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Dax: Nur noch ein Tag Zeit..

Das wird wohl eine unschöne Monatskerze! Aber heute profitiert der deutsche Leitindex von den Vorgaben der Wall Street..

Redaktion

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Heute ist der letzte Handelstag im Oktober – das wird wohl eine unschöne Monatskerze! Aber heute profitiert der deutsche Leitindex, der wohl aufgrund des Feiertags in vielen deutschen Bundesländern etwas dünnvolumig unterwegs ist, von den Vorgaben der Wall Street sowie der asaitischen Börsen. Oder geht es an Halloween dann später doch noch gruselig zu? Was jetzt wichtig ist, zeigt Jochen Stanzl:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Ausführlicheres zu den Varianten im Dax gibt es hier:


By Toby Ord – Own work, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=271348

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    31. Oktober 2018 10:29 at 10:29

    Heute an Halloween, eine kleine fundamentale Einschätzung von mir über die US Aktienmärkte nach den starken Kurseinbrüchen im Oktober. Nach dem über zehnprozentigen Rückgang in den Kursen der wichtigsten Indizes in den USA, stellt sich für jedermann die Frage, ob dies bereits den Abschwung eingeleitet hat, nach zehn Jahren Aktienhausse, oder ob es noch mal so etwas wie eine Jahresendrallye geben kann, die eigentlich in Midterm-Elections-Jahren fast schon üblich ist?
    Es gibt eine Statistik, die besagt, dass es seit 1982 in fast 90% der Zwischenwahljahre immerhin über 8% in den nächsten Wochen an den Börsen nach oben ging.
    Noch gibt es aktuell weder einen Einbruch in den Unternehmensergebnissen (80% der Unternehmen haben bisher die Erwartungen übertroffen, die Aussichten wurden jedoch zurückgenommen, wenn auch nicht zu dramatisch), noch sind die Zinsen weiter gestiegen, die zehnjährigen US-Staatsanleihen notieren noch bei 3,1 %, also auf dem Niveau von vor sechs Monaten (noch zu niedrig für das große Umschichten), die Trumpschen Zölle wurden noch nicht weiter verschärft (zumindest gibt es noch eine gewisse Hoffnung für Ende November Anfang/Dezember nach dem G 20-Meeting) und der Dollar ist als US Exportbremse nur leicht weiter gestiegen.
    Natürlich ist mir bewusst, dass die Märkte die Zukunft bewerten und nicht das „Gehabte“. Die Problematik wird in dieser Zahlenreihe deutlich: Gewinne 2018 Q1 25%, Q2 23%, Q3 21%e., Q4 18%e., Q1- 2019 /9-10% e. Es ist aber auch nur ein „short-term outlook“.
    Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der gestern veröffentlichte Index des US-Verbrauchervertrauens. Es befindet sich auf einem 18-Jahreshoch, auch in der 6-Monatssicht – nicht gerade unbedeutend in einer Wirtschaft, die zu 70% von der Kauflaune seiner Bürger abhängt.

