Folgen Sie uns

Indizes

Dax: Noch 200 Punkte, dann haben die Bären echt ins Klo gegriffen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Viele, sehr viele Marktbeobachter haben den Börsencrash von Februar bis Mitte März und den darauf folgenden schnellen Anstieg im Dax sehr kritisch begleitet, so auch wir. Wir haben öfters kritische, aber auch bullische Stimmen zu Wort kommen lassen. Denn wir haben ja keine Glaskugel. Notierte der Dax Mitte März im Tief knapp über 8.000 Punkten, so sind es jetzt schon wieder 12.735 Punkte. Bei 13.800 Punkten, dem Stand vor dem Crash-Beginn am 20. Februar, wäre das Crash-Loch im Chart endgültig wieder aufgeholt.

Noch 200 Punkte nach oben im Dax bis zum letzten Zwischenhoch

Aber jetzt, da fehlen nur noch 200 Punkte im Dax bis zur Marke von 12.935 Punkten, und dann wäre das letzte bedeutende Zwischenhoch vom 8. Juni nach oben durchbrochen. Dieses Hoch kann man gut im Chart sehen, der bis Dezember 2019 zurückreicht. Beim Betrachten dieses Gesamtbilds, kann man da auch heute schon sagen: Die Bären (zum Beispiel Dirk Müller) haben ins Klo gegriffen? Denn die These, die Vermutung, die eindeutige Behauptung, dass der Dax sein Tief von Mitte März nochmal in einer zweiten kräftigen Abwärtswelle unterschreitet, die wurde von vielen Bären öffentlich vertreten. Und diese Bären hatten ja auch gute Gründe!

Ein jahrelang aufgeblähter Markt, ein kaputtes Finanzsystem, steigende Kurse nur durch Gelddrucken und Aktienrückkäufe. Man könnte diese Liste endlos fortsetzen als Gründe für viel tiefere Kurse. Die Coronakrise sollte die Aktienmärkte doch auch nachhaltig schwächen? Aber nein. Die Notenbanken fluten alles mit Geld zum Nullzins. Die Staaten retten was das Zeug hält. Und so ist die Hoffnung riesengroß, dass doch wieder alles schnell gut werden wird. Aber wie wir es schon mehrmals berichtet haben: Die Krise brodelt, aber nur unter der Oberfläche.

Zu schön um wahr zu sein?

Die Notwendigkeit Insolvenz anmelden zu müssen, ist nur bis Ende September in Deutschland ausgesetzt. Danach droht eine Insolvenz-Welle in der Wirtschaft. Und die Pflicht wieder Kreditraten und Mieten zahlen zu müssen, besteht seit 1. Juli wieder in Deutschland. Auch hier drohen Kündigungen durch Vermieter und Banken. Abgesehen davon rollt zum Beispiel in vielen Dienstleistungsbereichen (Karstadt, Maredo, Vapiano uvm) die Insolvenzwelle. Aber wie Michael Wendler sagen würde: „Egal“. Die Kurse steigen trotzdem. Ist der Griff ins Klo für die Bären spätestens ab dem Niveau von 12.935 Punkten komplett? Sicher, es gibt unzählige weitere technische Indikatoren und Betrachtungsweisen. Aber ich will es an dieser Stelle bewusst einfach halten.

Bis dato, da haben die Kritiker verloren. Die Gelddruck-Maschine und die Angst der Anleger Gewinne zu verpassen, waren stärker – nach heutigem Stand jedenfalls. Hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann zum Wettkampf um die größte Blase. Keine Frage, die Märkte sind aufgebläht, und die Gelddruck-Orgien der Notenbanken sind obszön. Ich kommentiere nur den aktuellen Ist-Zustand. Natürlich kann der zweite große Knall bei Dax, Dow und Co noch kommen. Aber aktuell sieht es arg danach aus, dass die Bären, die im März und April den zweiten großen Crash vorhergesagt haben, voll daneben liegen.

Chart zeigt Dax auf CFD-Basis im Kursverlauf seit Dezember 2019

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Bullenversteher

    6. Juli 2020 14:19 at 14:19

    Jeder Bulle der im März oder April eingestiegen ist und seine Investition abgesichert hat, wird keinen Verlust erleiden sondern Gewinne machen. Da führt kein Weg vorbei. Also ist es Realität das die Bären falsch lagen. Selbst wenn jetzt noch ein Crash kommen sollte haben die Bullen ihre Gewinne im Sack, sofern sie sinnvolle Gewinnstopps eingesetzt haben.

