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Dax: Meistens was anderes..

In Abwandlung eines legendären Satzes des ehemaligen Fußballers Mario Basler kann man über den Richtungswechsel von Donald Trump sagen: ich mache immer das, was ich (im Wahlkampf) versprochen habe - nur meistens mache ich dann doch was anderes! Wie werden die Aktienmärkte reagieren?

FMW-Redaktion

In Abwandlung eines legendären Satzes des ehemaligen Fußballers Mario Basler kann man über den Richtungswechsel von Donald Trump sagen: ich mache immer das, was ich (im Wahlkampf) versprochen habe – nur meistens mache ich dann doch was anderes! Trumps Aussagen in dem gestern Abend veröffentlichten Interview sind schon „der Hammer“: Janet Yellen – finde ich richtig nett, vielleicht bleibt sie doch Fed-Chefin. China? Doch kein Währungsmanipulator. Syrien? Müssen uns doch einmischen. Niedrigzins-Politik? Bin ich doch dafür. Der Dollar sowieso zu stark, weil die anderen ihre Währung nach unten manipulieren – aber China doch nicht. Ist der Dollar zu stark, was uns, den USA, Nachteile verschafft, wollen wir eben einen schwachen Dollar.

Dazu noch die faktische Entmachtung des faschistoiden Flügels, zunächst Mike Flynn, nun Steve Bannon – es scheint der globalistische Flügel um seinen Schwiegersohn Jared Kuschner und Gary Cohn die Oberhand zu haben, mithin also der Goldman Sachs-Flügel der Trump-Adminstration. Damit verprellt Trump seine Stammwählerschaft, ganz nach dem Adenauerschen Motto: was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Was wird nun aus den Versprechen Steuersenkungen, Infrastruktur, Ersetzung von Obamacare? Jemand, der schneller seine Meinung wechselt als manche ihre Unterhose, ist in der Lage, auch in diesen Punkten plötzlich umzuschwenken. Jedenfalls scheint damit die angedachte Importsteuer tot zu sein, was dann wiederum die Frage aufwirft, wie man eine mögliche Steuersenkung gegen finanzieren will. Widersprüche, wohin man blickt.

Dazu das amateurhafte Verhalten von Trump und Tillerson, die Moskau ein Ultimatum stellen wollen. Die Russen finden die Trump-Administration „primitiv“ – und haben so ganz unrecht nicht damit. Russische Diplomaten jedenfalls durchlaufen eine harte Ausbildung, sind hochgebildet – aber Trump und Konsorten fallen gleich mit der Tür ins Haus, statt erst einmal anzuklopfen. Geopolitisch birgt dieser Dilettantismus enorme Risiken!

Zum Marktgeschehen: der Dollar wurde abverkauft, die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe fällt auf den tiefsten Stand seit der Wahl Trumps nach dessen Aussagen. Die Dollar-Schwäche, respektive Yen-Stärke belastet den Nikkei, der sich zum Handelsende jedoch etwas erholen kann und damit die US-Futures wieder etwas nach oben bringt:

Shanghai Composite +0,01%
CSI300 +0,11%
ChiNext +0,59%
Nikkei -0,65%

Der X-Dax daher unverändert zum Vortagesschluss:

Wie aber werden die Aktienmärkte reagieren? Der Dax selbst ist nach wie vor im kurzfristigen Abwärtstrend, erst ein Sprung über die Zone 12230 bis 12250 und damit über das gestrige Hoch würde das ändern. Auf der Unterseite die wichtige 12120er-Unterstützung, die nun mehrfach schon gehalten hat und nur einmal in den letzten Tagen gebrochen worden ist mit dem Rücksetzer auf 12050 Punkte. Letztere Marke muss halten, sonst ist die Party erst einmal vorbei.

Im aktuellen Umfeld haben wir irgendwie keine Meinung zum Dax – lassen wir uns einfach mal überraschen. Wichtig werden heute die Zahlen von Citigroup, JP Morgan und Wells Fargo, über die wir bei FMW zeitnah berichten werden..



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4 Kommentare

  1. Guter Bericht
    Ich habe vor Wochen schon mal angedeutet, dass ich befürchte, mir würden hinsichtlich Trump noch so sehr weit die Augen geöffnet werden, dass ich mich als Trump-Fan veranlasst sehen könnte, Abbitte zu leisten.

    Das tue ich hiermit.
    Ich erkläre hiermit öffentlich, dass ich mein ständiges Eintreten für Herrn Trump im Nachhinein bedauere. Ich habe mich in ihm schwerstens geirrt und ihr hattet von Anfang an Recht.
    Einzig allein, dass ich annehme, die Alternativkandidatin Clinton hätte es ganz genauso gemacht, lässt mich über diese Enttäuschng einigermaßen hinwegkommen

    1. Ergänzend möchte ich sagen:
      Was habe ich mich jedesmal über euer – ich und ein paar andere nannten es „Trump-Bashing“ – geärgert.
      Heute möchte ich selbst noch viel stärker draufhauen.

      Es ist ja nicht nur Trump. Es ist dieses Erkennnen/Vermuten, dass ich als Bürger machen kann, was ich will. Ich bin hilflos und werde letztlich verraten und verkauft. Egal wer regiert und in welchem Land sich das abspielt.

      1. Dieser Eindruck der Hilflosigkeit ist kein Zufall und genau so gewollt. Hilflose Menschen lassen sich leichter beherrschen.

        Ob Hillary oder Trump, ihre Machenschaften hätten sich höchstens in dem durch sie begünstigten Personenkreis unterschieden (und das ist sicher nicht der „kleine Mann“ oder das Volk). Notorische Lügner sind sie alle, sonst wären sie erst garnicht an so eine Position gelangt. Bisher hat noch jeder Politiker im Wahlkampf kräftig das Blaue vom Himmel gelogen, um an den Honigtopf (der Geld und Macht verspricht) zu gelangen.

        Also wie geht es jetzt weiter? Mehr Gelddrucken, weiter anschwellende Zentralbankbilanzen, mehr QE und/oder Niedrigzinsen (bestenfalls mit ein paar vereinzelten, zögerlichen Mini-Zinsschritten in großen Zeitabständen, um als Notenbank nicht völlig das Gesicht zu verlieren) und zur Ablenkung von innerpolitischen Mißständen vielleicht sogar der eine oder andere Krieg (wie von Marcus im Hinblick auf Trumps Handlungsfähigkeit schon vor Wochen korrekt gemutmaßt, chapeau!).

  2. Mich erinnert das Geschehen rund um Trump an die Kanonenbootpolitik zu Zeiten des deutschen Kaisers – schickt Geschwader nach Korea etc. Vielleicht endet das auch mal so ähnlich…

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