    Was also wäre jetzt nötig, um eine kleine Jahresendrallye zu befeuern? In den letzten Tagen war bei den Abverkäufen an der Wall Street stets von einem Käuferstreik die Rede – wie könnten diese zurückkehren?
    Da gibt es zum einen die Aktienrückkäufe, die in den nächsten Tagen wieder deutlich ansteigen sollten – Markus Fugmann hat hierzu zwei eindrucksvolle Grafiken bereits vorgelegt – dazu hat am Montag Northop Grumman angekündigt, ab dem 31. Oktober für 1 Milliarde $ eigene Aktien zurück-zukaufen. IBM hat gerade am Dienstag mit einer 4 Mrd.$-Ankündigung nachgelegt. Für den Tech-Giganten Apple, der am Donnerstag seine Q3-Zahlen vorlegen wird, steht gewiss noch eine zweistellige Milliardensumme aus. Insgesamt dürfte die für 2018 ausstehende Buyback-Summe im deutlichen dreistelligen Milliardenbereich liegen. Hierfür sind nicht einmal mehr 40 Börsentage Zeit.
    Dazu kommen Investmentfonds, die sich im Jahr der großen Steuergewinne ihre Jahresgratifikation nicht entgehen lassen wollen. Sie haben ihre Cashquote in den letzten Tagen massiv nach oben gefahren und müssten bei Kursanstiegen in den Markt zurück.
    Vielleicht springen auch noch viele Kleinanleger auf den Aktienzug auf, um noch einmal billiger in den Markt zu kommen? Dies wäre auch das typische Ende eines Zyklus: Die Kleinen steigen ein, während die Großen Kasse machen.
    Aber: Dafür gibt es zwei Grundbedingungen. Wie ich bereits mehrfach angedeutet habe, dürfen die Märkte für ein solches Szenario nicht mehr viel fallen. Bei dem entstehenden Vermögensverlust wird auch der willigste Anleger über nicht mehr ausreichend Kapital verfügen. Zudem muss es China gelingen die Konjunkturabschwächung, mit welchen Tricks auch immer, aufzuhalten, respektive die Aktienmarkt-Baisse. Nicht zu vergessen den „großen Blonden“ in den USA als strategische „Wundertüte“.
    Die eben beschriebene Vision ändert nichts an meinem mittelfristigen Ausblick auf die Märkte. Jerome Powell könnte am 19. Dezember mit seiner nächsten Zinsanhebung schon die Glocke für die letzte Runde (nicht im Zinszyklus, aber im Aktienzyklus) einläuten.
    Gruß

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    1. November 2018 07:02 at 07:02

    Sorry. Auch wenn ich manchem Leser mit meiner Platte über die Aktienrückkäufe schon auf den Nerv gehe, muss ich in Anlehnung an meinen gestrigen Kommentar (über die Voraussetzungen für eine Jahresendrallye) nochmals nachlegen. Die Aktienrückkäufe sind im Jahr 2018 einfach ein ganz entscheidender Faktor für die Kursanstiege in den USA. Es werden voraussichtlich Rückkäufe in Höhe von einer Billion $ erreicht, immerhin fast der Wert aller Aktien unseres Leitindex. Die Amerikaner sprechen davon, dass „ there is plenty of powder left“ und dabei wurden gestern folgende kommende Buybacks genannt:
    ICE 5%, Ester Lauder 11%, Akamai 8%, IBM 4%, Maxim 11% und weitere Ankündigungen sollen in den nächsten beiden Wochen folgen.
    Zudem ist der Monat November historisch der Monat mit den meisten Buybacks.
    Wie bereits oft erwähnt: Aktienrückkäufe sind nicht der alleinige Faktor für die Börse, aber zumindest im Jahr 2018 für die USA ein wesentlicher und in dieser Höhe schon gar nicht zu wiederholender (Steueramnestie und Zinsanstieg).
    Spannend wird der Freitag mit den für die Fed-Politik so bedeutsamen US-Arbeitsmarktzahlen. Wird die steile Reaktion wieder jäh gebremst?
    Was mir zum gestrigen Tag bewusst wurde. Wir sahen gerade bis 800 Punkte plus im Dow Jones in zwei Tagen – klar eine technische Gegenreaktion. Aber, das ist der größte Anstieg seit Langem (seit 2016) und der Segler hat es anhand seiner Indikatoren im Options- und Volamarkt im S&P 500 am Montag vorausgesagt – das Grillen der Bären. „Chapeau“ Segler, muss mich doch näher mit diesem Tradingansatz auseinandersetzen.
    Gruß

    • Avatar

      sufaap2008

      1. November 2018 14:50 at 14:50

      Hallo @Wolfgang M.
      nun läuft der Rebound.
      Habe eine Handelsidee. Da die Aktienrückkäufe, wie Sie schon sagten, ein ganz entscheidender Faktor für die Kursanstiege sind, würde ich gern versuchen bei besonders „starken“ Buybaks kurzfristig auf steigende Kurse setzen.
      Können Sie mir irgendeine Quelle zu den Buybaks nennen.
      Gruß

      • Avatar

        Wolfgang M.

