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DAX nimmt erneut Allzeithoch ins Visier

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Börsenkurse in Deutschland Richtung Allzeithoch

Nur noch zwei Prozent Kursanstieg trennen den DAX von seinem bisherigen Allzeithoch. Nach der Entspannung im Irankonflikt stehen die Zeichen für den deutschen Leitindex nun wieder auf Grün.

DAX steckt Rückschlag sehr gut weg und startet wieder durch

Nachdem eine Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran und den USA um die Tötung des Generals Qasem Soleimani vermieden werden konnte, schalten die Marktteilnehmer sehr schnell zurück in den Risk-On-Modus. Der zwischenzeitliche Kursrutsch beim deutschen Leitindex DAX im Zuge einer drohenden Gewaltspirale im Nahen Osten verlief sehr moderat. Der dreißig Werte umfassende Performance Index (inkl. Dividenden) fiel zum Höhepunkt der Spannungen am 6. Januar sowie heute Nacht im Future-Handel zwei Mal kurz unter die Marke von 13.000 Punkten, erholte sich jedoch jedes Mal sehr schnell. Diese relativ hohe Resistenz gegenüber externen Schocks zeigt die starke innere Verfassung des Marktes, die getragen ist, von den massiven geldpolitischen Impulsen sowie erneut aufkeimendem Konjunkturoptimismus. Ob Letzterer gerechtfertigt ist, wird sich erst in den Konjunkturdaten im Laufe des ersten Quartals zeigen.

Mit aktuell 13.325 Punkten ist der DAX nur noch 2,06 Prozent vom Erreichen eines neuen Allzeithochs entfernt. Die Chancen, dass die Höchstmarke von vor zwei Jahren (23. Januar 2018) im aktuellen Anlauf überwunden werden kann, stehen sehr gut. Die Erholung im Dax wird auch getragen von den US-Börsen, die ebenfalls nach den iranischen Raketenangriffen in der Nacht wieder ins Plus drehen konnten.

Langfristiger Dax-Chart

Zu den größten Gewinnern im DAX gehörten die Aktien des Chemiekonzerns Bayer (+2,7%), die Aktien von Adidas (+2,2%), die der Deutschen Bank (+2,9%) sowie der Deutschen Börse (1,8%). Die Gefahr eines Ölpreisschocks für die deutsche Wirtschaft war aufgrund der vorhandenen Förder-Überkapazitäten selbst im Fall anhaltender Spannungen im Nahen Osten relativ gering. Mit der jetzigen Entspannung ist diese Gefahr für den Öl-Nettoimporteuer Deutschland erst einmal gebannt. Der Preis für europäisches Nordseeöl (Brent Crude) fiel wieder deutlich unter die Marke von 70 US$/Fass (159 Liter) zurück und damit auf den Stand vor der Ermordung Soleimanis. Dazu beigetragen haben auch aktuelle Daten zu den kommerziellen Öl-Lagerbestände in den USA, die um 1,16 Millionen Barrel angestiegen sind.

DAX-Aktien bleiben attraktiv

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,81 und einer Dividendenrendite von 3,2 Prozent sind die deutschen Standardtitel im Schnitt nach wie vor im Vergleich zu amerikanischen Aktien günstig sehr bewertet. Satte 37,1 Milliarden Euro sollen die im DAX gelisteten Unternehmen gemäß Deutsche Bank Research im Jahr 2020 an ihre Aktionäre ausschütten. Das wären nochmals knapp zwei Prozent mehr als im Jahr 2019. Die im US-Leitindex S&P 500 zusammengefassten Aktienunternehmen schütten im Schnitt, gemessen an deren Marktkapitalisierung, nur 1,77 Prozent Dividenden aus. Das KGV des S&P 500 beträgt aktuell stolze 24,3. Der langfristige Mittelwert beträgt lediglich 15,77. Daher erscheint auch im Vergleich zwischen den Aktienmärkten der deutsche Markt relativ attraktiv.

Die Geldpolitik bleibt der Hauptantrieb der Aktien-Hausse

In Anbetracht eines anhaltenden Null- und Negativzinsumfelds und schnell rotierender digitaler Notenpressen lassen die o. g. Bewertungen für deutsche Aktien noch viel Luft nach oben. Es macht daher keinen Sinn, sich gegen diese Bewegung zu stellen, solange die Notenbanken aus systemischen Zwängen heraus (globale Überschuldung) ihre extrem laxe Geldpolitik beibehalten müssen, selbst bei leicht anziehender Inflation (siehe die Thematik symmetrisches Inflationsziel).

Fazit

Nach dem vorläufigen Ende der Krise um den getöteten General Soleimani gehen die Märkte wieder voll in den Risk-On-Modus über. In der Kombination mit nach wie vor vorhandenem Konjunkturoptimismus bei gleichzeitig extrem laxer Geldpolitik stehen die Chancen für neue Rekordstände auch bei den deutschen Standardaktien sehr gut. Erst im Laufe der nächsten Wochen wird sich beweisen müssen, ob die Zuversicht der Marktakteure bezüglich der erhofften Konjunkturbelebung und wieder steigender Unternehmensgewinne berechtigt ist. Bis dahin dürften die Preise für Unternehmensanteile weiter steigen.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Zimmermann

    8. Januar 2020 21:43 at 21:43

    Und meistens schaffen wir es mit Aufwärts-Gaps. Fuer morgen stehen die Chancen recht gut, dass wir ueber 13500 starten und uns lagsam zu den 13600 vorarbeiten..

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