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Aktien

Dax: Nicht blenden lassen!

Der Dax startet stark – vielleicht geht es noch einmal bis zum nächsten Widerstand bei 12.000 Punkten, vielleicht sogar noch einmal bis 12100-1210. Aber spätestens da dürfte dann Schluß sein, die nächste Abwärtswelle also starten, die den Dax dann noch einmal bis in die Zone 11660/80 bringen dürfte..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es ist zunächst einmal ein guter Start für den Dax, nachdem am Freitag an der Wall Street noch kräftig abverkauft worden war. Auslöser der Gegenbewegung ist der „Deal“ zwischen den USA und Südkorea, der schon am Freitag kurz vor dem Abschluß stand und daher eigentlich keine Überraschung ist. Aber damit verbindet sich die Hoffnung, dass es mit dem Handelskrieg schon nicht so schlimm kommen wird – und diese Hoffnung ist aller Wahrscheinlichkeit nach unberechtigt!

Ja, es wird mit großer Wahrscheinlichkeit noch einen Deal zwischen den USA und Japan geben – aber das Entscheidende ist, dass es eben keinen Deal zwischen den USA und China geben wird. Und einen solchen Deal bräuchte es, um die Gemüter wirklich nachhaltig zu beruhigen. Die Trump-Administration braucht Japan und Südkorea als Vorposten gegen China, daher ist man großzügig.

Aber die USA versuchen auch, die EU in Stellung gegen China zu bringen, und das wird wohl nicht gelingen, weil die EU inzwischen zu viel zu verlieren hat, wenn sie sich gegen China wenden würde. Und China wiederum wird sich sehr um die EU bemühen, und Europa wird sich zumindest teilweise auf den Flirt einlassen, weswegen Trump die Europäer härter anfassen wird als Japan und Südkorea!

Kurz gesagt: die Spirale des Protektionismus ist, einmal in Gang gesetzt, nur sehr schwer wieder zurück zu drehen. Damit wird die Produktion für Unternehmen teurer, ganze Lieferketten müssen neu aufgestellt werden etc. Und das ist grundsätzlich inflationär und wird die Notenbanken zu Zinsanhebungen zwingen!

Insgesamt werden sich damit auch die Erwartungen an die Gewinne der US-Konzerne ändern – das erste Quartal wird sicher noch gute Zahlen bringen, aber dann wird es eben schwieriger. Das werden die Märkte dann einpreisen!

Unser Szenario geht daher so: wir werden in dieser Woche noch einmal neue Tiefs sehen an der Wall Street wie auch beim Dax, eine nächste Abwärtswelle. Dann ist nach Ostern eine Erholungsrally wahrscheinlich (etwa weil es einen Deal zwischen USA und Japan geben wird und Hoffnungen auf eine Vereinbarung zwischen den USA und der EU aufkeimen), die wiederum – nach dem saisonalen Muster in Jahren mit Midterm Elections – in der zweiten April-Hälfte endet und dann bis Ende Mai in einen weiteren scharfen Abverkauf mündet (etwa weil der Deal USA-EU doch nicht zustande kommt).

Der Dax startet stark – vielleicht geht es noch einmal bis zum nächsten Widerstand bei 12.000 Punkten, vielleicht sogar noch einmal bis 12100-1210. Aber spätestens da dürfte dann Schluß sein, die nächste Abwärtswelle also starten, die den Dax dann noch einmal bis in die Zone 11660/80 bringen dürfte:


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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    sabine

    26. März 2018 12:57 at 12:57

    Gute Analyse. Eines nur finde ich anders: Zölle schützen die einheimische Wirtschaft und machen nicht alles automatisch teurer.
    In letzter Zeit, seit der Globalisierung durch die EU und andere gingen sehr viele einheimische Firmen pleite und vergrößerten unser Arbeitslosenheer.
    Denn weil man in Rumänien, Tschechien, Polen usw. keine so hohen Kosten für Sozialabgaben, Arbeitssicherheit, Renten-Blablabla, Polizei und EU (Wir dagegen sind Nettozahler!) hat, wie wir in Deutschland/Österreich, können sie billiger produzieren. Skoda in Tschechien muß seit neustem im VW-Konzern den Entwicklungsblock mit finanzieren. Vorher haben sie die Technik einfach nur geerbt.

    • Avatar

      Michael

      26. März 2018 21:36 at 21:36

      @Sabine, meiner bescheidenen Meinung nach sind volkswirtschaftliche Abläufe aufgrund der globalen wirtschaftlichen Vernetzung inzwischen so komplex, dass pauschalisierende Aussagen einfach nicht mehr zutreffend sind.

      Natürlich machen Zölle nicht alles teuerer, auf alle Fälle aber das Produkt bzw. den Rohstoff, auf den sie erhoben werden.
      Nehmen wir z. B. nur einmal die USA und die Zölle auf kanadisches Holz und auf Waschmaschinen. Letztere schützen zwar die ein bis zwei amerikanischen Waschmaschinenhersteller, treffen aber hunderte Millionen von Verbrauchern mit hohen Preisen und bedauernswerter Qualität:
      https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/handelskrieg-um-waschmaschinen-wer-in-den-usa-saubere-waesche-will-sollte-besser-neue-kaufen/20885456.html
      Erstere schützen die Forst- und Holzwirtschaft, treffen aber die Bauwirtschaft und natürlich auch wieder Millionen von Verbrauchern.

      Die Globalisierung (Globus, Weltball, weltweit) wurde nicht von der EU „erfunden“, sondern hat grundsätzlich ihren Ursprung in Wonderland, in der Erfindung des Internets, in technischem Fortschritt, in weltumspannendem Informations- und Wissensaustausch.
      Was Sie meinen, ist bestenfalls eine „Europäisierung“, eine Angleichung eines teilweise mittelalterlich anmutenden Klein- und Vielstaatensystems auf einem relativ kleinen Kontinent an Monsterwirtschaften und -mächte wie USA, China, Russland.
      Und wer nutzt und missbraucht denn letztendlich billige EU-Arbeitskräfte hierzulande? Deutsche Firmen und Konzerne sind es, zum Zwecke der Gewinnmaximierung! Ich erinnere an die utopisch gestiegenen Baupreise der letzten 15 Jahre trotz drastisch gefallener Qualität, billigster Stundenlöhne und (angeblich) nicht vorhandener Inflation bei Rohstoffen und somit Baumaterialien.
      Würden nur mehr deutsche Bauarbeiter, sofern Sie überhaupt noch einen im sog. „Arbeitslosenheer“ finden, mit rein deutschen Baumaterialien und Maschinen arbeiten, dürfte sich der Preis für eine durchschnittliche Doppelhaushälfte auf mindestens 250.000,- bis 400.000,- ohne Grundstück belaufen.

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Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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am

Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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