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Dax mit Verschnaufpause nach dem Crash? Aufwärtspotentiale!

Agata Janik

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am

In schwierigen Lagen muss sich ein Index wie der Dax erst einmal ein Niveau suchen, das rechnerisch angemessen ist. Das ist oftmals schmerzhaft für die Anleger. Die Börsianer waren in der jüngsten Vergangenheit, um in der Fachsprache zu sprechen, so bullisch gestimmt, dass sie kaum mehr gehen konnten. Diese Illusion des ewig steigenden Dax ist jetzt für die nächsten Jahre verflogen. Die meisten Menschen sind sich dieser Tatsache noch gar nicht bewusst. Eine fast automatische Dax-Steigerung von 26%, wie im Jahr 2019, gibt es vermutlich nicht mehr. Das ist ein harter Fakt und wird aktuell ganz gerne ein wenig verdrängt. Vor allem von den Investmentfonds in der Eigenwerbung. Ab jetzt muss man für sein Geld wieder arbeiten und klug denken. Der Automatismus der Kurssteigerung ist vorerst Geschichte.

Das soll nicht entmutigend sein, ganz im Gegenteil. Diese jüngste Korrektur an den Finanzmärkten war längst überfällig. Es drohte sogar eine erneute Finanzblase. Aktien oder Wertpapiere wurden aufgrund der Zinsunterschiede nur noch auf „Pump“ gekauft (Carry-Trades). Solch eine Entwicklung ist nicht gesund und daher ist eine kleine Säuberung nur hilfreich und verhindert den wirklich großen Crash wie in 2007.

Aktuell hat der Dax sein vorläufiges Tief gefunden. Die Carry-Trades wurden zum größten Teil aufgelöst – und auch die Angsthasen sind in den Rettungsbooten und sehen das Schiff nicht sinken. Die Corona-Krise wird noch etwas schlimmer werden, aber das weiß jeder und daher gibt es keine wohl keine faustdicken Überraschungen mehr. Der momentane Informationsstand ist beim Dax und anderen Aktienmärkten mehr oder weniger eingepreist. Jetzt benötigt der Markt wieder neue Fakten, um zu kaufen oder vielleicht sogar noch zu verkaufen. Diese Fakten kann nur die Zeit bringen.

Der Ölpreis als neues Instrument für die Wirtschaft

Es gibt viele Dinge, die man erklären kann. Aber warum ein Kurssturz im Ölpreis einen kleinen Aktiencrash auslösen soll (gerade beim Dax, der noch stärker verlor als die US-Indizes), bedarf wirklich einer fundierten Erläuterung, auf die ich sehr gespannt wäre. Vor zwei Monaten war der Ölpreis noch bei ca. 67 USD – und jeder sprach von einem Zusammenbruch der Weltwirtschaft. Jetzt ist das WTI (Cruide Oil) bei 33 USD – und die Börsen brechen zusammen. Leider gibt es zu wenige Menschen, die erkennen, dass die Preiskorrektur im Rohöl, die einzige Möglichkeit ist, die Weltwirtschaft wieder anzukurbeln oder weiter am Laufen zu halten. Das ursprüngliche Instrument, die Zinsen, gibt es nicht mehr. Diesen Steuermechanismus hat man mit der Null-Zins-Politik eliminiert. Jetzt muss gewissermaßen das Öl seinen Kopf hinhalten.

Dax kurz vor der Erholung?

Die Börse ist reine Kopfsache. Sie wird von Menschen gestaltet – oder sagen wir lieber: gesteuert. Wir haben jetzt in drei Wochen einen kleinen Ausverkauf an den Wertpapiermärkten ansehen dürfen. Das Niveau, auf dem wir uns aktuell befinden, ist erst einmal ein Vernünftiges. Es zeigt sich auch im Chart des Dax. Wobei es fast gleichgültig ist, ob man SDAX, MDAX oder eben nur den DAX betrachtet. Die Bilder könnte man fast übereinanderlegen.

Dies zeigt deutlich, dass wir die Gesamtlage handeln. Das hat mit der wirtschaftlichen Situation und nicht mit der einzelner Unternehmen zu tun. Betrachtet man die aktuelle Lage, dann wird klar, dass der Markt überverkauft ist. Die technischen Handelsmodelle zeigen die ersten Kaufsignale an. Zusätzlich gilt es noch ein Gap auf der Oberseite zu schließen. Dieses wäre im besten Fall bei ca. 11.435 Punkten geschlossen. Das scheint noch ein weiter Weg zu sein. Geht man aber von der Volatilität der letzten Tage aus, ist dies vielleicht nur eine Stundenwegstrecke. Die Relationen haben sich derzeit geändert. Die Auswirkungen der Covid-19 Krise werden noch weiteren Druck auf den Markt bringen. Dies muss sich aber erst in realistischen Zahlen zeigen.

Aktuell ist die Krise zum größten Teil eingepreist. Der Widerstand bei 11.435 Punkten beim Dax wird es zeigen. Bricht der Kurs nach oben durch, dann ist der Weg bis 12.189 Punkten frei. Das klingt aktuell astronomisch, ist aber nicht unrealistisch. Allein die Vorstellung, dass wie aus Zauberhand ein Impfstoff gegen das Coronavirus auf den Markt kommen würde, hätte ein Steigerungspotential von mindestens 30% am Markt. Es gibt derzeit keinen Grund zur Verzweiflung. Ein leeres Fußballstadion ist noch nicht das Ende der Welt. Es geht darum, dass wir uns demnächst ein wenig einschränken werden. Das muss aber noch keinen Zusammensturz des Finanzsystems bedeuten.

Dax Chart

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Der Dax nahc dem Einbruch in der Cornavirus-Krise

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Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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am

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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