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Dax nähert sich Allzeithoch – wo aber bleibt bloß die Euphorie?

Der Dax ist zuletzt aus seiner Seitwärtsbewegung ausgebrochen und hat mit dem Sprung über die 13400er-Marke nun sogar sein Allzeithoch direkt vor der Brust. Ist die Stimmung der Investoren dementsprechend euphorisch?

Glaubt man der wöchentlichen Umfrage der Deutschen Börse, ist der Optimismus vor allem bei Profi-Investoren deutlich gestiegen, bleibt jedoch auf durchaus moderatem Niveau. So hat das Lager der Bullen bei den institutionellen Investoren zwar +11% zur Vorwoche zwar deutlich zulegen können, aber dennoch sind nur 38% weiter optimistisch für den Dax. Dass von Euphorie keine Rede sein kann, zeigt die Tatsache, dass die Bären nach wie vor das größte Lager stellen mit 41% (-2% zur Vorwoche).

Ähnlich das Bild bei den Privatanlegern: dort kommen beide Lager, also Optimisten wie Pessimisten, auf jeweils 39% mit jeweils einem Zugewinn von +1% zur Vorwoche. Das sieht aus also wie ein Patt, das alle für den weiteren Verlauf des Dax alles offen läßt – spricht das für eine Seitwärtsbewegung?

So sieht Joachim Goldberg die Lage:

„Zumindest haben die von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren reagiert, denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index hat sich zum dritten Mal hintereinander verbessert. Und zwar bei unserer heutigen Befragung am stärksten: Das Stimmungsbarometer zog um 13 Punkte auf einen Stand von -3 Punkten an; es handelt sich um den höchsten Wert seit 25. März. Interessanterweise waren auch dieses Mal nicht die Pessimisten die treibende Kraft hinter dem Sentiment-Anstieg. Über 80 Prozent der neuen Optimisten rekrutieren sich aus der Gruppe ehemals neutral eingestellter Akteure. Vermutlich haben viele Teilnehmer seit unserer vergangenen Befragung den DAX-Rücksetzer in Richtung 12.850 zum Einstieg genutzt.

Auch wenn die Pessimisten bei den institutionellen Akteuren noch leicht in der Mehrheit sind, kann man im Drei- und Sechsmonatsvergleich bereits von einem relativen Optimismus der Akteure sprechen. Tatsächlich hat sich das Bärenlager während der vergangenen fünf Wochen schleichend um rund ein Fünftel reduziert – nur ganz wenige Investoren hatten offenbar den Mut, direkt ins Bullenlager zu wechseln.

Trotz allem können wir auch nach der heutigen Erhebung selbst in der relativen Betrachtung keinen ausgeprägten Optimismus feststellen. Vieles spricht dafür, dass die deutliche Polarisierung von Optimisten und Pessimisten stärkere Ausschläge sowohl nach unten (erste gute Nachfrage könnte bereits zwischen 12.900 und 12.950 Zählern entstehen) als auch nach oben (Gewinnmitnahmen möglicherweise erstmals bei etwa 13.500) behindert. Damit bleibt die Sentiment-technische Situation für den DAX praktisch neutral mit einer leicht positiven Note.“

Auch in den USA herrscht bei den befragten Privatinvestoren (AAII Investor Sentiment Survey) trotz neuer Allzeithochs an der Wall Street kaum Euphorie: hier sind 41,8% bärisch eingestellt (+2,1% zur Vorwoche), die Bullen kommen nur auf 30,8% (-1,3% zur Vorwoche). Allerdings zeigt das Geschehen am Optionsmarkt, dass immens viele Calls gekauft worden sind zuletzt – es gibt also in den USA scheinbar eine Differenz zwischen Worten und Taten..

Der Dax in der Nähe seines Allzeithochs - aber es herrscht keien Euphorie



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