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Dax: Niedergetrumpelt..

Die Indizes wurden gestern gewissermaßen „niedergetrumpelt“. Trump ist ein unkalkulierbarer Risiko-Faktor – und diese Unsicherheit belastet die Märkte..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Indizes wurden gestern gewissermaßen „niedergetrumpelt“. Auslöser war eine eine Umfrage von ABC/Washington Post, wonach Trump sogar knapp vor Clinton liegt. Hinzu kommt, dass Trump schon alleine deshalb ein gewisses Momentum haben dürfte, weil viele bisherige Nichtwähler für ihn stimmen dürften, und es ist sehr fraglich, ob das in den Umfragen wirklich erfaßt ist!

Wie auch immer: die Märkte waren klar von einem Sieg Clintons ausgegangen – und müssen nun ein gewisses Umdenken einpreisen. Und genaud as passiert derzeit global: etwa am Devisenmarkt, wo der Dollar abverkauft wird (obwohl sich Trump ja für stärkere Zinsanhebungen ausgesprochen hat) oder beim mexikanischen Peso, der im Sinkflug ist, weil Mexiko nicht viel Gutes von einer Präsidentschaft Trumps erwarten dürfte.

Das Problem für die Märkte ist einfach, dass man nicht weiß, was Trump eigentlich will. Er ist im Grunde in jeder Hinsicht Ideologie-frei, mit zwei Ausnahmen: Trump huldigt einer religiösen Überhöhung materiellen Erfolges, und der Gott Trumps ist – Trump. Was das alles bedeuten würde, ist letztlich völlig unkalkulierbar. Positiv könnte sein, dass die Chancen auf eine Entspannung zwischen den USA und Russland steigen würden (während Clinton außenpolitisch ein Falke ist – die Destabilisierung Libyens mit allen den negativen Folgewirkungen geht alleine auf ihr Konto).

Wie auch immer: der Dax startet mit einem Abwärtsgap in den heutigen Handelstag:

dax02-11-16

Gestern der Fake nach oben mit einem vermeintlichen Ausbruch über die 10700er-Marke, dann der Abverkauf. Nicht schön für die Bullen. Sehen wir uns den Dax einmal auf 2-Stunden-Basis an:

dax02-11-162

Der nächste größere Unterstützungsbereich ist die Zone 10350/60, darunter dann schon die 10180er-Marke. Die Fall-Höhe ist also nicht unerheblich. Und das gilt ja insbesondere für die US-Indizes, die noch viel mehr Strecke nach oben gemacht hatten als der Dax, und deren Bewertung daher viel höher ist als hierzulande.

Widerstand beim Dax jetzt der Bereich 10490/10510 – das muß der Dax nun erst einmal packen, bevor man an eine nachhaltige Erholung denken könnte. Die Vola wird weiter zunehmen, im Fokus jetzt die neuesten Umfragen in den USA. Dagegen verblaßt die heutige Fed-Entscheidung (19.00Uhr), weil die Notenbank (wenn überhaupt) erst im Dezember die Zinsen anheben wird..

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Mulo

    2. November 2016 09:21 at 09:21

    „Trump huldigt einer religiösen Überhöhung materiellen Erfolges“
    Das ist auch das typische für einen WASP ( White Anglo-Saxon Protestant). Siehe dazu die Prädestinationslehre Calvins und Max Webers Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. Wer materiellen Erfolg hat, ist von Gott auserwählt.

  2. Avatar

    m.d

    2. November 2016 09:36 at 09:36

    —Wer materiellen Erfolg hat, ist von Gott auserwählt.—
    Und wer keinen materiellen Erfolg hat, ist von Gott nicht auserwählt ?
    Der Satz ist in meinen Augen falsch.

  3. Avatar

    frank.trg

    2. November 2016 10:04 at 10:04

    Ich bin mittlerweile ein großer Trump-Anhänger. Schaut euch einfach mal eine Trump-Rede an, es gibt zahlreiche Reden von Trump auf YT, zurzeit auch täglich live. Er hat eine klare Aussprache und man kann ihn auch als Ausländer sehr gut verstehen, sowohl akustisch als auch rhetorisch.

    Er vereinfacht zwar stark und mancher mag das Populismus nennen, aber bei Trump ist dies ein positiver Populismus. Er kann komplizierte Dinge sehr gut zusammenfassen und auf den Punkt bringen. Sein unendlich großes Selbstbewusstsein ist auch einmalig und das zieht vermutlich viele Leute an. Er tritt als Anti-Establishment Kandidat an u. möchte den Lobbyismus eindämmen und den Einfluss der Wirtschaft u. Medien auf die Politik beschränken. Dabei sagt er dass er selbst Teil dieses Establishments war und deshalb genau weiß wie der Laden läuft.

    Zudem hat er klare Ziele, die er in jeder Rede wiederholt, z.B.:
    – Jobs in die USA zurückholen, dabei droht er den US-Konzernen konkret mit hohen Einfuhrzöllen, sollten sie beispielsweise die Produktion ins Ausland verlegen.
    – Neue Handelsabkommen die den Binnenmarkt stärken und Jobs schaffen
    – Druck auf China erhöhen ihre Währung zu stärken.
    – Mauer zu Mexiko bauen, Illegale u. Kriminelle abschieben, nur Einwanderung zulassen die den USA nicht schädigt
    – strikte Bekämpfung der Islamisierung, sprich keine muslichmische Masseneinwanderung (z.B. keine Syrier)
    – Beendigung der US-Kriege in Nahost. Er sagt die Kriege waren riesen Fehler die nur Nachteile brachten und angeblich 6 Billionen USD gekostet haben. Damit hätte man die USA zweimal neu aufbauen können…
    – Frieden mit Ländern wie Russland. Er will sie nicht als Gegner sondern eher als Verbündete

    • Avatar

      bauer

      2. November 2016 11:02 at 11:02

      …auf so einen wie „Trump“,warte ich schon seit ca.35 Jahren,der in DE regiert.

  4. Avatar

    frank.trg

    2. November 2016 11:09 at 11:09

    Damals war Helmut Schmidt Kanzler…, Naja Trump hätte in Deutschland vermutlich keine Chance, aber für die USA wäre er grandios und den Weltfrieden ein Segen. Er ist vermutlich der erste Präsidentschaftskandidat der einen Frieden mit Russland anstrebt und die US-Angriffskriege verurteilt.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      2. November 2016 11:13 at 11:13

      @frank, vielleicht Frieden mit Russland, aber ansonsten dürfte es mit der Friedfertigkeit Trumps nicht sehr weit her sein – oder warum will er das Militär so massiv aufrüsten?

  5. Avatar

    wihoka

    4. November 2016 14:17 at 14:17

    zu „die Destabilisierung Libyens mit allen den negativen Folgewirkungen geht alleine auf ihr Konto“:
    sehr richtig – es gibt ein Videointerview, in dem sie sagt: „we came, we saw, he died“ – und „he“ meint Gaddafi!

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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