  2. Avatar

    Marko

    6. Juli 2020 14:26 at 14:26

    Herr Kuumerfeld,

    es sind eher die großen Adressen also die „Big-Boys“, die ins Schwitzen kommen, jene hängen seit März gnadenlos hinten.

    So eine V-Erholung und auch noch in dem Tempo, damit hätten die nie und nimmer gerechnet. Die haben eher Puts gekauft, also Absicherungen, weil man offenbar davon ausging, dass der Dax in den nächsten Monaten bei ca. 6000 – 8500 Punkten liegen würde.
    Tja, falsch gedacht…

    Ihnen sei es gegönnt, dem „Smart-Money“… :D

    Dazu kommen noch die Corona-Konjunkturprogramme der Notenbanken bzw. der einzelnen Staaten. Nebst dem Fakt, dass bei den Anleihemärkten renditetechnisch „nichts zu holen“ ist. Natürlich stand der Bufu bei 180 Punkten, ja… Die Anleihemärkte sind ebenso aufgebläht.

  3. Avatar

    Marko

    6. Juli 2020 14:41 at 14:41

    Und was man zudem sagen kann , der Dropdown im März das war historisch. Da war natürlich Panik im Markt drin, offenbar eine zu Große.

    Natürlich kann man Corona mit einer spanischen Grippe vergleichen, nur damals waren die Menschen nicht so vernetzt wie heute. Einen Lockdown kannte man nicht, woher auch ?

    Und ja es ist wohl davon auszugehen , dass im Herbst/Winter eine 2. Welle kommt, aber es wird wohl eher zu partiellen Schließungen kommen. Eher nicht weltweit.

  4. Avatar

    Hesterbär

    6. Juli 2020 16:19 at 16:19

    Ist das jetzt die Endphase der Euphorie? Die Leute kaufen Aktien als wären sie gerade spottbillig und es gäbe morgen keine mehr. Es ist immer das gleiche Spiel „Diesmal ist alles anders“. Aber zugegeben, in diesen Zeiten könnte man als Bär schon ein wenig verzweifeln.

  5. Avatar

    Glaskugel_Besitzer

    6. Juli 2020 17:38 at 17:38

    „Die Notwendigkeit Insolvenz anmelden zu müssen, ist nur bis Ende September in Deutschland ausgesetzt“

    … und danach kann die Regelung auch einfach nochmal verlängert werden. Und nochmal. Und danach nochmal. So lange bis sich die Wirtschaft erholt hat, dann setzt man das Insolvenzrecht wieder in Kraft.
    Gleiches gilt auch beim Kurzarbeitergeld. Keine Regierung möchte unschöne Insolvenz- oder Arbeitslosenstatistiken haben. KEINE Regierung.

  6. Avatar

    franko33

    6. Juli 2020 19:22 at 19:22

    Euch allen Zockern – ihr habt gut Gewinne gemacht.Das ist völlig o.k.
    Nur für dieses Geld wird man sich nichts kaufen können.Wir bekommen
    Immobilienbesteuerung / Aussetzungen des Handels an der Börse/Goldverbot…..
    Ihr könnt gern lachen,entscheidend bekommen wir eine drastische Verschlechterung
    unserer Lebensqualität weltweit.Ich möchte normalerweise gern selbst bestimmen wohin ich fliege (ohne Quarantäne),was ich sage oder denke + ob ich bedroht werde,aber das wird in den nächsten Jahren Utopie bleiben.

    Diese Krise wird nicht nach 3-4 Monaten zu Ende sein.
    Real ist und bleibt und daran ist sogar etwas Wahres,selbst wenn „unsere Mutti Merkel“
    es gesagt hat: Nichts wird wieder wie vor der Corona Krise sein.
    Die Tage dieses Geldsystems sind gezählt und lassen sich nicht auf ewig wegdrucken.
    „Es wird mich selbst schon nicht treffen“ denkt sich (fast) jeder.
    Wie auch immer:
    Allen,ohne Ausnahme wünsche ich,alles Glück dieser Welt + Alles Gute !