        1. November 2018 16:12 at 16:12

        Hallo @sufaap2008. Das ist nicht so einfach, weil diese Meldungen eingepreist werden, wenn sie über die Ticker (Bloomberg, CNN, CNBC) laufen. Ich habe bereits 5 Aktien genannt und die Ankündigung von Northop Drumman am Montag. Ich traue mich gar nicht zu schreiben, wo der größte Batzen Geld aufgewendet wird. Sie ahnen es. Obwohl die Aktie eine unglaubliche Marktkapitalisierung aufweist, hatte Apple im Mai einen sagenhaften Cash-Bestand von 267 Mrd. $ und das Unternehmen wollte den Bestand auf Höhe der Schulden von 111 Mrd.$ durch Rückkäufe langfristig reduzieren. Davon ist erst ein Teil umgesetzt. Die Zahlen von heute Abend werden deshalb sehr wichtig, vor allem der Ausblick. Von allen FAANGs ist Apple aber bei einem Rückschlag (eben u.a. durch die Cash-Quote) am besten abgesichert. Ich möchte hierzu ein paar Zahlen nennen, die aber schon ein paar Tage alt sind: Jahreszahlen
        Umsatz: Apple 229,2 Mrd.$, Gewinn 48,4 Mrd.$, Marktkapitalisierung 1,065 Bio. $.
        Umsatz Amazon 177,9 Mrd.$, Gewinn 3,0 Mrd.$, MK 872 Mrd.$
        Umsatz Google 110,9 Mrd.$, Gewinn 12,7 Mrd.$, MK 769,3 Mrd.$
        Aber das Thema FAANG ist ein ganz heißes. Als letzte Woche die vielen ETFs, besonders durch die Algos abverkauft wurden, hatte es diese Aktien besonders stark erwischt, weil sie bis zu 40% in diesen passiven Investments gewichtet sind. Einzig bei Apple haben Aktive gegengehalten.
        Meiner bescheidenen Meinung nach befinden wir uns aber nicht in einem wiederauflebenden Bullenmarkt, sondern in dessen letzter Phase.
        Ich muss zugeben, dass ich mich 1999 und 2006 in der verbleibenden Dauer jedes Mal getäuscht habe – sprich, ich war zu früh dran.

        Viele Grüße
        Sorry, wenn ich zu viel gebabbelt habe.

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      Segler

      1. November 2018 19:21 at 19:21

      @wolfgang – Danke für die Blumen
      Ich habe gestern abend alle Bull Put Spreads (Synthetische Long Positionen) geflatted und zu Cash gemacht
      Die Vola geht zwar zurück, aber ich befürchte eine nochmalige kurze Korrektur.
      Im Gold und vor allem in den 30-jährigen Bonds gab es gestern einen Volumen-Spike und einen washout.

      und schauen die Volumina in den ZB auf 5 Minutenbasis
      zwischen 13:50 und 14:00 Uhr wurden 50 tausend Kontrakte durchgeknallt.
      Ein Hammer !
      Für mich das Signal zum Entry

      Aufgrund dieser Ereignisse habe ich gestern eine Position mit 4 Goldfutures long eröffnet
      sowie 7 Futures long im ZB (30-Jährige)
      Es hatte noch weitere Gründe, führt aber zu weit in diesem kurzen Post
      Grüne für den Ausstieg siehst Du auch im Marktprofil des S&P
      Oben ist erstmal „fertig“
      Es muss in den nächsten Taagen das Volumenloch zwischen 2680 und 2750 gefüllt werden.
      Während dieser Range erwarte ich fallenden VIX und insbesondere deutlich fallenden VXX

