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Dax: Moderater Optimismus – Start für Jahresendrally?

Dax - moderater Optimismus

Es geht weiter aufwärts mit dem DAX, wenngleich, wie vor einer Woche angekündigt, zwischenzeitlich immer wieder deutliche Rücksetzer erfolgen. So beispielsweise am vergangenen Freitag, als der DAX zwischenzeitlich nochmals in Richtung 15.500 Punkte abrauschte. Doch seit dem Tief von Anfang Oktober klettert der DAX an der „Wand der Angst“ unter Schwankungen immer weiter nach oben.

Das Stimmungsbild zum DAX der Investoren

Die Stimmung unter den Anlegern ist moderat positiv. Durch die immer wieder erfolgenden Rücksetzer werden immer wieder unsichere Hände aus dem Markt geschüttelt. Soll heißen: Anleger, die nur spekulieren und nicht von den Aktien in ihrem Portfolio fundamental überzeugt sind, geraten bei fallenden Kursen schnell in Panik und verkaufen ihre Positionen. Das dadurch frei gewordene Kapital kann dann die nächste Rallye befeuern.

Das Anlegersentiment ist in der abgelaufenen Woche leicht auf einen Wert von 2,2 zurück gekommen. Moderat gute Laune ist bei den steigenden Kursen durchaus angebracht. Von Partylaune oder gar Überschwang sind wir noch weit entfernt.

Auch die Selbstzufriedenheit ist mit einem Wert von 1,0 moderat positiv und somit ebenfalls der aktuellen Marktentwicklung angemessen. Die Verunsicherung, die Anleger in diesem Spätsommer über zwei Monate lang verspürten, ist verflogen.

Auch der Optimismus unter den Anlegern zum DAX kann mit einem Wert von 2,8 als moderat bezeichnet werden. Ab Werten über 4 spricht man von Euphorie und überbordendem Optimismus. Doch die Euphorie, die wir Anfang Oktober zu Beginn der Rallye gesehen haben, ist in moderaten Optimismus übergegangen.

Die Investitionsbereitschaft im DAX ist mit einem Wert von 3,2 auf dem zweithöchsten Niveau seit Anfang März. Getreu der Börsenweisheit „Sell in May and go away, but always remember to come back in September“ ist es in den Augen vieler Anleger genau jetzt der richtige Zeitpunkt, Aktien ins Portfolio zu holen.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist auf einen Wert von -5 gefallen: Privatanleger sichern ihre Buchgewinne verstärkt ab. Vorsicht zieht nach einigen Wochen der Long-Spekulationen ein.

Ganz anders verhalten sich US-Anleger: Das Put/Call-Verhältnis der CBOE zeigt ein verstärktes Interesse an Call-Optionen, mit denen man auf steigende Kurse spekuliert. So haben auch die US-Fondsmanager ihre Investitionsquote auf 103% hochgefahren. Es wird also auch bei den normalerweise konservativ positionierten US-Fondsanleger auf Kredit (sprich gehebelt) spekuliert.

Die Bulle/Bär-Quote unter den US-Privatanlegern steht bei 10% und zeigt einen leichten Überhang der Bullen an. Gegenüber der Vorwoche sind einige Bullen in das Lager der Neutralen übergesiedelt, vereinzelt sogar direkt zu den Bären.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 72 Gier an, ab 75 spricht man von extremer Gier. Der Short Range Oscillator des S&P 500 zeigte vor wenigen Tagen noch eine stark überkaufte Marktverfassung an, ist aber seither ein wenig zurück gekommen. Die Konsolidierung vom Ende dieser Woche hat die technische Verfassung wieder ein wenig normalisiert.

Dax, Zinsmärkte, Ölpreis, Bitcoin

Selten habe ich ein so ausgewogen positives Stimmungsbild gemessen: Ja, Optimismus herrscht vor und Anleger sind gut gelaunt. Doch von Überschwang und einem gefährlichen Missverhältnis des Sentiments zur aktuellen Marktsituation ist nicht die Rede. In meinen Augen bildet die aktuelle Stimmungslage eine gesunde Ausgangslage für weiter steigende Kurse.

Auch die Investitionsquote zeigt eine inzwischen optimistische, aber noch nicht exzessive Positionierung der Anleger an. Weiterhin wird es wohl immer wieder kleinere Rücksetzer geben, in denen Luft geholt werden kann für den nächsten Aufwärtssprung. Als Kursziel haben sich sehr viele Anleger das Allzeithoch im DAX aus dem Monat August um 16.000 Punkte notiert. Die Nachkaufmarke der Vorwoche bei 14.800 Punkten wurde diese Woche bei den meisten Anlegern auf 15.200 Punkte angehoben.

Am Zinsmarkt hatte ich vergangene Woche auf die extrem schlechte Stimmung, gepaart mit einer hohen Kaufbereitschaft hingewiesen und stellte eine Gegenbewegung des Bund Futures in Aussicht. Genau das ist passiert.

Zur Erläuterung: Wir haben Minuszinsen, was durch einen sehr hohen Kurs im Bund Future ausgerückt wird. Um die Minuszinsen hinter uns zu lassen, muss der Bund Future ausverkauft werden. Die erste Schwelle liegt bei 167 und wurde nunmehr bereits zweimal getestet, nicht jedoch durchbrochen. Kurzfristig haben wir also wieder einen höheren Kurs im Bund Future, und im Umkehrschluss somit wieder niedrigere Zinsen – also weiterhin Minuszinsen.

Fazit zum Zinsmarkt: Für die erste Zinswende seit 35 Jahren ist es noch immer zu früh gewesen.

Auch beim Ölpreis hatte ich vor einer Woche auf eine besondere Situation hingewiesen: Es herrscht Euphorie unter den Anlegern an den Energiemärkten, Partielaune und gleichzeitig ein hoher Zukunftsoptimismus waren für mich Anlass zur Sorge: Vorsicht sei angeraten, empfahl ich. Tatsächlich konnte der Ölpreis diese Woche seine Rallye nicht mehr fortsetzen. Diese leichte Abschwächung in der Rallye reichte bereits aus, um den Zukunftsoptimismus der Anleger abschmieren zu lassen: Nun dominieren die Bären auf dem Ölfeld. Wenn noch gefeiert wird, während sich für die Zukunft dunkle Wolken am Himmel bilden, steht der Ölpreisrückgang unmittelbar bevor.

Der Bitcoin hat seine Rallye bis zum Allzeithoch vom Frühjahr beendet und vollzieht nun ebenfalls eine leichte Konsolidierung. Die Stimmung ist entsprechend moderat zurück gekommen.

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1 Kommentar

  1. Über Anmerkungen und Kommentare zu meinem Beitrag freue ich mich :-)

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