    • Avatar

      Columbo

      6. Juli 2020 20:28 at 20:28

      @franko33

      Wenn ich so ein depressiver Pessimist wäre, würde ich eigentlich nicht mehr leben wollen in dieser fürchterlichen Welt.
      Tust mir echt leid.

    • Avatar

      Stina

      7. Juli 2020 01:30 at 01:30

      @franko33, das klingt so traurig und irgendwie nach Gehen.

      Doch bedenke, du hast die ersten beiden Phasen der Trauer bereits größtenteils überwunden. Das Nicht-Wahrhaben-Wollen ist vergangen, aufbrechende Emotionen wie Wut, Schmerz, Zorn, Angst und Ruhelosigkeit hast du bereits einigermaßen im Griff. Du wirst zwar noch weiter deine verpassten und falschen Einstiegspunkte und Ideale aufsuchen, doch das ist ein wichtiger Schritt zur Akzeptanz, zu einem neuen Selbst- und Weltbezug.

      Auch wenn du derzeit denkst, nicht denken und sagen zu dürfen, was du willst, ohne bedroht zu werden, Phase 3 wird dir über diese paranoiden Angstgefühle hinweg helfen. Glaube einfach nicht, was Trump dir erzählt.

    • Avatar

      Udo

      10. Juli 2020 20:44 at 20:44

      kORREKT UND DAS GROSSE ERWACHEN DER „BÖRSENVERSTEHER“ KOMMT SCHNELLER ALS SIE DENKEN. ICH SEHE BEI REVISIONEN LAUFEND KATASTROPHALE ZAHLEN UND INSIDE PROGNOSEN BEI UNTERNEHMEN JEDWEDER GENRE. DAS IST DIE REALITÄT. DA HELFEN AUCH GLAUBE, FANTASIEN UND HOFFNUNGEN NICHT WEITER.

      • Avatar

        Optimist

        10. Juli 2020 23:19 at 23:19

        @Udo
        WILLKOMMEN IM CLUB!

  7. Avatar

    Marko

    6. Juli 2020 21:54 at 21:54

    Irgendinein Leser schrieb vor ein paar Wochen : „für uns Bären brechen wohl schwere Zeiten an.“

    Und dies danach, als die Big-Boys den Markt nach oben geprügelt haben bzw. mussten, wir hatten übrigens meines Erachtens mehre „Kaufwellen“ von denen. Eben weil man nicht zeitnah in den Markt „hereinkam“…

    Na klar geht es nicht immer nach oben, aber solche Kaufwellen in dem Tempo haben nix mit einer „Hausfrauenralley/Privatkundenralley“ zu tun, bei allem Respekt.

    Mal schaun, wie es weitergeht…
    Morgen geht die Welt unter, das Ende des Geldsystems steht uns bevor,kauft GOLD ! zurück zu den Jägern und Sammlern, ich weiß, ich weiß. ;)

    Der EUR/USD wird stärker, ich warte nur darauf, dass der CHF nachgibt ;)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Ich werde bullisch – schnell verkaufen! Marktgeflüster (Video)

Wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen! Deshalb werde ich jetzt extrem bullisch – Aktien steigen immer!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Konjunktur in den USA brummt, wie heutige Daten zeigen – also werde ich jetzt bullisch für die Aktienmärkte! Denn wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen, oder? Dazu kommt jetzt auch noch der Stimulus in den USA – besser geht nicht! Und nächste Woche werden Apple, Facebook und Tesla ihre Zahlen berichten – das wird sicher extrem bullisch werden, denn die tollen Zahlen sind bestimmt noch nicht ausreichend eingepreist, oder? Ausserdem: Aktien steigen immer – das zeigt schon der Blick in die Geschichte! Und heute ist Janet Yellen als Finanzministerin bestätigt worden – können Sie sich an einen einzigen Tag erinnern, an dem die Aktienmärkte gefallen sind, als Yllen noch Fed-Chefin war? Eben..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Keine Bären in Sicht – Blick auf Dax, Dow und Nasdaq

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Derzeit kann man beim Blick auf Dax, Dow und Nasdaq keine fallenden Tendenzen ausmachen. Schauen wir im folgenden Video auf das aktuelle Chartbild.

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage