Demokratin Elisabeth Warren an ihnen vorübergegangen ist. Deren während ihrer Kandidatur vorgetragenes Programm hätte die Wirtschaft und die Finanzmärkte eine Zeit in Wallung gebracht, denn ob Warren ihre Vorstellungen in die Tat hätte umsetzen können, steht auf einem anderen Blatt. Nach einer Corona-Schonfrist würden bald schon die Midterm Elections anstehen, die rasche Veränderungen im Kongress bringen können.

Wer sind die Profititeure, wer die Leittragenden?

Zunächst dürften die Finanzmärkte sich über eine weiterhin lockere Geldpolitik freuen, denn es sind zwei Tauben an den Schaltstellen, die über alles sinnieren werden, jedoch nicht über künftige Zinserhöhungen.

Bevor eine Massenimpfung eine echte Erleichterung am Arbeitsmarkt bringt – Stichwort: Maximum Employment – wird man vonseiten der Federal Reserve das Anleihekaufprogramm fortsetzen und retten, wo es zu retten gilt. Hinzu kommen wird der unbedingte Wille der Durchsetzung von Konjunkturprogrammen, speziell im Umweltbereich, einem zentralen Thema von Joe Biden, in dem er ganz besonders den neuen Wind nach Trump symbolisieren könnte. Was nichts anderes bedeutet, als weiter die Verschuldung nach oben zu treiben, auch unter Inkaufnahme einer ansteigenden Inflation. Sowohl Fed-Chef Powell als auch die mögliche neue Finanzministerin haben eine gewisse Flexibilität mit einer höheren Inflationsrate bekundet. Niedrige Zinsen, bei steigender Teuerungsrate – damit wird deutlich, wer dabei besonders leiden könnte: der Dollar!

Aber in der jetzigen Situation kommen einige frühere Bemerkungen von Janet Yellen ins Gedächtnis, wenn es um die Bewältigung einer Rezession geht. Bereits auf einer Konferenz im September 2016 brachte die damalige Notenbankchefin den Gedanke von neuen Instrumenten ins Spiel, die die Fed zur Bewältigung einer Wirtschaftsschrumpfung benötigen könnte: Ankauf von Firmenbonds und Aktien. Letzteres wiederholte sie in diesem Jahr bei einem Interview im April. Die USA auf den Spuren Japans, was für ein Gedanke! Diesen Gedanken hatte unser Autor bei FMW, Hannes Zipfel, in seinem bemerkenswerten Artikel vom 30.6.2020 schon ins Spiel gebracht („Aktienmarkt: Verlassen Sie sich auf die Fed“!)

Fazit

Noch ist es zu früh irgendwelche Schlussfolgerungen über ungelegte Eier anzustellen. Aber eines dürfte klar sein: Bei zwei Verfechtern einer lockeren Geldpolitik wird es von innen heraus keine große Änderung in der Fiskal- und Geldpolitik geben. Das Zusammenspiel zweier Vertreter einer taubenhaften Geldpolitik wird in der jetzigen Lage den monetären Impuls nicht ohne Not verringern.

Und von woher könnte eine solche Notsituation kommen? Eher nicht von einer opulent anspringenden Wirtschaft, die ohne Stütze auskommt, sondern eher von der Inflation, die nun schon ein Jahrzehnt wie tot erscheint. Aber in diesem Zeitraum haben die Notenbanken weltweit auch nicht sieben Billionen Dollar binnen eines Dreivierteljahres ins System geschleust.

Wird die dovishe Janet Yellen den Dollar weiter schwächen?

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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