      Für mich ist aktuell in den Edelmetallen mehr zu holen als in den Stock Märkten.
      Index ist erstmal abgefrühstückt
      Jetzt shorten sich die Bären die Seele aus dem Leib und freuen sich in den nächsten Tagen auf ein paar Brosamen
      Kann hier leider keine Grafiken reinstellen :-(
      Wenn Du Dich in Marktprofile einarbeitest und Optionstrading …
      ich schwöre Dir – Du schmeisst alle Charts weg
      :-)
      liebe Grüsse

    • Avatar

      Petkov

      1. November 2018 21:02 at 21:02

      Danke Segler und Wolfgang für eure Einschätzungen. Ich muss zugeben, dass ich heute nur auf die preisbasierten Charts einen Blick geworfen habe (ja, @Segler, Dein Kopfschütteln ist berechtigt und ich schäme mich ein bisschen). Aber die fehlende Dynamik nach dem fast „obligatorischen“ Schließen des Dax-Gaps bei ca. 11500 lässt genau das vermuten, was der Segler in seinen volumenbasierten Charts schon gesehen hat.

      Interessant fand ich heute vor allem die Brent-„Performance“ (WTI war ja im Vergleich fast schon abgehängt). Ich musste sofort an die Midterm Polls denken und auch daran, was unsere amerikanischen Freunde im Schnitt für eine gute Finanzstimmung brauchen (egal ob Trumpwähler oder nicht):

      1. Steigende Aktienkurse -> läuft doch wieder!
      2. Niedrige Ölpreise -> der Trump hat medienwirksam die Saudis ermahnt, gefälligst für einen US-wählerfreundlichen Ölpreis zu sorgen und was ist passiert? Von ca. 86$ auf achtzylindergerechtere 73$.

      Den trumpschen Einfluss auf 1. und 2. kann ich jetzt nicht quantitativ berechnen, aber im schlimmsten Fall wäre es pures Glück und selbst dann lässt sich sagen: mit so viel Glück kann man auch die Midterm Elections gewinnen. Auch wenn ich kein Trumpfan bin, muss ich ehrlich gestehen, dass ich aktuell nicht wirklich gegen ihn wetten würde.

      Nach dem 6.11. werden die Karten allerdings neu gemischt. Ich wäre nicht überrascht, wenn dann die Stunde der Ölbullen und Indizies-Bären schlägt.

      • Avatar

        Segler

        1. November 2018 23:54 at 23:54

        @Petkov – Miemand muss sich schämen, der einen preisbasierten Chart benutzt.
        Diese Art der grafischen Information hat durchaus ihre Berechtigung.
        Sie bietet für längerfristige Betrachtungen eine groben Überblick

        Der „achtzylinderkonforme “ Benzinpreis klingt gut und pointiert – entspricht er auch der Realität ?
        Die Fokussierung auf einen Blonden Präsidenten und dessen von den Medien nach aussen getragenen Eigenwilligeiten rufen bei uns Europäern ein Kopfschütteln hervor.
        Hüten Sie sich vor dieser Art des Besserwissens –
        Das amerikanische System der „Checks and Balances“ hat auf längere Sicht immer gut funktioniert
        Es wird es auch in diesen Fall tun
        Nur Geduld

        • Avatar

          Petkov

          2. November 2018 08:52 at 08:52

          ?

  3. Avatar

    sufaap2008

    1. November 2018 20:01 at 20:01

    @Wolgang M. vielen Dank für die ausführliche Antwort und für diese wertvollen Informationen, Sie haben nicht zu viel gebabbelt:-)
    Bleibt abzuwarten wie Apple abschneidet und die Märkte das Ergebnis interpretieren.
    Ich teile ihre bescheidene Meinung, nun ist die Frage, wie potent diese letzte Phase ist.
    Viele Grüße

  4. Avatar

    sufaap2008

    1. November 2018 21:23 at 21:23

    @Segler falls es Sie interessiert,die USA planen die Goldexporte aus Venezuela mit Sanktionen zu belegen um die Quelle der „illegalen Bereicherung“ der Eliten um Maduro trocken zu legen.
    Laut Societe Generale soll das dem Goldpreis helfen.
    Gruß

    • Avatar

      Segler

      1. November 2018 23:25 at 23:25

      @sufaap2008 – Danke für Ihren Hinweis. Ich freue mich, wenn Sie sich für den Handel in Commodities (Rohstoffe etc) interessieren.

      Schauen wir einmal, ob es so funktioniert
      Mich würde es natürlich freuen — mt meiner long Position
      :-)
      Einige Leser sind überrascht, dass ich einerseits gegen direktionales Tradig „wettere“
      (um einen bekannten Leser zu zitieren) und es zu bestimmten Zeiten und bestimmten Märkten doch selber tue.
      Warum ?
      Es hat zu tun mit der aktuellen Volatilität und der Erwartung der kommenden.
      Haben Sie einen Link zum Artikel der SocGen ?
      Liebe Grüsse

      • Avatar

        sufaap2008

        2. November 2018 12:49 at 12:49

        @Segler Link zum Artikel der Societe Generale steht mir leider nicht zur Verfügung.
        Es waren mehrere Meldungen auf den russischsprachigen Nachrichten- und Wirtschaftsportalen.
        Im Bezug auf Goldexportsanktionen wurden Bloomberg und Wall-Street-Journal zitiert, diese haben auszugsweise den Text des Statements von Bolton veröffentlicht.
        Im Bezug auf den Goldpreis wurde SG zitiert, diese sieht unter Betrachtung mehrerer Faktoren auch die Exportsanktionen als Grund für steigende Goldpreise.
        Dass Sie auch direktional handeln überrascht ein wenig, aber ist es im Endeffekt nicht egal, ob die Chance am Markt Geld zu verdienen, „zweidimensional“ oder „dreidimensional“ ist?

  5. Avatar

    Andreas

    1. November 2018 23:03 at 23:03

    @Segler
    Glückwünsch zu ihren Gold-Longs!
    Das muss heute mächtig Kohle in den Geldbeutel gespült haben…

    Ich habe da leider ein wenig gezögert, könnte mich gerade wieder ohrfeigen.

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Indizes

Dax: Jahresausblick – Anleger sehen mehr Gefahren als Chancen

Stephan Heibel

Veröffentlicht

am

Der Dax ist 2021 bereits angesprungen, der Bitcoin hatte die 40.000 USD geknackt und Tesla konnte in den ersten Tagen des neuen Jahres bereits um 30% zulegen!

Der Quadratmeter Bauland wird in meiner Nachbarschaft auf 2.200 Euro taxiert, ich war bis vor kurzem von 800-1.000 Euro ausgegangen. Ja, liebe Notenbanken, von Inflation keine Spur, oder? Ich habe gelesen, dass die EZB im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung nach Möglichkeiten sucht, den Zins für langfristig laufende Anleihen zu beeinflussen, ohne über den Geldmarkt gehen zu müssen. Abenteuerlich.

Für uns Anleger sind das goldene Zeiten, wobei der Gradmesser der Inflation, das Gold, tatsächlich nicht anschlägt. Die Feinunze Gold verlor diese Woche 1,4%. Ich denke, die überschüssige Liquidität der Anleger wandert derzeit eher in den Bitcoin als ins Gold. Den Bitcoin können Sie problemlos über Landesgrenzen mitnehmen, beim Gold ist das nicht so einfach.

Durch Disruption zum Milliardär

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ Mahatma Gandhi

1990-2000:

Es ist nicht leicht, Milliardär zu werden: Bill Gates lief sich in der Industrie die Hacken wund, niemand wollte Computer für den Privatanwender bauen. Das solle man den Profis überlassen, war die Antwort und IBM hatte eine ganze IT-Industrie erschaffen, die von den Personal Computern nichts wissen wollte. Der IBM Mainframe fristet heute ein Nischendasein, Bill Gates wurde mit seinem Betriebssystem für Personal Computer, dem Windows, zum reichsten Mann der Welt.

