Devisen

Dax: das eine long, das andere short..

FMW-Redaktion

Mehr an Steilvorlage geht eigentlich nicht: die US-Märkte wie der Dow Jones drehten 200 Punkte vom Tief nach oben, und wenn der Dax das nun heute nicht positiv umsetzen kann, ist ihm nicht mehr zu helfen. Dabei kommen auch von anderen Märkten Zeichen der Entspannung: der Yen wieder etwas schwächer, der Yuan stärker, ebenso das britische Pfund. In Asien der Nikkei eher schwach (aus Enttäuschung über eine Rede Kurodas, die wenig Neues brachte), ansonsten dominieren leicht positive Vorzeichen:

Shanghai Composite +0,14%
CSI300 +0,01%
ChiNext +0,105
Nikkei -0,67%

Wie geht es jetzt beim Dax weiter? Eines scheint klar: der Index handelt gewissermaßen „auf Bewährung“, weist grundsätzlich eine innere Schwäche auf und wird daher auch das Tempo der US-Märkte nicht mitgehen können. Damit aber überhaupt etwas nach oben geht, ist eines jetzt entscheidend: der Dax muß über den Widerstandsbereich bei 9435 Punkten!

Das zeigt der kurzfristige Chart sehr gut: gestern brach dieser Bereich, und mit Bruch der 9400 kam dann weitere Abwärtsdynamik auf. Gestern im späten Handel dann schaffte der Dax den Rücksprung über 9380/90 und lief – bis 9435. Wenn es nun darüber geht, ist Luft bis 9500/10 und vielleicht 9530:

Dax070716

Wer heute einen Dax-Long-Zock riskieren will, könnte die Zone 9380/90 ins Auge fassen, aber spätestens knapp unter der 9300 die Reißleine ziehen, wenn sich der Trade nicht entwickelt.

Im größeren Zeitfenster aber sieht die Sache immer noch nicht so richtig hübsch aus – selbst wenn heute ein erster kleiner Befreiungsschlag gelingen sollte:

Dax0707162

Da ist viel charttechnisches Porzellan kaputt gegangen, und eine Reparatur – wenn überhaupt möglich – wird lange dauern. Was passiert derzeit? Faktisch scheinen sich die Geldströme massiv in den sicheren Hafen USA zu verschieben: in Italien ein kollabierender Bankensektor, in Deutschland eine Problembank mit gigantischen Risiken in den Büchern (dreimal dürfen sie raten, wie die Bank heisst..), in Großbritannien das Desaster mit den Immobilienfonds – da denken sich viele, besser das Geld in die USA schaffen, der US-Aktienmarkt scheint immun gegen Ansteckungsgefahren zu sein (was wir, nebenbei gesagt, nicht glauben, zumindest im mittleren Zeitfenster werden sich auch die USA dem Tsunami nicht entziehen können, er wird auch an der US-Küste Verwüstungen anrichten..).

Im kurzen Zeitfenster aber sehen die US-Indizes gut aus. Und das bedeutet: wer long gehen will, sollte das eher bei den US-Indizes machen, weniger beim Dax. Und wer ganz raffiniert ist und „gehedged“ unterwegs sein will, sagt sich: ich gehe die US-Indizes long, den Dax short, gehe also von der weiter besseren Entwicklung der US-Märkte aus. Vermutlich werden sehr bald Hedgefonds auch diese Strategie spielen (wenn sie es nicht schon machen)..



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