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Dax: Mut zur Lücke..

Wir erwarten, dass der Dax demnächst, vermutlich heute beginnend, die Lücke zu den US-Indizes verkleinert oder schließt. Der große Test aber wird erst kommen, wenn klar wird, ob die US-Steuerreform noch in diesem Kalenderjahr verabschiedet wird oder nicht - bis Thangsgiving, so die Faustregel, muß das Grundgerüst stehen, sonst wird das kaum mehr zu schaffen sein..

FMW-Redaktion

Man kann nicht wirklich behaupten, dass der Dax sich in den letzten Handelstagen mit Ruhm bekleckert hätte: während die US-Indizes immer noch in Schlagdistanz zu ihren Allzeithochs sind, hat der Dax beim gestrigen Verlaufstief fast 600 Punkte verloren seit Erreichen des Allzeithochs.

Im Chartvergleich mit dem S&P500 (Dax orange) sieht das so aus:

Ab Oktober begann der Dax mit einer Seitwärtsphase, während die US-Indizes weiter stiegen. Dann, Ende Oktober, holte der Dax auf und überholte sogar den S&P500, um dann ab letzten Dienstag (als der Dax nachrichtenlos deutlich fiel) sich deutlich schlechter zu entwickeln.

Warum ist das so? Der Euro kann es eigentlich nicht sein, der ist seit Tagen in einer stabilen Seitenlage. Vielleicht war die Euphorie schlicht zu groß gewesen, Gewinnmitnahmen setzten ein, Stops wurden gezogen. Heute Morgen aber kann der X-Dax schon etwas Strecke machen (trotz schwacher Daten aus China heute Nacht) – nun dürfte der Dax versuchen, die Lücke zu verkleinern:


(Charts durch ANklicken vergrößern!)

Heute ein stärker als erwartetes BIP aus Deutschland – das dürfte internationale Investoren wieder aufmerksam machen, zumal deutsche Aktien weit günstiger bewertet sind als die US-Werte.

Auch saisonal verbessert sich das Umfeld nun: ab Mitte November hellt sich die Stimmung meistens auf, bevor es dann zum Ende des Monats meistens sehr bullisch wird, getrieben von der Vorfreude auf Thanksgiving in den USA legt die Wall Street meistens zu – und damit auch der Dax.

Wir erwarten also, dass der Dax demnächst, vermutlich heute beginnend, die Lücke zu den US-Indizes verkleinert oder schließt. Der große Test aber wird erst kommen, wenn klar wird, ob die US-Steuerreform noch in diesem Kalenderjahr verabschiedet wird oder nicht – bis Thangsgiving, so die Faustregel, muß das Grundgerüst stehen, sonst wird das kaum mehr zu schaffen sein. Am Donnerstag, so ist es geplant, wird das US-Abgeordnetenhaus über seinen eigenen Tax Plan abstimmen, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Abstimmung erfolgreich sein wird. Entscheidend aber ist der US-Senat, wo die Mehrheitsverhältnisse sehr viel knapper sind und maximal zwei Republikaner mit „nein“ stimmen dürften (dann entscheidet der US-Vizepräsident als Zünglein an der Waage wenn es ein Patt mit 50 zu 50 Stimmen gibt).

Im kurzen Zeitfenster also sind jetzt beim Dax die Bullen am Zug. Aber die wirkliche Entscheidung fällt erst später, und da sagt uns unser Bauchgefühl, dass die Dinge in Sachen US-Steuerreform nicht glatt laufen werden..



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1 Kommentar

  1. Jetzt traut man sich schon seit Monaten u.a. deshalb nicht auf steigende
    DAX-Kurse zu setzen, weil die Angst besteht, die vergleichsweise teuren Amerikaner könnten einbrechen.
    Tatsächlich läuft es nach meiner Optik anders. Amerika macht zwei Schritte nach oben, wir folgen mit einem Schritt. Macht Amerika einen Schritt zurück, gehen wir andersherum wieder einen bis sogar zwei zurück.

    An den wirtschaftlichen Daten kann es nicht liegen. Ich kann mich nicht dran erinnern, wann die zuletzt insgesamt und rundherum so erfreulich aussahen.

    Aktuell glaube ich, dass der Markt ahnt, dass das in Berlin alles nur Flickwerk werden kann – selbst falls die Sondierungs/Koalitionsgespräche zu einer Regierungsbildung führen. Dann hat das Land zwar eine zusammengewürfelte Regierung – aber im Land selbst wird zunehmend Chaos aufkommen.

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