2000-2010:

Man muss in Büchern herumblättern, wenn man sich eine Kaufentscheidung bilden möchte, so das Dogma des Buchhandels vor 20 Jahren. Jeff Bezos bot die Bücher im Online-Versand an und hatte nicht nur alle Buchhändler der Welt, sondern später auch alle Einzelhändler der Welt gegen sich. Eine kleine Nische, die kaum Potential habe, urteilten viele damals. Amazon liefert heute so ziemlich alles, was das Herz an materiellen Wünschen hat. Jeff Bezos löste Bill Gates als reichsten Mann der Welt ab.

2010-2020:

Wenn Sie sich einmal die Ölindustrie und deren weltweite Logistiknetze anschauen, dann können Sie sich vorstellen, dass nicht nur die Autoindustrie gegen die Ablösung der Verbrennermotoren war: Als wichtiger Abnehmer der Ölindustrie liefen also gleich mehrere Branchen weltweit Sturm gegen das Elektroauto. Elon Musk peitschte sein Projekt durch, baute weltweit mangels Kooperationswillen in der Ölindustrie (denen gehören die meisten Tankstellen) ein eigenes Netz an Ladesäulen auf, die weltweit größten Batteriefabriken (Giga-Factories). Durch den Kurssprung in den Tesla-Aktien löste Elon Musk gestern Jeff Bezos als reichten Mann der Welt ab.

2020-2030:

Vielleicht steht der nächste Milliardär ja schon in den Startlöchern. Der Erfinder des Bitcoin ist nicht bekannt. Die mRNA-Technologie wird von mehreren Unternehmen genutzt, aber Moderna und BionTech scheinen die Nase vorn zu haben. Beyond Meat krumpelt die Nahrungsmittelindustrie um. Und Zoom Video und Twilio verändern die Art und Weise, in der wir untereinander kommunizieren. Spannend! Und es lohnt sich, am Ball zu bleiben.

Ich habe den Eindruck, dass die Coronakrise in einigen Bereichen Entwicklungen der kommenden Jahre vorweg genommen hat. So konnten die Aktien von BionTech, Zoom Video usw. im vergangenen Jahr exorbitant anspringen. Im Jahr 2021 wird sich zeigen, welche Entwicklungen tatsächlich beschleunigt wurden, und welche lediglich eine Sonderkonjunktur erfuhren.

Dax: Jahresausblick 2021

Bereits seit sechs Jahren führe ich die Jahresumfrage unter Lesern des Handelsblatts durch. Im Sinne der Sentiment-Theorie interpretiere ich die Mehrheitsmeinung dahingehend, dass es unwahrscheinlich ist, dass genau diese Erwartung eintritt. Vielmehr haben Untersuchungen gezeigt, dass an den Finanzmärkten in der Regel das Unerwartete passiert.

Das Ergebnis meiner Analyse der Jahresumfrage vor einem Jahr war die Erwartung, dass der DAX frühzeitig im Jahr 2020 ausverkauft würde, um dann bis in den November hinein stark anzusteigen. Den Jahresschlusskurs hatte ich sodann auf knapp unter das Jahreshoch taxiert. Optisch betrachtet habe ich damit ziemlich gut gelegen.

Wenn wir jedoch die Beschriftung der X-Achse zufügen, könnte ich nicht schlechter gelegen haben: Das Tief hatte ich auf über 12.000 festgelegt und als Jahreshoch hielt ich die 15.000 Punkte für möglich.

Nun könnte man sagen, die Corona-Pandemie hat ohnehin alles auf den Kopf gestellt. Doch gerade solche unvorhersehbaren Ereignisse sollen ja mit Hilfe technischer Instrumente, wie beispielsweise dieser Jahresumfrage, berücksichtigt werden. Dennoch würde ich sagen, dass wir den Verlauf recht gut prognostiziert haben, wenngleich die Intensität durch Corona nach unten verstärkt wurde. Heute werden wir untersuchen, ob der Lauf in Richtung 15.000 nur um ein Jahr verschoben wurde, oder ob sich nach Corona eine vollständig neue Situation ergibt.

