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Dax: Nach dem Tiefschlag

FMW-Redaktion

Keine Frage: der Dax erlebte gestern einen Tiefschlag, die Erholung, die zu Beginn der letzten Woche eingesetzt hatte, scheint nun schon wieder beendet zu sein!

Im gestrigen Dax-Ausblick hatten wir formuliert:

„In der letzten Woche dominierte die Hoffnung, dass die Inflation nicht so stark ansteigen und der Handelskrieg schon nicht losbrechen werde – und fertig war die Rally an den Aktienmärkten. Aber diese Hoffnungen müssen sich nun auch materialisieren, aus Hoffnungen müssen also Fakten werden“.

Mit den Fakten also scheint es nun zu hapern, was wiederum die Hoffnungen zweifelhaft erscheinen läßt! Ok, die Inflation in Gestalt der US-Verbraucherpreise zumindest nicht höher als befürchtet. Aber in Sachen Handelskrieg scheint sich die Hoffnung eben gerade nicht zu bestätigen: die Ernennung des Hardliners Mike Pompeo zum neuen US-Aussenminister ist ein Zeichen Trumps, dass er seine protektionistische Agenda knallhart durchziehen will. Für Deutschland, also für den Dax, ist das keine wirklich gute Nachricht!

Vor allem der Bericht von „Politico“, wonach die USA schon in der nächsten Woche Zölle auf chinesische Waren vor allem aus dem Bereich Technologie und Telekommunikation, aber auch Bekleidung etc. einführen wollen, dürfte die Märkte weiter belasten. China wird dann Gegenmaßnahmen ergreifen, die wiederum jene US-Firmen besonders hart treffen werden, die relevante Geschäfte im Reich der Mitte tätigen – so zum Beispiel Apple. Überhaupt dürfte der zuletzt haussierende US-Tech-Sektor nun besonders im Fokus stehen, weil hier angeblich nationale Sicherheitsinteressen der USA auf dem Spiel stehen (siehe schon das Broadcom-Qualcomm Übernahmeverbot).

Was, wenn Trump etwa wirklich ernst macht mit Steuern auf deutsche Autos? Für einen so autolastigen Index wie den Dax wäre das ein herbes Problem. Die Zeiten werden härter für Deutschland als Exportland, das zeigt die Trumpsche Agenda hinreichend klar. Vermutlich waren es gestern ausländische Investoren, die gestern rasch die Reißleine gezogen hatten bei ihren Positionierungen in deutschen Aktien. Und vielleicht erklären sich auch die massiven Shortpositionen des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater in deutschen Dax-Titel mit der weisen Voraussicht, dass Trump ernst machen wird mit seiner Agenda – und vor allem Dax-Aktien daruntre leiden werden.

So oder so: der Dax hat gestern selbst bei der starken Unterstützung bei 12270 Punkten keinen Widerstand geleistet, erst im Bereich der 12140er-Unterstützung stoppte der freie Fall:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Morgenluft könnte der Dax nur schnuppern, wenn die 12270er-Zone möglichst schnell wiedererobert würde, nachdem der Index zuvor schon am 12480er-Widerstand gescheitert war und damit noch weit unterhalb des eigentlichen Kern-Bereichs bei 12650 Punkten. Bräche nun auf der Unterseite auch die 12140 nachhaltig, ist ein rasches Wiedersehen mit der 11990/12000er-Unterstützung sehr wahrscheinlich.

Als Fazit kann man sagen: der gestrige Tag dürfte die Erholung des Dax beendet haben, Erholungen stellen aus unserer Sicht Verkaufsgelegenheiten dar!



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1 Kommentar

  1. RWE exportiert nichts in die USA

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