Bei unserer Jahresumfrage vor einem Jahr wurde die Anlage in Immobilien als beste Investmentchance bezeichnet, gefolgt von Aktien und Edelmetallen. Industriemetalle (bspw. Kupfer) und Nahrungsmittel (bspw. Getreide) wurden als mäßig attraktiv betrachtet.

Tatsächlich haben gerade Industriemetalle (+26%) und Nahrungsmittel (+16%) im abgelaufenen Jahr eine gute Performance gezeigt. Der DAX konnte sich auf Jahressicht knapp ins Plus retten (+3,5%).

Immobilien muss man für das Jahr 2020 detailliert betrachten: Bauland zeigt mit +13% den stärksten Wertzuwachs, gefolgt von Wohnimmobilien mit +8%. Gewerbeimmobilien litten stark unter der Corona-Pandemie, wobei Büroimmobilien Einbußen erlitten, während Flächen für logistische Nutzung gefragt waren.

Wenngleich der Wertzuwachs bei Wohnimmobilien nicht mit Industriemetallen und Nahrungsmitteln mithalten konnte, so ändert sich das Bild wenn wir berücksichtigen, dass Immobilien in der Regel zu einem großen Teil finanziert werden. Die Wertentwicklung des Eigenkapitals ist, auch nach Abzug der derzeit niedrigen Zinsen, deutlich höher anzusetzen.

Hier die Jahresperformance:

· Kupfer +26%

· Getreide +16%

· Gold +12%

· Immobilien 8%

· DAX +3,5%

· Anleihen +0,5%

· Öl -25%

· Dow Jones +6%

· Nikkei +16%

· Shanghai A-Aktien +12%

In einem Punkt haben die Umfrageteilnehmer vor einem Jahr gut gelegen: Der Median der Umfrageerwartung von vor einem Jahr erwartete einen DAX-Jahresschluss 2020 bei 13.750 Punkten, was einem Plus von 3,8% entsprochen hätte. Mit dem tatsächlichen Jahresschlusskurs von 13.719 (+3,5%) wurde dieser Median ziemlich gut getroffen.

In den vergangenen 50 Jahren hat der DAX nur fünfmal mit einem so kleinen Plus (kleiner 5%) geschlossen.

Nun hat die Corona-Pandemie zu einem durchweg überraschenden und untypischen Börsenjahr geführt, sowohl im Ergebnis als auch im Verlauf. Ich wäre daher vorsichtig, unseren Umfrageteilnehmern vorschnell eine hohe Trefferquote zuzusprechen: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Gedämpfte Erwartungen für Aktien im Jahr 2021

Für das Jahr 2021 erwarten Anleger nicht viel vom Aktienmarkt: zum Jahresende dürfte sich der DAX in etwa erneut auf dem aktuellen Kursniveau bewegen, wenn unsere Umfrageteilnehmer Recht haben.

Wo steht der Dax Ende 2021?
Abbildung 1: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahresschlusskurs DAX

Die meisten gehen von einem Jahresschlusskurs im Bereich von 13.600 bis 13.900 aus, was im Mittel einem Jahresplus von mageren 0,2% entspräche. Wenn wir die durchschnittliche Erwartung unter Einbeziehung aller Antworten errechnen, ergibt sich sogar nur ein Wert von 13.726 Punkten, also +0,1%.

Interessant dabei ist, dass die Streuung der Erwartungen sehr gering ist: 60% aller Teilnehmer erwarten einen Jahresschlusskurs zwischen 13.500 und 14.400 Punkten. Werte außerhalb dieses Bereiches wurden nur vereinzelt ausgewählt. Einen Schlusskurs unter 13.000 befürchtet fast keiner mehr. Nach oben gibt es vereinzelte Stimmen, die sogar einen DAX bis 16.000 Punkte erwarten.

Wo wird der Höchststand beim Dax 2021 sein?
Abbildung 2: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahreshoch im DAX

Das Jahreshoch wird gemäß der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens über 13.950 Punkten liegen, im Mittel wird ein Jahreshoch bei 14.250 (+3,9%) Punkten erwartet. Berechnen wir den Durchschnitt aller Erwartungen, so erhalten wir einen Wert von 14.385 Punkten (+4,9%). Ein Jahreshoch über 14.850 Punkte (+8,2%) hält kaum jemand für möglich.

Wo wird das Tief beim Dax sein?
Abbildung 3: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahrestief im DAX

Auch beim Jahrestief sind die Erwartungen etwas pessimistischer: Unter 12.750 Punkte (-7,1%) sollte der DAX nach der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens nochmals rutschen. Im Mittel wird sogar ein zwischenzeitliches Abrutschen bis auf 12.150 Punkte (-11,4%) befürchtet. Das durchschnittlich erwartete Tief im Jahr 2021 liegt bei 11.910 Punkten (-13,2%). Immerhin fürchtet kaum jemand ein erneutes Abrutschen unter 11.250 Punkte (-18%).

Ich finde dieses Ergebnis merkwürdig: Im Jahr 2019 sprang der DAX um 25% an. Im Corona-Jahr 2020 betrug die Schwankungsbreite im DAX über 60%! Für das Jahr 2021 gehen Anleger jedoch nur von einer maximalen Schwankungsbreite von 24% aus, die meisten erwarten eine Schwankungsbreite von nur 17%. Es wäre schön, wenn’s so kommt.

Für den DAX erwarten die meisten Anleger das Jahreshoch im Mai. „Sell in May and go away…” heißt eine Börsenweisheit, die sich offensichtlich in den Köpfen der Anleger festgesetzt hat. Doch in den vergangenen Jahren galt diese Regel kaum.

Das Jahrestief wird im August erwartet, ebenfalls entsprechend der obigen Börsenregel: „… and always remember to come back in September”.

Bis zum Jahresschluss würde der DAX dann wieder in Richtung seiner Höchststände marschieren, wenn wir der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer glauben. Soweit wird hier eine durchaus typische Jahresentwicklung erwartet.

Untypisch ist jedoch die Befürchtung eines unmittelbar anstehenden Ausverkaufs zum Jahresbeginn: Verhältnismäßig viele Anleger befürchten, dass wir bereits im Februar das Jahrestief sehen können. Daraus können wir zwei Schlussfolgerungen ziehen:

Zum einen wird der Markt aktuell als überhitzt wahrgenommen, so dass kurzfristig keine weiteren Kurssteigerungen erwartet werden. Nach dem Jahresschlussspurt wird nun eine Konsolidierung bis hin zu einer Korrektur erwartet.

Zum anderen spiegelt die Erwartung der Kurstiefs bereits so früh im Jahr die optimistische Erwartung der Anleger wider, dass die Kurse im Jahr 2021 überwiegend steigen werden.

Diese Erwartung widerspricht offensichtlich der weiter oben formulierten Erwartung der geringen Sprunghöhe im DAX: Wenn der DAX schon in den kommenden Wochen sein Tief sieht und dann für den Rest des Jahres steigt, dann erscheint das Kursziel bis zum Jahresende bei durchschnittlich 13.726 Punkten (+0,1%) sehr konservativ. Einzige Erklärungsmöglichkeit wäre ein heftiger Ausverkauf in den kommenden Wochen, so dass der DAX von tiefem Niveau aus dann das ganze Jahr steigen kann, ohne über die 14.000 Punkte zu springen.

Das wäre eine Entwicklung, die der DAX-Entwicklung aus dem Pandemie-Jahr 2020 entspräche. Ich halte das für sehr unwahrscheinlich.

Umfragen zum Dax im Jahr 2021

 

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Finanznews

Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

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Rüdiger Born: Charttechnik bei Dow, Nasdaq und Silber

Redaktion

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Ganz so einfach ist die Lage bei Dow Jones, Nasdaq und Silber derzeit nicht. Schauen wir genauer auf die Charts im folgenden Video.

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